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Ostpreußenblatt, Folge 11 vom 16.03.1957

Ostpreußenblatt

Folge 11 vom 16.03.1957

 

Seite 1   Foto: „Elke", das Spitzenpferd der Trakehner-Auktion.

Die Auktion der Pferde Trakehner Abstammung, die am 9. März 1957 in der Westfalenhalle in Dortmund vor sich ging, war wohl die erfolgreichste der Nachkriegszeit. Unsere Aufnahme zeigt die Schimmelstute „Elke" des Herrn von Lenski, die mit zwölftausend DM den Spitzenpreis brachte — auf der vorjährigen Auktion betrug der höchste Preis achttausend DM —, mit ihrer neuen Besitzerin Karin Nörenberg, Hamburg. — über die Auktion berichten wir in dieser Folge in der „Georgine".

 

Seite 1   Die „Spätaussiedlung", ihre Gründe und Hintergründe

Auf der Station Büchen an der Grenze zur Sowjetzone laufen nunmehr fast täglich Transporte mit jeweils Hunderten von „Spätaussiedlern" aus den polnisch verwalteten deutschen Ostgebieten ein, und diese plötzliche Zunahme der Aussiedlung hat bereits dazu geführt, dass sich die Bundesregierung mit der Frage befasst hat, was wohl die Gründe dafür sein mögen, dass die polnischen Behörden im Gegensatz zu der bis vor kurzem von ihnen eingenommenen Haltung nunmehr geradezu die Abfertigung der Transporte forcieren. Im gleichen Zusammenhange haben sich die zuständigen Stellen auch mit den Folgerungen befasst, die sich sowohl in sozialer wie in politischer Hinsicht aus dieser Entwicklung ergeben und es ist hierzu die Vermutung geäußert worden, ob hier nicht eine „Fortsetzung der Vertreibung mit anderen Mitteln" vorliege.

 

Eine nähere Untersuchung der Gründe und Hintergründe der „Spätaussiedlung" kann nur in der Form vorgenommen werden, dass zunächst einmal scharf zwischen den Gründen unterschieden wird, welche Zehntausende von Deutschen veranlassen, bei den polnischen Behörden Anträge auf Aussiedlung nach West- und Mitteldeutschland einzureichen, und den politischen Hintergründen, aus denen heraus die veränderte Einstellung der polnischen Behörden zum Aussiedlungsproblem erwuchs.

 

Was das erstere — also die Gründe, welche die bisher in den Oder-Neiße-Gebieten verbliebenen bzw. festgehaltenen Deutschen zur Aussiedlung bewegen — anlangt, so hat die polnische Presse hierüber einige Auskunft gegeben, anderes geht aus den Ausführungen der hier eintreffenden Spätaussiedler hervor. Es ergibt sich daraus, dass an erster Stelle der Wunsch nach Familienzusammenführung zu nennen ist. Für dieses humanitäre Anliegen der Zusammenführung von Familien, deren Angehörige durch die Kriegsereignisse oder durch die Vertreibung voneinander getrennt wurden, hat sich die Bundesregierung seit geraumer Zeit eingesetzt, und es wurde allgemein lebhaft begrüßt, dass es zu einer diesbezüglichen Übereinkunft zwischen dem Deutschen und dem Polnischen Roten Kreuz kam. Aber die Familienzusammenführung erstreckt sich allein auf etwa 50 000 „Fälle", und so stellt sich die Frage, aus welchen Gründen es dazu gekommen ist, dass weitere Zehntausende — man schätzt die Gesamtzahl der bei den polnischen Behörden eingereichten Aussiedlungsanträge auf über 160 000 — ebenfalls mit allem Nachdruck nach einer Umsiedlung nach Westdeutschland streben.

 

Es ist dies, wie immer deutlicher hervortritt, vornehmlich darauf zurückzuführen, dass die in den Oder-Neiße-Gebieten verbliebenen Deutschen in den letzten elf Jahren auf sozialem, wirtschaftlichem, kulturellem und politischem Gebiet als minderwertige Menschen behandelt wurden und zwar in einem Ausmaße, dass sie sich in einer äußersten materiellen und seelischen Notlage befinden. Selbst die polnische Presse gibt zu, dass man diese Deutschen weithin als „Menschen zweiter Klasse" behandelte, wobei Ausnahmen nur die Regel bestätigten. Man enteignete sie nicht nur, sondern man verwandte sie als Zwangsarbeiter, vor allem auf den Staatsgütern. Die Härten, die sich aus der Praktizierung des kommunistischen Wirtschaftssystems ergaben, fielen ihnen voll zur Last; denn während die polnische Bevölkerung Auswege suchen konnte, wurden die „Autochthonen" — wie man die Deutschen nannte — aufs schärfste überwacht und schwersten Repressalien ausgesetzt, wenn sie die oftmals völlig unsinnigen Anordnungen nicht befolgten. Für die Jugend gab es keine Fachausbildung, die Alten und Kranken wurden buchstäblich dem Verhungern preisgegeben. Aber neben die sich aus dem kommunistischen Wirtschaftssystem ergebenden schweren Belastungen traten noch zusätzlich die Bedrückungen, die aus dem polnischen Chauvinismus kamen. Lange Jahre war selbst der Gebrauch der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit verboten. Noch heute gibt es im südlichen Ostpreußen keine Schulen mit deutschsprachigem Unterricht. Und nicht nur das: Da die polnischen Behörden davon ausgingen, dass es sich bei den „Autochthonen" um „germanisierte Polen" handele, wurden die Maßnahmen zur „Repolonisierung" mit aller Schärfe durchgeführt. Halb- und Vollwaisen wurden in polnische Jugendheime oder Erziehungsanstalten verschleppt, unter unvorstellbarem Terror wurden Unterschriften unter Versicherungen erpresst, mit denen sich die Betroffenen zum „Polentum bekennen" sollten, und zu alledem trat die oftmals geradezu schändliche Behandlung, die den „Autochthonen" im Behördenverkehr oder bei allen sich ergebenden Rechtsstreitigkeiten zuteilwurde. Diese Deutschen stellten in Wahrheit eine Gruppe von Menschen dar, die — wie ebenfalls in der polnischen Presse festgestellt wurde — „außerhalb des Rechts standen".

 

Zieht man alles dieses in Betracht, so wird zweierlei verständlich: Zunächst, dass der Anteil der „Umsiedlungswilligen" an der Gesamtzahl der „autochthonen" Bevölkerung weit höher ist als der der Sowjetzonenflüchtlinge an der Gesamtzahl der Bevölkerung Mitteldeutschlands, und zum anderen, dass die Versicherung der polnischen Nationalkommunisten, es werde nunmehr eine „neue Politik" gegenüber den „Autochthonen" eingeschlagen werden, keinen Glauben findet. Denn zahlreiche Deutsche mussten gerade in letzter Zeit die bittere Erfahrung machen, dass der polnische Nationalkommunismus weithin nichts anderes als eine Verschmelzung des Kommunismus mit dem polnischen Chauvinismus darstellt und sich so eine Verbindung — nicht etwa eine Minderung — der Diskriminierungen ergab, unter denen die Deutschen zu leiden haben.

 

Aber noch ein weiteres trug dazu bei, dass die Zahl der Anträge auf Aussiedlung nach West- und Mitteldeutschland immer mehr anwuchs: Die „Verzichterklärungen", die seitens bestimmter westdeutscher Politiker verlautbart worden sind. Diesen Erklärungen, in denen entweder geradezu von „Verzichten" oder von einer „Ausklammerung" der Oder-Neiße-Frage die Rede war, verlieh die polnische Presse große Verbreitung, und es führte dieses dazu, dass die Deutschen in den Oder-Neiße-Gebieten weithin die Überzeugung gewannen, dass „Deutschland uns sowieso abschreiben will". Es ist besonders die Erklärung des Bundesratspräsidenten Dr. Sieveking gewesen, die ein außerordentliches Ansteigen der Zahl der Aussiedlungsanträge bewirkt hat. Nach polnischen Meldungen stieg allein in Oppeln die Zahl der Umsiedlungsanträge auf dreizehntausend!

 

Dieses aber führt zur Erörterung der Frage, was die polnische Regierung dazu veranlasst haben dürfte, die „Spätaussiedlung" plötzlich zu beschleunigen, nachdem noch bis zum Oktober 1956 geradezu um jeden „Härtefall" bei der Familienzusammenführung gerungen werden musste. Es lässt sich genau ermitteln, zu welchem Zeitpunkte die polnische Regierung von der bis dahin in der Regel hinhaltenden Behandlung der Aussiedlungsanträge Abstand nahm: Die „Wende" erfolgte faktisch unmittelbar nach den polnisch-sowjetischen Verhandlungen über den „Truppenvertrag", in deren Rahmen — wie sich nachträglich herausgestellt hat — von sowjetischer Seite die Oder-Neiße-Frage angeschnitten worden ist. Nimmt man hinzu, dass die Sowjetzonenregierung im Vorjahre ein plötzliches Interesse an der „deutschen Minderheit in Polen" an den Tag legte, so wird deutlich, welche Beweggründe hier für das Gomulka-Regime eine Rolle spielten, zumal Gomulka selbst bekanntlich in den ersten Nachkriegsjahren als „Minister für die wiedererrungenen Westgebiete" die oberste Instanz für die Durchführung der Austreibungen gewesen ist.

 

So ergibt sich, dass mehrere Umstände die außerordentliche Zunahme der „Spätaussiedlung" bewirkt haben. Zunächst treten hier zu den Beweggründen, welche denen etwa entsprechen, die für die Zuwanderung aus der Sowjetzone maßgeblich sind, noch diejenigen weiteren Gründe hinzu, die sich aus der Tatsache ergeben, dass die deutschen Ostgebiete polnischer Verwaltung übergeben wurden. Es handelt sich in dieser Hinsicht bei der „Spätaussiedlung" tatsächlich teils um eine weitere Auswirkung, teils um die Fortsetzung der Vertreibung, die sich von den Geschehnissen in den Jahren 1945 - 1947 allerdings insofern unterscheidet als sie nunmehr auf „eine humane und ordentliche Weise" erfolgt. Zugleich finden hier — was die Einstellung der polnischen Behörden anlangt — politische Entwicklungen ihren Ausdruck, die sich infolge der Errichtung des Gomulka-Regimes ergeben haben, und zwar sowohl auf innen- wie auch vor allem auf außenpolitischem Gebiete. Die Frage, wie die Spätaussiedlung zu beurteilen ist und welche Folgerungen sich aus diesem Vorgang ergeben, lässt sich also klar beantworten: Die Familienzusammenführung ist zu begrüßen, ebenso wie es eine Selbstverständlichkeit ist, dass auch einige weitere Zehntausende von „Härtefällen" bei den Genehmigungsverfahren alsbaldige Berücksichtigung finden müssen.

 

Zugleich aber gilt es, mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, dass die „Spätaussiedlung" durchgeführt wird, um Menschen ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen, um sie von Furcht und Not zu befreien. Dieses ist ein Gebot der Menschlichkeit. Die Rechtsansprüche auf die gegenwärtig polnischer Verwaltung unterstehenden deutschen Ostgebiete werden dadurch keineswegs beeinträchtigt, ebenso wenig wie durch die in den ersten Nachkriegsjahren erfolgte Vertreibung. Vielmehr bedeutet das Eintreffen eines jeden Transports von „Spätaussiedlern" in Büchen oder Friedland nichts anderes als eine Mahnung, dass der provisorische Zustand, der hinsichtlich der Oder-Neiße-Gebiete immer noch besteht, durch Wiederherstellung des Rechts — und das heißt durch Rückgabe der polnisch besetzten deutschen Gebiete in deutsche Verwaltung — beseitigt werden muss, sobald die Wiedervereinigung West- und Mitteldeutschlands in Frieden und Freiheit erfolgt ist. Dr. Eduard Jennicke

 

Seite 1   Beschleunigtes Aussiedlungsverfahren. Gemischte Kommissionen gebildet

In allen Kreisen der polnisch besetzten deutschen Ostgebiete, wo Deutsche wohnen, werden in Kürze gemischte Kommissionen gebildet werden, die alle deutschen Ausreiseanträge prüfen und an die entsprechenden Instanzen weiterleiten sollen. Jede dieser Kommissionen wird sich aus zwei Vertretern der örtlichen polnischen und zwei Vertretern der deutschen Bevölkerung zusammensetzen. Derartige Kommissionen haben zum Beispiel in Allenstein bereits ihre Tätigkeit aufgenommen.

 

Wie aus den aus deutschen Ostgebieten eintreffenden Berichten hervorgeht, beabsichtigt die polnische Regierung durch diese Maßnahme, die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus diesen Gebieten zu beschleunigen. Vor allem will man damit aber auch die Aussiedlungsämter, die in jeder Wojewodschaft bestehen, entlasten, da diese einfach nicht mehr in der Lage waren, die einlaufenden Aussiedlungsanträge zu bearbeiten. Außerdem will man staatlicherseits einer gewissen Korruption dieser Ämter vorbeugen. Durch Bestechungen von Beamten dieser Behörden sind bei der Aussiedlung nach Westdeutschland bereits gewisse Kreise bevorzugt worden, die nachgewiesenermaßen die zuständigen Beamten durch Bestechungsgelder an ihren Fall besonders interessiert hatten.

 

Seite 1   Rößel wurde weitgehend abgebrochen. 183 Häuser, demontiert, meldet eine Warschauer Zeitung.

Die ostpreußische Kreisstadt Rößel, die vor dem Kriege über fünftausend Einwohner zählte, ist weitgehend abgebrochen worden, obwohl keinerlei Kriegsschäden vorlagen. Nach einem Bericht der Warschauer Zeitung „Zycie Warszawy" wurden in der Stadt „im Laufe der letzten zwölf Jahre 183 Häuser bis zum letzten Ziegelstein demontiert". Die ehemalige Kreisstadt, die an der Eisenbahnlinie Rastenburg - Bischofstein liegt, hat heute keine Bahnverbindung mehr, da die Strecke auf zehn Kilometer unterbrochen und der Bahnhof zerstört ist. Der polnische lokale „Volksrat" bezeichnete es als erforderlich, dass unverzüglich zwölf Millionen Zloty zur Verfügung gestellt werden, um die Stadt wieder an das Verkehrsnetz anzuschließen.

 

„Solche Städte wie Rößel gibt es viele: Sterbende Städte mit leeren Häusern, in denen die Fenster fehlen, die Türen herausgerissen wurden und wo alles geraubt wurde, was man entfernen und benutzen kann, Städte ohne Industrie, die nach Fachleuten und Arbeitsplätzen schreien", schreibt „Zycie Warszawy" hierzu.

 

Um die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Notlage der Stadt zu lenken, griff der „städtische Volksrat" zu einem eigentümlichen Mittel. Er erließ einen weithin verbreiteten Aufruf, dass sich alle im letzten Jahre entlassenen bzw. „eingesparten" Funktionäre und Beamte melden sollten. Aus „allen Teilen Polens" gingen daraufhin Tausende von Bewerbungen ein. Der städtische Volksrat meldete daraufhin, dass alle freien Stellen in der städtischen Verwaltung besetzt seien und dass die übrigen zum Wiederaufbau der Stadt eingesetzt werden sollten.

 

Seite 1   Plansoll für „Westinstitut"

Nach polnischen Berichten hat das „Polnische Westinstitut" in Posen den Auftrag erhalten, den in der Bundesrepublik erscheinenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen über die polnisch verwalteten deutschen Ostgebiete und zur Oder-Neiße-Frage „entgegenzutreten"; es wurde zu diesem Zwecke „reorganisiert". Das „Westinstitut" hat nunmehr ein „Plan-Soll" von alljährlich fünfzehn Publikationen erhalten, die sich u. a. auch mit „den Angelegenheiten der deutschen Umsiedler", also der Heimatvertriebenen, befassen sollen. Eine Arbeitsgruppe wurde beauftragt, eine „Bibliographie zum Gesamtbild der polnisch-deutschen Problematik" herauszubringen. Eine weitere Veröffentlichung soll sich mit der „völkerrechtlichen Lage der Oder-Neiße-Grenze" befassen. Zugleich sollen auch Vergleiche zwischen den wirtschaftlichen Verhältnissen in Westdeutschland und in der Volksrepublik Polen (!) angestellt werden. Das Institut gab kürzlich ein Buch „Zehn Jahre Wiederaufbau der Westgebiete" heraus.

 

Seite 1   „Todesmutig in den Kampf …“ Polnisches Propagandaorgan in englischer Sprache.

Seit Januar 1957 erscheint in London eine englischsprachige polnische Zeitschrift, die unter dem Titel „Poland and Germany" (Polen und Deutschland) von dem exilpolnischen „Verband der polnischen Westgebiete" herausgegeben wird. Die Zeitschrift hat sich die „Verteidigung der Oder-Neiße-Grenze" zur Aufgabe gesetzt. Das Redaktionskomitee leitet Jozef Kisiliewski, der bereits vor dem letzten Kriege für die „Wiedergewinnung der alten Piastenländer" eintrat, das heißt die Eroberung Ostpreußens, Pommerns und Schlesiens und die Annexion dieser Gebiete durch Polen forderte. „Nowy Swiat" gedenkt der Verdienste Kisiliewskis und weist darauf hin, dass sein Einfluss auf die polnische Öffentlichkeit in der Vorkriegszeit „außerordentlich groß" gewesen sei. Wörtlich heißt es hierzu: „Hunderttausende von polnischen Soldaten zogen todesmutig in den Kampf in dem Bewusstsein, dass die Grenze weit nach Westen vorgerückt werden würde“.

 

Seite 1   Fischereihafen Königsbeig ein „Engpass"

Der Hafen Königsberg stellt für die sowjetische Fischerei einen “Engpass" dar, stellt die sowjetische Wirtschaftszeitung „Promyslenno ekonomiceskaja gazeta" fest, die in Moskau erscheint. Der Fischereihafen von Königsberg weist nur zwei Anlegekais auf, die zusammen nur eine Länge von 350 Metern haben. An diesen Kais dürfen nur Fabrikschiffe anlegen, während die gewöhnlichen Fischtrawler irgendwo anders Anlegestellen suchen müssen. Die Folge ist, dass die an sich nicht ausreichende Kapazität der Kühlhäuser oftmals nicht ausgenutzt wird. Die in Königsberg angelandeten Fische werden auf dem Wasserwege in einige Fischverwertungsfabriken gebracht, die am Frischen Haff gelegen sind. Die beiden kleinen Werften, die in Königsberg in Funktion sind, kommen mit den notwendigen Reparaturen nicht nach. Die in Königsberg stationierten sowjetischen Fischtrawler müssen daher in der Regel zur Werftreparatur nach Memel gebracht werden. Die Fischereiflottille, die in Königsberg liegt, hatte im Jahre 1956 in Ermangelung von Reparaturmöglichkeiten 6310 Werftliegetage „über den Plan hinaus", was einem Ausfall von siebzehn Trawlern für die gesamte Fangperiode gleichkam.

 

Seite 1   Kartoffelernte im - Februar!

In einigen Kreisen der „Wojewodschaft" Allenstein ist Mitte Februar mit der Kartoffelernte begonnen worden, was „Glos Pracy" begrüßt. Die Kartoffeln, die man im letzten Herbst nicht aberntete, seien nur leicht erfroren und eigneten sich ausgezeichnet zur Viehfütterung.

 

Seite 2   Geschenksendungen an Deutsche in der Sowjetunion

Alle Deutschen in der Sowjetunion, bei denen feststeht, dass sie deutsche Staatsangehörige sind, oder bei denen aus den vorhandenen Unterlagen angenommen werden kann, dass es deutsche Staatsangehörige sein dürften, werden im Falle der Bedürftigkeit aus Mitteln des Bundesvertriebenenministeriums betreut. Diese Betreuung erfolgt durch Geldsendungen oder durch vorverzollte Pakete. Für diesen Zweck wurden — nach Mitteilung des Ministeriums — so ausreichende Beträge zur Verfügung gestellt, dass bisher keine berechtigten Betreuungswünsche unberücksichtigt geblieben sind. Daneben werden die Kosten für die Rückführung von Deutschen aus Sowjetrussland voll getragen.

 

Seite 2   Eine klare Stellungnahme erwartet. Der VdL an Bischof Dibelius zum Fall Niemöller.

Der Verband der Landsmannschaften hat durch seinen Vorsitzenden, Baron Manteuffel-Szoege, an den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof D. Dr. Otto Dibelius, folgenden Brief gerichtet:

 

Hochwürdigster Herr Bischof,

die in der Presse wiedergegebenen Ausführungen des Herrn Kirchenpräsidenten Niemöller nach seinem Besuch der deutschen Ostgebiete haben in weitesten Kreisen nicht nur der Vertriebenen, sondern aller verantwortungsbewussten Deutschen lebhafte Beunruhigung hervorgerufen.

 

Die Ausführungen des Herrn Kirchenpräsidenten gehen über das Maß der gewohnten Enttäuschungen hinaus, die er uns bereitet, wenn er über Belange der deutschen Nation spricht. Pfarrer Niemöller vertritt den Standpunkt, dass die Vertreibung eine Angelegenheit ist, mit der man sich abfinden muss wie auch mit dem Verlust der deutschen Ostgebiete.

 

Der Herr Kirchenpräsident ist der Meinung, dass die Vertreibung (er nennt sie Aussiedlung) von Millionen Menschen erst dann zum Verbrechen wird, wenn man sie wieder gutmacht. Diese Auffassung ist besonders für einen Theologen seltsam. Weiß er nicht, dass auf politischer Ebene Unrecht dulden das Tor zu neuem Unrecht öffnet? Sieht er nicht, dass viele gute evangelische Christen durch solches Verhalten nicht an ihrem Glauben, wohl aber an ihrer Kirche irrewerden?

 

Bekanntlich ist der Anstoß zur Vertreibung der Deutschen von Moskau ausgegangen. Wer solches Tun nicht grundsätzlich ächtet, macht sich bewusst oder unbewusst zum Mitschuldigen.

 

Ich bitte um Verständnis dafür, Hochwürdigster Herr Bischof, wenn ich in aller Offenheit erkläre, dass ein Dulden oder Schweigen Ihrerseits als Zustimmung oder Schwäche einem solchen Verhalten gegenüber gedeutet wird. Der einzelne evangelische Christ ist vielfach nicht in der Lage, zu beurteilen, wieweit Ihre Autorität reicht. Er sieht in Ihnen die Spitze unserer evangelischen Kirche und erwartet von Ihnen eine klare und eindeutige Stellungnahme.

 

Genehmigen Sie den Ausdruck meiner vollkommenen Hochachtung, mit der ich bin

Ihr ganz ergebener

Dr. G. Baron Manteuffel-Szoege, MdB.

 

Seite 2   „Ein merkwürdiger Theologe!" „Christ und Welt" an Martin Niemöller.

Unter dem Titel „Niemöller in Polen" richtet die angesehene evangelische Wochenzeitung „Christ und Welt" folgende Erklärung an den hessischen Kirchenpräsidenten:

 

„In Anführungsstrichen, also als wörtliches Zitat, wurde eine der seltsamsten Äußerungen des Kirchenpräsidenten Niemöller in Warschau wiedergegeben: „Die vier Signatarmächte, die das Potsdamer Abkommen unterzeichnet haben, können bei Friedensverhandlungen mit Deutschland nichts anderes machen als das, was sie in Potsdam getan haben. Andernfalls wäre die Vertreibung von dreizehn Millionen Menschen nicht ernst gemeint und somit ein Verbrechen gewesen“. Eine merkwürdige moraltheologische Logik sprach aus diesen Worten. Wenn ein Gewaltakt ernstgemeint war, kann er dann nicht als Verbrechen bezeichnet werden? Wenn ein Kraftfahrer einen Passanten nicht ernstgemeint, nämlich aus Versehen totfährt, dann wäre das also ein Verbrechen; wenn er ihn aber ernstgemeint, also absichtlich niederfuhr, dann wäre das keines? Niemöller mag auf diese wahrhaftig umstürzenden Moralthesen hingewiesen worden sein, die sich aus seinen Warschauer Reden ablesen ließen. Er beeilte sich deshalb mit einer ergänzenden Berichtigung und fügte ein, ‚erst recht' ein: … dann wäre das erst recht ein Verbrechen.

 

Ist die Angelegenheit damit nun wieder im Lot? Für einen abgebrühten Machtpolitiker ist sie es zur Not, kaum aber für einen Theologen. Kann aus Verbrechen Recht werden? Der Theologe Niemöller zuckt die Achseln: „Das ist alles, was ich dazu sagen kann“.

 

Umso mehr wusste er von seinen Augeneindrücken aus den ‚neuen polnischen Westgebieten' zu erzählen: Von Versteppung habe er nichts gesehen. Lediglich zwischen Stargard und Deutsch-Krone, wo schlechter Sandboden sei, lägen weite Flächen brach. Genauer hat sich eben in diesen Tagen die Warschauer Zeitung ‚Zycie gospodarcze' das Land angesehen. Allein in den Oder-Neiße-Gebieten lägen anderthalb Millionen Hektar brach — das wäre rund ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche der polnisch verwalteten Oder-Neiße-Gebiete. ‚In ganzen Landstrichen ziehen sich unbebaute Felder hin, in denen Steppengras und Disteln unangefochten herrschen' — dieses Urteil stammt aus dem polnischen Blatt. Es kann gut sein, dass der Reisende aus dem Westen wirklich nichts davon bemerkt hat — denn es gehört schon das geschulte Auge eines Bauern dazu, um mitten im Winter festzustellen, was unter dem Schnee oder Matsch Brachland ist und was nicht. Und überdies, Reiseprogramme sind eine Spezialität östlicher Propagandisten. Sie hatten es offensichtlich mit dem reisenden Kirchenpräsidenten aus Westdeutschland nicht schwer“.

 

Seite 2   Der Militärseelsorgevertrag der Evangelischen Kirche mit der Bundesrepublik wurde von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland mit einer sehr großen Mehrheit gebilligt. Gegen den Vertrag wandten sich u. a. Kirchenpräsident Niemöller und Professor Iwand. Pankow hat für die Zone Verhandlungen über Militärseelsorge abgelehnt und dazu höhnisch bemerkt, kein Angehöriger der Zonentruppe habe bisher nach einem Pfarrer verlangt.

 

 

Seite 2   Das Memelgebiet gehört zum Deutschen Reich. Ein Gutachten über die Staats- und völkerrechtliche Lage.

Im Rahmen der Forschungsstelle für Völkerrecht und ausländisches öffentliches Recht der Universität Hamburg wurde von Dr. Hellmuth Hecker ein Gutachten zur gegenwärtigen Völker- und staatsrechtlichen Lage des Memelgebietes abgegeben. Es ist für eine Veröffentlichung im „Jahrbuch der Albertus-Universität zu Königsberg", Band 8, herausgegeben vom Göttinger Arbeitskreis, vorgesehen.

 

Unter Hinzuziehung einer Anzahl völkerrechtlicher Werke in- und ausländischer Verfasser wird festgestellt, dass zwar die Sowjetunion das Memelgebiet bald nach der Besetzung — etwa im Sommer 1945 — verwaltungsmäßig der Litauischen Sowjetrepublik angeschlossen hat und dass dieser Vorgang ab 1948 seinen Niederschlag in den Verfassungen der Litauischen Sowjetrepublik und der Sowjetunion fand, dass ihm jedoch hinsichtlich der Inbesitznahme nur deklaratorische Wirkung zukommt, denn jene Eingliederung in das Gebiet der Litauischen Sowjetrepublik und die verfassungsmäßige Verankerung sind ohne Wirkung für die völkerrechtliche Gültigkeit.

 

Wenn auch die Berliner Erklärung der vier Besatzungsmächte vom 5. Juni 1945 den Begriff „Deutschland in den Grenzen vom 31. Dezember 1937" geprägt hat, das in Besatzungszonen aufgeteilt werden soll und für das die Alliierten auf eine Annektion verzichten, so heißt es in Artikel 6 jener Erklärung, dass die Grenzen Deutschlands oder irgendeines Teiles von Deutschland und die rechtmäßige Stellung Deutschlands oder irgendeines Gebietes, das gegenwärtig einen Teil deutschen Gebietes bildet, später von den Alliierten festgelegt werden würden.

 

Der Verfasser des Gutachtens macht darauf aufmerksam, dass mit „Deutschland" das Gebiet innerhalb der Grenzen vom 31. Dezember 1937 und mit „Gebieten, die gegenwärtig einen Teil Deutschlands bilden", darüber hinaus die Gebiete gemeint sind, die von Deutschland ab 1. Januar 1938 erworben wurden. Diese Gebiete wurden hiernach zur Verfügung der Alliierten gestellt. Doch abgesehen davon bedeutet der Annektionsverzicht für das deutsche Gebiet innerhalb der Grenzen vom 31. Dezember 1937 auch keineswegs, dass die übrigen deutschen Gebiete ohne weiteres für Annektionen frei wären, denn hier ist zu unterscheiden, auf welche Weise Deutschland die betreffenden Gebiete erworben hat. Hinsichtlich des Memelgebietes wird eine unbestreitbare Rechtsgültigkeit der am 22. März 1939 auf Grund des deutsch-litauischen Staatsvertrages erfolgte Wiedereingliederung des deutschen Gebietes festgestellt. Das Potsdamer Abkommen lässt nach dem Gutachten die Möglichkeiten zu, dass der in Abschnitt 6 für den nördlichen Teil Ostpreußens angewandte Begriff „Königsberg und das anliegende Gebiet", das unter sowjetrussische Verwaltung gestellt wurde, auch das Memelgebiet umfasst, — eine Auffassung, der man in mehreren völkerrechtlichen Untersuchungen begegnet — oder dass das Potsdamer Abkommen keine ausdrückliche klare Regelung erkennen lässt, was einer stillschweigenden Anerkennung des Weitergeltens des Vorkriegszustandes gleichkommt.

 

In jedem Fall gehört, wie aus dem Gutachten hervorgeht, das Memelgebiet rechtlich zum Deutschen Reich. Auch kartographisch ist das Memelgebiet, wie in dem Gutachten ausdrücklich festgestellt wird, seit 1945 stets nur als „deutsches Gebiet unter derzeitiger Verwaltung der Sowjetunion" zu behandeln.  

 

Soweit das Gutachten.

In bisherigen Untersuchungen über die rechtliche Lage des Memelgebietes wurde festgestellt, dass die Signatarmächte der Memelkonvention die am 22. März 1939 erfolgte Rückgliederung des Memelgebietes in das Deutsche Reich stillschweigend anerkannt haben. Der Landsmannschaft Ostpreußen liegt jedoch nunmehr der Wortlaut einer Verbalnote vor, die am 15. Mai 1939 vom britischen Botschafter Henderson dem deutschen Staatssekretär Weizsäcker übergeben wurde. Sie lautet:

 

„Die Botschaft Seiner Majestät grüßt das Auswärtige Amt und hat die Ehre, es im Auftrag des Außenministers Seiner Majestät zu unterrichten, dass die Regierung Seiner Majestät im Vereinigten Königreich beschlossen hat, die deutsche Eingliederung des Memellandes de jure anzuerkennen. Unter diesen Umständen wird das Memelland dem konsularischen Bezirk des Generalkonsuls Seiner Majestät in Berlin eingegliedert, und die Botschaft Seiner Majestät ist beauftragt, festzustellen, ob die entsprechende Anerkennung durch die deutsche Regierung erfolgen kann, vorausgesetzt, dass keine Bedenken gegen Mr. Hoepfner als britischen Vizekonsul bestehen“.

 

Seite 2   Von Woche zu Woche

Bundespräsident Professor Heuss ist von seiner Lungenentzündung so weit genesen, dass er in den letzten Tagen bereits einige neuernannte Botschafter in Bonn empfangen konnte. Er wird Ende des Monats einen Erholungsurlaub – wahrscheinlich in Badenweiler – antreten.

 

Eine Erklärung des Kanzlers zur Frage des wird auf einer Bochumer Großkundgebung des katholischen St. Hedwigswerkes am 24. März erwartet. Dr Adenauer will sich in dieser Rede auch mit den Fragen der Wiedervereinigung befassen.

 

Eine scharfe Warnung vor weiteren Preissteigerungen äußerte Bundeswirtschaftsminister Erhard in seiner Rede zur Eröffnung der Frankfurter Messe. Er sprach davon, dass die Wirtschaft durch die Preissteigerungen in einen „Veitstanz auf dem Vulkan" hineintreibe Er werde notfalls mit brutaler Gewalt diese Entwicklung zu stoppen wissen.

 

Mit dem Steigen der Lebensmittelpreise befasste sich die Bundesregierung. In Bonn wurde erklärt, das Kabinett wolle sich nachdrücklich darum bemühen, die Brotpreise stabil zu halten. Bundesminister Lübke sagte, die in Hessen durchgeführten erheblichen Preissteigerungen für Brot überschritten erheblich das vertretbare Maß. Mit den Bäckern sind Verhandlungen aufgenommen worden.

 

Die Repatriierung einer neuen Gruppe von acht amnestierten deutschen Häftlingen aus dem Lager Potma (etwa 500 Kilometer südöstlich von Moskau) hat das sowjetische Außenministerium der deutschen Botschaft in Moskau zugesagt.

 

Außer den 10 000 Wehrpflichtigen des Jahrganges 1937, die in diesen Tagen ihre Einberufungsbefehle erhalten, werden im Jahre 1957 keine weiteren Wehrpflichtigen mehr eingezogen werden. Weitere Wehrpflichtige werden erst im Frühjahr 1958 in die Kasernen einrücken. Es wurde vom Ministerium bekanntgegeben, dass am 1. April 1958 mindestens 30 000 Wehrpflichtige der Jahrgänge 1937 und 1938 eingezogen werden sollen.

 

Beachtlich sank die Arbeitslosenzahl schon im Februar 1957. Infolge des milden Wetters konnten über 364 000 Erwerbslose, vor allem aus dem Baugewerbe, wieder Arbeit finden. Der Februar 1957 hatte einen Rekordtiefstand seit Kriegsende.

 

4105 Sowjetzonenflüchtlinge haben in der vergangenen Woche die Notaufnahme in West-Berlin und in der Bundesrepublik beantragt. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 40 000 Flüchtlinge registriert.

 

Ein Einreiseverbot für Bischof Dibelius hat das Sowjetzonenregime erlassen. Im Rahmen ihres Kampfes gegen die Kirche untersagten die kommunistischen Machthaber dem Bischof eine Fahrt nach Dresden.

 

Eine neue, starke Befestigung der ungarischen Grenze durch Minenfelder, Stacheldrahtverhaue und viele Wachttürme wird aus Wien gemeldet. Die ungarischen Grenzkommandos sind dem Kommando von sowjetrussischen Offizieren unterstellt worden.

 

Die Eisenhower-Doktrin ist in Kraft. Der Präsident unterzeichnete den Text seiner eigenen Botschaft, die die Aktivität Moskaus in Nahost stoppen soll. Beide Häuser des amerikanischen Kongresses hatten schon zugestimmt. Die Doktrin gibt dem Präsidenten u. a. das Recht, amerikanische Streitkräfte im Fall eines kommunistischen Angriffs auf einen arabischen Staat eingreifen zu lassen. Der Angegriffene muss aber selbst um Hilfe rufen.

 

Großbritannien, die USA und Frankreich haben die sowjetischen Vorschläge für ein Nahostabkommen, insbesondere die Aufhebung ihrer Stützpunkte und die Zurückziehung ihrer Truppen, abgelehnt. Die Noten wurden dem sowjetischen Außenminister Gromyko durch die Botschafter der drei Westmächte übergeben.

 

Im Gazastreifen besteht die Gefahr einer „explosiven Entwicklung". Das ist die Ansicht diplomatischer Beobachter, obwohl die israelischen Truppen abgezogen und Einheiten der UN-Polizei eingerückt sind. Ägypten ernannte völlig überraschend General Hassan Abdel Latif zum Gouverneur von Gaza und wies ihn an, sein Amt sofort zu übernehmen. Gleichzeitig protestierte Kairo beim Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Dag Hammarskjöld, gegen die Warnschüsse, die Soldaten der internationalen Truppe bei Demonstrationen in der Stadt Gaza abgegeben hatten.

 

„In einem Atomkrieg gibt es keine Mittel, die gesamte Zivilbevölkerung zu retten. Wir würden in einem solchen Falle Millionen Menschen verlieren“. Dies erklärte der Leiter des amerikanischen Amtes für den Zivilluftschutz, Peterson. Ohne den Bau von atomsicheren Bunkern würden bei einem Atomkrieg nicht weniger als 98 Prozent der amerikanischen Bevölkerung getötet werden. Aber selbst, wenn die Städte über die besten Bunker verfügten, müsse man noch mit Verlusten von etwa vierzig Prozent der Bevölkerung rechnen.

 

Japan hat die Sowjetunion ersucht, alle Atomwaffenversuche einzustellen. Kürzlich hat Japan mehrmals gegen die Pläne Großbritanniens protestiert, im Laufe dieses Monats auf der Weihnachtsinsel im Pazifik Atomwaffen zur Explosion zu bringen.

 

Die Organisation der acht Südostasien-Paktstaaten war in der australischen Hauptstadt Camberra zu ihrer dritten Jahrestagung zusammengetreten, um Maßnahmen zur Unterdrückung kommunistischer Untergrundtätigkeit im SEATO-Gebiet zu erörtern. Außenminister Dulles beschuldigte in seiner Eröffnungsrede die Sowjetunion, dass sie fortgesetzt die Unruhe im Nahen und Mittleren Osten schüre.

 

Seite 3   Der lange Weg

Wer wollte sich darüber täuschen, dass zurzeit die Hoffnungen, es könne in den kommenden Monaten echte und fühlbare Fortschritte auf dem Wege zur deutschen Wiedervereinigung und eines wirklichen Ausgleiches mit dem Osten geben, auf ein Mindestmaß zusammengeschrumpft sind? Den amtlichen Äußerungen nach den Washingtoner Besprechungen des Bundesaußenministers von Brentano mit Präsident Eisenhower und mit Dulles ist zu entnehmen, dass neue Schritte und Vorschläge in der deutschen Schicksalsfrage vom Westen in nächster Zukunft nicht zu erwarten sind. Eine Arbeitsgruppe von vier diplomatischen Beauftragten der USA, Deutschlands (Professor Grewe vom Auswärtigen Amt), Englands und Frankreichs soll sich nun mit der Situation näher befassen. Man darf aber wohl kaum annehmen, dass in dem hier zu erwartenden Gutachten neben einem Lagebericht nun etwa positive Ratschläge für ein weiteres aktives Handeln vorgebracht werden. Die Amerikaner haben zwar amtlich betont, dass ihnen die überragende Bedeutung des Deutschlandproblems nach wie vor bewusst sei, sie verschweigen aber nicht, dass bei ihnen andere weltpolitische Anliegen — zum Beispiel die Lage im Nahen Osten — zur Zeit im Vordergrund stehen und damit die deutsche Angelegenheit überschatten. Zur gleichen Zeit kann niemand übersehen, dass gegenwärtig auch bei der Sowjetunion nicht die geringsten Anzeichen für einen Wandel der alten starren Haltung gerade in den entscheidendsten Fragen für Mittel- oder gar für Ostdeutschland zu erkennen sind. Die Tatsache, dass Bulganin in einer ersten knappen Stellungnahme die Antwort Adenauers nicht so hundertprozentig negativ bewertete wie seine Pankower Trabanten, soll gewiss nicht übersehen werden. Sie ändert aber nichts daran, dass der sowjetische Regierungschef sich auf ein paar im Grunde ziemlich nichtssagende Äußerungen beschränkte, die in Wahrheit doch alles offenlassen.

 

„Ein paar Ziegelsteine"

Es ist ziemlich aufschlussreich, dass Bulganin seinen ersten Kommentar zum Kanzlerbrief gerade im Kreise einer Delegation der Pankower „Nationalen Front" abgab, die in Moskau die neuen Weisungen des Kreml für die Ost-Berliner Musterknaben des Parteigehorsams und der Unterwürfigkeit entgegenzunehmen hatte. Erst nach einer feierlichen Belobigung des Zonenregimes und nach einer Versicherung der „unverbrüchlichen Zusammenarbeit" mit den Ulbricht, Grotewohl, Pieck und Konsorten meinte der rote Ministerpräsident, es liege ihm auch daran, mit der westdeutschen Bundesrepublik zu einem besseren Verhältnis zu kommen. Er  habe Adenauers Brief geprüft und darin „immerhin einige Punkte entdeckt", die ihm beachtlich erscheinen. Die Bereitschaft Bonns zu Besprechungen über verstärkte Handelsbeziehungen, über ein konsularisches Abkommen und über technisch-wissenschaftliche Zusammenarbeit könne man so werten, dass hier ein paar Ziegelsteine geboten würden, die beim Aufbau neuer Beziehungen verwertet werden könnten. Mit keinem Wort dagegen ging Bulganin auf Adenauers Vorstellungen zur Einleitung echter Gespräche um die Wiedervereinigung und auf die Mahnungen zur Freigabe der immer noch in Russland zurückgehaltenen Deutschen ein. Hierzu haben sich bisher nur die parteiamtlichen Blätter der Sowjets und Pankows geäußert und zwar ausnahmslos so, dass sie die altbekannten und völlig unannehmbaren Forderungen Moskaus — „Verhandlungen" nur zwischen Bonn und dem Ulbricht-Regime und „Wiedervereinigung" nach den Pankower Wünschen — nochmals aufwärmten.

 

Auf der berühmten ersten Seite des sowjetischen Regierungsblattes „Iswestija", deren Gestaltung durch die höchsten Kremlmachthaber bestimmt wird, erschien dann ein „Interview" des Amtsblattes mit dem Pankower Beauftragten, dem roten Professor Correns, in dem dieser auf höchste Weisung folgende „Mindestbedingungen" für einen Zusammenschluss zum besten gab:

 

Weiterbestehen der „zweiten deutschen Regierung" in Ost-Berlin, sofortiger Austritt der Bundesrepublik aus der NATO, Preisgabe der Wehrpflicht, „beiderseitige Begrenzung der Streitkräfte", Entfernung aller den Kommunisten unerwünschten Politiker in Westdeutschland, die man sinnigerweise teils als „Militaristen", teils als „ehemalige hitlerische Wehrwirtschaftsführer" bezeichnet, Enteignung aller größeren Bauern, „Schulreform" im kommunistischen Stil, „Teilnahme beider Staaten in einem europäischen Sicherheitssystem" unter Moskauer Vormundschaft.

 

Man sieht, das ist geradezu das Idealprogramm nicht nur für einen Weiterbestand des Pankower Gewaltregimes, sondern auch für die vollkommene Preisgabe Deutschlands an den Weltkommunismus. Und dabei handelt es sich nun wirklich nicht etwa um den persönlichen Wunschzettel des Genossen Correns und seiner Ost-Berliner Hintermänner, sondern — auf der Frontseite des mächtigsten sowjetischen Regierungsblattes — um eine „dezente" Bekanntgabe der Planung, die Moskau wirklich im Auge hat. Die Veröffentlichung ist jedenfalls sehr geeignet, Illusionen über das beim Kreml gegenwärtig zu erwartende Entgegenkommen in der deutschen Frage zu zerstreuen.

 

Moskauer Hintergrund

Man kann mit vollem Recht betonen, dass diese so bezeichnenden „Kostproben" noch nicht unbedingt mit den Gedankengängen übereinzustimmen brauchen, die in einiger Zeit die offizielle Moskauer Antwort an Bonn bringen wird. Wir wissen nicht, was diese Note an Positivem und an Negativem enthalten wird, und es ist durchaus möglich, dass sie — schon mit Rücksicht auf die bolschewistischen Versuche, die Bundestagswahl zu beeinflussen, — einen weniger schroffen und abweisenden Klang hat. Der Wechsel zwischen harten Drohungen und unverbindlichen Verheißungen und Lockungen ist ja seit Jahren typisch für die Moskauer Gesprächsführung. Bulganin wird auch in Zukunft schwerlich auf die „Ziegelsteine" für das Gebäude einer deutsch-russischen Annäherung verzichten können. Dass aber im eigentlich Entscheidenden in den nächsten Monaten kaum etwas mehr geboten werden wird, dafür spricht vieles. Vergessen wir es doch nicht; so, wie in den USA die Probleme des Nahen und auch des Fernen Ostens oft die Europas und Deutschlands überschatten, so steht in Moskau jetzt und in naher Zukunft ein anderes überragend im Vordergrund. Der Kreml hat seine stärksten und aktivsten Kräfte eingesetzt, um — burschikos gesprochen — nun erst einmal alle seine Gefolgsleute im Ostblock wieder „auf Vordermann zu bringen". Niemand weiß genau, was für diesen Sommer und Herbst alles geplant ist, um nach Ungarn nun auch Polen wieder voll auf die stalinistische Linie zu bringen. Die unentwegtesten und kritiklosesten Kostgänger und Anbeter der alleinherrschenden Moskauer Zentrale, die Pankower, leben heute in der wärmsten Gnadensonne ihrer Auftraggeber und können damit rechnen, dass Moskau nichts unternimmt, was ihre gewalttätige Satrapenrolle im Vorfeld des Ostblocks und als Aufpasser auch über Polen gefährden könnte. Gerade die hintergründigen Parteigewaltigen der Sowjetunion werden immer wieder fordern, dass sich daran nichts ändert. Ja, wenn sich eine westdeutsche Regierung bereitfände, wunschgemäß mit Pankow die „Wiedervereinigung nach Moskauer Art" abzusprechen, wenn sie auf das westliche Bündnis im Voraus verzichtete und ein schutzloses Vorfeld sich allen offenen und heimlichen kommunistischen Unterwanderungsplänen öffnete, dann würde der Kreml gerne seinen Segen dazu geben.

 

Nicht nachlassen!

Den Standpunkt der Bundesregierung hat in seiner Washingtoner Pressekonferenz Brentano dahin zusammengefasst, dass man durchaus bereit sei, alles zur Beseitigung der Spannungen zu tun, dass man aber nicht bereit sei, Selbstmord und Selbstpreisgabe zu begehen. Ein freies und wiedervereinigtes Deutschland werde sich ohne weiteres in ein wirklich wirksames europäisches Sicherheitssystem einordnen, es könne sich aber nicht isolieren. Die Deutschen wüssten, dass sie Bestandteil der freien Welt seien, aus der sie sich weder durch Druck noch durch Lockungen lösen würden. Ein Deutschland, das auf Grund einer Neutralisierung wehrlos und machtlos wäre, würde zum Spielball der Weltpolitik werden. Irgendeine Macht würde dann den Hohlraum ausfüllen, der da entstehe. Auf das Recht jedes Volkes, sich seine eigene Ordnung zu schaffen, könnten die Deutschen so wenig verzichten wie alle anderen.

 

Wohl jeder, der die Lage nüchtern wertet, wird zugeben müssen, dass zwischen den Ansichten hüben und drüben nach wie vor ein gähnender Abgrund klafft und dass sich auch jetzt keine Möglichkeit abzeichnet, in der großen deutschen Frage zu entscheidenden Fortschritten zu kommen. Was uns Moskau bisher zugemutet hat, ist für uns untragbar. Noch ist keine Linie sichtbar, auf der wir einander im Entscheidenden begegnen könnten. Und doch kann sich das deutsche Volk damit nicht bescheiden. Unser eigentliches Existenzproblem kann man nicht auf ewig vereisen lassen und nur „hinhaltend" behandeln. Wir müssen vielmehr alle Gesprächsmöglichkeiten weiter pflegen, so bescheiden sie im Augenblick auch sein mögen. Wir allein können gewiss keine Lösung erzwingen, aber wir können und wir müssen alle Möglichkeiten immer wieder durchdenken, müssen jede Chance für einen Fortschritt nützen und uns durch die Länge des Weges nicht ermüden lassen. Es geht um das Höchste und Wichtigste, und da darf man nicht abwartend die Hände in den Schoß legen.

 

Seite 3   Fünf neue Baracken in Friedland. Erweiterung von 850 auf 1300 Plätze.

Der niedersächsische Vertriebenenminister Schellhaus teilte im Anschluss an eine Sitzung der Landtagsfraktion des Gesamtdeutschen Blocks BHE im Grenzdurchgangslager Friedland mit, dass das niedersächsische Kabinett die Erweiterung des Lagers Friedland von 850 auf 1300 Plätze beschlossen habe. Es sollen mit einem Kostenaufwand von rund 430 000 DM drei neue Unterkunftsbaracken, eine Küchenbaracke, eine Bürobaracke und ein großer Gepäckschuppen gebaut werden. Die Fraktionssitzung war im Lager Friedland anberaumt worden, um die Fragen zu erörtern, welche sich aus der gesteigerten Aussiedlung von Deutschen aus den polnisch besetzten deutschen Ostgebieten in die Bundesrepublik ergeben. Insbesondere wurde der ernsten Sorge Ausdruck gegeben, dass eine sofortige wohnungs- und arbeitsmäßig zufriedenstellende Unterbringung der in großen Transporten eintreffenden Aussiedler nur in einem geringen Umfang möglich ist. Ein interministerieller Arbeitskreis, an dem Vertreter der niedersächsischen Ministerien für Wirtschaft und Verkehr, für Vertriebene, für Aufbau, Soziales und Kultur beteiligt sind, soll für eine bevorzugte Eingliederung der Ankömmlinge sorgen. Ferner wird ein Appell die Einwohner und die Kommunalverwaltungen auffordern, den Aussiedlern jede mögliche Hilfe zukommen zu lassen. Die Fraktion des GB/BHE betonte, dass sie die gegenwärtige Aussiedlungsaktion vornehmlich unter dem Gesichtspunkt der Menschlichkeit sehe.

 

Seite 3   Die versprochene Abschaffung der Lebensmittelrationierung in der Zone ist abermals vertagt worden. Der Pankower „Minister" Rau erklärte auf der Leipziger Messe, vor Abschluss der Ernte 1957 sei keineswegs daran zu denken. Man müsse auch erst die Ergebnisse der Ernte kennen, ehe man einen neuen Termin nennen könne.

 

Seite 3   Keine „unverrückbare Tatsache"! Die Hintergründe des Moskauer Grenzabkommens für Ostpreußen.

Wie wir bereits in der letzten Folge des Ostpreußenblattes meldeten, fanden in Moskau zwischen dem neuen Sowjetaußenminister Gromykow, seinem Stellvertreter Patolitschew und dem rotpolnischen Außenminister Rapacki Verhandlungen statt, die mit dem Abschluss eines sowjetisch-polnischen Vertrages beendet wurden; über den Inhalt des Abkommens wurden nur wenige Einzelheiten bekanntgegeben. Der Moskauer Sender sprach von einem „Vertrag über die Grenzmarkierung zwischen der Sowjetunion und Polen im Gebiet der Ostsee". In einer anderen Meldung wurde — ebenso wie in den voraufgehenden polnischen Meldungen — erklärt, diese Grenzmarkierung beziehe sich auf das Ostseegebiet in Ostpreußen, also auf die Verwaltungsgrenze zwischen dem sowjetisch und dem polnisch besetzten Gebiet unserer Heimatprovinz.

 

Die amtliche polnische Nachrichtenagentur gab zu dem Moskauer Abkommen einen Bericht heraus, in dem es heißt, die polnisch-sowjetische Vereinbarung über die Markierung der Grenze in Ostpreußen sehe keine Änderung des Grenzverlaufs selbst vor. Sie bedeute lediglich die „rechtliche Bestätigung des bestehenden Grenzverlaufes". Die 1945 auf der Potsdamer Konferenz vereinbarte Grenzziehung solle nun genau markiert werden. Aus der Darstellung der polnischen Nachrichtenagentur geht hervor, dass in Moskau über den gesamten Verlauf der sowjetisch-polnischen Verwaltungsgrenze in Ostpreußen verhandelt worden ist. Weiter wird daraus ersichtlich, dass das Warschauer Regime den ostpreußischen Bezirk von Goldap der Wojewodschaft Bialystok angegliedert hat. Die übrigen polnisch besetzten Kreise Ostpreußens sollten weiter verwaltungstechnisch der Wojewodschaft Allenstein unterstehen. Die Sowjetunion habe bekanntlich bei der Übernahme der Verwaltung den nördlichen Teil von Ostpreußen als „Gebiet Kaliningrad" der großrussischen Sowjetrepublik „angegliedert". Das Memelgebiet gehöre weiter verwaltungstechnisch zur Sowjetrepublik Litauen. Die Polen erklären schließlich, das Abkommen beweise, dass die jetzigen Grenzen politisch eine „unverrückbare und historische Tatsache" seien und von der Sowjetunion voll anerkannt würden.

 

Dem gegenüber muss darauf hingewiesen werden, dass sogar das Potsdamer Abkommen von 1945 eindeutig festlegt, dass eine endgültige Bestimmung echter Staatsgrenzen in diesem staatsrechtlich nur besetzten Gebiet, gar nicht statthaft ist. In Artikel VI des Potsdamer Abkommens der Siegermächte heißt es ausdrücklich für die Stadt Königsberg und das anliegende nordostpreußische Gebiete: „Vorbehaltlich der endgültigen Bestimmung der territorialen Fragen bei der Friedensregelung ist grundsätzlich zugestimmt worden, Königsberg und das anliegende Gebiet an die UdSSR zu übergeben. Der Präsident der USA und der britische Premierminister (damals Truman bzw. Attlee) haben erklärt, dass sie den Vorschlag der Konferenz bei der bevorstehenden Friedensregelung unterstützen werden“.

 

In Artikel IX heißt es mit Bezug auf das südliche Ostpreußen: „Die Häupter der drei Regierungen bekräftigen ihre Auffassung, dass die endgültige Festlegung der Westgrenze Polens bis zur Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll. Die Häupter der drei Regierungen stimmen darin überein, dass bis zur endgültigen Festlegung der Westgrenze Polens die früher deutschen Gebiete östlich der Linie, die von der Ostsee unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße verläuft ….,  einschließlich des Teiles Ostpreußens, der nicht unter die Verwaltung der Sowjetunion gestellt wird, …. unter die Verwaltung des polnischen Staates kommen und in dieser Hinsicht nicht als Teil der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland betrachtet werden sollen …“

 

Damit ist völlig eindeutig klargestellt worden, dass jeder Versuch, jetzt bereits eine angeblich endgültige Grenze festzulegen, auch einen glatten Bruch der Potsdamer Abmachungen darstellt.

 

In der Schweizer Zeitung „Die Tat" ist im Zusammenhang mit dem sowjetisch-polnischen Abkommen die Vermutung ausgesprochen worden, es seien vielleicht insgeheim auch neue Vereinbarungen zwischen den Sowjets und Rotpolen und eventuell der Sowjetzone um eine neue Stellung Stettins und den mit Sowjetstützpunkten ausgerüsteten Inseln Usedom und Wollin getroffen worden. Diese Vermutung ist bisher nicht bestätigt worden.

 

Seite 3   „Zycie Gospodarcze" muss widerrufen . . .

Die polnische Wirtschaftszeitung „Zycie Gospodarcze", die vor einigen Tagen über die Lage in den polnisch besetzten deutschen Ostgebieten geschrieben hatte — wir haben die Ausführungen der Zeitung wiedergegeben, dass es dort heute noch rund 2,2 Millionen Hektar Ödland gäbe, musste auf Weisung der Partei diese und eine Reihe weiterer Darstellungen zu diesem Thema widerrufen. Sie tat dies in einer Erklärung, die Autoren dieses Artikels hätten eine „unzulässige Falschunterrichtung der Öffentlichkeit" begangen. Ihre Angaben stimmten in keiner Weise mit der Wirklichkeit überein. „Trybuna Ludu" stellte zum gleichen Thema fest, dass die Behauptung der „Zycie Gospodarcze" für jeden, der nur ein wenig über die Verhältnisse in den „Westgebieten" Bescheid wüsste, einfach lächerlich und letztlich doch die Behauptungen Niemöllers richtig seien, der gesagt habe, dass er in den Westgebieten kaum brachliegendes Land gesehen habe.

 

Mit diesen Widerrufen, deren Hintergrund klar erkennbar ist, und mit den für westliche Begriffe unvorstellbaren Selbstbezichtigungen versucht man jetzt amtlicherseits, die für Polen äußerst unangenehmen und für die Durchsetzung der Ansprüche auf die deutschen Ostgebiete recht ungünstigen Auswirkungen aufzuheben, die die Veröffentlichung über die wahren Verhältnisse in den polnisch besetzten deutschen Ostgebieten im Westen hervorgerufen hat. Kirchenpräsident Niemöller scheint man für eine besondere Trumpfkarte im polnischen Spiel um die deutschen Gebiete zu halten.

 

Seite 3   Das Programm unseres Bundestreffens

Seit Wochen wird in aller Stille an der Vorbereitung des Bundestreffens der Landsmannschaft Ostpreußen in Bochum gearbeitet. Nach vierjähriger Pause soll dieses Treffen die Landsleute wieder zu einer großen Kundgebung - aller Ostpreußen - zusammenführen. Bei den Massen der Besucher, die in diesem Jahr in Bochum erwartet werden, gehört eine sorgfältige und genaue Planung dazu, damit das Programm reibungslos ablaufen kann. Wir können unseren Landsleuten jetzt einige nähere Angaben über das Treffen machen; wir werden von nun an in jeder Folge des Ostpreußenblattes weitere Einzelheiten veröffentlichen.

 

Der Haupttag des Bundestreffens wird Sonntag, der 19. Mai, sein. Posaunenchöre der evangelischen Jugend Bochums werden den Tag mit einem feierlichen Turmblasen einleiten. In den frühen Morgenstunden werden evangelische Gottesdienste die Landsleute in der Pauluskirche und in der Kirche Engelsburg zusammenführen; der katholische Gottesdienst wird in der Annakirche abgehalten werden. Das Geläut der silbernen Glocke aus dem Königsberger Dom wird um 10 Uhr zu der großen Kundgebung aller Ostpreußen rufen, in deren Mittelpunkt eine Ansprache des Sprechers unserer Landsmannschaft, Dr. Gille stehen wird.

 

Am Vortag, Sonnabend, den 18. Mai, ist um 11 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses die feierliche Eröffnung des Bundestreffens mit einer Rede von Dr. Alfred Gille. Der 1. Vorsitzende der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, Erich Grimoni, und der Oberbürgermeister der Stadt Bochum, Fritz Heinemann, werden die Teilnehmer begrüßen.

 

In einer Reihe von Ausstellungen soll Ostpreußens Leistung in Geschichte, Kultur, Kunst und Wirtschaft aufgezeigt werden. Unter anderem werden in diesen Ausstellungen Werke ostpreußischer Künstler, Bücher ostpreußischer Dichter und Schriftsteller, eine Schau heimatlicher Wirtschaft und Leistung und eine Würdigung ostpreußischer Persönlichkeiten geboten werden, über die Eröffnungstermine und die Ausstellungen selbst werden wir weitere Einzelheiten bringen.

 

Wir wissen wohl, dass für viele unserer Landsleute, die weit verstreut in Westdeutschland wohnen, die Fahrtkosten zu unserem Bundestreffen nicht leicht zu erschwingen sein werden. Wir haben aber noch neun Wochen Zeit bis zum 19. Mai. Wer jetzt bereits Groschen auf Groschen zurücklegt, um das Fahrgeld rechtzeitig beisammen zu haben, dem wird der Entschluss, sich an dieser Kundgebung aller Ostpreußen zu beteiligen, leichter fallen. Da das Treffen am Wochenende liegt, dürfte es für die meisten Landsleute möglich sein, sich beruflich für diese Fahrt freizumachen.

 

Auf Fahrtmöglichkeiten und verbilligte Fahrpreise, Gesellschaftsfahrten und ähnliche Fragen werden wir in einer der nächsten Folgen ausführlich eingehen. Außerdem werden die örtlichen landsmannschaftlichen Gruppen ihre Mitglieder rechtzeitig über geplante Gemeinschaftsfahrten unterrichten.

 

Für - jeden Ostpreußen - sollte es selbstverständlich sein, mit seiner Familie an diesem Bundestreffen teilzunehmen. Nicht nur, um wieder unter Landsleuten zu weilen und Freunde und Bekannte aus der Heimat wiederzufinden, — mit diesem Bundestreffen wollen wir die Öffentlichkeit und die Welt, die so leicht vergisst, in einer machtvollen Demonstration unser aller Ziel vor Augen führen: eines Tages wieder als freie Menschen in unsere Heimat zurückzukehren.

 

Seite 4   Prozess im echten Stalinstil. Harich zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt.

Für zehn Jahre schickt das sogenannte „Oberste Gericht" der Sowjetzone den aus einer bekannten Allensteiner Familie stammenden „Professor der marxistischen Gesellschaftswissenschaften" an der Ostberliner Universität und kommunistischen Intellektuellen Wolfgang Harich ins Zuchthaus. Die beiden vom Ulbrichtregime wegen angeblicher „konterrevolutionärer Umtriebe" mitangeklagten Kommunisten Steinberger und Hertwig sollen für vier bzw. für zweieinhalb Jahre gleichfalls hinter den hohen Mauern einer Zonenstrafanstalt verschwinden. Man rechnet auch fest damit, dass die in diesem ersten Prozess verhafteten Zeugen recht bald ebenfalls vor dem Tribunal des „Arbeiter- und Bauernstaates" als Angeklagte stehen werden.

 

Das ganze „Gerichtsverfahren" gegen den 36-jährigen Harich entsprach in allen Einzelheiten vollkommen jenen Methoden, wie sie in Stalins „besten" Jahren bei der Ausrottung und Abstrafung aller bei dem Diktator in Ungnade gefallener bolschewistischer Komplizen gang und gäbe waren. Die Stelle, die damals als „Oberster Ankläger der Sowjetmacht" ein Wyschinski einnahm, nahm hier als Adjutant der berüchtigten roten Hilde Benjamin der aus dem Westen stammende Überläufer „Generalstaatsanwalt" Melsheimer ein, dessen Strafanträge von den „Genossen Volksrichtern" unter dem Vorsitz des Kommunistenfunktionärs Ziegler prompt für das „Urteil" übernommen wurden. Wie bei so vielen „Säuberungsprozessen" in Moskau, so wurde auch hier jeder Beobachter und Korrespondent aus der freien Welt von der sogenannten Verhandlung ausgeschlossen. Die „Zuschauer" stellten abkommandierte Apparatschiks der Ulbrichtpartei. Niemand war überrascht, als aus dem streng verschlossenen Gerichtssaal verkündet wurde, Harich und seine Mitangeklagten hätten „aus freien Stücken ein umfassendes Geständnis abgelegt". Chefankläger Melsheimer nannte sie „Staatsverräter", und die Verurteilung erfolgte ausgerechnet nach jenem Pankower Paragraphen 6 der „Boykotthetze", den sogar Melsheimer vor einigen Monaten einmal als „etwas vage und umstritten" bezeichnet hatte.

 

Pankow behauptet, der Kulturbolschewist Harich, der so lange ein Hätschelkind des Ostberliner Kreml war, habe Propaganda für einen Umsturz in der Zone betrieben, sei für die Abschaffung der Kolchosen und anderer „sozialistischer Errungenschaften" eingetreten und habe angeblich „zahlreiche Verbündete für seine verschwörerischen Absichten in Westdeutschland gewinnen wollen". In den vom Berliner „Tagesspiegel" veröffentlichten Auszügen der Anklageschrift wird allen Ernstes gesagt, der Kommunist Harich habe beabsichtigt, über die Westberliner Sender den „Aufstand zu leiten“, er habe mehrfach mit der Berliner SPD „Fühlung genommen“ und am 26. November 1956 angeblich sogar in Hamburg mit dem Herausgeber des „Spiegel“, Augstein, mit dem „Constanze"-Herausgeber Huffzky und dem Chefredakteur der linksradikalen „Anderen Zeitung" vereinbart, dass diese Ideen, Wünsche und Forderungen seiner Gruppe entsprechend fördern sollten. Der wahre Tatbestand wird sich ja unschwer feststellen lassen. Eines steht jedenfalls schon jetzt fest; der Gedanke, dass ausgerechnet der kommunistische Kostgänger und Renommier-„Philosoph" Harich noch dazu mit Hilfe der SPD von denkbar schmalster Basis aus einen neuen Aufstand in der Zone hätte in Szene setzen können, ist geradezu grotesk. Der wahre Hintergrund dieses echt stalin‘schen Geheimprozesses ist längst völlig klar; in Harich und seinen Gesinnungsfreunden wollte das ohne sowjetische Hilfe ja in allen Fugen krachende Pankower System die Zonen-Intellektuellen, die sich noch nicht alles Denken abgewöhnt haben, ins Mark treffen. Höchst bezeichnend ist allein schon die Tatsache, dass zu diesem „Prozess" nur ganz wenige, besonders ausgewählte Skribenten der Parteiorgane zugelassen wurden und dass man große Teile der Anklageschrift, des Urteils und der Verhandlungsführung auch der deutschen Bevölkerung verschweigt. Für Harich aber gilt wie für so viele Intellektuelle, die sich vor und nach 1945 ganz dem bolschewistischen Götzendienst verschrieben, das alte deutsche Dichterwort: „Noch keinen sah ich glücklich enden …“

 

Seite 4   „Girnus ist eine Kampfansage"

Die Rolle, die der aus Ostpreußen stammende Pankower Kommunist Wilhelm Girnus künftig spielen soll, beleuchtet ein Kommentar der „Neuen Zürcher Zeitung" aus Ost-Berlin. In ihm heißt es: „Das Ulbricht gewillt ist, gegen die oppositionellen Intellektuellen einen Kampf auf Biegen und Brechen zu führen, hätte nicht drastischer dokumentiert werden können als durch die Berufung des bisherigen Sekretärs des sowjetzonalen ‚Ausschusses für deutsche Einheit', Wilhelm Girnus, zum Pankower ,Staatssekretär für das Hochschulwesen'. Girnus der zu den fanatischsten Gefolgsleuten Ulbrichts gehört, war seinerzeit mit der Aufgabe betraut worden, den sogenannten ‚sozialistischen Realismus' unter den Künstlern und Schriftstellern in Mitteldeutschland durchzusetzen. Jahrelang hatte er versucht, die Intellektuellen mit Hilfe der staatlichen Kunstkommission geistig gleichzuschalten. Girnus untersteht bezeichnenderweise als sogenannter Staatssekretär für das Hochschulwesen weder dem Pankower ‚Kultusminister' Johannes R. Becher, noch dem ‚Volksbildungsminister' Fritz Lange, sondern direkt dem Politbüro seiner kommunistischen Partei. Sein unmittelbarer Vorgesetzter ist der Sekretär des Zentralkomitees, Kurt Hager.

 

Wie Studenten, der Ost-Berliner Humboldt-Universität, berichten, ist die Ernennung von Girnus von den Professoren und von der studierenden Jugend als eine Kampfansage aufgefasst worden. Das Regiment des neuen Staatssekretärs für Hochschulwesen macht sich schon jetzt im Studienbetrieb bemerkbar. Besonders scharf wird gegenwärtig an der veterinär-medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität durchgegriffen, wo sich im vergangenen Herbst ein Zentrum des Widerstandes gegen die Politik Ulbrichts gebildet hatte. In den Vorlesungen und in den Seminaren erscheinen (von der kommunistischen Partei entsandt), ‚Assistenten' und ‚Hospitanten', die an ihre Auftraggeber berichten. Professoren und Dozenten, die der Kommunistenpartei als zu wenig linientreu erscheinen, wird nahegelegt, sie sollten einige ‚Hilfskräfte‘ für die Leitung der Seminare anstellen. Wissenschaftler, die nicht ohne weiteres bereit sind, das Diktat der Partei öffentlich anzuerkennen werden isoliert und zum Schweigen gebracht. Das Regime versucht, die Studenten von allen Verbindungen mit akademischen Kreisen des Auslandes abzuschneiden. Alle diese Maßnahmen zeigen, dass sich die Parteiführung nicht auf eine wirkliche Diskussion mit den Studenten einlassen, sondern die Opposition unter den Intellektuellen mit Gewalt brechen will“.

 

Seite 4   Bis die meisten Vertriebenen gestorben sind? Die Rechtsverordnungen kamen mit mehrjähriger Verspätung. Nur 2,1 Prozent der Geschädigten haben bisher ihren Bescheid erhalten. Von unserem Bonner O. B.-Mitarbeiter.

Werden wirklich die meisten Vertriebenen wegsterben, ehe sie ihre Lastenausgleichsentschädigung ausbezahlt erhalten haben?

 

Diese Frage wird immer wieder gestellt. Gewiss ist, dass niemand absichtlich die Dinge hinauszieht, damit weitere Vertriebene hinwegsterben, ehe sie zur Ausbezahlung ihrer Hauptentschädigung anstehen. Ebenso gewiss ist jedoch, dass nicht von allen Seiten alles Mögliche getan wurde, um den Lastenausgleich zu beschleunigen.

 

Das Nichtvorankommen der Hauptentschädigung hat zwei Ursachen: einmal den Mangel an Mitteln im Ausgleichsfonds, zum anderen die noch nicht durchgeführte Schadensfeststellung. Als der Gesetzgeber 1952 sich dazu entschloss, mit der Ausbezahlung der Hauptentschädigung am 1. April 1957 zu beginnen, war er der Meinung, dass bis zu diesem Tage die Masse der Geschädigten im Besitze ihres Feststellungsbescheides sein wird und daher eine Ausbezahlung der Hauptentschädigung auf breitester Grundlage beginnen könne. Die Geschädigtenverbände protestierten damals energisch dagegen, dass man der Verwaltung seitens der Legislative fünf Jahre Zeit gab, um die Feststellung abzuwickeln. Man war bei den Verbänden der Ansicht, dass bei gutem Willen in drei bis vier Jahren der überwiegende Teil der Anträge erledigt sein müsste. Vielleicht war es diese lange Fristsetzung, die den Bundesfinanzminister veranlasste, nicht sogleich nach Verabschiedung des Feststellungsgesetzes (das er bekanntlich nicht haben wollte) die notwendigen Rechtsverordnungen über die Bewertung der Vertreibungsschäden erarbeiten zu lassen. Die erste Bewertungsverordnung (Landwirtschaft) kam am 24.12.1954 heraus, also zweidreiviertel Jahre nach Erlass des Feststellungsgesetzes, die zweite Bewertungsverordnung (Grundvermögen) wurde am 17.12.1955 verkündet, also dreidreiviertel Jahre nach Erlass des Feststellungsgesetzes, und die dritte Bewertungsverordnung (Gewerbevermögen) war am 23.03.1956 fertiggestellt, also vier Jahre nach Erlass des Feststellungsgesetzes. Ein derartiges Handeln kann nur als verantwortungslos bezeichnet werden. Und dabei muss man noch wissen, dass für weite Vertreibungsgebiete, sogar für die Landwirtschaft, noch nicht einmal die Bewertungsmaßstäbe erlassen worden sind, dass für manche Gebiete, (zum Beispiel Sudetenland) noch keine Bewertungszahlen für das Grundvermögen herausgegeben worden sind und dass im Bereich des Gewerbevermögens noch sehr viele Branchen ohne Berechnungsgrundlagen dastehen. Ferner ist zu beachten, dass, für eine Vermögensart, das Forstvermögen, bis heute noch nicht die notwendige Rechtsverordnung fertiggestellt worden ist.

 

Es kann niemanden verwundern, dass bei einer so verzögerten Herausgabe der Verordnungen über die Schadensberechnung das gegenwärtige Ergebnis der Schadensfeststellung ein klägliches ist. Noch so fleißige Ausgleichsämter können keine Feststellungsbescheide erlassen, so lange die nötigen Vorschriften über die Schadensbewertung fehlen. Noch so eifrige Heimatauskunftstellen können keine Auskünfte erteilen, so lange sie nicht wissen, nach welchen Rechtsgrundsätzen die Stellungnahmen erfolgen sollen.

 

Von 4,17 Millionen eingereichten Feststellungsanträgen (ohne solche mit reinen Hausratschäden) waren bis zum 31.12.1956, 665 000 positiv entschieden worden. Das sind 16,1 Prozent. So niedrig die Zahl an sich ist, so überrascht sie dennoch. Untersucht man die Dinge jedoch genauer, so muss man feststellen, dass in dieser Ziffer die Kriegssachgeschädigten in überverhältnismäßigem Ausmaß enthalten sind, dass die Ziffern auch die reinen Währungsausgleichsfälle einschließen (die nicht nach dem Feststellungsgesetz zu bearbeiten sind), dass rund ein Drittel der Bescheide nur Teilbescheide sind und dass ein Großteil der Bescheide unter Vorbehalt ergangen ist, so dass er für eine Ausbezahlung der Hauptentschädigung weitgehend wertlos ist.

 

Man wird daraus ableiten müssen, dass tatsächlich noch nicht einmal jeder zehnte Vertriebene im Besitze eines Feststellungsbescheides ist, mit dem er etwas anfangen kann. Diese Vermutung wird auch bestätigt durch die Ziffer, die das Bundesausgleichsamt im Hinblick auf die Zuerkennung von Hauptentschädigungsbescheiden kürzlich veröffentlicht hat. Hiernach haben erst 74 000 Geschädigte einen Hauptentschädigungsbescheid erhalten. Setzt man diese Zahl den 4,17 Millionen eingereichten Anträgen gegenüber und zieht man von den 4,17 Millionen loyalerweise noch 700 000 als reine Währungsausgleichsfälle ab, so haben nur 2,1 Prozent aller Geschädigten rund fünf Jahre nach Verabschiedung des Feststellungsgesetzes erst einen Hauptentschädigungsbescheid.

 

Unwillkürlich wird sich nach diesen Ausführungen bei den Vertriebenen die Frage aufdrängen, wann wird denn nun wirklich die Masse der Vertriebenen ihren Feststellungs- und ihren Hauptentschädigungsbescheid besitzen? Diese Frage lässt sich schwer beantworten; denn die Antwort darf weder unnötig Enttäuschung noch leichtfertig Hoffnungen erwecken. Man wird jedoch bei vorsichtiger Schätzung hoffen können, dass in zwei Jahren mehr als die Hälfte der Vertriebenen im Besitze der notwendigen Bescheide sein werden. Und man wird annehmen können, dass, auf die Fälle bezogen, die der Feststellung dringend bedürfen, in zwei Jahren bereits ein wesentlich größerer Prozentsatz positiv entschieden sein wird. Auf der anderen Seite wird man damit rechnen müssen, dass viele schwierige Fälle noch nach Ablauf eines Jahrzehnts nicht endgültig erledigt sein werden.

 

Seite 4   „Auszahlung" ab 1. April . . .

Mit der Auszahlung der Hauptentschädigung zum Lastenausgleich soll am 1. April 1957 begonnen werden. Dies teilte Staatssekretär Nahm vom Bundesvertriebenenministerium in Heidelberg mit.

 

Die flüssige Abwicklung der Zahlungen hänge von den Möglichkeiten der Vorfinanzierung ab. Wenn der Schadensfall genau festgestellt sei und die Höhe der Entschädigung feststehe, besitze die Feststellungs-Mitteilung den Charakter einer amtlichen Urkunde, die vererbt und beliehen werden kann.

 

Diese Mitteilung hört sich ja sehr schön an; welch geringen praktischen Wert sie aber hat, geht aus der Tatsache hervor, dass nur 2,1 Prozent aller Geschädigten einen Bescheid über ihre Hauptentschädigung erhalten haben.

 

Seite 4   Altersversicherung für Landwirte. Von unserem Bonner O.B.-Mitarbeiter.

Im Bundestag wurde seitens der Fraktion der CDU/CSU ein Gesetzentwurf über eine Altersversicherung der Landwirte eingebracht. Dieser neuartige Pflichtversicherungszweig ist ein weiterer Schritt im Rahmen der Sozialreform. Die Altersversicherung der Landwirte will nicht eine Vollversorgung bringen, sondern lediglich ein Zuschussbetrag zu der im Rahmen des Altenteils ohnehin bereits vorhandenen Altersversorgung sein. Aus diesem Grunde soll die Monatsrente auch lediglich mit 60,-- DM für den Verheirateten und 40,-- DM für den Unverheirateten bemessen werden. Das Altersgeld wird gewährt, wenn der landwirtschaftliche Unternehmer das 65. Lebensjahr vollendet hat, 15 Jahre Beiträge zur Altersversicherung der Landwirte gezahlt hat und — nach Vollendung des 50. Lebensjahres — den Betrieb an den Hoferben übergeben oder veräußert hat. Bis 1972 soll von der 15-Jahresbestimmung abgesehen werden.

 

Es ist zu beanstanden, dass dieser Gesetzentwurf das Altersgeld nicht auch für die ehemaligen vertriebenen Landwirte vorsieht.

 

Seite 4   Moskau und die zurückgehaltenen Ostpreußen. Noch immer starrer Standpunkt in der Staatsbürgerfrage. Der DRK-Präsident hofft auf langsame Fortschritte.

Wie außerordentlich schwierig nach wie vor alle Verhandlungen mit Moskau in der Frage der Rückführung der noch in der Sowjetunion zurückgehaltenen Deutschen sind, das zeigt ein längerer Bericht, den der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Weitz, in Bonn vor der Presse über seine Gespräche in der sowjetischen Hauptstadt erstattete. Dr. Weitz bedauerte sehr, dass die Sowjets weiterhin auf ihrem Standpunkt beharrten, dass ihrer Ansicht nach die deutschen Bewohner Nordostpreußens mit dem Kriegsende „die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hätten und Sowjetbürger geworden seien". Die deutsche Bundesregierung vertrete dem gegenüber nachdrücklich den Standpunkt, dass erst nach einem Friedensvertrag und einer wirklichen Abtretung eine neue Staatsbürgerschaft erklärt werden könne. Dr. Weitz betonte, dass der Sowjetunion die Listen der 85 000 in Russland lebenden deutschen Personen übermittelt werden. Für diese 85 000 liegen entweder eigene Anträge für eine Repatriierung nach Deutschland vor oder sie sind von deren engsten Angehörigen in der Bundesrepublik gestellt worden.

 

Präsident Dr. Weitz meinte, man solle die Zuversicht nicht verlieren. Es bestehe kein Grund für irgendeinen vorzeitigen Jubel, aber doch eine gewisse Hoffnung, dass nach und nach Fortschritte erzielt werden würden. Bei den Gesprächen mit dem sowjetischen Roten Kreuz habe eine Atmosphäre geherrscht, die man als gut bezeichnen könne, obwohl es bei den Verhandlungen manchmal hart hergegangen sei. Er hoffe sehr, dass die für den Mai vorgesehenen weiteren Verhandlungen in Bonn mit dem russischen Rot-Kreuz-Präsidenten Miterew in einer verständnisvolleren Atmosphäre stattfinden könnten.

 

Um Moskau erneut zu beweisen, dass in der Bundesrepublik kein hier noch lebender Bürger der Sowjetunion an seiner Heimkehr gehindert wird, hat sich das Deutsche Rote Kreuz bereiterklärt, einen Aufruf an alle in Westdeutschland weilenden Russen zu richten. Jeder einzelne kann schriftlich erklären, ob er wirklich in seine Heimat zurückkehren will oder nicht. Man vereinbarte, dass eine deutsch-sowjetische Delegation gebildet wird, vor der jeder in der Bundesrepublik weilende Russe seine Wünsche äußern kann. Die Sowjets hätten der deutschen Delegation in Moskau eine Liste von 15 000 angeblich noch in der Bundesrepublik lebenden Sowjetbürgern überreicht und zugleich erklärt, es befänden sich angeblich noch Zehntausende und vielleicht sogar Hunderttausende in den Kriegsjahren verschleppte Sowjetbürger in Deutschland, deren Rückführung nach Russland man erwarte. Der deutsche Aufruf und das angekündigte Prüfungsverfahren sollen dazu dienen, den wahren Gehalt der russischen Behauptungen noch einmal einwandfrei zu beweisen.

 

Präsident Dr. Weitz warnte noch einmal davor, die Fragen der Heimführung nur von nüchternen staatsrechtlichen Erwägungen aus zu sehen. Es sei notwendig, dass hier vor allem die unwandelbaren Grundsätze der Menschlichkeit sprächen. Ein Mitglied der sowjetischen Verhandlungsdelegation habe ihn wissen lassen, dass man in der Frage der Rückführung eher weiterkommen werde, wenn vorher die sowjetischen Wünsche hinsichtlich der Einrichtung von konsularischen Vertretungen in der Bundesrepublik erfüllt werden würden. Weitz meinte allerdings, die Bundesrepublik solle hier keine Vorleistungen anbieten. Bei den 85 000 Deutschen, deren Anschriften aus der Sowjetunion bei unserem Roten Kreuz vorliegen, handelt es sich bei dreißig Prozent um Fälle der Zusammenführung von Eltern und Kindern, von Ehegatten oder um andere besondere Härtefälle.

 

Seite 4   Nehmt Berliner Kinder auf! Ein Aufruf des Bundespräsidenten mahnt zur Hilfe.

Der Bundespräsident hat in einem Aufruf an die Bevölkerung der Bundesrepublik appelliert, auch in diesem Jahr Berliner Kinder aufzunehmen.

 

Die Bevölkerung der Bundesrepublik habe die Menschen jenseits des Eisernen Vorhangs nicht vergessen. Für über 46 000 Kinder, die im vergangenen Jahr durch die Aufrufe des Hilfswerks Berlin in der Bundesrepublik aufgenommen worden seien, sei menschliche Hilfsbereitschaft zu einem großen Erlebnis geworden. Sie konnten — oft zum ersten Male in ihrem Leben — in Familien und Heimen der Bundesrepublik Erholung finden und die Schönheit der Heimat kennenlernen.

 

In Berlin leben fast 250000 Kinder im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren, die, körperlichen und seelischen Schäden ausgesetzt, in einer ständigen Sehnsucht nach Wiesen und Wäldern und der Weite der deutschen Heimat aufwachsen. Diesen unschuldigen Opfern der Spaltung wollen wir eine Chance geben, einmal im Jahr für vier oder sechs Wochen dem grauen Alltag der Inselstadt zu entgehen“.

 

Der Bundespräsident bittet im Namen des Hilfswerks Berlin Industrie, Handel und Gewerbe und alle, die ein Kind nicht bei sich aufnehmen können, um Spendenbeiträge. „Jede Geldspende hilft dem Hilfswerk Berlin, weitere Erholungsplätze in ausgewählten Kinderheimen bereitzustellen. Die Jugendämter und alle örtlichen Geschäftsstellen der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und des Bundes der Berliner sind gern bereit, Freiplatzmeldungen und Wünsche der Gasteltern während des ganzen Jahres und nicht nur in der Zeit der Berliner Sommerferien vom 12. Juli bis 22. August 1957 entgegenzunehmen. Wer ein Kind für die Ferienzeit wünscht, möge diesen Freiplatz bis Ende Mai bei einer der genannten Stellen aufgeben. Geldspenden, die steuerabzugsfähig sind, können auf das Postscheckkonto 1390 beim Postscheckamt Frankfurt des Hilfswerks Berlin in Frankfurt am Main, Berliner Straße 33 - 35, überwiesen werden.

 

Seite 5   Ein Landsmann wurde Senator. Eduard Bernoth (Foto), ein Leben für den sozialen Fortschritt.

Wieder können wir einen Landsmann vorstellen, der es in Berlin zu etwas gebracht hat und zwar zur höchsten Stellung nächst der des Regierenden Bürgermeisters, zum Senator, was in den Ländern dem Rang eines Ministers entspricht.

 

Und wieder, wie schon bei Ernst Scharnowski, dem Führer des Berliner DGB, handelt es sich um den Spross einer kinderreichen Landarbeiterfamilie. Als solcher wurde Eduard Bernoth, West-Berlins neuer Senator für Arbeit und Sozialwesen, im Jahre 1892 im Dorf Hochdünen, Kreis Niederung, geboren. Die Familie stammt aus dem katholischen Ermland. Eduard war sieben Jahre alt, als der Vater starb. Die Mutter verließ mit den Kindern die Heimat und folgte dem Zug so vieler Ostpreußen, die schon damals in dem sich gewaltig aufwärtsentwickelnden Ruhrgebiet eine Existenz suchten und fanden.

 

Nach der Schulentlassung trat Eduard als Hilfsarbeiter in eine Druckerei ein. Der Wochenlohn wanderte restlos in Mutters Haushaltskasse, acht Mark, und das war zu Anfang unseres Jahrhunderts gar nicht so wenig.

 

In dem jungen Buchdruckergehilfen erwachte brennendes Interesse für sozialpolitische Fragen; er studierte sie eifrig in den Lehrgängen des Volksvereins für das katholische Deutschland. 1913 trat er in die Christlichen Gewerkschaften und in die Zentrumspartei ein. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er aktiv teilnahm, wurde Eduard Bernoth von der christlichen Buchdruckergewerkschaft in eine leitende Stellung berufen. Sie führte ihn aus dem Ruhrgebiet nach Berlin, wo er zugleich eine Wochenzeitung und ein Fachblatt redigierte und später Bezirksverordneter in Tempelhof und Stadtrat von Tiergarten wurde. Er verlor diese Ämter durch das Hitlerregime, unter dem seine Laufbahn für immer beendet schien.

 

Das Jahr 1945 sah Bernoth unter den Gründungsmitgliedern der CDU und der neuen deutschen Gewerkschaften, noch heute ist er Vorstandsmitglied der Berliner CDU, des DGB, der Industriegewerkschaft Druck und Papier und der Landesversicherungsanstalt. Vor seiner Berufung in sein jetziges Amt leitete er im Bezirk Tempelhof die Abteilung Gesundheitswesen.

 

Wir haben Eduard Bernoth am Tag seines Einzugs in seine neuen Diensträume am Fehrbelliner Platz besucht. Er hätte nur fünf Minuten Zeit, hieß es — doch für das Ostpreußenblatt wurde fast eine Stunde daraus. Wir lernten einen Mann auf der Höhe des Lebens kennen; gewiss ist er 65 Jahre alt, auch was seine Erfahrung anbetrifft, aber ebenso sicher ein Jahrzehnt jünger in Bezug auf Tatkraft und Optimismus.

 

Unser Landsmann tritt sein Amt im Zeichen der Rentenreform an, die er als bedeutendstes soziales Gesetzwerk seit Bismarck bezeichnet und rückhaltlos bejaht. Sein besonderes Augenmerk wird nun den Fürsorgeempfängern gelten und der Verringerung der sozialen Kluft, die zwischen ihnen und den Versicherungsberechtigten nach den Rentenerhöhungen zu entstehen droht.

 

Gerechtigkeit ist sein oberster Grundsatz. Sozialer Fortschritt ohne Klassenkampf ist das Leitwort, das über seinem Lebenswerk stehen könnte. Voll Stolz verweist er auf den Unterschied zwischen dem Lebensstandard in Ost und West; und eine Amerikareise, von der er begeistert berichtet, hat ihn in seiner Überzeugung bestärkt, dass Karl Marx sich gründlich geirrt hat.

 

Mit diesem unserem Landsmann zu sprechen, ist ein Vergnüge. Mag man seine politischen Ansichten teilen oder nicht; es dürfte schwerfallen, zu widerlegen, dass Eduard Bernoth zu den Männern gehört, die für ein hohes öffentliches Amt wahrhaft berufen sind, eine Feststellung, die das missliebige Gekläff, mit dem die Ost-Berliner SED-Presse seinen Amtsantritt begleitete, nur bekräftigt.

 

Das SED-Blatt „BZ am Abend" schrieb: „…  Erfahrungen der Jugend schaffen bei ihm, dem armen ostpreußischen Landarbeiterjungen, keinen klaren Kopf. Eduard Bernoth schließt sich nicht der Arbeiterbewegung an. Er wird kein Sozialist …“

 

Man meint natürlich nicht Sozialist, sondern Kommunist. Und dass der ostpreußische Landarbeitersohn kein Kommunist wurde, das eben zeugt für seinen klaren Kopf. M. Pf

 

Seite 5   Briefe an das Ostpreußenblatt

Ist das der Dank?

Als Ehefrau eines Mannes, der in unserer ostpreußischen Heimat im freien Beruf stand, möchte ich an dieser Stelle doch einmal daran erinnern, wie völlig unzureichend die Betreuung für uns alte Leute auch heute noch in der Bundesrepublik ist. Mein Mann steht im 80. Lebensjahre und ich bin 76. Wir beide sind krank und brauchen ständig ärztliche Behandlung. An Unterhaltshilfe erhielt mein Mann anfangs 70,-- DM, während man für mich nur 30,-- DM bewilligte. Etwa im Jahre 1952 wurde unsere Unterhaltshilfe für meinen Mann auf 85,-- DM und für mich auf 37,50 DM „heraufgesetzt". Ich möchte bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, dass damals für die Haltung eines Polizeihundes bereits 40 DM als angemessen erachtet wurden. Die Ehefrauen von Männern, die in freien Berufen standen und ihrem Vaterlande viele gute Dienste geleistet haben, sollten also von einem geringeren Betrag leben als ein Polizeihund. Erst seit etwa 1955 hat man meinem Mann 100,-- DM und mir 50,-- DM zugebilligt. Es weiß wohl jeder Deutsche, dass kein erwachsener Mensch im Monat sein Leben von 50,-- DM bestreiten kann. Wir waren bereits in Tilsit total bombengeschädigt und wurden auf der Flucht nach dem Westen dann auch noch völlig ausgeraubt. Als ich hier nach dem Oldenburgischen kam, besaß ich noch eine Tasse, mein Mann hatte nur noch ein einziges Hemd. Unsere Koffer waren aufgeschnitten und leergestohlen worden. Kann man die Gesetzesbestimmungen, die man seinerzeit für uns siebzigjährige Ehefrauen beschlossen hat, wohl noch menschlich nennen? Gewiss nicht! Es hat uns immer wieder sehr schmerzlich berührt, dass trotz aller schönen Worte für uns, aller Habe beraubten Frauen, praktisch so wenig getan wurde. Was uns betagten Menschen vor allem die Jahre nach der Vertreibung in der Fremde an Nerven und Kräften gekostet haben, das kann sich kein Mensch vorstellen, der es nicht selbst mitgemacht hat. In unserem Grundgesetz steht im Artikel 1, dass in Deutschland die Würde des Menschen unantastbar sei und dass es Verpflichtung aller staatlichen Gewalt, sei, sie zu achten und zu schützen. Das deutsche Volk bekennt sich in diesem Artikel ausdrücklich zu den unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft. Wir haben nicht den Eindruck, dass unsere Würde und unser Menschenrecht respektiert worden sind.

Frau Selma Schultz, geb. Liebe, früher Tilsit

 

Seite 5   Die „zweite Schlacht bei Pr.-Eylau" miterlebt!

Liebes Ostpreußenblatt!

Voller Interesse las ich in unserer Heimatzeitung den interessanten Bericht über die „zweite Schlacht Pr.-Eylau“. Da ich das Manöver unter General von der Goltz noch selber miterlebt habe, möchte ich hierüber einiges berichten. Ich wurde am 10. Oktober 1905 zu der 5. Batterie des ehemaligen Feldartillerie-Regiments 16 nach Königsberg einberufen und erhielt meine Ausbildung damals in der Bastion Haberberg. Anfang Februar 1907 ließ uns unser damaliger Batteriechef, Hauptmann Bath, zusammentreten und hielt uns einen eindrucksvollen Vortrag über die Schlacht von Pr.-Eylau im Februar 1807. Er deutete dabei an, dass auch wir in einem Manöver das Schlachtgeschehen noch einmal erleben sollen. Da unsere Rekruten noch nicht ausgebildet waren, stellten unsere 4., 5. und 6. Batterie je zwei Geschütze zu einer Batterie zusammen. Diese marschierte am 7. Februar unter dem Kommando von Major von Eisenhardt-Rothe von Königsberg ab durchs Friedländer Tor. An diesem Tage lag der Schnee dreiviertel Meter hoch, und die Straßen waren alle nur mit Schlitten befahrbar. Kein Wunder, dass unsere Lafetten immer „quer Straße" lagen. Kreuzburg erreichten wir mit anbrechender Dunkelheit, wir bezogen dort Quartier. Bei tiefer Dunkelheit saßen wir am anderen Morgen schon wieder im Sattel. Es ging zunächst in Richtung Rositten, und dann verließen wir die Hauptstraße bei Groß-Krücken (?), um uns dann über Pompicken und Görken allmählich dem Schlachtfeld zu nähern. Wir Fahrer haben an diesem Tage ganz schön gefroren. Es herrschte eine beträchtliche Kälte, und außerdem gab es noch ein starkes Schneetreiben. Bei Althof hatten wir am Dorfausgang die erste „Feindberührung", genau wie vor hundert Jahren. Aber bald hieß es „Protzen ran", und fort ging‘s über Schmoditten nach Kutschitten, von woher der Gefechtslärm erscholl. Unsere Batterie ging in Feuerstellung an der Scheune von Besitzer Krause. Zielangabe war das „Birkenwäldchen" zwischen Klein-Sausgarten und Auklappen. (Aus dem historischen Birken- war inzwischen ein Erlenwald geworden.)

 

Unser „Gegner" wir offenbar die Allensteiner Garnison. Eine Menge Kartuschen wurden verfeuert, der „böse Feind" wurde geschlagen. Wir „Sieger" bezogen Unterkunft in Althof, und im Gasthaus Schreck wurden wir dann tüchtig aufgewärmt, da die Einwohner sich nicht lumpen ließen und uns etwas spendierten. Am 9. Februar sind wir dann wieder in unsere Königsberger Garnison zurückgekehrt, wo wir gegen 4 Uhr nachmittags vor unserem Pferdestall eintrafen und uns nach einem kräftigen Mittagessen erst einmal ausschliefen.

 

In späteren Jahren wurde ich bei Pr.-Eylau ansässig und habe dort das Denkmal oft besucht. Wie oft habe ich an ihm die Inschrift gelesen: „Dem glorreichen Andenken L'Estocqs, Hierickes und ihrer treuen Waffenbrüder!"

Franz Radtke, Nürnberg 2, Post Wichernsiedlung, Wichernstraße 11

 

Seite 5   Unterm Ordenskreuz auf hoher See. Übernahme von MS „Erich Haslinger“ – Das dritte Schiff der Reederei Robert Meyhoefer.

Foto: MS „Erich Haslinger“

 

Foto: Konsul Erich Haslinger

 

Am Steven des neuen Schiffes der in Bremen ansässig gewordenen bekannten Königsberger Reederei Robert Meyhoefer sieht man das Wappen mit dem Ordenskreuz und den beiden schwarz-weißen Längsstrichen darüber. Dieses heimatliche Symbol weisen alle drei Schiffe der Reederei auf. Um das jetzt in den Dienst gestellte Schiff kreisten die letzten Gedanken des im vorigen Jahr verstorbenen Inhabers der Firma, Konsul Erich Haslinger; er hatte den Bau in Auftrag gegeben und ständig verfolgt. Um ihn zu ehren, trägt das neue Schiff seinen Namen.

 

Die Werft Jos. L. Meyer in Papenburg an der Ems lieferte mit der „Erich Haslinger" ein Motorschiff, das in jeder Weise hohen Ansprüchen gerecht wird. Die Länge zwischen den Loten beträgt 48,5 Meter, die Länge über alles 53,5 Meter, die Breite 9,84 Meter. Im beladenen Zustand hat das Schiff 3,682 Meter Tiefgang. Das Ladevermögen beträgt 900 Tonnen. Das Schiff erreicht eine Geschwindigkeit von zehn Knoten (etwa 18,5 Kilometer) in der Stunde. Ausgerüstet ist die „Erich Haslinger" mit Funkpeilung, Sprechfunk und Echolot. Das Radargerät wird noch eingebaut. Konstruiert wurde das Schiff von Schiffbau-Ingenieur Heinold Ritter.

 

Ihrer Bestimmung nach ist die „Erich Haslinger" ein Frachtschiff, das neben anderen Gütern vornehmlich Holz aufnehmen soll. Daher war es richtig, einen besonders großen Laderaum zu schaffen, damit auch riesige Baumstämme und Telegraphenmaste in ihm Platz finden können. 32,40 Meter ist er lang. Für die Lukenbedeckung wurde das neue Laudan-Patent angewandt. Die Lukendeckel rollen nicht mehr, sondern sie gleiten auf gefettetem Hartholz, ein Verfahren, das in seinem Grundprinzip schon den alten Wikingern bekannt gewesen sein soll. Automatisch klappen die Lukendeckel über dem Kipp-Punkt senkrecht hoch. In einer Minute liegt der Laderaum frei. Bisher mussten die Lukendeckel mit der Hand geöffnet werden. Die Neuerung erspart Muskelkraft und Zeit.

 

Eine lange „Wange", die gleichzeitig den Lukenlängsverband bildet, fängt anschlagendes Seewasser ab; Eisenkeile festigen die Abdichtung. Die Svendborg-Rudermaschine wurde von der einst in Insterburg und heute in Hamburg-Altona bestehenden Firma Karberg und Hennemann geliefert, die die Vertretung für dieses dänische Fabrikat hat. Die Firma, unter deren Mitarbeitern sich mehrere Ostpreußen befinden, stellt Filter für Dieselmotorenöl her, die auch auf der „Erich Haslinger" verwendet werden.

 

Geführt wird das Schiff von dem erprobten Kapitän Lassen, einem Friesen von der Insel Sylt, der viele Jahre in Ostasien fuhr und dem vorher die „Justus Haslinger" anvertraut gewesen war. Der Erste Offizier ist ein Landsmann, Rudolf Schöttke, aus Peyse am Frischen Haff. Er fuhr früher für die Königsberger Poseidon-Reederei. Neun Köpfe macht die Besatzung aus. Die Kojen und Aufenthaltsräume sind zweckmäßig und bequem eingerichtet.

 

In dem komfortablen Kapitänsraum hängt das Bild des Schiffspaten. Konsul Erich Haslinger wurde am 14. Mai 1882 in Königsberg geboren. Seit dem Jahre 1910 leitete er die Reederei Robert Meyhoefer, die neben ihrer Schiffsflottille auch ein großes Transportgeschäft und das größte private Reisebüro Deutschlands unterhielt; zur Seite stand ihm sein Bruder Oswald. Heute noch steht in Königsberg der stattliche Klinkerbau des Geschäftshauses in der Großen Kranstraße, den Professor Friedrich Lahrs für die Firma baute. Unverzagt und tatkräftig, wie es seine Art war, unternahm es Konsul Haslinger, die Reederei im Westen Deutschlands weiterzuführen. Durch die Gründung der „Heimatvertriebenen Wirtschaft" half er vielen Schicksalsgefährten, die gezwungen waren, sich eine neue Existenz aufzubauen. Diesem Verband gehören heute 140 000 Firmen an. Der Bundespräsident verlieh Konsul Haslinger für sein erfolgreiches Wirken als Gründer der Vereinigung das Große Bundesverdienstkreuz. In seiner Gattin Margarethe und seinem Sohn Kaspar lebt der Geist, der Erich Haslinger beseelte, weiter. Dies zeigte sich auch auf der Probefahrt des neuen Schiffes am 9. März von Emden aus.

 

Im großen Laderaum, der durch viele bunte Signalflaggen geschmückt war, standen lange, weißgedeckte Tafeln bereit. Hier wurden Gäste, Werftmitglieder und Männer der Besatzung mit guten Dingen reichlich bewirtet. Alle Mann versammelten sich auf dem Deck, als die Übergabe des Schiffes auf See erfolgen sollte. Zuerst gingen die Flaggen über Topp. Ein vorbeikommendes holländisches Schiff gab mit seiner Dampfpfeife einen dreimaligen Ehrensalut.

 

Reeder Kaspar Haslinger sagte den Spruch: „Erich Haslinger — das Schiff, das meines Vaters Namen trägt — es lebe — es schwimme — es fahre!" Die Anwesenden bekräftigten diesen Wunsch mit dem alten Seemannsruf: „Hipp — hipp — Hurra", und sie begrüßten damit zugleich die blaue Kontorflagge der Reederei Meyhoefer, die am Mast gehisst wurde.

 

Beim Abschied von Konsul Erich Haslinger vor einem halben Jahr im Krematorium Hamburg-Ohlsdorf hatte die Kontorflagge den Sarg des heimgegangenen Reeders bedeckt, der dann unter den Klängen des Masurenliedes versank. Es ist schön, zu wissen, dass ein neues ostpreußisches Schiff nun unter dieser wohlbekannten Flagge und unter dem Namen „Erich Haslinger" fährt.

 

Seite 6   Aus den ostpreußischen Heimatkreisen …

Königsberg-Stadt

Eugen Scheyer verstorben

Am 19. Februar 1957 erlag in Bonn im 57. Lebensjahre Eugen Scheyer einem langen, schweren Leiden. In seiner Vaterstadt Königsberg nahm er innerhalb der sozialistischen Arbeiterjugend nach dem Ersten Weltkrieg eine führende Stellung ein. Durch sein jeglichem Kompromiss abgeneigtes Wesen hatte er ein wechselvolles Schicksal zu bestehen. Er emigrierte mit seiner aus Drengfurt stammenden Frau Margarete 1933 nach Norwegen und Schweden, wo er sich als Bauarbeiter und Journalist durchschlug. Nach dem Kriege kehrte er nach Deutschland zurück und setzte sich für die Rechte der Heimatvertriebenen ein. Mit seiner Heimat Ostpreußen, der er stets die Treue hielt, fühlte sich Eugen Scheyer fest verbunden! er litt schwer unter der Aufteilung Deutschlands. Hilfsbereit bis zu Selbstaufopferung brachte er in Schweden durch Verkauf von Briefmarken die Mittel auf, um in der ärgsten Zeit Lebensmittelpakete an Landsleute zu senden. Diese Haltung sei ihm nicht vergessen!

 

Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen Essen

In der von Baudirektor Dr.-Ing. Hasenbein geleiteten Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen in Essen, die die Patenschaft für die Staatsbauschule Königsberg ausübt, fand vom 27. Februar bis zum 1. März eine Informationstagung statt, auf der Oberregierungsrat Dr.-Ing. Triebel und seine Mitarbeiter über neuzeitliche Erkenntnisse im Bauwesen sprachen. Die Vorträge und Diskussionen erstreckten sich vornehmlich auf Maßnahmen zur rationellen Planung um Bauvorbereitung sowie auf wirtschaftliche Konstruktionen für Mauerwerk, Decken, Dächer und Installationen der Bauten. Die Ergebnisse aus Forschungen und Vergleichsbauten nebst Erfahrungen aus der Praxis wurden in fruchtbarer Zusammenarbeit behandelt. Durch die Veranstaltung dieser Informationstagung wurde ein neuer Weg beschritten, um den Nachwuchs über den technischen Fortschritt zu unterrichten. Unterstützt wird dieses Bestreben durch das Bundesministerium für den Wohnungsbau und durch das Institut für Bauforschung in Hannover.

 

Labiau

Gesucht werden aus Labiau:

Otto Buxbaum;

August;

Ernst Klötzing;

Familie Pasenau;

Witwe Faust;

Gustav Tafel;

Else Fuhrmann;

Willi Schameit;

Fritz Brosseit;

Franz Faust;

Johanna Christel, geb. Enkelmann;

Gustav Steffenhagen;

August Imkeit;

Alexander Wuttke;

Emil Treinies;

Fritz Gubriel;

Kurt Möller und Hertha Möller;

Walter Isanowski;

Familie Weiß;

Familie Wabbel;

Fritz Faust;

Ernst Deim;

Marie Gengel;

Familie Lange;

Familie Timm;

Fritz Treinies und Ida Treinies;

Familie Kriszay;

Familie Rosenthal;

Familie Schütz;

Gustav Mauscherning;

Fritz Duwe;

Bernhard Vongehr;

Familie Oschwald.

 

aus Labiau-Vorstadt:

Erna Winter, Lehrerin;

Schumacher Marschall;

Walter Hübner, Kreisinspektor;

Witwe Engel mit Töchtern Hertha und Alma;

Familie Kunkel;

Lehrer Bauer;

 

ferner

Familie Heidemann, Tilsiter Straße;

Ehepaar Büttner, Stettiner Straße;

Willi Dunnat, II. Stettiner Straße;

Heinrich Küssner, Stettiner Straße;

 

aus Labiau, Schweizerweg:

Margarete Szameit;

Elisabeth Burnis;

Karl Habedank;

Emil Bartsch;

Edith Nikolaiske;

 

aus der Schöndörfer Straße:

Frau Knauf mit Tochter;

Emil Richeleit;

Georg Steinkamp;

Hoppe;

Baumeister;

Witwe Päslack;

Familie Romeike;

Familie Daumann.

 

Gesucht werden ferner:

Hermann Reimann, geb. 24.07.1891, Ehefrau Emma Reimann, geb. Priedigkeit. Sohn Horst und Töchter Giesela und Editha, aus Labiau, Kochsiedlung;

 

Frieda Kurpat, geb. Alwiens, geb. am 10.04.1880 oder 1883; Willi Kurpat, geb. 19.11.1906; Ehefrau Meta und Kinder Anni, Manfred und Herbert, aus Liebenfelde, sowie

 

August Hegner, Manrer oder dessen Ehefrau, aus Liebenfelde.  

 

Mitteilung der Anschriften oder des Verbleibs der Gesuchten erbeten an Kreiskartei Labiau (24 b) Elpersbüttel über Meldorf

 

Insterburg Stadt und Land

Nachstehend aufgeführte Landsleute werden gesucht:

 

1. Otto Funk und Familie, aus Insterburg, Ziegelstraße. —

 

2. Franz Oumard, Hausmeister an der Parkschule in Insterburg, geb. 1891. Ende 1944 zum Volkssturm, letzte Nachricht Januar 1945. —

 

3. Johann Brokewitz, geb. etwa 1883, aus Insterburg, Pregelstraße 7. Brokewitz war bei der Schutzpolizei. —

 

4. Grete Bosch, geb. Bönigk, geb. etwa 1890. Vater soll in Insterburg Schornsteinfegermeister gewesen sein. Ehemann bei der Polizei. —

 

5. Martha Schweinegruber, geb. Weber, geb. 02.04.1913, letzter Wohnort Prag, sowie Johann Weber und Elisabeth Weber, aus Insterburg, Bahnhofstraße. Johann Weber war Reichsbahnangestellter. —

 

6. Bruno Brackmann, Stabsgefreiter, letzte Feldpostnummer 14 209 E. Soll angeblich im Januar 1945 mit Beinbruch am Weichselbogen ins Lazarett gekommen sein, danach evtl. Inf.-Ers.-Bat. 356 in Bartenstein. —

 

7. Elisabeth Basenau. Augustastraße und Maria Gillo, Strauchmühlenstraße, beide aus Insterburg. —

 

8. Kurt Korupkat, Insterburg, Nordenburger Straße. —

 

5. Helene Rohrmoser und Tochter Anneliese, aus Insterburg, Wilhelmstraße 18, sowie Rittmeister Columbus, Insterburg. —

 

10. Wilhelm Schlobat, geb. 28.06.1915, Tischler. War bei der 1. Komp., Nachr.-Abt. 161, Feldpostnummer 12 967. Schlobat soll Ende März westlich Rosenberg verwundet worden sein und durch Truppenführer Christiner oder Christina zu einem Verbandsplatz westlich Rosenberg gebracht worden sein, der am nächsten Tag in die Hände der Russen fiel. Bei der Suchstelle der ehem. 161er soll eine Aktennotiz vorliegen „Stabsgefreiter Willi Schlobat aus Kriegsgefangenschaft entlassen". —

 

11. Erich Schlobat, geb. 11.12.1927. Es soll eine schriftliche Bestätigung vorliegen, dass Schlobat am 19.03.1945 im Raume Letschin/Oderbruch, Kreis Lebus, gefallen ist. Unterschrift: Thürer, Oberleutnant und Komp.-Chef, Feldpostnummer 09 311 B oder 09 811 B (schlecht lesbar). Bekannte wollen Erich Schlobat nach dem Kriege gesehen haben. —

 

12. Helene Eppinger und Hedwig Eppinger, Insterburg, Belowstraße. Zuletzt gesehen in Danzig-Langfuhr, dort seit Einmarsch der Russen keine Nachricht. —

 

13. Otto Hoffmann, Insterburg, Gartenstraße, sowie Karl Wietrin, Insterburg. Wietrin war im Februar 1945 bei der Muna in Ludwigsort, Kreis Heiligenbeil. —

 

14. Fritz Gusze und Ehefrau Berta, aus Stablacken. —

 

15. Alfred Haack, Molkereigehilfe in Aulenbach, geb. 1923. —

 

16. Henriette Haffke, Insterburg. Wohnte bis 1943 in der Kasernenstr., dann Nebenstraße der Danziger Straße. —

 

17. Paul Simat, geb. 17.05.1894. aus Siegmundsfelde, und Ehefrau Liselotte Simat, geb. Arendt, geb. 06.06.1902. Simat war Wachmann im Gefangenenlager Grünhof. Bis Februar 1946 wahrscheinlich Kreis Mohrungen, dann verschleppt. —

 

18. Espe, etwa 1934 Leiter des Arbeitsamtes Insterburg, ging dann zum Freiwilligen Arbeitsdienst. —

 

19. Adolf Teller, geb. 1910, aus einer Gemeinde nördlich von Insterburg, sowie Hermann Müller, Melker aus dem Kreis Insterburg. War von 1935 bis 1937 in Insterburg bei der 1. Schwadron, Reiter-Regt 1, soll immer nach Schwalbental gefahren sein. —

 

20. Gertrud Niemann, aus Insterburg-Sprindt, Am Sandweg und Willi Schepputat und Lotti Schepputat, aus Insterburg, Siehrstraße 23. Schepputat war Polsterer und Dekorateur.

 

Zuschriften an die Geschäftsführung der Landsmannschaft Ostpreußen, Hamburg 13, Parkallee 86, Kennummer: Inst. 30 Vo. erbeten.

 

Angerburg

Die Stadtverwaltung Rotenburg (Hannover), Ortsklasse B, sucht zum baldmöglichen Dienstantritt einen Tiefbauingenieur. Bewerber müssen die höhere technische Lehranstalt oder gleichwertige Anstalt mit Erfolg besucht haben, gründliche Erfahrungen im Kanalisations- und Straßenbau besitzen, selbständig und sicher in Entwurf, Ausschreibung, Bauleitung und Abrechnung sein. Längere Tätigkeit im öffentlichen Dienst sowie Kenntnisse im Hochbau erwünscht. Vergütung erfolgt nach TO.A Va. Bei Eignung ist Anstellung als Beamter und Leiter des Bauamtes nach Ausscheiden des jetzigen Stelleninhabers möglich. Bewerbungen mit ausführlichem handgeschriebenem Lebenslauf, Lichtbild und beglaubigten Zeugnisabschriften sowie Angabe des frühesten Antrittstermins bis zum 15. April erbeten an den Stadtdirektor der Stadt Rotenburg. (23) Rotenburg (Hannover). Ich weise alle Angerburger Landsleute ausdrücklich auf diese Stellenausschreibung hin.

 

Am 16. Februar fand in Rotenburg eine Sitzung des Kreisausschusses statt. Es wurden die Kassenverhältnisse, die geordnet sind, sowie der Bericht des Kreisvertreters über die Arbeit im verflossenen Jahre eingehend besprochen sowie der Geschäftsführung über laufende Angelegenheiten entsprechende Vorschläge gemacht. Dem Kreistag soll vorgeschlagen werden, aus Zweckmäßigkeitsgründen den § 2 des Statuts dahingehend abzuändern, dass das Geschäftsjahr fortan vom 1. April bis 31. März laufen soll.

Hans Priddat. Kreisvertreter (16) Bad Homburg v. d. H., Seifgrundstr. 15

 

Johannisburg

Anlässlich meiner Anwesenheit in Flensburg werden sich unsere in Flensburg und Umgebung wohnenden Landsleute am Sonntag, dem 17. März 1957, 16 Uhr, zu einem gemütlichen Beisammensein im Friesischen Gasthof, Friesenstraße, Ecke Stuhrsallee, treffen.

Fr. W. Kautz, Kreisvertreter. Altwarmbüchen (Hannover)

 

Rößel

Landsleute! Haltet den 19. Mai 1957 zum Bundestreffen mit Heimatkreistreffen in Bochum frei!

Bei Wohnsitzveränderungen zeigt rechtzeitig Eure neue Anschrift an. Hierdurch wird die ordnungsmäßige Karteiführung erleichtert. Fehlmeldungen werden bei Rückfragen vermieden.

Es wird aus gegebener Veranlassung nochmals darauf hingewiesen, dass die Heimatkreiskartei nicht mehr in Krempe, Holstein, geführt wird. Anschriften und Anfragen sind nur an den Unterzeichneten zu richten.

Franz Stromberg, Kreisvertreter, Hamburg 19, Armbruststraße 27, Ruf 40 83 96

 

Heiligenbeil

Heinrich Lankau, 95 Jahre alt

Unser Landsmann Heinrich Lankau, aus Zinten, Villa Waldfrieden, kann am 21. März 1957, seinen 95. Geburtstag in seltener geistiger und körperlicher Frische feiern. Er lebt im Altersheim Ahrensbök in Holstein. Die Kreisvertretung und viele bekannte Landsleute gratulieren ihm herzlich und wünschen ihm noch weitere gesunde und friedvolle Lebensjahre. — Der Jubilar wurde 1862 in Wehlau als zweiter Sohn des Gutsbesitzers Karl Lankau geboren. Nach seiner Schulentlassung arbeitete er auf dem väterlichen Hof und diente bei den 8. Ulanen in Elbing. Am 19. Dezember 1890 heiratete er Martha Döpner, die Tochter eines Gutsbesitzers in Müngen. Kreis Heiligenbeil, die ihm einen Sohn und zwei Töchter gebar. Sein Sohn Artur, der als Kapitän für die Deutsche Afrika-Linie fährt, ist sein Stolz. Eine Tochter lebte in Südwestafrika. Heinrich Lankau verkaufte im Jahre 1917 seinen Besitz in Wehlau und zog sich auf seine Villa Waldfrieden am Stadtrand von Zinten zurück. Seine Frau konnte mit ihm die Goldene Hochzeit erleben, starb aber zwei Wochen danach am 14. Januar 1941. Kurz vor dem Einmarsch der Russen musste Heinrich Lankau am 11. Februar 1945 seine Heimat verlassen. Er schwärmt noch heute für edle Pferde und fehlte auf keinem Reit- und Fahrturnier in Ahrensbök.

 

Franz Steffen verstorben

Unser Landsmann Franz Steffen, der seit 1931 in Balga amtierte, dort längere Zeit die Bürgermeistergeschäfte geführt hat und allgemein bekannt und beliebt war, ist am 2. Februar 1957 als Polizeimeister i. R. im Alter von 65 Jahren in Köln-Kalk verstorben. Er wird in der Geschichte der Gemeinde Balga und unseres Kreises fortleben.

 

Alle Anfragen, die Wohnorte oder Familienverhältnisse unserer Landsleute betreffen, bitte ich an unsern Kreiskarteiführer, Paul Birth, in Kiel, Hardenbergstraße 15. zu richten. Zuschriften an mich in dieser Angelegenheit muss ich an Landsmann Birth weiterleiten, weil ich keine Kartei besitze. Auch Bestellungen auf Bilder. Wappen und Heimatblätter sind an Landsmann Birth zu senden. Karteimeldungen und -anfragen an mich bedeuten meistens eine Verzögerung und einen Umweg.

Bad Schwartau, Alt-Rensefeld 42, Karl-August Knorr, Kreisvertreter

 

Abschied von Professor Schumacher

Am 6. März 1957 versammelte sich in einer Halle des Krematoriums auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg eine große Zahl von Landsleuten, Kollegen und einstigen Schülern, um dem entschlafenen letzten Oberstudiendirektor des Königsberger Friedrichskollegiums und Professor der Albertus-Universität, Dr. Bruno Schumacher, die letzte Ehre zu erweisen. Unter ihnen befanden sich der Vertreter der Lehrerschaft des Kollegiums, Oberstudienrat Kirsch, der Vors. der Kant-Gesellschaft in Hamburg Prof. Fritz Rein, der Vertreter der Historisch-staatswissenschaftlichen Verbindung Hohenstaufen, Oberstudienrat Dr. Georg Schwarz sowie der jetzt an der Hamburger Universität lehrende Professor Werner Burau, der früher an der Albertina gewirkt hat.

 

Große weiße Fliedersträuße umgaben den mit Blumen bedeckten Sarg, an dem die traditionellen Farben Grün-Weiß des Friedrichskollegs auf einem Kranz niedergelegt waren. Auch zahlreiche andere Kränze, meist von Abiturienten Jahrgängen gesandt, zeigten diese Farben. Neben dem Kranz unserer Landsmannschaft sah man die Kränze des Duisburger Landfermann-Gymnasiums, das die Patenschule des Friedrichskollegiums ist, der Hamburger Gelehrtenschule Johanneum, der in Hamburg weiterbestehenden Burschenschaft Germania und die blauweißen Farben der Stadt Celle, die die Patenschaft über die Stadt Marienwerder ausübt. Da Professor Schumacher zwölf Jahre lang Oberstudiendirektor des Gymnasiums in Marienwerder gewesen ist, hat er seinerzeit als Ehrengast bei der Verkündung der Patenschaft den Festvortrag gehalten.

 

Die kirchliche Einsegnung vollzog der frühere Geistliche an der Löbenichtschen Kirche, Pfarrer Hugo Linck. Er stand in freundschaftlichen Beziehungen zu dem Entschlafenen, denn als Hugo Linck die Schule besuchte, begann Professor Schumacher seine Lehrtätigkeit am Friedrichskollegium, und er wurde auch der Lehrer der drei Söhne von Pastor Linck, von denen zwei im Kriege den Soldatentod starben. Eine Schar von herzlich Dankbaren nannte Pfarrer Linck die versammelte Gemeinde. Bruno Schumacher habe zu den ganz ausgezeichneten Männern der Schule gehört. Das Innerste dieses Mannes, dem ein hervorragender Verstand und die Gabe des Humors verliehen worden waren, der die Vergangenheit mit Liebe bedachte und sie mit den Erfordernissen der Gegenwart zu vereinen gewusst habe weise die wunderbare Kraft des Christen auf, in Gegensätzen leben zu können Evangelischer Glaube und preußisches Pflichtbewusstsein seien die Richtschnur seines Lebens gewesen. Er habe mit echter Heimatliebe und klugen Gedanken die deutsche Geschichte durchforscht. Anknüpfend an das von Professor Schumacher an der Universität Hamburg gehaltene Kolleg „Bibelkunde als historische Hilfswissenschaft" erläuterte Pfarrer Linck, dass der Historiker Schumacher als Mittelpunkt der Weltgeschichte den Tag geweitet habe, an dem das Kreuz in Golgatha aufgerichtet worden ist.

 

Den Dank der ehemaligen Schüler des Friedrichskollegiums übermittelte der heute in Neumünster lebende Dr med. Untermann. Er gehört dem noch immer festzusammenhaltenden Abiturienten Jahrgang 1912 an „Du warst die Verkörperung des Geistes des stolzen Friedrichskollegiums, eines Geistes, der mit Kant und Herder unlösbar verbunden ist", so bekundete der einstige Schüler in einer aus bewegtem Herzen kommenden Ansprache. Er beteuerte, dass die Liebe, die Ehrfurcht und Dankbarkeit, die der verehrte Lehrer vorgelebt habe, stets mit seinem Andenken verbunden bleiben werden.

 

Im Auftrage der Historischen und Philosophischen Fakultät der Universität Hamburg sprach Professor Johansen. Professor Schumacher habe — so betonte der Fachkollege — den aus dem Kriege zurückgekehrten Studenten in der trübsten Zeit nach dem Zusammenbruch des Vaterlandes die Frage beantwortet: Was ist der Sinn der deutschen Geschichte? In zwei Worten ausgedrückt lautete diese Antwort: Heimattreue und Gottvertrauen. — Namens der Burschenschaft Germania, in deren Kreis Professor Schumacher nach der Vertreibung Vorträge hielt, dankte Dr. Dunst dem Heimgegangenen.

 

Die Verehrung und Liebe der Schüler, die ihren Direktor als einen wahren väterlichen Freund betrachteten, kam auch in mehr als zweihundert Briefen zum Ausdruck, die Frau Margarete Schumacher in diesen Tagen erhielt. Mit Professor Schumacher hat das geistige Ostpreußen einen seiner besten Vertreter verloren.

 

Kinder aus Ostpreußen, die von Angehörigen gesucht werden.

1. Aus Bismarck, Kreis Heydekrug werden die Geschwister Heinz Adolf Lehnert, geb. am 23.05.1939; Elli Lehnert, geb. am 05.07.1929; Waltraud Lehnert, geb. am 06.04.1932 und Ruth Lehnert, geb. am 27.06.1935 gesucht von ihrem Vater Heinrich Lehnert. Die Mutter, Frau Else Lehnert, geborene Dreißus, geb. am 22.10.1898, wird auch noch vermisst.

 

2. Aus Coadjuthen, Kreis Heydekrug, werden die Geschwister Dietmar Westphal, geb. am 10.12.1943; Heinz Hugo Westphal, geb. am 20.08.1941 und Horst Hugo Westphal, geb. am 05.08.1940 in Coadjuthen, gesucht von ihrer Tante Anna Girke, geborene Beckerath, geb. 04.10.1906.

 

3. Aus Groß-Albrechtsdorf, Kreis Ortelsburg, wird Horst Kalinowski, geb. am 13.05.1937 in Groß-Albrechtsdorf, gesucht von seiner Großmutter Charlotte Kalinowski, geborene Grunski, geb. am 02.01.1877. Horst befand sich 1945 im Krankenhaus in Sensburg.

 

4. Aus Grünlinde, Kreis Wehlau wird Kurt Zehlius, geb. am 21.12. 941 in Grünlinde, gesucht von seiner Großmutter Elisabeth Zehlius, geb. am 30.09.1889.

 

5. Aus Guttstadt, Kreis Heilsberg, werden die Geschwister Erika Plehn, geb. etwa 1937 in Königsberg, und Günther Plehn, geb. etwa 1940 in Königsberg, gesucht von ihrem Pflegevater Otto Lange, geb. am 09.07.1886. Im November 1945 befanden sich Erika und Günther Plehn in einem polnischen Kinderheim in Guttstadt.

 

6. Aus Guttstadt, Kirchenstraße 22, werden die Geschwister Monika Rautenberg, geb. am 26.05.1938 in Guttstadt und Helmut Rautenberg, geb. am 19.01.1942 in Guttstadt, gesucht von ihrem Vater Paul Rautenberg, geb. 24.09.1908.

 

7. Aus Heydekrug, Fischstraße 5, wird Grete Gurgdies, geb. am 15.04.1939 in Heydekrug, gesucht von ihrem Onkel Otto Gurgdies, geb. am 18.09.1905.

 

8. Aus Julienhöfen, Kreis Sensburg, wird Christa Sukowski, geb. etwa 1941 in Julienhöfen, gesucht von Johanna Grabosch, geb. Gründer, geb. am 09.09.1916.

 

9. Aus Kahlholz, Kreis Heiligenbeil, werden die Geschwister Wolfgang Skielo, geb. 1941 in Kahlholz; Inge Skielo, geb. 1939 in Kahlholz; Rudi Skielo, geb. 1937 in Kahlholz und Günther Skielo, geb. 1935 in Keimkallen, gesucht von ihrem Vater Karl Skielo, geb. an. 14.04.1910.

 

10. Aus Königsberg, Alte Bastion 6, wird Siegfried Boy, geb. am 24.07.1941 in Königsberg, gesucht seinem Vater Bernhard Boy, geb. am 06.10.1906. Siegfried Boy soll sich mit seiner Mutter Gertrud Boy, welche ebenfalls noch gesucht wird, 1945 bei der Großmutter, Frau Ott in Königsberg, Schleiermacherstraße, aufgehalten haben,

 

11. Aus Königsberg, Triangel 39, wird Harald Flint, geb. im September 1939, gesucht von Anna Brandt, geborene Bresilge, geb. am 03.10.1896.

 

12. Aus Königsberg wird Gisela Hellwig, geb. am 07.04.1937 in Königsberg, gesucht von Fritz Döring. Die Mutter Else Hellwig, geb. am 04.12.1906, sowie die Schwester Annemarie Hellwig, geb. am 01.09.1933, werden ebenfalls noch gesucht.

 

13. Aus Königsberg, Fleischbänkenstraße 4, wird Günther Kairies, geb. am 07.10.1939 in Bewern, gesucht von seiner Tante Helene Szugar, geb. Krüger, geb. am 06.11.1913.

 

14. Aus Königsberg wird Doris Neumann, geb. etwa 1940 in Königsberg, gesucht von Maria Kampowski, geb. Hannemann, geb. am 09.11.1908.

 

15. Aus Kurpen, Kreis Heydkrug, werden die Geschwister Erika Tumat, geb. 1939 und Helmut Tumat, geb. 1934, gesucht von ihrem Vater Johann Tumat, geb. am 30.09.1907 Die Mutter Lina Tumat, geb. Srugies, geb. 1903, ebenfalls vermisst.

 

16. Aus Marderfelde, Kreis Schloßberg, werden die Geschwister Inge-Lieselotte Dankschat, geb. am 06.08.1939 in Marderfelde und Horst Dankschat, geb. am 06.09.1940, gesucht von ihrer Großmutter Auguste Petschulat.

 

17. Aus Memel, Veidtstraße 15, wird Jurathe Lelilukas, geb. am 10.12.1938, gesucht von  Hedwig Jessejus, geb. am 21.07.1915.

 

18. Aus Pareyken, Kreis Wehlau, wird Dorothea Kähler, geb. am 08.02.1940 in Pareyken, gesucht von ihrem Vater Fritz Kähler, geb. am 06.12.1915 und ihrer Großmutter Elise Lange, geb. Bekmann, geb. am 09.06.1903. Dorothea Kahler befand sich in Begleitung ihrer Mutter Erna Kähler, geb. Bekmann, geb. am 08.01.1924. Diese wurde zuletzt am 20.01.1945 auf dem Bahnhof in Königsberg gesehen.

 

19. Aus Pirk, Kreis Allenstein, werden die Geschwister Gerhard Besner,, geb. am 19.03.1937 in Pirk und Karl Besner, geb. am 13.06.1938 in Pirk, gesucht von Anna Jost, geborene Besner, geb. am 19.07.1896.

 

20. Aus Plauen, Kreis Wehlau, werden die Geschwister Dieter Potztal, geb. am 08.01.1945; Inge-Alice Potztal, geb. am 08.01.1945 und Lieselotte Potztal, geb. am 21.03.1943. gesucht von ihrer Tante Charlotte Neumann, geb. am 30.10.1913. Nach dem Tode der Mutter, die auf der Flucht auf dem Frischen Haff bei einem Fliegerangriff mit zwei weiteren Geschwistern ums Leben kam, wurden die Zwillinge von Soldaten mitgenommen. Lieselotte Potztal wurde von Bekannten der Familie Potztal bei der Roten-Kreuz-Stelle in Kahlberg, Kreis Elbing, abgegeben. Das Familienstammbuch wurde dem Kind mitgegeben.

 

21. Aus Raken, Kreis Johannisburg, werden die Geschwister Siegfried Franz, geb. am 07.10.1938 in Raken und Monika Franz, geb. am 26.02.1943 in Raken, gesucht von Esther Franz, geboren am 26.11.1926.

 

22. Aus Rechenberg, Kreis Sensburg, wird Waldemar Ollas, geboren 1940 in Rechenberg, gesucht von Auguste Patecki, geborene Kuntor, geboren am 15.02.1904.

 

23. Aus Sensburg, Blücherstraße 7, wird Margot Meyer, geboren 1940 in Sensurg, gesucht von ihrer Tante Auguste Kalweit, geboren am 30.08.1894.

 

24. Siemental, Kreis Sichelberg, wird Heinz Dieter Leibitzki, geboren am 24.10.1943 in Bissingen, gesucht von seinem Vater Siegmund Leibitzki, geboren am 08.09.1914.

 

25. Aus Siemental, Kreis Sichelberg, werden die Geschwister Olga Werger, geboren am 15.01.1941 in Siemental und Erhard Werger, geboren am 12.12.1940 in Siemental, gesucht von ihrer Mutter Emilie Werger, geborene Zeitz, geboren am 27.12.1913. Die Schwester Alma Werger, geb. am 02.10.1935 in Falkeneck, wird ebenfalls noch gesucht.

 

26. Aus Sensburg, Hermann-Göring-Straße 22, wird Horst Dembeck, geboren am 09.05.1938 in Sensburg, gesucht von seiner Schwester Hedwig Schröder, geborene Dembeck, geboren am 17.02.1922.

 

27. Aus Schettnienen, Kreis Heiligenbeil, werden die Geschwister Hannelore Hartmann, geboren im Dezember 1940 und Lothar Hartmann, geboren im April 1943, gesucht on ihrem Großvater Franz Hartmann, geboren am 10.03.1895.

 

28. Aus Schiewenau, Kreis Wehlau, werden die Geschwister Lieselotte Bondzio, geboren am 27.11.1941 in Schiewenau und Monika Bondzio, geboren am 11.02.1944 in Schiewenau, gesucht von ihrem Vater Gerhard Bondzio, geboren am 14.03.1914.

 

29. Aus Tapiau, Kreis Wehlau, Hohlwein-Weg, wird Elfriede May, geboren am 26.03.1939 in Tapiau, gesucht von ihrem Bruder Arthur May, geboren am 15.08.1921.

 

Zuschriften erbittet die Geschäftsstelle der Landsmannschaft Ostpreußen, Hamburg 13, Parkallee 84/86 unter Kindersuchdienst 4/57

 

Seite 6   Beschaffung von Geburts- und anderen Urkunden. Die aus den Memelkreisen geretteten Personenstandsbücher.

Viele Anforderungen von Geburts- und anderen Urkunden durch unsere Landsleute bei unserer Geschäftsstelle, die für Eheschließungen, Nachweis der Staatsangehörigkeit für die Zurückgehaltenen, und andere Zwecke gebraucht werden, veranlassen uns hier zu dieser Angelegenheit aufklärend Stellung zu nehmen. Grundsätzlich muss gesagt werden, dass wir nicht berechtigt sind Ersatzurkunden auszustellen. In jedem einzelnen Falle muss zunächst ein Antrag auf die entsprechende Urkunde bei dem Standesamt I in Berlin-Charlottenburg gestellt werden. Wenn von dort statt der Urkunde ein ablehnender Bescheid kommt, kann man sich noch an das Kirchenbuchamt für den Osten, Hannover, Militärstraße 9, für die evangelischen Landsleute oder das Katholische Kirchenbuchamt für den Osten in München wenden. Kommen von dort auch ablehnende Bescheide, dann ist der Nachweis durch — je Fall — zwei eidesstattliche Versicherungen von Zeugen aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis zu bezeugen, deren Unterschriften von der Polizei beglaubigt werden müssen. Diese eidesstattlichen Versicherungen im Zusammenhange mit den ablehnenden Bescheiden des Standesamtes I und der Kirchenstelle werden als voll gültig anerkannt Bei notwendiger Versendung in die Sowjetunion sind auf Grund der gleichen Unterlagen bei den zuständigen Standesämtern Ersatzbescheinigungen anzufordern.

 

In diesem Zusammenhang möchten wir noch bekanntgeben, dass in der demnächst im Druck erscheinenden „Bibliographie des Memellandes“, bearbeitet von Rektor a. D. Max Szameitat folgende Angaben über gerettete Personalstandbücher (Standesämter und Kirchenbücher der Memelkreise enthalten sind.

 

Memel-Stadt:

Ev. Kirchenbücher von 1690 bis 1835;

 

Tauf-, Trau- und Totenbücher von 1690 bis 1820;

 

Militär-Kirchenbücher (evang.) 1869 bis 1914;

 

Taufregister (kath.) 1869 bis 1914;

 

Trauregister (kath.) 1869 bis 1879;

 

Totenregister (kath.) 1869 bis 1919.

 

Memel-Land:

a) Personenbücher (Geburten, Eheschließungen, Sterbefälle (Standesamtsregister) von Barschken. Buddelkehmen, Dawillen, Jagschen, Klausmühlen, Mellneraggen, Nidden, Prökuls, Schwarzort.

 

Wittauten sämtlich 1874 bis 1938;

 

ferner Gelszinnen 1874 bis 1890;

 

Kairinn 1911 bis 1938;

 

Karkelbeck 1913 bis 1938;

 

Kollaten 1898 bis 1938;

 

Plicken 1874 bis 1897;

 

Sudmanten 1874 bis 1897;

 

Süderspitze 1919 bis 1925;

 

Szarde 1898 bis 1906;

 

Truschellen 1874 bis 1937.

 

b) Kirchenbücher Prökuls (ev.) 1732 bis 1874.

 

Heydekrug:

Stadt Heydekrug (ev.) Taufregister 1896 bis 1910;

 

Schillgallen (kath.) Kirchenbücher 1823 bis 1877;

 

Kallningken (ev.) Taufregister 1910 bis 1934.

 

Alle vorstehend aufgeführten Bücher lagern beim Berliner Hauptarchiv. Berlin-Dahlem, Archivstraße Nr. 12. Es lagern außerdem beim Standesamt I (Ostsektor). Berlin N 54, Rückertstraße 9, Tauf-, Trau- und Totenbücher von Piktupönen, Kreis Pogegen (bis 1944).

 

Es wird wegen der Beschaffung der Urkunden nochmals auf den ersten Abschnitt der Veröffentlichungen hingewiesen. Wegen der Beschaffung von Urkunden aus der Sowjetzone wende man sich an sein zuständiges Standesamt, das die Anforderung übernimmt und die Kosten auf Grund eines gegenseitigen Abkommens mit den Standesämtern der Sowjetzone verrechnet.

Arbeitsgemeinschaft der Memelkreise, Geschäftsstelle Oldenburg i. O., Cloppenburger Straße 302 b

 

Seite 7   Für Todeserklärungen

Eisenbahner Otto Prehn, geboren am 26.03.1895 in Labischin, Kreis Schubin. Heimatanschrift: Königsberg, Deutschordensring 64. Am 04.02.1945 von Metgethen/Königsberg von den Russen verschleppt. Es werden Zeugen gesucht, die seinen Tod bestätigen bzw. über seinen Verbleib etwas sagen können.

 

Eisenbahnbeamter Hermann Domrös, geboren am 05.08.1911 in Kamerau, Kreis Danzig. Letzter Wohnort: Königsberg-Ponarth, Brandenburger Straße 67. Am 29.01.1945 Soldat geworden. Feldpostnummer 36 100. Letzte Nachricht vom 08.03.1945 aus Ostpreußen. Es werden Zeugen gesucht, die seinen Tod bestätigen bzw. über seinen Verbleib etwas sagen können.

 

Vorschlosser Max Odebrett, geb. am 12.03.1882 in Königsberg. Letzte Heimatanschrift: Königsberg-Ponarth, Buddestraße 20. Am 14.04.1945 noch in Königsberg gewesen, dann bis Löwenhagen von den Russen vertrieben, dann vermisst. Es werden Zeugen gesucht, die seinen Tod bestätigen bzw. etwas über seinen Verbleib sagen können.

 

Edith Ehrich, geb. am 17.05.1925 in Seubersdorf, Kreis Osterode. Es werden Zeugen gesucht, die ihren Tod bestätigen bzw. etwas über ihren Verbleib sagen können.

 

Johann Fisahn, geb. am 22.08.1886 in Warlack, Kreis Heilsberg. Beruf: Bauer. Seit dem 16.02.1945 nach Russland verschleppt. Soll Mitte Mai 1945 in Russland verstorben sein. Es werden Augenzeugen gesucht, die seinen Tod bestätigen bzw. über seinen Verbleib etwas sagen können.

 

Mathes Moderegger, geb. am 12.03.1889, und dessen Ehefrau, Auguste Moderegger, geborene Podozuck, geb. am 07.07.1891 und deren Tochter Käthe Moderegger, geb. am 09.08.1930. Letzte Heimatanschrift: Damerau, Kreis Ebenrode. Im Oktober 1944 geflüchtet. Letzte Nachricht von Auguste Moderegger im Februar 1945 aus Pr.-Eylau. Es werden Zeugen gesucht, die ihren Tod bestätigen, bzw. über ihren Verbleib etwas sagen können.

 

Rudolf Stiemer, geb. am 13.12.1873 in Budau, Ostpreußen, soll 1945 auf dem Schiff „Wilhelm Gustloff" gewesen sein. Es werden Zeugen gesucht, die seinen Tod bestätigen, bzw. über seinen Verbleib etwas sagen können.

 

Wachtmeister Helmut Horn, geb. am 18.03.1916 in Königsberg. Heimatanschrift: Friedenau, Kreis Insterburg. Am 22.01.1945 in Königsberg zuletzt gesehen, seitdem vermisst. Es werden Zeugen gesucht, die seinen Tod bestätigen, bzw. über seinen Verbleib etwas sagen können.

 

Alfred Salewski, geb. am 17.04.1904 in Bischwalde, Kreis Löbau. Heimatanschrift: Pinnau, Kreis Heiligenbeil. Blieb als Schwerverwundeter am 28.01.1945 in Königsberg. Es werden Zeugen gesucht, die seinen Tod bestätigen, bzw. über seinen Verbleib etwas sagen können.

 

Zuschriften erbittet die Geschäftsführung der Landsmannschaft Ostpreußen, (24a) Hamburg 13, Parkallee 86.

 

Bestätigungen

Wer kann bestätigen, dass Fritz Kirstein, geb. 05.01.1907, folgende Arbeitsverhältnisse gehabt hat: 1925/1927 Tischlerei Albert Nikolaus, Klingershof 5. 1927/1929 Tischlerei Jauknat, Lieper Weg, von 1929/1933 als Posthelfer auf den Postämtern 1 und 5, sämtliche Arbeitsstellen Königsberg; vom Sommer 1933 bis April 1934 als Landhelfer bei Friedr. von Knoblauch, Adl. Bärwalde, Kreis Labiau?

 

Wer kann bestätigen, dass Herta Petratus, geb. 07.11.1912, vom September 1930 bis November 1934 bei Jakielski in Treuburg als Hausangestellte beschäftigt war?

 

Wer kann die Arbeitsverhältnisse des Emil Rosengarth, geb. 07.07.1897, bestätigen? Von 1913/1914 Baufirma Osterodt, Insterburg. 1914/1918 Soldat, anschließend bis 1925 bei der Reichsbahn. Bis zum Jahre 1933 hat Rosengarth in verschiedenen Ziegeleien in Insterburg gearbeitet und bis 1939 bei Töpfermeister Neumann und Baufirma Osterodt, Insterburg. Ab August 1939 Landwehrübung bzw. Wehrmacht, später Heizer auf den Flugplätzen Insterburg und Rastenburg.

 

Wer kann bestätigen, dass Franz Tiedtke, geb. am 20.06.1902, aus Braunsberg, von Juli 1938 bis März 1941 beim Verpflegungsamt Braunsberg als Bäcker, von April 1941 bis 1943 als Backmeister in Rastenburg, und von Juli 1943 bis Kriegsende bei der Bäckereikomp. 121. Und 1. Luftwaffenkompanie in Russland als Backmeister tätig war?

 

Wer kann bestätigen, dass Gustav Kunkel, geboren am 09.07.1875, von 1913 bis 1916 in Sumpf, dann bis 1929 in Alt-Dollstädt und von 1927 bis 1940 in Oberkarpen beschäftigt gewesen ist?

 

Zuschriften erbittet die Geschäftsführung der Landsmannschaft Ostpreußen, (24a) Hamburg 13, Parkallee 86.

 

Seite 7   Salzburger Verein.

Ferien für Kinder im Salzburgischen

Auch in diesem Jahr wird auf Einladung der Landesregierung Salzburg eine Kinderferienfahrt nach Salzburg stattfinden. Der Termin wird voraussichtlich etwa vom 9. Juli bis 9. August 1957 liegen. Die Kinder werden, wie in den Vorjahren, zunächst an einem Ferienlager unter Leitung des evangelischen Pfarramtes in Salzburg im Hochkeilhaus teilnehmen und dann eine Woche im evangelischen Schülerheim in Salzburg untergebracht werden, um die Sehenswürdigkeiten Salzburgs kennenzulernen. Das Alter der Kinder soll möglichst zwischen zwölf und vierzehn Jahren liegen. Die Kinder sind für die Zeit ihres Aufenthaltes in Salzburg Gäste der Landesregierung. Die Kosten der Hin- und Rückfahrt — voraussichtlich in verbilligtem Sammeltransport — sind von den Eltern zu tragen.

 

Anmeldungen werden möglichst frühzeitig erbeten an Salzburger Verein, z. H. Dipl.-Volkswirt Ludwig Langbehn, Bielefeld, Turnerstraße 11.

 

Rest der Seite: Unterricht, Verschiedenes, Werbung, Bekanntschaften, Stellenangebote

 

Seite 7   Angerburger 1910/1913!

Treffen in den Osterferien in Köln geplant. Gebt Anschriften mit Wünschen für Ort und Zeit an. Gustav Imber, Remscheid, Hindenburgstraße 1.

 

Seite 8   Suchanzeigen

Mit Foto: Wer kann Auskunft geben über unseren Sohn Kurt Gronau, geb. 29.09.1924 in Heiligenhain, Kreis Labiau. Er war zul. Gefr. beim Panzerzug 4 in Milowitz-Liessa a. d. Elbe bei Prag. Für jede Nachricht dankt: Wilhelm Gronau, jetzt Lohr a. Main, Fischergasse 346. Unkosten werden erstattet.

 

Suche folgende Kameraden der früheren 4. Transport-Kompanie, Sich.-Bat. 240, Hauptmann Kroll, Lehrer aus Memel; Rechnungsführ. Max Herzogkeit. Lehrer aus Tilsit; Uffz. Richard Scherwinski, Lehrer bei Schillen; Stabsfeldwebel Ernst Morschek, Zollbeamter, Königsberg Pr., oder andere Kameraden, die mit mir in Szillein, Slowakei, waren. Bitte meldet Euch recht bald!  Max Kuhnke, ehemaliger Stabsfeldwebel aus Tilsit, Ostpreußen, jetzt Stephansposching 17 bei Plattling (Ndb.).

 

Wer kann Auskunft geben über Walter Assmann, geb. 24.12.1910 in Pohiebels. bis 1940 landw. Beamter auf einem Gut im Kreis Sensburg, dann Soldat, 1944 letzte Nachricht von der Ostfront; Friedrich Assmann, geboren 04.02.1912 in Pohibels, seit 1939 Soldat, gegen Ende des Krieges in Italien; Charlotte Assmann, geboren 29.04.1913 in Pohiebels, letzte Nachricht Ende 1944 aus Belzig oder Beelitz. Nachricht erbeten für Michael Assmann unter Nr- 71 941 das Ostpreußenblatt, Anz.-Abteilung Hamburg 13.

 

Gesucht wird Hans Harder, geboren am 16. August 1916 in Memel, Schuhmacher, seit 1941 als Gefreiter in Polen vermisst. Hugo Struck, Preetz, Reuterstraße 20

 

Wer kann Auskunft geben über meinen Sohn, Gefr. Alfred Herder, geb. 30.11.1925 in Klogehnen, Kreis Mohrungen, Ostpreußen, Feldpostnummer 01 376 A? Letzte Nachricht September 1944 von Epinal, Frankreich. Um Nachricht bittet seine Mutter, Aug. Herder, Driftsethe 68 über  Bremerhaven, früher Gillwalde, Kreis Mohrungen, Ostpreußen.

 

Wer weiß etwas über das Schicksal meines Vaters Friedrich Powills, geb. 23.10.1879 in Lauknen, Ostpreußen, letzter Wohnort Rauschen/Sassau, Kreis Samland, Portounk. Kosten werden erstattet. Fr. Klautke, Hamburg-Harksheide, Ulzburger Straße 128,

 

Wer kann Auskunft geben über, das Schicksal meines Bruders Heinrich Hasse, zul. Wohnhaft Königsberg Pr., Jahnstr. 13? Nachr. erb. Helene Jodies, (24 a) Buxtehude bei Hamburg, Poststraße 2. Porto wird vergütet.

 

Suche Familie Otto Bollgönn und Anna Bollgönn, aus Rauschen-Düne, Samland; Familie Otto Bolsch, ehemaliger Zollbeamter in oder bei Ragnit, im Frühjahr 1944 als Stabsfeldwebel bei I.R. 1, 22. Bat., Goldap, Wilhelmstraße; Familie Willi Rutkowsky, zuletzt wohnh. Goldap, Blumenstr. Nr. 41. Nachricht erb. Frau Anna Sommer, Heiningen, Kreis Goslar, früher Goldap, Blumenstraße 41.

 

Gefangenenlager: Stadt Pr.-Eylau 1945 Otto Bewer, Maschinenbaumeister, 46 Jahre alt, aus Kreuzingen, Elchniederung und Plöhnen, Polen, beschäftigt in der Schlepperwerkstatt der Russen, soll Anfang September 1945 gestorben sein. Bauern aus dem Kreis Tilsit und Memelland brachten die Nachricht ins Lager an der Landsberger Straße. Bitte herzlich um Nachricht, wer meinen Mann kannte. Frau Erna Bewer, (13b) Gempfing über Neuburg (Donau).

 

Suche Käthe Schwarz, geb. Kusch, geb. 06.12.1901 in Gr.-Ottenhagen, wohnte Königsberg Pr., Löbenichtsberger Kirchenplatz 8, ausgebombt 1944, verzogen nach Gr.-Lindenau zur Schwägerin Kusch, am 20.11. mit Transport nach Leipzig. Nachricht erbittet Anna Fehlau, Walsrode, Hannover, Kreisaltersheim, früher Karlshof, bis 1945 Pflegeanstalt Tapiau.

 

Suche Familie Wachtel, aus Königsberg Pr., Heidemannstr., früher Waldkeim. Frau Gertrud Feyerabend, Herten-Scherlebeck/Westfalen, Bergstraße 99.

 

Wer kann Auskunft geben über Frau Luise Berta Potreck, geb Groß, früher wohnh. Königsberg Pr., Tamnaustraße 17 (Wäscherei) Sie war bis April 1945 in Königsberg. Nachricht erb. Karl Potreck, Hamburg-Fu., Alsterkrug-Chaussee 603.

 

Gesucht wird Minna Allenhöfer, geb. Kniest, geb. 27.09.1886. Ehefrau des Schuhmachermeister Karl Allenhöfer, Ebenrode, Ostpreußen, Kleiner Markt 1. Nachricht erb. Georg AIlenhöfer, Stuttgart - O., Werastraße 95.

 

Suche: Minna Voß, geb. Dengel, geb. etwa 1887, aus Königsberg Pr., Bülowstr. 18. Meta Schwill, geb. Voß, letzter Wohnort Königsberg Pr., Bülowstr. 18. Herta Lewandowski, geb. Voß, letzter Wohnort: Königsberg, Yorckstraße Nr. 73. Nachr. erb. Lisa Schumacher, Hamburg 13, Heimhuder Straße 12.

 

Gesucht wird die frühere Kassenführerin der Kreishandwerkerschaft Ebenrode, Fräulein Toni Stockfisch. Nachricht erbittet Fritz Jamm, Schmiedemeister, früher Katenau, Kreis Ebenrode, jetzt Rotehburg o. d. T., Kapellenplatz 7.

 

Suche Elisabeth Müller, Königsbg Pr., Köttelstr., zuletzt bei einem Filmverleih tätig gewesen. Der Betrieb wurde seinerzeit wahrscheinlich nach Heiderode, Westpreußen, evakuiert. Nachricht erb. Annemarie Eitner-Ecker, Waldenbuch-Stuttgart, Forchenweg 32.

 

Erben gesucht! Wer kennt die nachstehend aufgeführten Personen und kann Auskunft geben, wo sich diese befinden? Dieselben sind nach dem Kriege aus Königsberg Pr. zum Westen geflüchtet. 1. Anna Pilz, geborene Leymann, Königsberg Pr., Collegienstraße 2, geboren 1882; 2. Luise Stachowiak, geb. Leymann, Königsberg Pr., Alter Garten 59, geb. 1888, mit ihren vier Kindern Helmuth, Elsbeth, Edith und Christa; 3. Emilie Peters, geb. Leymann. Königsberg Pr., Karlstr., geb. 1894. Nachricht erbittet Hans Peters jr., Duisburg, Moltkestr. 71 A, als Nachlasspfleger.

 

Königsberg! Abschnitt Nord! Dringend gesucht fürRentensache Angehörige der Polizei 4. Komp. II. Regt. Wer hat mich 1945 in Burgschule (Landgraben), oder Kommando-Stelle Hufenallee gekannt? Unkosten-Erstattung. Georg Falkenthal. (24) Elmshorn, Holstein, Klaus-Groth-Promenade Nr. 10

 

Bestätigungen

Zum Zwecke der Todeserklärung meines Vaters, des Gastwirts Julius Hohmann, aus Altendorf, bei Gerdauen, Ostpreußen, der im Herbst 1946 im Lagerlazarett des Gefangenenlagers 7533 in Pr.-Eylau an Typhus oder Ruhr verstorben sein soll, suche ich einen im Lagerlazarett tätig gewesenen Krankenwärter Willy Schulz. Er ist nach Angaben eines beim Beerdigungskommando tätig gewesenen Otto Neumann, früher Hofverwalter auf dem Rittergut Kl.-Gnie. Kreis Gerdauen, im Zivilberuf Schlosser gewesen, da Schulz vom Krankenwärterposten im Jahre 1946 oder 1947 in die Werkstatt einer Schlosserei versetzt wurde. Nachricht, erbittet Kurt Hohmann, Bottrop Westfalen, Gust-Ohm-Straße 73 a.

 

Achtung Wormditter! Wer kann bestätigen, dass ich vom November 1925 bis Mai 1934 in der Gerberei J. P. Dargel, Nachfolger F. Kirstein, Elbinger Straße 114, als Gerber beschäftigt gewesen bin. Unkosten werden erstattet. Otto Bedder, (14b) Möhringen über Riedlingen, Kreis Saulgau, früher Königsberg.

 

Wer kann bestätigen, dass mein Mann, Walter Kotzahn, geboren 22.12.1918 in Lötzen, Ostpreußen in den Lagern Elbing, Pr.-Eylau oder Dt.-Eylau war? Wer war mit ihm zusammen? Nachricht erbittet Frau Herta Kotzahn, Dortmund, Burgholsstraße 110.

 

Otto Stascheit, Kö igsberg Pr., Roßg. Markt 4a, sucht in Rentenangelegenheit ehemalige Arbeitskollegen oder Bekannte, die seine Tätigkeit als Expedient  in der Brauerei Schönbusch bis zur Flucht bestätigen können. Herzl. Bitte um Adressenang.; jetzt Heidenoldendorf Nr. 200, Kreis Detmold.

 

Achtung Königsberger! Wer kann mir mein Arbeitsverhältnis 1934 bis 1939 im Städt. Krankenhaus bestätigen? Unkosten werden erstattet Frau Gertrud Feyerabend, Herten-Scherlebeck, Westf., Bergstraße Nr. 99

 

Amtliche Bekanntmachungen

14 II 7/57      Aufgebot

Frau Maria Kalkowski, geb. Lehwald, in Hildesheim-Neuhof, Neuhofer Straße 117, hat beantragt, die verschollene Ehefrau Martha Lehwald, geb. Jestrimski, Zivilist, geboren am 28.08.1906 in Dargau, Kreis Pr.-Holland, Ostpreußen, zuletzt wohnhaft in Elbing, Westpreußen, Kolonie Trettinkenhof 11, für tot zu erklären. Die bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich bis zum 15. Juni 1957 bei dem hiesigen Gericht, Zimmer Nr. 9, zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen kann. An alle, die Auskunft über Leben und Tod der Verschollenen geben können, ergeht die Aufforderung, dem Gericht bis zu dem angegebenen Zeitpunkt Anzeige zu machen.

Hildesheim, den 6. März 1957    Das Amtsgericht

 

54 II 4/57     Aufgebot

Der Wilhelm Kleine-Benne, Essen, Agnesstraße 16, Vormund der Helga Kerbs, geboren am 06.08.1939, hat beantragt, die Eltern seines Mündels, a) Schlosser Max Kerbs, geboren am 10.10.1905 in Graudenz (Oberschütze), b) Frau Frieda Kerbs, geborene Dziomba, geboren 24.01.1903 in Deutsch-Eylau, beide zuletzt wohnhaft gewesen in Lyck, Ostpreußen, Hindenburgstraße Nr. 48/49, für tot zu erklären, weil sie während des letzten Krieges vermisst sind. Die Verschollenen werden aufgefordert, spätestens am 9. Juli 1957, 9 ½ Uhr, Zimmer 20, dem unterzeichneten Gericht Nachricht zu geben, widrigenfalls sie für tot erklärt werden. Alle, die Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen geben können, werden gebeten, dies spätestens im Aufgebotstermin dem Gericht anzuzeigen.

Essen, den 4. März 1957     Das Amtsgericht

 

Aufgebot

Die gerichtliche Todeserklärung der nachstehend bezeichneten Person ist beantragt worden. Die bezeichnete Person wird hiermit aufgefordert, sich zu melden, widrigenfalls sie für tot erklärt werden kann. Alle, die Auskunft über die bezeichnete Person geben können, werden hiermit aufgefordert, bis zum Ende der Aufgebotsfrist bei dem unterzeichneten Amtsgericht Anzeige zu machen. Die Buchstaben bedeuten: a) Anschrift am letzten bekannten Wohnsitz, b) letzte bekannte Truppenanschrift, c) zuständiges Amtsgericht und dessen Aktenzeichen, d) Ende der Aufgebotsfrist, e) Name und Anschrift des Antragstellers. Kurt Thiel, 09.01.1925 Hohensprindt, Kreis Elchniederung, Jungbauer, Gefreiter, a) Hohensprindt (Augustlanken), Ostpreußen, b) Feldpostnummer 10 785, c) Walsrode, 1 II 11/57, d) 20.05.1957, e) Frau Ida Thiel, geborene Szonn, Mengedorf, Kreis Fallingbostel.     Amtsgericht Walsrode, 25.02.1957

 

Familienanzeigen

Günter Werner, geboren am 8. Februar 1957. Die glückliche Geburt ihres ersten Kindes zeigen in dankbarer Freude an: Waltraud Kleinert, geb. Heim. Günter Kleinert. Regitten, Kr. Samland, Ostpreußen. Dresden N-6, Großenhainer Straße 30, jetzt Alken a. d. Mosel, Oberstraße 24

 

Claudia-Angela. Unsere beiden Jungen haben ein Schwesterchen bekommen. In dankbarer Freude:  Marga Wittig, geb. Buchhorn. Georg Wittig. Redden bei Domnau, Kreis Bartenstein, jetzt Bremen-Huchting, Braaklandsweg 38

 

Ihre Vermählung geben bekannt: Hansjürgen Alshuth, früher Fischhausen. Christa Alshuth, geborene Mende, früher Breslau. Stuttgart-Degerloch, Felix-Dahn-straße 60

 

Ihre Vermählung geben bekannt, Heinz Funk, Dipl.-Ing., Süderhastedt, Holstein,  früher Gumbinnen,  Ostpreußen. Brunhilde Funk, geb. Heisrath, Tierärztin. Wattenscheid, Eppendorfer Str. 24, früher Schrengen, Rastenburg. 8. März 1957

 

Als Vermählte grüßen: Heinz Schnorrenberger, St. Goar (Rhein). Marlies Schnorrenberger, geb. Funk, Langenlonsheim. Februar 1957

 

Am 18. März 1957 begehen unsere lieben Eltern, Karl Döbler und Frau Gertrud, das Fest der Silbernen Hochzeit. Es gratulieren herzlich, die dankbaren Kinder, Helmut, Ursula Werner und Gerhard. Gleichzeitig grüßen wir alle Verwandten und Bekannten. Jungingen, Kreis Hechingen, Hohenzollern-Siedlung 277

 

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten stellen wir uns als Silberpaar vor. Gustav Till und Frau Elsa Till, geb. Schöwe. Goslar (Harz), Feldstraße 90, früher Powunden, Kreis Samland, Ostpreußen

 

Für die mir zu meinem 70. Geburtstage gesandten Glückwünsche danke ich allen Heimatfreunden, Verwandten und Bekannten recht herzlich. Maria Sulimma. Neuendorf, Kreis Lyck, jetzt Bergisch Gladbach, Oberheitkamp 70

 

Am 21. März 1957 feiern meine Eltern, Schwiegereltern und Großeltern, Gustav Kausch und Frau Marta Kausch, geb. Morzick, aus Hoverbeck, Kreis Sensburg, jetzt Braunschweig, Mauernstraße 10, ihre Goldene Hochzeit. Es gratulieren: Sohn Willy, Schwiegertochter Luise und Enkel Lothar

 

Allen Verwandten, Freunden und Bekannten danke ich auf diesem Wege, die meiner zum 80. Geburtstag gedacht haben, herzlichst. Angelika Gludau, aus Labiau, Ostpreußen, jetzt Alveslohe, Kreis Segeberg

 

Seite 9   Am 9. März 1957 bei Agnes Miegel.

Foto: „Ich dank' dir schön, mein Jungchen …“ Der ostpreußische Junge aus Rößel, der als Sprecher seiner Düsseldorfer Schule Agnes Miegel gratulierte, nahm glücklich den Dank der Dichterin entgegen. Immer wieder war es die Jugend, die an diesem Tag in das Nenndorfer Heim von Agnes Miegel kam, vom sechsjährigen Blondschopf angefangen bis zu den großen, die schon an der Schwelle des Erwachsenendaseins stehen. Sie haben die Erinnerung an die Heimat mitgenommen, die durch Agnes Miegel und ihre Werke immer lebendig gehalten wird.

 

Foto: Neununddreißig Jahre sind sie nun schon zusammen, Agnes Miegei und ihre treue Gefährtin Elise Schmidt, kurz „Tatta" genannt. 1918 haben sie zueinander gefunden, und von da an wich „Tatta" keinen Schritt von der Seite Agnes Miegels. Sie hat die unvergesslichen Jahre in Königsberg miterlebt, sie hat Agnes Miegel auf dem schwersten Weg begleitet, und sie stand mit ihr zusammen die Zeit im dänischen Lager durch. „Wo wäre ich ohne meine Tatta geblieben", sagt Agnes Miegel. Auch heute, an ihrem 78. Geburtstag, greift sie in Dankbarkeit nach der Hand ihrer treuen Hausgenossin und Begleiterin.

 

Das Zimmer ist ein Blumenmeer. Nelken in üppiger rosa Fülle, das brennende Rot der Tulpen, das leuchtende Gelb der Osterlilien. Auf der sonnenhellen Terrasse singt ein Kinderchor. „Land der dunklen Wälder ...“ klingt es durch die noch märzkahle Landschaft am Fuß des Deisters. Blumen, Lieder und die Glückwünsche der vielen Gäste, die an diesem Tag nach Bad Nenndorf gekommen sind, gelten der Frau, die für viele von uns unsere Heimat Ostpreußen verkörpert: Agnes Miegel!

 

Es ist der 78. Geburtstag der Dichterin, die hier in Bad Nenndorf, in der Nähe von Hannover, eine neue Heimstatt gefunden hat. In einem schmucken, weißen Häuschen, von dessen Terrasse man einen weiten Blick über die Waldhänge des Deisters hat. Umhütet und umsorgt von ihren beiden Weggefährten, „Tatta", wie Elise Schmidt nun einmal heißt, seit vor Jahr und Tag ihre Neffen dieses Wort prägten, und der jungen Heimgard von Hingst. Sie sorgen auch heute dafür, dass die Flut der Gratulanten nicht das Geburtstagskind erdrückt. Von Tatta sorglich in warme Decken gehüllt, sitzt es auf der Schwelle zur Terrasse mit einem glücklichen und doch ein wenig wehen Lächeln und hört das Lied unserer Heimat, das ihr zu Ehren gesungen wird.

 

Sie sind von sehr weit hergekommen, die jungen Sänger und ihr Rektor Grimoni. Und wer recht hinhört, vernimmt zwischen der anheimelnden ostpreußischen Klangfärbung der jungen Stimmen auch rheinischen Dialekt. Denn Rektor Grimoni hat seine ostpreußischen Jungen und ein paar ihrer rheinischen Kameraden in einen Bus gesetzt und ist mit ihnen von Düsseldorf nach Bad Nenndorf gefahren. Nun spielen und singen sie unter Leitung ihres Musiklehrers Ulmer den Geburtstag der Dichterin ein. Einer der ihren, ein ostpreußischer Junge aus Rößel, spricht Worte aus den Werken von Agnes Miegel.

 

Vor dem grünen Rasen an der Breitwand des Weißen Hauses wartet aber schon eine andere Schar darauf, dass sie endlich an die Reihe kommen darf. Sie haben keinen so weiten Weg wie die Düsseldorfer, die Jungen und Mädchen des Nenndorfer Gymnasiums, die zu den treuesten Gratulanten gehören und die es sich nicht nehmen lassen, in jedem Jahr am 9. März der Dichterin die ersten Frühlingslieder zu singen.

 

So erhellen Kinderstimmen diesen Tag. Wie sollte es auch anders sein? War es nicht immer so, dass die Jugend an diesem Tag der Dichterin bewies, wie sehr ihre Werke zum kostbarsten Gut aller jungen Menschen wurden, die die Heimat lieben wie sie? Darum konnte wohl auch kein Geschenk an diesem Tage Agnes Miegel so sehr beglücken wie jenes, in braunes Leder gebundene Bändchen, das Hanna Wangerin im Auftrage der ostpreußischen Jugend dem Geburtstagskind überreichte; eine Sammlung von Bildern ostpreußischer Kinder. Kinder, die nie ihre Heimat gesehen haben, denn ihre Wiege stand schon hier im Westen, in Hamburg, am Rhein, in Hessen. Und doch ist es das junge, lebendige Ostpreußen, das mit diesen Bildern festgehalten wurde, wie auch die Widmung besagt: „Unsere Agnes Miegel grüßt zum 9. März 1957 das junge, lebendige Ostpreußen“.

 

Zwischen dem Kreis der vielen Gratulanten, der alten und neuen Freunde der Dichterin, taucht immer wieder ein kleiner Gratulant auf, der mit sehr viel Stottern oder auch mit stummer Verlegenheit die Grüße der Eltern überbringt. „Ich dank' dir schön, mein Jungchen ...“ Hatte es nicht immer so geklungen am 9. März, ob in Königsberg oder in Bad Nenndorf, wenn auch die kleinen Geburtstagsgäste von einst heute schon, ihre Kinder zum Glückwünschen schicken?

 

Ja, wie einst in Königsberg hatte auch heute hier in Bad Nenndorf die Türglocke vom frühen Morgen an nicht stillgestanden. Briefe, Päckchen, Bücher, Blumen ... Ministerpräsident Hellwege schickte einen Riesenstrauß rosa Nelken und einen herzlichen Glückwunsch. Im Auftrage des Kultusministers von Niedersachsen erschien Oberregierungsrat Dr. Georg Grabenhorst und gratulierte als Beauftragter und als Dichterfreund: „Sie gehören zu uns hier in Niedersachsen, und wir sind glücklich darüber ...“ Niedersachsen war es, das Agnes Miegel, als sie damals aus Dänemark in die deutsche Heimat zurückkehrte, ein schützendes Dach bot. Es war die alte Wasserburg Apelern. Hoch über dem Burggraben wohnte Agnes Miegel mit ihrer „Tatta" in einem Raum, den ihr der alte Baron von Münchhausen zur Bleibe geboten hatte. Damals, am 9. März 1948, gab es keine Blumenfülle wie jetzt, und den zwei Ostpreußinnen, die an jenem Tage stundenlang zu Fuß zu Agnes Miegel gingen, bot eine Wiese im Schatten der alten Mauern die ersten Veilchen, die sie dankbar pflückten und der Dichterin als blühende Gabe überreichten.

 

Aber die wenigen Briefe, die an jenem 9. März Agnes Miegel erreichten, sprachen mehr als alle kostbaren Geschenke von der Liebe unserer Ostpreußen zu „ihrer" Agnes Miegel. Und dass diese Liebe auch heute lebendig ist, stärker und treuer als je zuvor, klang aus allen Worten und Wünschen. So sprach im Namen der Ost- und Westpreußen aus Hameln Oberst a. D. von Corvin. Ja, die Hamelner, sie hielten überhaupt eine große Überraschung für das Geburtstagskind bereit; zu dieser Stunde, als Herr Seifert im Auftrage der Stadt die Glückwünsche aussprach, wurde in Hameln ein „Agnes-Miegel-Weg" eingeweiht. Und die besten Jungen und Mädchen aller Schulen aus Hameln, die jetzt Ostern in das Leben hinausgehen, erhielten ein Buch der Dichterin zum Geschenk. So geschieht es an jedem 9. März in Hameln.

 

Es wäre noch viel zu berichten von diesen Stunden im Nenndorfer Heim von Agnes Miegel, von all den Glückwünschen und Gaben und auch von den Erinnerungen, die immer wieder aufsprangen. Das schönste Geschenk hat uns, die wir die Werke von Agnes Miegel heute mehr denn je als Trost und Halt und Weisung empfinden, die Dichterin selbst gegeben, dass sie wie keine andere unsere Heimat Ostpreußen lebendig erhält und erhalten wird über alle trennenden Schranken hinaus, die das Schicksal setzt. Ruth Geede

 

Seite 9   Gegen den bösen Blick. Von Hedy Groß

„Mein je, ach mein je, wie sind wir nur vom Pech verfolgt", schrie Franziska verzweifelt durch die offene Stalltür dem Franz zu, der sich drinnen bemühte, die Kette vom Hals der braunen Stute zu lösen, an der sie sich nachts aufgehängt und erwürgt hatte. Die Schlinge hätte durch den Knebel gesichert sein müssen, sie hätte sich nicht zuziehen dürfen. Ach, die Stute hätte überhaupt nicht angebunden sein dürfen, aber die Zwischentür zum nächsten Stall war ja entzwei, heute würde er sie in Ordnung bringen, aber heute war es zu spät.

 

„Das beste Pferd, unser einziges Pferd, mit dem wir uns noch hatten sehen lassen können unter den Leuten. Was spannen wir nur morgen für den Markt an", jammerte die hübsche, leichtsinnige Franziska. Sie raufte dabei ihre krausen kurzen Haare und schluchzte herzzerbrechend. Wie der Franz sie jetzt so sah, schmolz ihm schon wieder das gute Herz. Er vergaß seine Selbstvorwürfe; wie konnte er nur, ja wie konnte er nur! Aber wer sollte auch drauf kommen, dass ausgerechnet die kluge Braune, sich in dieser Nacht so wälzen und dabei selbst erwürgen würde. Jetzt sah der Franz nur noch, wie unglücklich die Fränze war und dass sie getröstet werden musste. Er wollte ihr schnell etwas Schönes versprechen, vielleicht ein neues Kleid, — nein, das ging nicht, da waren sie zu hoch in der Kreide. Aber eine lange Besuchsfahrt am Sonntag. Nanu, die Schimmelstute war doch noch ganz passabel. Ja, ja, sie hatte das kleine Fohlen, man durfte sie nicht solange allein lassen. Aber einmal ist keinmal, es würde schon gut gehen.

 

Aber leider ging es nicht immer gut. Sie waren ein so liebenswürdiges Paar, Franz und Franziska, gesellig und gastfreundlich. Zu gern fuhren sie auf weitentfernte Märkte, auch wenn sie nichts zu verkaufen hatten. Ein alter Wecker fand sich schließlich immer noch, der repariert werden musste. Zu kaufen wagten sie auch meistens nichts, denn sie hatten ja nie Geld, aber wer hatte davon überhaupt schon so viel. Und wenn sie dann fröhlich bei Freunden oder Verwandten saßen, vergaßen sie zu leicht, dass zu Hause die große Sau ferkeln würde. Ach, was konnte da schon passieren, es würde schon gut gehen. Aber wie gesagt, es ging nicht gut. Wenn sie spät, viel zu spät nach Hause kamen, hatte die Sau längst geferkelt und ihre Ferkel nach Sauenart verschlungen.

 

Pech über Pech, und ausgerechnet so liebenswerten, fröhlichen Leuten. Fränze musste ja allmählich zu der Überzeugung kommen, dass sie und ihre ganze Wirtschaft von einem Bösewicht verhext waren. Der Franz wollte ja davon nichts wissen, er nannte das Aberglauben, an den kein Bauer von heute auch nur im Traum denken durfte.

 

„Warum gibt es dann aber diese klugen Frauen, die hellsehen können und in die Zukunft blicken, und ich weiß auch schon eine, die soll was gegen Verhexen können und gegen den bösen Blick und gegen alles", jammerte die Fränze. Der Franz konnte sie ja nicht weinen sehen, aber diesmal mussten wirklich viele Tränen fließen, bis er an einem Morgen wirklich aufbrach und die vier Meilen bis nach Sablicken fuhr, um diese Frau zu holen.

 

An diesem Morgen war es auch gar zu schlimm. „Die ganze Milch is mir sauer geworden, vorem Weilchen gemilcht, frisch vom Stall, gerinnt die Milch", weimerte die Fränze. Dass sie schon drei Tage nicht dazu gekommen war, die Zentrifuge zu waschen, brauchte sie dem Franz ja nicht auf die Nase zu binden.

 

„Ja, Morgensuppe mit geronnener Milch, das kann nich mit rechten Dingen zugehen", nickte der Franz. Und er fuhr.

 

Mit welchen Gefühlen er die Rückfahrt verbracht hatte neben diesem alten dürren Weib, das konnte die Fränze sich denken. Bei dem Anblick der Frau lief es Franziska kalt über den Rücken. Und als sie vom Kolosswagen kletterte, ihr eine unheimliche Knochenhand bot und sie aus unheimlichen Augenhöhlen immer nur anguckte, hätte sie am liebsten geschrien: „Fahr sie weg, fahr sie weg, gleich auf der Stell', die hat ja selbst den bösen Blick!"

 

Aber schon flüsterte der Franz ihr zu: „Sie muss drei Tage bei uns bleiben, sonst nützt es nichts“. Und die Fränze hatte es ja so gewollt. Sie schwieg.

 

Frau Solenka, so mussten sie die steife schwarze Dame nennen, durchstöberte den ganzen Hof, als gehörte er ihr und guckte und guckte. Als sie damit fertig war, begann ein toller Rummel. Sie verlangte Mehl und Wasser, und dazu tat sie aus mitgebrachten Fläschchen andre Wässerchen, und dann fing sie an, unter eintönigem Gemurmel kleine und kleinste Bällchen zu formen, und diese trocknete sie auf dem Herde. Die reinste Hexenküche, Berge von kleinen Kugeln. Dann ging sie in den Garten und schnitt kleine Kirschen- und Birkenzweige, die „besprach" sie stundenlang und schichtete sie dann in einer Ecke der Vorratskammer.

 

Aber man darf nicht denken, dass Franz und Fränze inzwischen untätig zusehen durften. „Habt Ihr öfter Maul- und Klauenseuche im Stall?" herrschte sie sie an, „kein Wunder, der Stall ist behext. Aber ehe ich was machen kann, muss der ganze Dung heraus und der Stall von oben bis unten gelaugt und gekalkt werden. Ihr werdet sehen, ich treib dann das Böse schon raus“.

 

Abends, wenn der Franz es sich bei der Fränze gemütlich machen wollte und absolut keine Lust hatte, nochmal in den Stall zu gehen, — nichts zu machen, jedes Tier musste zur Nacht noch sein Kügelchen in die Krippe bekommen gegen den bösen Geist. Dass dabei die Ketten nachgesehen wurden, war selbstverständlich.

 

Dauernd mussten die beiden mit den Zweiglein besprengen, hier die Glucken, da die Kälber. Von Wegfahren und so keine Rede. Und sie mussten ihr in ihre Knochenhand versprechen, im nächsten halben Jahr nach Sonnenuntergang immer zu Hause zu sein.

 

Dann beguckte sie die Gerätschaften. Da fehlte dies, da fehlte das zu einer richtigen Wirtschaft. Der Franz und die Fränze stotterten: „Ja, ja, haben wir gehabt, aber die Kartoffelmaschine hat der Nachbar kaputtgemacht, die Eggen blieben auf dem Feld …“ Frau Solenkas Augenhöhlen wurden zu Kratern. Dabei, was war da schon groß geschehen? Franz und Fränze teilten gern das ihre mit den andern.

 

„All meine Arbeit ist umsonst, wenn ihr nicht an jedem Sonnabend nachschaut, was von euern Geräten unterwegs ist und alles heimholt. Sei es nun auf den Feldern verstreut oder verpumpt. Ebenso müsst ihr alles, was man euch geliehen hat, in jeder Woche am Sonnabend vor Sonnenuntergang zurückbringen, damit niemand euer Gerät behexen kann“.

 

Ach, es kam alles dran, sogar die harmlose Zentrifuge musste jeden Abend einmal gespült und dann mit den Zweiglein geblitzt werden. Das Stroh, das bis dahin das Fensterglas in den Ställen ersetzt hatte, musste entfernt, alle Fenster mussten verglast werden. Dies Stroh sollte die bösen Geister hereinlassen, die Lähmungen und Influenza mitbrachten.

 

In der letzten Nacht seufzte die geplagte Fränze: „Mein je, mein je, das wird was kosten. Und wir haben doch nichts im Haus. Man hätt‘ sie doch vorher fragen müssen“.

 

Aber am dritten Abend, als die Hexenbannerin auf den Kolosswagen steigen wollte, der Hans brachte sie nachts weg, schließlich brauchte ja im Dorf keiner zu wissen, welch seltsamen Besuch man sich geholt hatte, ja, an diesem Abend verzog die Unheimliche ihren Mund zu einem Lächeln, und sie sah beinahe menschlich aus. Zum ersten Mal sprach sie mit menschlich warmer Stimme: „Ich nehme nur was, wenn es auch geholfen hat. Nach einem halben Jahr erwarte ich euch bei mir, dann sind die Kugeln verbraucht und auch die Ruten ohne Zauber. Dann bringt mir einen Sack Getreide, den bespreche ich euch für die Zukunft. Ich brauche ja keine Angst zu haben, dass ihr mich betrügt, sonst mache ich alles wieder rückgängig“.

 

Und sie behielt, recht. Es half, sie bekam ihren Lohn, und die Leute hatten rein gar nichts gemerkt. „Der Franz und die Fränze scheinen auch zu Verstand gekommen zu sein", sagten sie

 

Rest der Seite: Wir hören Rundfunk

 

Seite 10   Wenn wir von unseren Erinnerungen erzählen …

Jeder von uns möchte gern seine Erinnerungen erzählen, man will sie schließlich nicht immer nur sich selbst vorbeten, besonders wir Ostpreußen, wir sind gesellige, mitteilsame Menschen. Aber da kommt gleich der berühmte Haken, nämlich: keiner will zuhören. Kaum haben wir die schönste Geschichte begonnen, heißt es: „Ach ja, Goldap, da kann ich Ihnen aber mal was erzählen, da werden Sie staunen", und es geht von Goldap nach Lötzen herüber und vom Hundertsten ins Tausendste, und eigentlich sollten wir doch erzählen. Aber wir können ja nun nicht denselben Fehler machen und ihn unterbrechen. Tun wir es aber doch mal, winkt er energisch ab: „Nun warten Sie doch mal ab, ich bin ja noch lange nicht fertig“. Wenn der Abend lang ist, setzen wir noch ein paar Mal mit unserer Geschichte an, unsere Erinnerungen drängen doch heraus. Gelingt es uns aber wirklich mal in einer Atempause des andern, das Wort an uns zu reißen, dann können wir sicher sein, dass es beim ersten Satz von einer andern Seite heißt: „Ach erlauben Sie mal, die Müllers meinen Sie, von denen kann ich Ihnen aber vielleicht was ganz anderes erzählen. Denn die Kusine von meiner Frau, die hatte doch 'ne Nichte und deren Enkelin ... Nee, warten Sie mal, wie war das doch gleich …“ Keine Angst, er kriegt es schon zusammen.

 

Ja, aber warum wundern wir uns eigentlich? Die andern wollen ihre Erinnerungen auch erzählen, genau wie wir. Und uns interessiert das auch nicht, jedenfalls selten. Es interessiert uns in keiner Weise, dass sie ein Herrenzimmer und ein Esszimmer hatten und sogar einen Salon. Auch ein Biedermeierzimmer und die echten Perser sind ohne Interesse, und das Büfett aus bestem Mahagoni kann keinen Hund von hinter dem Ofen locken. Warum eigentlich nicht? Sind doch ganz interessante Sachen.

 

Es kommt auf die Beleuchtung an. Wie ließ mich neulich die Geschichte von einem Büfett aufhorchen! Ich höre die Stimme einer Frau, die gerade aus dem polnisch besetzten Teil unserer Heimat gekommen ist: „Und ganz zum Schluss, ehe ich rauskam, da fasste ich mir ein Herz und ging noch einmal in meine alte Wohnung. Ich wusste, dass ein vornehmes polnisches Ehepaar jetzt dort wohnte. Ich hatte Glück, die junge Polin konnte deutsch und war ganz freundlich zu mir. Und als ich ihr versicherte, dass ich nichts von ihr wolle, nur noch einmal durch meine Wohnung gehen und Abschied nehmen, ließ sie mich herein. Und da saß ich nun zwischen den Sachen, die eigentlich mir gehörten, und die wir uns einst so mühsam alle erworben hatten, und vor mir stand mein Büffet und ich starrte auf dies Büfett und konnte nicht weggehen. Die Polin lud mich zum Kaffee ein. Sie nahm zwei von meinen Rosenthal-Tassen, die blauen Tassen, die die Kinder mir zum Geburtstag geschenkt hatten. Sie stellte sie vor mich hin, sie öffnete meinen Besteckkasten, sie nahm meine guten Teelöffel heraus. Es kam ihr wohl gar nicht in den Sinn, dass das alles ja mir gehörte. So wurde ich in meiner Wohnung mit meinen Sachen bewirtet. Ich war ganz durcheinander. Ich vergaß die Jahre, ich starrte nur immer mein Büfett an, ich hatte das Gefühl, ich müsse aufstehen und dies und jenes zurechtrücken. Das waren doch alles meine Sachen …“

 

Es kommt auf die Beleuchtung an. Ich kenne ein altes Ehepaar, sie haben beide das schwere Schicksal der Ostpreußen zu tragen, und ihre Erinnerungen sind dieselben, denn sie haben immer zusammen gelebt. Wenn die Frau erzählt, ist es eine einzige Anklage gegen wen? Gegen mich, gegen dich, gegen alles, vor allem gegen alle die, die zufällig ihr schweres Erleben nicht haben mittragen können. Man kann ihr nicht zuhören, weil es nur immer heißt: „Ich …  Ich … Ich. Schade. Wenn der Mann von denselben Dingen spricht, möchte man, dass er gar nicht aufhören würde. Er stellt alles auf eine Ebene zwischen mich und sich, wir sind eins.

 

Von denen, die aus ihren Erinnerungen lustige und traurige Geschichten und Späßchen machen können, von denen will ich gar nicht reden, sie finden immer Zuhörer. Aber da fällt mir diese alte Frau ein, sie sagte einen einzigen Satz, als sie an ihre Vergangenheit erinnert wurde, und er traf mich sehr. Sie sagte langsam und sinnend: „Das Schlimmste ist, wenn man kein Bett mehr hat“.

 

Ich weiß nicht, woran ich in diesen Sekunden dachte. An die Zeiten, wo wir alle kein Bett mehr hatten, oder an die Zeit kurz davor, wenn ich nach Hause zum Besuch kam und meine fromme Mutter mich jeden Abend in mein Zimmer hinaufbegleitete, das nie verändert wurde, obwohl ich schon lang von zu Hause weg war, und das ich damals immer meine Heimat nannte. Und wenn ich mich dann in mein schönes Bett legte und es sozusagen genießend in mich aufsaugte und meine Mutter noch ein bisschen bei mir auf der Bettkante saß; dann sagte sie auch manchmal: „Wie schön, wenn man noch ein Bett hat“. Vielleicht dachte ich daran. Man muss wohl in dem andern etwas wachrufen, wenn man seine Erinnerungen erzählt, dass es in ihm sagt: „Ja, so war es, hör mal zu, das ist etwas von dir, dass, geht dich auch an“.

 

Ich kann jedenfalls sagen, dass mich oft Erinnerungen andrer bis ins tiefste Herz getroffen haben und mir lange nachgegangen sind. Hilde Klein.

 

Seite 10   Blätter ostpreußischer Geschichte. Von der Reichsstraße Nr. 1

Skizze.

Von Eydtkuhnen bis nach Aachen begleiteten die gelben Schilder mit der „1" die von Ost nach West längste deutsche Fernstraße über Insterburg, Königsberg, Elbing, Marienburg, Schneidemühl, Berlin, um heute noch von Helmstedt über Braunschweig, Hildesheim, Hameln nach dem Rhein und über Aachen zur holländischen Grenze nach Vaals zu führen. Wie oft hat wohl im Kriege ein Ostpreuße beim Anblick dieser Zahl irgendwo in Deutschland gesagt: „Wenn Du dieser „1" immer nachfährst, kommst Du nach Hause“.

 

Seit dem 28. Mai 1934 tragen derartige durchgehende Hauptstraßen den Namen Reichsstraße. Sie werden heute von den Ländern im Auftrage der Bundesrepublik verwaltet und heißen Bundesstraßen. Einige von ihnen führen besondere Namen wie Bergstraße, Ruhrschnellweg und Alpenstraße.

 

Mit der vorgenannten Verkehrsordnung vom Jahre 1934 wurde ein Schlussstrich gesetzt hinter eine mehr als hundertjährige Geschichte des deutschen Straßenbaus Für die wichtigsten Straßen sollte nach vielgestaltigem Durcheinander die Breite des Fahrdamms einheitlich auf sieben Meter gebracht werden. Die Worte Knüppeldamm, Kiesstraße, Steinpflaster, Schotterstraße kennzeichnen nur etliche Formen des Unterbaues, die den Unbilden der Witterung und der Beanspruchung durch den Verkehr in recht verschiedener Weise trotzten. Die Knüppeldämme, mit denen die Ordensritter in Preußen damals vorbildlich schlechte Wegstrecken überbrückt hatten, vergingen in späterer Zeit, wo man die Wege nicht besserte, da sie ja im Kriege den Feinden dienen könnten. Erst nach den Freiheitskriegen mit verstärkten Verkehrsbedürfnissen begann der neuzeitliche Straßenbau. Wir wollen ihn ein wenig an den östlichen Teilen der Reichsstraße 1 verfolgen.

 

Eins der ersten Stücke war die kurze Strecke Insterburg - Kraupischkehmen in Richtung Gumbinnen. Sie wurde schon 1813 begonnen mit kriegsgefangenen Franzosen, die man beschäftigen wollte. Und dieses erste Stück erwies sich später als außerordentlich haltbar, weil man das Planum zuunterst gepflastert hatte, darauf den Schotter brachte und mit Kies festwalzte. 1818 war die Strecke fertig, sie konnte aber aus Geldmangel erst 1825 weitergeführt werden. Man half sich auf geschickte Weise. Viele Schatullbauern und andere Landwirte konnten damals ihren Zins nicht aufbringen. Die Behörde ließ sie dafür Steine und Kies anfahren und Scharwerksdienste beim Straßenbau leisten, so dass man bald, im Jahre 1826 eine brauchbare Kieschaussee bis Gumbinnen, dem Sitz der Regierung, fertig hatte. Es gingen dann noch einige Jahre hin, bis der Anschluss nach Westen vollendet war. Königsberg - Taplacken mit langen graden Strecken wurde 1830 der Benutzung übergeben, wobei auffällig für die damalige Zeit ist, dass die Stadt Wehlau des flotten Durchgangs wegen ausgespart blieb, was später Stichstraßen erforderte. In den Jahren 1835 bis 1837 wurde die Lücke zwischen Taplacken und Insterburg in schöner gerader Linienführung geschlossen und gleichzeitig von Gumbinnen aus die Landesgrenze in Eydtkuhnen erreicht. Durch eine Bekanntmachung der Kgl. Regierung zu Gumbinnen vom 17. Juni 1837 wurde die neu angelegte Chaussee von Taplacken bis zur Grenze in Eydtkuhnen eröffnet, „eine Strecke von 1272 Meilen, deren Bau im Mai 1835 begonnen hatte und wozu 445 017 Thaler veranschlagt waren“.

 

Gleichzeitig wurde auf dieser Straße, die nicht nur den Frachtverkehr beleben sollte, eine tägliche Fahrpost eingerichtet. Ihr folgte schon im nächsten Jahre eine Schnellpost, so dass man in einem Tage nach und von Königsberg reisen konnte.

 

Die neue glatt befahrbare Fernstraße entthronte einen seit der Ordenszeit vielbenutzten Weg, nämlich den über die Kurische Nehrung nach Memel und weiter nach Riga. Nun gelangte man bequemer über Taplacken, von wo nach Tilsit wie mit dem Lineal gezogen der Anschluss nach dem weiten Raum nördlich des Memeldeltas gebaut wurde.

 

Zu den Seiten unserer Fernstraße 1, erwachte weiteres Leben. Unternehmungslustige Gutsbesitzer taten sich zusammen, gründeten Aktiengesellschaften, um in den einzelnen Kreisen Anschlusschausseen zu bauen. Im Kreis Insterburg zum Beispiel entschlossen sich die Anlieger schon im Jahre 1838, nach Süden zu bis Jänischken auf dem schweren Lehmboden eine Straße zu beginnen. Sie erlitten dabei leider Schiffbruch, so dass der Staat die Aktien übernehmen und das Unternehmen vollenden musste. Ähnlich entstanden vielenorts die späteren sogenannten Kreischausseen, wogegen die großen Fernstraßen Provinzialchausseen hießen. Der Nahverkehr wurde wichtiger als der Fernverkehr, der nach kaum einem Menschenalter zunehmend von den entstehenden Eisenbahnen übernommen wurde.

 

Und da half sich jeder Kreis möglichst mit nahegelegenen Baustoffen. Viele Ostpreußen werden sich der für Neuschotterung angefahrenen Haufen aus Lesesteinen erinnern und auch an die Steinschläger denken, die hinter schütteren Windschirmen mit ihren Hämmern funkensprühend die brauchbaren Schottergrößen herstellten. Mancher Bauer hat dadurch nicht nur bares Geld sich verschafft, sondern auch seinen Acker von lästigen Steinen befreit.

 

Zuletzt sei noch der Sommerwege gedacht! Das waren schmale Kieswege zur Seite der geschotterten Fahrbahn, die bei gutem Wetter beliebt waren zur Schonung von Pferd und Wagen. Wie rollte da der Kutschwagen hinter den flotten Trakehnern dahin unter den schattigen Linden oder den wehenden Schleiern der Birken. Sie hatten ihre eigene Poesie, die Straßen im Raume der Reichsstraße 1, bis, nach dem Ersten Weltkriege, das Auto das Pferdeleben auf diesen Kunststraßen Geschichte werden ließ. Dr. Grunert

 

(Über die sogenannte „Berliner Chaussee", den von Königsberg am Frischen Haff entlang führenden Abschnitt der Reichsstraße 1, wird das Ostpreußenblatt in einer späteren Folge berichten.)

 

Seite 10   Ostpreußische Späßchen

Dat röchtige Peerd

Ons Nahber heet Pold. Eeggentlich heet he Leopold wie sien Voader, oawer Pold war leichter zu segge. He wär e deeger Fleescher, leet oawer keinem Kornus stoahne. So sechs Weeke vär Wiehnachte on e poar Weeke no Wiehnachte hat he väl fremd to schlachte bei de Bure. Dat war denn ok de enzige Tied im Joahr, wo he ziemlich nüchtern wär. Op de andre Sied Stroaß wohnt de Gärtner, on sin Fru hät unserm Pold dem Noame Füerlölj (Feuerlilie) angehängt, weil he son dicke rote Schnauzer hät. Nu huckt da Pold eines Tags im Kroog mit e paar Bure tosamme und helpt enne e Deel vons Melkgeld to versupe, wo jenne ute Meierei geholt hadde.

 

„Hör man, Pold", säggt ener von de Bure, „kunnst di nich dem Schnauz afnähme loate? De is doch väl to lang und is di bim Äte im Wegg. Loat zur Prow de Hälft' afschniede“. „Na, umsonst warscht di doch dem Boart nich afnähme loate", meent de Bäcker Borowski, „da mots vöre halwe Boart doch bie wenigsten e Flasch Schnaps rutsprönge“. Nu wurd hin und her geredt, und schon holt ener dem Balbutz. Ruck zuck war de Halwschnauzer ratzekoahl weg. De Pold moakt dämliche Oge, als se em en Speegel under de Näs hölte und mussd sich de andre Sied Schnurrbart ok wegresöre loate, häd sien Flasch Schnaps ower verdönt.

 

De Gastwirtsfru war e Witwe mit twei grote Döchtersch. Se säd tom Pold: „Lieber Meister Schönberg, wir brauchen doch so nötig ein Pferd. Wo könnten wir doch eins kriegen?" De Pold säd, dat oppe Week joa Peerdsmarcht wär, dann wurd he de Fru all e godes Peerd besorge, wo he doch son groter Peerdskenner wär und kein Kupscheller em anföhre kunnt. He kröch för sien Verspräke ok e halw Pundtke engegote.

 

Am Peerdmarchtsdag wär de Pold schon morgends tiedig op de Feet, dat heet, he huckt all morgends inne Kneip' und kickt durchet Fönster oppe Marcht. „Lieber Meister Schönberg, wird's heute was werden mit dem Pferdekauf?", froagt de Gastwirtsfru. „Na gewöß, oawer wi mötte noch e Wielke wachte, de Zegonersch sönd noch nich do!" meint de Pold ond kröcht ok gliek einem ingegote.

 

No e Stund gung he oppem Marcht und keem mit e grote starke Brune am Kopp wedder. De Madam on de Freileins käme rut, um dat Peerd to besöhne. „Nein, Meister Schönberg, das Pferd können wir nicht kaufen, das ist ja viel zu groß für uns und frisst in vierzehn Tagen unseren ganzen Klee vom Schuppen auf!", säd de Fru; on de Pold ging forts los.

 

No e Wiel käm er mit nem andre Peerd an. De Madamke und de Freileins käme wedder rut. „Ja, das Pferd ist zwar nicht zu groß für uns, aber sehen Sie, lieber Meister Schönberg, was der Gaul für wilde Augen macht! Sicher ist er ein Durchgänger; da trauen wir Frauen uns ja gar nicht auf den Wagen rauf. Das Pferd ist viel zu wild für uns“, säd de Madam; on de Pold zottelt wedder los. He broacht ok noch andre an; en Schimmel, wo to witt wär, on en Rapp, wo schiele sullt. Wedder ging de Pold weg.

 

Min Modder sött am Wocke und spönnt. da käm de Pold: „Fru Meistre, höbbe se noch dat grote Schockelpeerd vom värchte Joahr?* — „Joa, dat es do un steht opper Lucht. Welle se drob spazeereriede?"

 

De Pold redt möt min Modder, un se gäw em dat grote Schockelpeerd vonne Lucht. He nehm et undre Arm ond broacht es inne Enfoahrt vonne Gastwirtschaft. Dat Mäke Augustke spölt gerods dort Flasche. „Gustke, ropens doch de Madamke und de Freileins“. De Gustke rennt in de Gaststow on holt de Fruens. De käme nu mit alle Lied, wo in de Gaststow wäre, um dat nie Peerd to bekicke. De Pold had sich under de Enfoahrt op den Scheck gehuckt und röd Attacke. „Söne se, Madamke, wie de geiht, de frät nicht, de schett nich, de schielt nich, de is nich to witt und geiht Tag on Nacht. Dat es dat röchtige Peerd för enne!" A. Sch.

 

Man immer klettern . . .

Das frühere Bootshaus des Wassersportvereins lag noch an der Böschung des alten Bollwerks am Memelstrom. Nach der dahinterliegenden Seilerstraße zu war es durch einen hohen Bretterzaun abgeschlossen. Der, Pforte dieses Zauns steuerte an einem Sommerabend eine Gruppe älterer Mitglieder zu, die einen ausgedehnten Dämmerschoppen im Klub hinter sich hatte. Voran ging „Onkel Ede".

 

Am Tor angekommen, drückte Onkel Ede auf die Klinke, stutzte, drückte nochmals, ließ die Klinke kopfschüttelnd wieder los, murmelte „Na nu", und blickte dann, die Höhe abschätzend, nach der Oberkante des Zaunes.

 

Die andern wurden aufmerksam. „Ja, was machen wir nun", fragte der eine. „Klettern wir rüber", meinte ein andrer. Und mühsam enterte Mann für Mann, liebevoll von Onkel Ede geschoben, das Hindernis.

 

„So, nun will ich endlich auch hinaus", rief Onkel Ede dann den schnaufend jenseits des Zaunes stehenden Zechgenossen zu, drückte nochmals auf die Klinke der unverschlossenen Tür und trat schmunzelnd unter die Gefoppten. K. L

 

Kleine Freuden

Als unser Vetter Ernstchen in die Dorfschule kam, hielt er es nicht für nötig, sich besonders anzustrengen. Er saß denn auch recht bald bescheiden im letzten Drittel der Klassenplätze, worüber seine Eltern nicht gerade erfreut waren. Eines Tages, als er gerade am Vorabend wieder eine elterliche Vermahnung erhalten hatte, hob er die Hand. Der Kantor fragte ihn, was er denn wolle. Darauf meinte Ernstchen freundlich: „Ach bitt schön, Herr Kanter, setzense mich doch mal auf den ersten Platz“. Der Lehrer musste das Lachen verbeißen und meinte: „Ja, Ernstchen, aber warum denn?" Worauf Ernstchen erwiderte: „Ich mecht mal den Eltern 'ne Freude machen!" A. S.

 

Peter und Ohmchen

Unser kleiner Peter lebt in Bayern und hat keine Erinnerungen an unsere ostpreußische Heimat mehr. Wenn er aber seine durchaus urwüchsige ostpreußische Oma besucht, dann pflegt diese mit ihm immer in der Mundart der Heimat zu sprechen. Neulich berichtete er, dass Ohmchen ihm zum ersten Mal richtige Beetenbartsch vorgesetzt hatte. Peter war zunächst recht misstrauisch. Da aber sagte Ohmchen zu ihm: „Eß man, schmeckt gut!" Seit diesem Tag sagt nun auch Peter beim Mittagstisch immer: „Eß man, schmeckt gut!"

 

Eines Tages kam Peter beglückt nach Hause und zeigte einen Groschen, den die Oma ihm geschenkt hatte: „Weißt, was Ohmchen mir gesagt hat? -  „Na was denn?" - „Peterche, schon man dem Dittche!"

 

Lorbasse

In unserer Heimatstadt A. sah meine Mutter einmal zwei Jungen im Alter von etwa zehn Jahren, die munter Zigaretten rauchten. Sie fragte die kleinen Lorbasse mit Nachdruck, ob sie sich auch die Hosen zugebunden hätten. Darauf erwiderten die beiden Sünder: „Nei, haben Sie vielleicht ein Bandche dafier?“ H. K.

 

Seite 11   Zur Ehre des Pferdes, zur Ehre unserer Heimat. Trakehner-Auktion in Dortmund ein voller Erfolg — Durchschnittspreis für 39 Pferde knapp 4200 DM — Spitzenpreis 12 000 DM für Schimmelstute „Elke"

Foto: Aufnahmen: Dr. Schilke. Eine der größten Stützen der Auktion in Dortmund — als Reiterin wie als entschlossene Hilfe in allen Situationen — ist Fräulein Erdmute von Zitzewitz-Weedern, jetzt Oberhode, Kreis Fallingbostel. Hier sieht man sie mit dem vierjährigen Rappwallach „Baccarat" von Intermezzo des Herrn Bolten-Enzen, der für 3200,-- DM den Besitzer wechselte.

 

Foto: Dr. Schilke, der Geschäftsführer des Verbandes der Züchter und Freunde des Warmblutpferdes Trakehner Abstammung, leitete die Auktion; er hebt gerade bedeutungsvoll die linke Hand. Neben ihm der Auktionator Bose; er war schon bei den letzten Versteigerungen seines Vaters, des bekannten Auktionators der Ostpreußischen Herdbuchgesellschaft, in Ostpreußen mit dabei.

 

Foto: Das Spitzenpferd der diesjährigen Trakehner-Auktion, „Elke", mit ihrem Züchter Dietrich von Lenski und der neuen Besitzerin Karin Nörenberg, Hamburg.

 

Foto: August Kutschinski-Lindhöft mit seinem Wallach „Sturmwind", der für achttausend DM an Fräulein Hannelore Weygand verkauft wurde. Die Aufnahme zeigt das Pferd auf dem Hof in Lindhöft im Sommer 1956. Inzwischen hat sich der Wallach noch hervorragend weiterentwickelt.

 

Anstrengend, aufregend, aber auch wunderbar waren die Tage der diesjährigen Schau und Auktion ostpreußischer Trakehner Reitpferde am 8. und 9. März 1957 in der kleinen Westfalenhalle zu Dortmund. Sie wurden zu einem weithin ausstrahlenden Erfolg unserer Pferde, ihrer jetzigen Züchter in Westdeutschland sowie der Arbeit der aus der Heimat vertriebenen Generation als auch ihrer Väter. Denn schließlich ist das, was erhalten werden konnte und heute dem einzelnen Züchter Freude und Erfolg bringt und weiten Kreisen Westdeutschlands und auch des Auslandes Achtung abnötigt, eingeschlossen in dem Erbgut, das uns die früheren Generationen in Ostpreußen in jahrzehntelangem zielbewusstem Bemühen erarbeitet haben.

 

Von keinem Gut der Heimat, von dem noch Teile in die Gegenwart hinübergerettet werden konnten, geht — wenn wir von den Menschen selbst absehen — eine so starke Leuchtkraft aus, wie vom edlen, ostpreußischen Pferd. Es zeigte sich den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung, den Interessenten, den offiziellen Vertretern verschiedener Landesregierungen, den Vertretern der Presse, des Hör- und Fernsehfunks im festlichen Kleid und in einem würdigen Rahmen. Spannung lag über allem; sie wird auch für den einzelnen Pferdebesitzer erst gelöst und in Freude, Zufriedenheit oder auch in Enttäuschung verwandelt, wenn der Hammer des Auktionators gefallen ist.

 

Dieses Mal hatte man die große Genugtuung zu erleben, dass mehrere schon in Ostpreußen bekannte und verdiente Züchter mit ihren Pferden zu vorzüglichen Erfolgen kamen. Das gilt in erster Linie für den aus Kattenau, Kreis Ebenrode, stammenden Dietrich von Lenski, der in Bremen-Tenever eine Pachtung hat und die von seinem Vater übernommenen Stuten weiterhin zur Zucht benutzt. Er erzielte für seine wunderbare Schimmelstute „Elke" von Herbstwind und der Elfe von Adamas ox den überragenden Spitzenpreis von zwölftausend DM. Ein so hohes Gebot wurde seit dem Kriege bisher nur einmal erreicht, und zwar bei der XV. Eliteschau hannoverscher Reitpferde in Verden im Herbst vorigen Jahres für den volljährigen dunkelbraunen Wallach „Christstern" von Anblick xx. Der Vater der Stute „Elke", der Hengst „Herbstwind", ist bereits in Westdeutschland geboren und zwar im Gestüt Schmoel; er stammt von Perserfürst und der Herbstzeit von Bussard. Die Mutter „Elfe" kam vierjährig mit dem Treck nach Westdeutschland. „Elke" hat einen neuen Stall in Hamburg gefunden.

 

Auch das zweite Pferd des Herrn von Lenski, die braune Stute „Cordula", war sehr begehrt und gehörte von vornherein zu den Spitzenpferden des Angebots. Ihr Preis von 4700,-- DM blieb eigentlich hinter den Erwartungen zurück. „Cordula" stammt von dem Hengst „Absolut" (aus der Zucht von Ehlert-Harpstedt), der in Hunnesrück geboren ist, und der Clemenzia von Hanno und der Carole von Carol, die ebenfalls den Treck mitgemacht hat. Gleich „Elke" ist sie eine mittelgroße Stute von etwa 170 cm Bandmaß, breit und tief gebaut mit viel Aufsatz, kräftigem und korrektem Fundament

mit sehr raumgreifenden Bewegungen, die gerade unter dem Reiter gut zum Ausdruck kommen. Erfreulicherweise kommt die Stute in den Stall der Spanischen Hofreitschule in Wien. (Die beiden Stuten des Herrn von Lenski brachten wir in der Vorschau auf die Trakehner Auktion, die in Folge 8 vom 23. Februar, Seite 6 veröffentlicht wurde, im Bilde, und zwar ist die Schimmelstute „Elke" links — vom Leser aus — zu sehen, die braune Stute „Cordula" rechts. Die Red.)

 

In weitem Abstand von dem Spitzenpreis erfolgte zweimal der Zuschlag für achttausend DM und zwar einmal für den fünfjährigen dunkelbraunen Wallach „Sturmwind" von Sporn und der Semele von Eklatant (von Dampfroß) und der Salm von Paradox xx. Sein Züchter und Aufzüchter ist August Kutschinski, der jetzt eine Pachtung in Lindhöft, Kreis Eckernförde, hat. Sein passionierter Sohn hatte die Freude, die Auktion mitzuerleben, nachdem er während der vierwöchentlichen Vorbereitungszeit in Dortmund seinen Lieblingswallach bestens versorgt und betreut hatte. Dieses Pferd kommt in den Stall von Fräulein Hannelore Weygand-Düsseldorf und übernimmt in gewisser Weise die Verpflichtung, ein würdiger Nachfolger für das ostpreußische Olympiapferd „Perkunos" zu werden.

 

Der zweite „Achttausender" war der wundervolle vierjährige Schimmelwallach „Santos" von Sandor und der Isola Madre von Pythagoras und der Isola Longa von Tyrann, Züchter: Arno Tummescheit-Markershausen, Verkäufer: Trakehner Gestüt Rantzau, Kreis Plön. Dieser, etwa 174 cm Bandmaß messende Schimmel verkörpert in vollendeter Weise das Idealbild des Trakehner Reitpferdes. Bestens im Charakter, zeigt er wohlgelungene Vereinigung seiner englischen und arabischen Ahnen. Mutter und Großmutter befinden sich noch in der Zucht. Auch bei den Auktionen des Hauptgestüts Trakehnen würde er immer zu den Besten gezählt haben. Er wurde nach Köln verkauft. — Für siebentausend DM erhielt ein Käufer aus Stuttgart den Zuschlag für den noblen, bedeutenden Fuchswallach „Marius" von Julmond und der Stute Marlene, die der verstorbene Dr. Brinkhaus aus ehemaligen Militärbeständen übernommen hatte, ohne dass es möglich war, die Abstammung festzustellen.

 

Dreimal ging der Hammer für sechstausend DM nieder und zwar bei der prächtigen Stute „Siegburg" von Fol Ami xx und der Sylva von Martini und der Sonja von Pirol aus der Zucht von Heinz Haasler-Alpen. Diese wundervolle Stute mit allerbestem Schritt und überragendem Galopp und den vollendeten Manieren des klassischen Reitpferdes steht heute in einem Stall in Bremen. Einen etwas höheren Preis hatten wir für den sehr bedeutenden Wirbelwindxx-Sohn „St. Lorenz" a. d. Sabine von Saturn, ebenfalls aus der Zucht von Haasler-Alpen, erwartet. Mit 4700 DM erschien er uns unterbewertet. Herr Schulemann (früher Westpreußen), der einige Jahre das Gut Wohldorf bei Hamburg bewirtschaftete, ersteigerte mit Kennerblick „St. Lorenz" für den Fürsten zu Wied in Neuwied.

 

Der Schwager von Haasler, Georg Heyser, jetzt in Brande bei Pinneberg, gab seinen sehr ansprechenden und korrekten Fuchs „Luftikus" von Tropenwald und der Lust von Hexenschuß (Züchter Frau Rescheleit) für sechstausend DM nach Hamburg ab. — Das dritte Pferd in dieser Preisklasse ist die großrahmige Schimmelstute „Iris" von Krol Walca u. d. Irca v. Oxyd und der Irene von Löwensprung. Ihr Züchter ist Freiherr von Nagel-Vornholz, Aufzüchter Gestüt Eschendorf-Ratingen bei Düsseldorf. Die mütterliche Linie stammt von Scharffetter, früher Kallwischken, jetzt Bremen-Gr.-Dunge.

 

Hansen-Rosenthal, Kreis Peine, der Sohn des Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft deutscher Pferdezüchter in Bonn, stellte auf dieser Auktion zwei Pferde zum Verkauf, die er als Patenschaftsfohlen übernommen hatte. Beide haben sich zu überragenden, großrahmigen Modellen entwickelt; sie wurden zu 5200,-- bzw. 4500,-- DM veräußert. Den höheren Preis brachte der Fuchs „Alvarez" von Altan und der Ethik von Absalon (Züchter: Otto Schmidt, früher Nordenfeld, Kreis Gumbinnen), den niedrigeren der dunkelbraune „Hans Sachs" von Hansakapitän und die Eichkatze von Löwenruf aus der Zucht von Federmann, früher Geidau, Kreis Frischhausen. Auch für diesen Wallach hatte man im Rahmen der Auktion einen höheren Preis erwartet.

 

Das Gestüt Rantzau, Kreis Plön, das im ganzen vier Pferde in Dortmund hatte, verkaufte außer dem schon erwähnten Schimmel „Santos" noch die beiden Wallache „Handelsherr" und „Tiberius" für je fünftausend DM, während das vierte Pferd „Alt Kattenau" unverkauft blieb, weil der festgesetzte Mindestpreis nicht erreicht werden konnte. „Handelsherr" stammt von Handschlag (von Sporn) und der Anmut von Suomar; er ist mit zwei freien Generationen auf Pythagoras eingezogen. Er bot immer ein prächtiges Bild, und er wäre im Preis sicher noch bedeutend höher gekommen, wenn er nicht in sehr ausgeprägtem Maße die großen Trakehner Ohren gehabt hätte, die in Westdeutschland nicht so beliebt sind. — Der kleine „Tiberius" von Totilas und der Botin von Pirol (Züchter Fritz Lask, früher Hellmahnen, Kreis Lyck, jetzt Elsensee, Holstein) ist in Dortmund geblieben.

 

Besondere Freude erregte der gute Verkauf der beiden Totilas-Kinder „Serenade" und „Troll" aus der Zucht von Hans Paul-Rethwisch, Kreis Plön, früher Rudwangen, Kreis Sensburg, mit 4400,-- und 4500,-- DM. Diese beiden prachtvollen Glanzrappen, deren Mütter aus der Zucht des Fürsten zu Dohna-Prökelwitz stammen, wären wahrscheinlich in der Mitte der Auktion zu etwas höheren Preisen gelangt; sie hatten die Kat.-Nr. 3 und 4 und mussten unter der noch etwas abwartenden Haltung des Publikums ein wenig leiden. Dennoch blieb der Verkauf ein schöner Erfolg für die so passionierte Familie des Herrn Paul, der selbst — eben erst nach schwerer Operation aufgestanden — den 8. und 9. März miterleben konnte.

 

Am Vorabend der Auktion bei einem zwanglosen Zusammensein für Teilnehmer und Freunde im Restaurant der Westfalenhalle überreichte unser Ehrenmitglied, Dr. Aaby Ericsson, aus Schweden, Herrn Paul in der Mitfreude über seine gesundheitliche Wiederherstellung und in Anerkennung der zwei prächtigen Totilas-Kinder „Serenade" und „Troll" (zu denen sich „Tiberius" als dritter im Bunde gesellt) eine wunderschöne Ehrengabe. Es ist ein Wandteller aus Zinn, der in Ziselierung die Vorfahrt zum Gestüt Gavetorp des Dr. Aaby-Ericsson mit einem Viererzug arabischer Schimmel zeigt.

 

Es sind die Züchter Paul, Heyser, Haasler und von Lenski, die wir eingangs meinten, als wir davon sprachen, dass dieses Mal schon in Ostpreußen bewährte Männer der Zucht hervorragend abgeschnitten haben.

 

Der Durchschnittspreis für 39 Pferde, die durch die Auktion gingen, betrug knapp 4200,-- DM. Das ist gewiss ein sehr gutes Resultat, aber es schließt doch nicht aus, dass einige Erwartungen unerfüllt blieben. Das liegt eben in dem Wesen einer Auktion. Sie behält aber trotzdem für das Ganze eine überragende Bedeutung in ihren vielseitigen Auswirkungen als Werbung für das Pferd und für unsere Heimat Ostpreußen. Innerhalb des Trakehner Verbandes erbrachten die Tage des 8. und 9. März und besonders der kameradschaftliche Abend am Freitag eine Festigung des Zusammenschlusses der Züchter und Freunde. Es waren natürlich — neben den ostpreußischen Züchtern und vielen Interessenten — zahlreiche bekannte Pferdefreunde erschienen, so Dressur-Champion, Weltmeister Willi Schultheiß, Hannelore Weygand, Frau Springer aus Hamburg, deren Trakehner „Thyra" 1956 das an Gewinnen reichste Dressurpferd war, Alfons Lütke-Westhues und der Goldmedaillen-Träger von 1936, von Barnekow. Über der ganzen Veranstaltung standen die Worte: „Zur Ehre des Pferdes, zur Ehre der Heimat“. Dr. Schilke

 

Seite 11   Das erste Insterburger Gestüt

Die großen Wiesen bei Insterburg eigneten sich vortrefflich für die Pferdezucht. Bereits für 1347 wird ein Stuthof — ein Gestüt — zu Insterburg bezeugt, das gut besetzt war. Die Chronik meldet, dass zwei Jahre später eine litauische Streifschar zwei Hengste, fünfzig Stuten und sechzig Kriegspferde und Füllen davontrieb. Nach diesem Überfall wurden in das Vorwerk Althof wieder 17 Stuten gebracht. Gezogen wurden damals zwei Pferderassen, ein schweres, großes Pferd für die Ritter, das aus Westdeutschland eingeführt worden war, und die kleinere, flinke preußische Schweike.

 

Seite 12   Ein Rechtssieg für unsere Landarbeiter. Unterhaltshilfe muss auch bei Invalidität gezahlt werden.

Von größter Bedeutung für unsere heimatvertriebenen ostpreußischen und ostdeutschen Landarbeiter ist ein Rechtssieg, den Rechtsanwalt Fiebing in Stade vor der dortigen Auswärtigen Kammer des Landesverwaltungsgerichts Oldenburg erfochten hat. Unter Vorsitz des Verwaltungsgerichtsdirektors Nethe hat endlich einmal ein deutsches Gericht nachgewiesen, dass der ostdeutsche Landarbeiter, der daheim als Deputant im Jahresvertrag stand und eigenes Vieh halten konnte, seine Existenz verloren hat, und dass bei ihm von einer Eingliederung im echten Sinne nicht gesprochen werden kann, auch wenn er in der Bundesrepublik eine Landarbeitertätigkeit wieder aufgenommen hat. Der Landarbeiter, der hier Invalide geworden war, hat nach dem Spruch des Gerichtes Anspruch auf Unterhaltshilfe nach § 265 Absatz 1 LAG.

 

Viele unserer ostpreußischen Landarbeiter, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, wollen sicher genaueres über diesen Prozess erfahren. In gedrängter Form will ich das Wesentliche anführen:

 

Ein 48-jähriger Landarbeiter aus Pommern, der nach der Vertreibung in der Bundesrepublik wieder als Landarbeiter tätig war, wurde Invalide. Da seine magere Invalidenrente nicht zum Lebensunterhalt seiner Familie ausreichte, stellte er beim Ausgleichsamt Stade den Antrag auf Unterhaltshilfe. Sie wurde ihm gewährt. Hiergegen erhob nun der Vertreter der Interessen des Ausgleichsfonds (so etwas gibt es auch! Der Verfasser.) Beschwerde. Sie wurde vom Beschwerdeführer im Wesentlichen damit begründet, dass der Landarbeiter ja wieder in seinem alten Beruf tätig gewesen sei und damit als „vollkommen eingegliedert" zu gelten habe. Es wurde weiter erklärt, der Landarbeiter erfülle nicht die Vorschriften des Paragraphen 272, Abs. 1 LAG, er habe einen echten Existenzverlust mit einem vorausgesetzten Grundbetrag von mindestens 3600 DM nicht erreicht.

 

Das Gericht hatte den früheren Arbeitgeber des Landarbeiters als Zeugen vernommen. Ausschlaggebend in dem Prozess war nicht, dass der Landarbeiter in seiner Heimat wesentlich mehr verdient hatte, sondern dass er über einen eigenen Viehbestand verfügte und dass er — wenn er in der Heimat Invalide geworden wäre — nicht vom Gutshof entlassen worden wäre. Auf einem so großen Gutsbetrieb wurden auch Invaliden bis an ihr Lebensende behalten und mit leichter Arbeit beschäftigt. Es wäre dem Invaliden dort auch sein Viehbestand verblieben. Es handelte sich in Pommern um eine Dauerstellung und hier im Westen nur um eine Beschäftigung.

 

Hier hat ein Gericht gesprochen, das sich an den alten preußischen Rechtsgrundsatz „Jedem das Seine" hielt und sich nicht nur um Paragraphen bemühte, sondern auch um den Menschen. Wir vertriebenen Landarbeiter, dürfen nach diesem Spruch also nicht verzagen. Wir wollen vielmehr hoffen, dass ein gesundes Rechtsempfinden sich durchsetzen wird und dass man eines Tages im Lastenausgleichsgesetz den echten Existenzverlust unseres Berufsstandes klar umreißt und unseren Anspruch auf Entschädigung unseres verlorenen Eigentums im Gesetz berücksichtigt. Wir wollen hoffen, dass der Appell der Landsmannschaften an unsere Bundestagsabgeordneten in dieser Angelegenheit nicht auf verschlossene Herzen stoßen wird. Paul Tischel

 

Wer zur Durchsetzung seiner eigenen Ansprüche bei ähnlich gelagerten Fällen den vollen Text des Stader Verwaltungsgerichtsurteils benötigt, der möge sich an Rechtsanwalt Fiebing (24a) Stade, Hamburger Str. 4, wenden. Wir veröffentlichen hier nur einige wesentliche Feststellungen des Urteils. Es heißt darin u. a.: „Entgegen der Auffassung des Beklagten kann der Kläger nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht als wiedereingegliedert angesehen werden. Infolgedessen wirkt sich der durch die Vertreibung entstandene Existenzverlust trotz der mehrjährigen Tätigkeit des Klägers als Landarbeiter in Bützfleth weiterhin aus. Für diese Überzeugung des Gerichts ist nicht allein bestimmend gewesen, dass der Kläger in K. (Pommern) als Gespannführer eine innerhalb des Gutsbetriebes gehobene Stellung bekleidet hat, während er in B. nur Landarbeiter war, auch nicht allein der Umstand, dass die Deputatleistungen und . . . Gesamtbezüge des Klägers in K. erheblich höher lagen als in B. Vielmehr ist nach Auffassung des Gerichts dafür vor allem entscheidend, dass die Stellung des Klägers in Pommern eine Dauerexistenz darstellte, während es sich bei der Tätigkeit in B. nur um ein Arbeitsverhältnis gehandelt hat, das keine Sicherstellung im Falle einer längeren Erkrankung oder Invalidität gewährte. In K. hatte der Kläger neben freier Wohnung ein umfangreiches Deputat, das ihm nicht nur den für sich und für seine Familie notwendigen Lebensunterhalt bot, sondern darüber hinaus die Möglichkeit gab, durch Viehhaltung umfangreiche Nebeneinnahmen zu erzielen. Dadurch war der Kläger in der Lage, Sparkonten für sich selbst und seine Kinder anzulegen. Dem entsprach die neue Stellung nach der Vertreibung in keiner Weise“.

 

Das Gericht weist ausdrücklich darauf hin, dass der frühere Arbeitgeber des Landarbeiters betont hat, dass auch bei Invalidität und selbst bei schweren Erkrankungen von längerer Dauer eine Entlassung niemals in Betracht gekommen wäre. Es stellt abschließend fest, dass eine Berufung gegen dieses Urteil ausgeschlossen sei, wegen der grundsätzlichen Bedeutung der behandelten Fragen eine Revision aber zugelassen wurde. Der Beschluss der Außenstelle des Landesausgleichsamtes Stade auf Streichung der Unterhaltshilfe ist aufgehoben worden.

 

Seite 12   Trockenmilch statt Vollmilch in der Kälberaufzucht

Vielfach wird heute Magermilchpulver statt Vollmilch in der Kälberaufzucht verwendet, besonders auch in den Betrieben, die in der Tbc-Sanierung stehen. Früher glaubte man, dass für die Aufzucht eines Kalbes eine Vollmilchmenge von 450 bis 600 Liter notwendig ist. In Versuchen hat man aber festgestellt, dass die Kälber so große Mengen Milchfett gar nicht brauchen, dass vielmehr das Wachstum des Kalbes vom Milcheiweiß, den Kohlehydraten, den Milchmineralien und Vitaminen abhängt, während man das Milchfett auch durch eine kleinere, aber bestimmte Menge Fett pflanzlicher oder anderer tierischer Herkunft — übrigens von besserer Verdaulichkeit — ersetzen kann. Allerdings gehen bei der Herstellung von Trockenmilchpulver durch die Erhitzung Vitamine verloren, die dem Milchpulver — ebenso wie das Fett — wieder zugesetzt werden müssen. Die biologische Wertigkeit des Eiweißes im Milchpulver deutscher Herkunft hat sich als sehr groß erwiesen. Wenn der Fett- und Vitamingehalt des Trockenmilchpulvers standardisiert ist, dann hat man die Gewähr, dass man von den Schwankungen des Fett- und vor allem des Vitamingehaltes der Vollmilch (Sommer- bzw. Wintermilch!) unabhängig ist. Tbc- und andere krankmachende Keime sind im Trockenmilchpulver nicht mehr vorhanden.

 

Für die Kälbermast muss man ein Magermilchpulver mit höherem Fettgehalt verwenden. Das sehr junge Kalb kann die zur Qualitätserzeugung von Mastkälbern benötigte Nierenfetteinlagerung vornehmlich aus dem Nahrungsfett entnehmen. Erst später, wenn zu der fermentativen Verdauung die bakterielle tritt, können auch andere Nährstoffgruppen für diese Fetteinlagerung herangezogen werden. Deshalb stellen die Milchwerke verschieden fette Magermilchpulver her und zwar:

 

a) Normales Milchpulver (Magermilchpulver) — für die Aufzucht;

b) Vitaminiertes Milchpulver mit 8 Prozent Reinfett — für die Aufzucht;

c) Vitaminiertes Milchpulver mit 25 Prozent Reinfett für die Mast.

 

Wie ist nun zu füttern?

Die Aufzucht der Kälber mit aufvitaminiertem und aufgefettetem Magermilchpulver wird folgendermaßen durchgeführt:

 

1. Woche: Biestmilch in langsam steigenden Gaben.

2. Woche: Tränke aus achtprozentigem Magermilchpulver, ansteigend bis zu acht Liter je Tag.

3. bis 7. Woche: 8 Liter Tränke aus achtprozentigem Magermilchpulver.

8. bis 10. Woche: 4 Liter Tränke aus achtprozentigem Magermilchpulver und 4 Liter Magermilch.

11. bis 14. Woche: 2 Liter Tränke aus achtprozentigem Magermilchpulver und 6 Liter Magermilch.

 

120 Gramm des achtprozentigen Magermilchpulvers werden in einem Liter warmem Wasser (etwa 40 Grad) aufgelöst. Von der zweiten Lebenswoche ab gibt man junges, rohfaserarmes Wiesenheu und ein eiweißarmes Kraftfutter zur beliebigen Aufnahme, das folgende Bestandteile hat: 30 Prozent Haferschrot, 30 Prozent Gerstenschrot, 20 Prozent Leinkuchen, 10 Prozent Weizenkleie, 8 Prozent Trockengrünfutter, 2 Prozent Mineralstoffe DLG IIIa.

 

Die Kraftfuttergaben werden allmählich bis auf etwa 2 kg pro Tier und Tag gesteigert. Von der zwölften Lebenswoche ab kann man schon kleine Mengen zerkleinerter Futterrüben geben.

 

Seite 12   Gartenarbeit im März

Der späte Winter im Februar 1956 lässt die Gartenbesitzer in diesem Jahr mit dem Beginn der Gartenarbeiten zögern, denn nach den Erfahrungen des vorigen Jahres scheint es doch gar nicht möglich zu sein, dass nicht noch ein eigentlicher Winter kommt. Und doch muss man sich im Garten rüsten, damit nicht womöglich ein früh einsetzendes Frühjahr uns in Verlegenheit bringt.

 

Höchste Zeit ist es jetzt, die Auslichtung der Obstbäume und Beerensträucher zu beenden. Im Obstgarten soll man sich von überalterten Obstbäumen trennen, denn sie sind nur eine Zuchtstätte für Schädlinge und Pilzkrankheiten, gegen die wir nun schnellstens mit einer Winterspritzung vorgehen müssen. Die Winterspritzung erfolgt gegen tierische Schädlinge, während man die Spritzung gegen Pilzkrankheiten unmittelbar vor dem Beginn der Blüte durchführt. Wenn wir nicht gegen die Schädlinge und Pilzkrankheiten angehen, dann hat der Obstbau keinen rechten Wert, da nur noch gesundes Obst gefragt ist, auch in der eigenen Familie. Wer den Obstbaumschnitt, der nun schnellstens durchgeführt werden muss, nicht selbst beherrscht, soll es einem Fachmann überlassen, aber ohne einen Bereinigungsschnitt sollte man die Obstbäume nicht lassen, auch nicht die Pfirsich- und Kirschbäume. Bei den Beerensträuchern ist ein Auslichtungsschnitt genauso notwendig, denn gesunde, große und wohlschmeckende Früchte kann man nur erzielen, wenn die Sonne in die Sträucher hineinscheinen kann.

 

Auch um die Rosen sollten wir uns jetzt ein wenig kümmern. Es wäre falsch, sie schon abzudecken. Aber zu einem guten Gedeihen benötigen sie einen intensiv bearbeiteten Boden mit reichlich Nährstoffen und genügender Feuchtigkeit. Bei Neupflanzung von Rosen sollen die Wurzeln nach allen Seiten ausgebreitet werden, wobei die Rosen so tief in die Erde gesteckt werden, dass die Veredelungsstelle etwa zwei Finger breit unter der Erdoberfläche zu stehen kommt. Nach der Pflanzung soll man die Rosen etwa 20 cm hoch anhäufeln und erst abhäufeln — und zwar bei trübem Wetter —, wenn der Trieb sich zu regen beginnt. Schwache Triebe entfernt man ganz, die starken Triebe werden auf drei bis fünf Augen zurückgenommen. Bei den Hochstammrosen, die man vorerst noch bedeckt lässt, kürzt man die starken Triebe auf ein Drittel ihrer Länge, so dass vier bis sechs Augen verbleiben. Unbedingt müssen alle Wildausschläge an ihrer Entstehungsstelle entfernt werden.

 

Auch mit den ersten Aussaaten muss man jetzt beginnen, zu mindesten mit der Herrichtung der Beete. Gerade für die ersten Aussaaten ist die richtige Bodenvorbereitung außerordentlich wichtig für das Gedeihen der Kulturen. Für kleines Saatgut muss der Boden besonders fein gekrümelt sein. Wer hohe und gleichmäßige Erträge wünscht, darf nur einwandfreies Saatgut von bewährten Sorten anbauen, muss das Saatgut beizen und gegen Vogelfraß präparieren. Schnellstens ausgesät müssen jetzt werden: Frühmöhren, Petersilie, Zwiebeln, Dicke Bohnen, Porree, Spinat, Schwarzwurzeln, Salat, Radieschen und Palerbsen. Um den Boden bald nach der Aussaat lockern und unkrautfrei halten zu können, empfiehlt es sich, die Aussaat stets in Reihen vorzunehmen und in Karotten zur baldigen Erkennung der Reihen Salat oder Radieschen einzusäen, weil der Karottensamen vier Wochen im Boden liegt, ehe er aufgeht. Bei leichten Böden mit geringem Humusgehalt ist die Gefahr der Verschlammung sehr groß. Deshalb ist es ratsam, diese Beete mit Torfmull abzudecken. Man vergesse auch die Gewürzkräuterecke nicht!

 

Bei den Erdbeerpflanzungen darf der Boden nur flach gelockert werden, und jetzt, muss man die notwendigen Nährstoffe streuen. Der Ertrag bei den Erdbeeren hängt ausschlaggebend davon ab, dass genügend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist. Deshalb sind alle Maßnahmen zu treffen, um ein schnelles Austrocknen des Bodens zu verhindern; also hacken und eine leichte Torfdecke.

 

Auch Rhabarber kann man jetzt pflanzen und zwar muss jede Rhabarberpflanze einen Raum von 1 qm zur Verfügung haben. Die bestehenden Rhabarberanlagen müssen eine kräftige Gabe Volldünger bekommen.

 

Auch unsere Sommerblumen müssen jetzt zum erheblichen Teil ausgesät werden. Auf den Päckchen ist die genaue Aussaatzeit angegeben. Gladiolen Monbretien und Lilien können bereits ins flache Land gesetzt werden. Dahlienknollen dürfen erst ausgelegt werden, wenn die Nachtfrostgefahr beseitigt ist.

 

Zur Düngung im Gemüsebau ist der Kalkstickstoff sehr beliebt, weil er das Unkraut bekämpfen hilft. Aber jetzt ist nicht mehr die rechte Zeit zur Kalkstickstoffanwendung, wenn man schnellwirkenden Stickstoff zuführen will. Dazu ist ein Salpeterstickstoff geeignet, der das Wachstum schnell anregt. Auch Volldünger kann man geben, nur sollte man im Garten grundsätzlich keine chlorhaltigen Dünger verwenden, da die meisten Gemüse und Blumen den Chlorgehalt nicht vertragen.

 

Seite 12   Einfacher Spargelanbau für den eigenen Bedarf

Spargel wird viel zu selten für den eigenen Bedarf angebaut. Das kommt bestimmt daher, dass die Mühe des Anbaues mit dem Dämme anschütten und dem Spargelstechen gescheut wird. Man kann es aber auch sehr einfach machen, wenn man von einem Vorurteil abgeht: Der Spargel braucht gar nicht in Dämmen gebleicht zu sein, sondern man kann ihn auch mit demselben Genuss grün essen! Gewiss kann man, wenn man von vornherein sein Spargelbeet auf die Ernte von grünem Spargel einstellt, nicht für den Markt liefern, aber für den eigenen Bedarf ist es völlig gleichgültig, ob der Spargel gebleicht oder grün ist, nur fällt beim grünen Spargel die ganze schwierige Erdarbeit fort. Der Geschmack des grünen Spargels ist ganz genauso wie der des gebleichten Spargels, vielleicht, schmeckt er eine Kleinigkeit kräftiger. Die Hausfrau stelle sich aber einmal den Vorteil bei der Benutzung des grünen Spargels vor. Morgens tut sie einen Blick auf ein Spargelbeet und weiß ganz genau, wieviel Stangen sie ernten kann, denn sie stehen ja frei über dem Boden, Geerntet wird dann, wenn der Kopf sich gerade zu entfalten beginnt Dann haben die Stangen auch die erwünschte Länge erreicht.

 

Der Gehalt dieses schmackhaften ersten Gemüse an Vitaminen ist ähnlich dem des Bleichspargels, aber Bleichspargel enthält kein Karotin, der Grünspargel dagegen fast ebenso viel wie unsere karotinreichen Gemüse, Tomaten und Rosenkohl; und das will zu der Jahreszeit etwas heißen!

 

Übrigens ist der Grünspargel durchaus kein Behelf und keine Erfindung, sondern in anderen Ländern wird grüner Spargel auch dem Markt zugeführt und in diesen Ländern kennt man kaum Bleichspargel. Jeder sollte daher einen Versuch mit einem Grünspargelbeet machen, er wird nicht wieder davon lassen.

 

Weil beim grünen Spargel keine Dämme, aufgeworfen werden, kann der Reihenstand auf ein Meter verringert werden. Auch der Abstand innerhalb der Reihe kann enger gewählt werden als bei der Bleichspargelkultur. Dadurch wird der Flächenertrag gesteigert. Der Boden für die Spargelpflanzen wird ähnlich hergerichtet wie für den Bleichspargel, also tief gelockert und stark mit Komposterde angereichert.

 

Gewöhnlich wird geraten, für den Grünspargelanbau französische und amerikanische Sorten zu benutzen, aber das ist doch eine sehr problematische Angelegenheit, denn bei genauer Nachprüfung gibt es beim Spargel überhaupt keine Zuchtsorten.

 

Die Pflanzung erfolgt Ende März oder im April, etwas flacher als bei Bleichspargel, im Herbst wird das gelb gewordene Spargelkraut abgeschnitten und verbrannt und die Fläche mit Stalldung oder Komposterde abgedeckt. Eine kräftige Mineraldüngung gibt man nach dem Abernten. Auch beim Grünspargel muss man leider drei Jahre warten, ehe man die erste Ernte vornehmen kann. Das ist ja auch mit ein Grund, weshalb Spargelbeete, selten angelegt werden.

 

Die Verwertung des grünen Spargels erfolgt genauso wie die des Bleichspargels, nur ist es besser, den Grünspargel nicht in kochendes Wasser zu werfen, sondern ihn mit kaltem Wasser aufzusetzen und langsam zum Kochen zu bringen, dann fallen die „Schuppen" nicht ab. Wir können jedem Gartenbesitzer nur dringend raten, doch wenigstens einen Versuch von ein oder zwei Beeten zu machen. Er wird, wenn er erst zu ernten anfängt, sein Spargelbeet niemals mehr missen wollen

 

Seite 12    Nebenberufe in der Landwirtschaft

Nach der Betriebszählung gab es 1,2 Millionen selbständige Landwirte. Neben diesen Landwirten im Hauptberuf gab es eine beachtliche Zahl von Landwirten, die als Hauptberuf eine andere Tätigkeit ausübten, nämlich 600 000 nebenberufliche Landwirte und 298 000 landwirtschaftsverbundene technische und gewerbliche Betriebe, wie Brennereien, Brauereien, Mühlen und ähnliche. Nach der Berufszählung von 1950 gab es 4,4 Millionen landwirtschaftliche Kleinbetriebe und Kleingärten unter 0,5 Hektar. 3,56 davon dienten ausschließlich der Selbstversorgung. Die Heimatvertriebenen bewirtschafteten 600 000 Nebenbetriebe und Kleingarten unter 0,5 Hektar.

 

1816 wohnten auf der Fläche des Deutschen Reiches 16 bis 17 Millionen Menschen auf dem Lande und nur 5 bis 6 Millionen in der Stadt. 1873 lebten 22 Millionen in den Landgemeinden und bereits 15 Millionen in den Städten. Von dann ab bleibt die Bewohnerzahl der Landgemeinden ziemlich gleich, d. h. der ganze Geburtenüberschuss des Landes wandert in die Städte. 1933 fassten diese schon 44 Millionen Menschen.

 

Seite 12   Scheda

Ein ostpreußischer Lehrbetrieb

Scheda im Kreis Unna in Westfalen ist für viele ostpreußische Familien schon ein Begriff geworden, ist doch Scheda eine der wenigen landwirtschaftlichen Lehrbetriebe, in die ein Vater heute seinen Sohn geben kann. Eine gute landwirtschaftliche Grundausbildung ist nun einmal die Ausbildung, die jeder Vater seinem Sohn wünscht, gleichviel in welchen Beruf er später einmal gehen soll.

 

Der Ackerbau bleibt die Grundlage, von der letzten Endes alle leben sollen. Wenn die ostpreußischen Höfe einmal frei werden, werden auch die Männer gebraucht, die gute landwirtschaftliche Kenntnisse besitzen.

 

Für diejenigen, die Scheda noch nicht kennen: Post ist Frondenberg, Bahnstation Wickede, Ruhr. Der Betrieb, geleitet von Oberinspektor Heine, ist seit 1952 ostpreußischer Lehrbetrieb für 24 Lehrlinge, die in einem schönen, modern eingerichteten Lehrlingsheim untergebracht werden. Das Landwirtschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen hat in dankenswerter Weise für die Einrichtung seinerzeit einen großen Teil der Mittel zur Verfügung gestellt. Die Lehrlinge haben Gelegenheit, im Betrieb Kenntnisse im Ackerbau auf den verschiedensten Bodenarten, von schwerstem Lehm bis zu leichterem Boden zu erwerben. Es wird im Betrieb viel Hackfrucht gebaut, und in Grassaat und Getreide „Anerkannter Nachbau". Auf dem Gut steht eine gute Herdbuchherde, Pferde werden für den eigenen Bedarf gezogen. Der Betrieb ist nicht voll mechanisiert, sondern arbeitet, soweit dieses zweckmäßig ist, mit Pferden. Die Schweinestammzucht ist hervorragend. Eigene Schmiede und Stellmacherei bieten die Gelegenheit für den Lehrling, sich in der Pflege und Reparatur der landwirtschaftlichen Maschinen auszubilden. Auf gute Haltung der zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen wird großer Wert gelegt.

von Saint Paul

 

Seite 13   Tote unserer Heimat

Schulrat a. D. Babbel verstorben

Der weit über die Grenzen seiner ostpreußischen Heimat, aber auch über die Grenzen seines letzten Wohnsitzes Flensburg hinaus bekannte und geachtete Schulrat a. D. Fritz Babbel, Gründer und 1. Vorsitzender des Kreisvereins Flensburg der Landsmannschaft Ostpreußen, ist am 26. Februar 1957, kurz nach Vollendung seines 77 Lebensjahres, einem langen, schweren Leiden erlegen.

 

Am 21. Januar 1880 in Bialla, Kreis Treuburg, als Sohn einer ostpreußischen Lehrerfamilie geboren, war Fritz Babbel nach der Vorbereitung auf seinen Beruf als Mittelschullehrer und Rektor tätig. Dem Besuch der Turnerlehranstalt und dem Studium der Naturwissenschaften folgten Anstellungen als Seminarlehrer, Oberlehrer und Leiter der Lehrerbildungsanstalt in Friedland. 1922 wurde Fritz Babbel zum Schulrat ernannt; er hat in dieser Eigenschaft in Pillkallen, Pr.-Eylau und Königsberg bis zur Flucht im Januar 1945 gewirkt. Zudem war er ein Freund und Förderer des Turnens; im Turnkreis I nahm er eine hervorragende Stellung ein.

 

Unmittelbar nach der Vertreibung sammelte er in Flensburg seine ostpreußischen Landsleute und gründete die Kreisgruppe, deren 1. Vorsitzender er bis zu seinem Tode blieb. Immer wieder hat er seinen unerschütterlichen Glauben an eine Rückkehr, in die Heimat bekundet. Seit 1948 wirkte er im Rat der Stadt Flensburg; er hat hier seine Kräfte insbesondere dem Vertriebenen-Ausschuss, den Schulausschüssen und dem Ausschuss für Leibesübungen zur Verfügung gestellt. Der Rat der Stadt Flensburg entsandte Schulrat a. D. Babbel in den Kulturausschuss des Deutschen Städtetages. Seine hohen Verdienste um das Gemeinwohl fanden 1954 durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes besondere Anerkennung.

 

Am 2. März 1957 nahm eine große Trauergemeinde Abschied von dem verdienten Ostpreußen und Bürger der Stadt Flensburg. Am Sarge des Verstorbenen sagte der Stadtpräsident, Karl Jensen:

 

„Dank, einem Manne, der als Fremder zu uns kam und in unserer Stadt einer ihrer besten Bürger wurde“.

 

Seite 13   Auskunft wird gegeben über …

… Walter Knuth, geboren am 23.07.1905 in Königsberg. Gesucht wird Elsa Knuth, geborene Naujoks, aus Königsberg, Heumarkt 6/7.

 

… Herta Gretel Gronwald, geb. am 28.08.1940 in Neuhof, Kreis Tilsit-Ragnit. Gesucht werden Angehörige mit den Namen Gronwald und Endrullat.

 

 … August Schulz, ohne Angabe der Personalien. Gesucht wird Frau Lene Kuthnig, aus Seewiesen, Post Löwenhagen bei Königsberg.

 

… Karl Seuder, geb. am 20.06.1900 in Grünfließ, Kreis Neidenburg. Gesucht wird Johann Breschek, aus Niedenau, Kreis Neidenburg.

 

… Horst Fischer, geb. am 31.01.1927 in Angerburg. Gesucht werden: Otto Neumann, aus Groß-Guja, Kreis Angerburg und Anni Brandt, aus Kauthen über Neuendorf-Friedheim, Kreis Pr.Holland.

 

... Anna Obersteller, geb. am 17.06.1880 in Klein-Steindorf, Kreis Labiau. Gesucht werden die Angehörigen aus Neuhäuser, Stelterstraße 8.

 

… Artur La Motte, geb. am 11.09.1890 in Allenstein. Gesucht wird Alice La Motte, aus Lyck, Yorckplatz 5.

 

... Franz Lukat, Geburtsdatum nicht angegeben, aus Pieragen, Kreis Schloßberg. Gesucht werden die Angehörigen aus Pieragen, Kreis Schloßberg.

 

… Wilhelm Schneider, geb. am 03.07.1918 in Falkenburg. Gesucht werden die Angehörigen aus Skottau, Kreis Neidenburg.

 

... Erich Schadwinkel, geb. am 07.10.1888 in Insterburg. Gesucht werden Angehörige aus Hopfenbruch, Kreis Ebenrode.

 

... Eduard Neumann, geb. 1870, verstorben 1945 in der Nähe von Dt.-Eylau. Gesucht werden die Angehörigen.

 

Zuschriften erbittet die Geschäftsführung der Landsmannschaft Ostpreußen, (24a), Hamburg 13, Parkallee 86

 

Seite 13   Aus der landsmannschaftlichen Arbeit in …

BERLIN

Vorsitzender der Landesgruppe Berlin: Dr. Matthee. Berlin-Charlottenburg, Kaiserdamm 83. „Haus der ostdeutschen Heimat"

 

23. März, 19.30 Uhr. Heimatkreis Königsberg/Bezirk Schöneberg, Bezirkstreffen. Lokal: Zur Sonne. Berlin-Schöneberg, Kolonnenstraße 51.

 

24. März, 15 Uhr. Heimatkreis Wehlau, Kreistreffen, Lokal: Vereinshaus Heumann. Berlin N 65, Nordufer 15, S-Bahn Putlitzer Straße, Bus A 18.

 

24. März, 16 Uhr. Heimatkreis Tilsit/Tilsit-Ragnit/ Elchniederung, Kreistreffen Frühlingsfest. Lokal: Reinickendorfer Festsäle. Berlin-Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 32. Straßenbahn 35 und 41, Bus A 12, S-Bahn Reinickendorf.

 

24. März, 17 Uhr. Heimatkreis Mohrungen. Kreistreffen. Lokal: Pilsner Urquell, Berlin-Wilmersdorf, Bundesplatz 2.

 

HAMBURG

Vorsitzender Landesgruppe Hamburg: Hans Kuntze, Hamburg-Billstedt, Schiffbeker Weg 168. Telefon 73 33 49; Geschäftsstelle: Hamburg 13, Parkallee 86. Telefon 45 25 41/42: Postscheckkonto Hamburg 96 05.

 

Bezirksgruppenversammlungen

Es wird gebeten, zu allen Bezirksgruppenversammlungen die Mitgliedsausweise mitzubringen.

 

Altona: Sonnabend, 16. März, 19.30 Uhr, in allen Räumen des Hotels „Stadt Pinneberg". Altona, Königstraße 260. Kappenfest. Unkostenbeitrag 50 Pf. Kappen bitte mitbringen. — Donnerstag, 4. April, 20 Uhr, nächster Heimatabend. Es spricht General a. D. Lettow-Vorbeck. Gäste aus anderen Bezirken sind herzlich eingeladen. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten.

 

Eimsbüttel: Sonnabend, 16. März, 19.30 Uhr, im Lokal Heusshof, Fruchtallee 136 a. Lichtbildervorführungen: Königsberg, Danzig, Rominten, Masuren; anschließend geselliges Beisammensein.

 

Billstedt: Sonnabend. 23. März, 20 Uhr, im Vereinslokal Kämper, Billstedt, Billstedter Hauptstraße Nr. 95, Lichtbildervortrag. Anschließend geselliges Beisammensein. Unkostenbeitrag 50 Pf.

 

Harburg-Wilhelmsburg: Sonnabend, 23. März, 19.30 Uhr, im Lokal Wiedemann, Winsener Straße Nr. 21 (Ecke Reeseberg). Jahresmitgliederversammlung mit Wahl des Vorstandes.

 

Wandsbek: Montag, 1. Anril, 20 Uhr, im Bezirkslokal Lackemann. Wandsbek, Hinterm Stern 4, nächster Heimatabend. Hierzu werden auch alle Landsleute eingeladen, die an einer stark verbilligten Sonderfahrt zum Bundestreffen nach Bochum Interesse haben. Die Fotos vom Kappenfest werden zur Bestellung ausgelegt.

 

Kreisgruppenversammlungen

Gerdauen: Sonnabend, 16. März, 19.30 Uhr, im Lokal Heusshof, Fruchtallee 136 a, Lichtbildervorführungen: Königsberg, Danzig, Rominten, Masuren; anschließend geselliges Beisammensein.

 

Unsere Jugend trifft sich

In der Zeit vom 21. bis 31. Juli wird die ost- und westpreußische Jugend in der DJO Hamburg ein Sommerlager in der Lüneburger Heide durchführen. Anmeldungen bei den Jugendgruppen und in der Geschäftsstelle.

 

Altona: Jugendgruppe: Heimabend alle vierzehn Tage Mittwoch. 19.30 bis 21.30 Uhr, Jugendheim, Altona, Bahrenfelder Straße 131, Hof. Nächstes Treffen am 20. März. — Kindergruppe: Heimabend jeden Donnerstag um 16 Uhr im Jugendheim Altona, Bahrenfelder Straße 131, Hof.

 

Barmbek: Jugendgruppe: Heimabend jeden Donnerstag von 18.30 bis 20.30 Uhr im Jugendheim, Wittenkamp 17 a.

 

Eimsbüttel: Kindergruppe: Heimabend jeden Dienstag ab 16 Uhr im Heim der offenen Tür. Hamburg 13, Bundesstraße 101.

 

Eppendorf: Jungen und Mädel zwischen acht und dreizehn Jahren jeden Mittwoch von 17 bis 18.30 Uhr im Gorch-Fock-Heim, Loogestraße 21 (U-Bahnhof Kellinghusenstraße). — Blockflötengruppe von 18.30 bis 19 Uhr; Jungen und Mädel ab 14 Jahren von 19 bis 21 Uhr im gleichen Heim.

 

Elbgemeinden: Unsere Kinder und Jugendlichen schließen sich den Veranstaltungen in Altona an.

 

Fuhlsbüttel: Kindergruppe: Jeden Montag von 17.30 bis 19.30 Uhr in der Schule Ratsmühlendamm.

 

Harburg-Wilhelmsburg: Jugendgruppe: Heimabend alle vierzehn Tage am Mittwoch ab 19.30 Uhr im Jugendheim. Winsener Straße (nächstes Treffen am 27. März), sowie alle vierzehn Tage in Gymnastiksaal der Schule Eissendorfer Straße 26 (nächstes Treffen am 21. März um 19.30 Uhr.

 

Wandsbek: Jugendgruppe : Heimabend alle vierzehn Tage am Sonnabend um 17 Uhr in der Schule Bovestraße 12. Wandsbek (Baracke auf dem Hof). Nächste Zusammenkunft am 16. März.

 

Junge Spielschar Ostpreußen

Jeden Montag, 20 Uhr, in der Turnhalle Winterhuder Weg 128/129, Kreis für Volkstanz und gesellige Tänze. Alle vierzehn Tage, 19.30 Uhr, bei Egon Bannis, Hamburg 26, Hammerweg 34 IV. Musischer Kreis, nächstes Treffen am 20. März. — Heimabend alle vierzehn Tage, 19.30 Uhr, im Heim der offenen Tür, Hamburg 43, Lothringer Straße Nr. 18, nächstes Treffen am 28. März.

 

Am Sonntag, 24. März, um 15.30 Uhr, in der Aula der Oberschule für Jungen in Eimsbüttel, Kaiser-Friedrich-Ufer 6 (Ecke Bundesstraße), Theater-Nachmittag. Vortragsfolge: Der Ruf der Heimat. Dichtung, Prosa, Lied, Volkstanz aus Ostpreußen und Mollières Komödie: Der eingebildete Kranke.

 

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Vorsitzender der Landesgruppe Schleswig-Holstein: Fritz Schröter, Kiel, Holstenstraße 46 II.

 

Schleswig. Am Donnerstag, dem 14. März, 20 Uhr, findet in der Aula der Domschule der nächste Heimatabend der Ostpreußen statt. Unser Freund Hubert Koch, Pinneberg, der uns allen bekannte Künder unserer Heimat, hält einen Lichtbildervortrag über das Thema „Peter Rosegger, der alpenländische Volksdichter und seine steirische Heimat". Für die Mitglieder ist gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte der Eintritt frei. Am Dienstag, 26 März, um 19.30 Uhr, findet in der Aula der Domschule unter dem Motto „Ernstes und Heiteres" ein Bunter Abend statt. Am Donnerstag, dem 4. April, veranstaltet die Kreisgruppe gemeinsam mit der Volkshochschule in der Aula der Domschule einen Vortragsabend unter dem Thema „Deutsches Volkstum im Deutschordensland" mit Lichtbildern. Es spricht Dozent Dr. Riemann, Kiel, früher Königsberg. Angehörige der Landsmannschaft Ostpreußen haben freien Eintritt gegen Vorzeigen ihrer Mitgliedskarten am Saaleingang. Nichtmitglieder zahlen 0,70 DM, Rentner und Schüler 0,35 DM Eintritt.

 

Uetersen. Nächste Zusammenkunft am 6. April, 20 Uhr, im Café Stamm. Landsmann Eichler wird einen Lichtbildervortrag zu dem Thema „Von Labiau bis Memel" halten. — Ein Kappenfest führte am 2. März die Landsleute im Deutschen Haus zusammen. Mitglieder der Kolping-Kapelle sorgten für eine fröhliche Stimmung; heitere Vorträge und Gedichte aus der Feder von Robert Johannes bereiteten den Zuhörern viel Freude.

 

BREMEN

Vorsitzender der Landesgruppe Bremen: Rechtsanwalt und Notar Dr. Prengel, Bremen, Sögestraße 46.

 

Bremen. Im Rahmen einer Ostdeutschen Woche veranstaltet die Kippenbergschule (Mädchen-Oberschule) in ihren Räumen eine Ausstellung, die bis zum 19. März täglich von 16 bis 19.30 Uhr geöffnet ist. Die gleiche Schule wird am 25. März, um 20 Uhr, in der Aula der Hermann-Böse-Schule einen Ostpreußenabend veranstalten, der vor allem Agnes Miegel gewidmet sein soll. — Auf der gut besuchten Jahreshauptversammlung am 6. März, gab der 1. Vorsitzende, Johst, einen Bericht über die Arbeit der Gruppe im vergangenen Jahr. Dr. Pohlmann überreichte einigen ostpreußischen Abiturienten Aberten, Abiturienten, die an der Veranstaltung nicht teilgenommen haben, werden gebeten, der Geschäftsstelle ihre Anschrift mitzuteilen.

 

NIEDERSACHSEN

Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen: Arnold Woelke, Göttingen, Keplerstraße 26, Telefon 2 47 01; Geschäftsstelle: Hannover, Humboldtstraße 21/22 (Hofgebäude). Telefon 1 32 21, Postscheckkonto: Hannover 1238 00.

 

Goslar. Nächster Heimatabend mit Fleckessen am 23. März, 20 Uhr, im Hotel Kaiserworth. Anmeldungen erbeten bei Frau Kuchenbecker, Petersilienstraße 29, werktäglich von 10 bis 12 Uhr. — Auf dem Winterfest der Gruppe wurde den Landsleuten unter der Leitung von Frau Werner ein buntes Programm geboten, in dem ernste und heitere Darbietungen einander abwechselten. — Die Gruppe hat einen Sing- und Volkstanzkreis gegründet. Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis vierzehn Jahren können an den Übungsabenden teilnehmen.

 

Hildesheim. Die Monatsversammlungen werden in Zukunft nicht mehr, wie bisher, an jedem ersten Dienstag, sondern an jedem ersten Mittwoch In der Alten Münze stattfinden. Nächstes Treffen am 3. April, 20 Uhr. — Auf der Jahreshauptversammlung am 5. März wurden in einer Feierstunde einige Landsleute, die jetzt aus der Heimat gekommen waren, und Flüchtlinge aus der sowjetisch besetzten Zone in den Kreis der Landsleute aufgenommen. Zwölf Abiturienten wurden Alberten überreicht. Der 1. Vorsitzende, Zehe, berichtete über die rege Tätigkeit der Gruppe im vergangenen Jahr und gab bekannt, dass sich die Mitgliederzahl seit der Gründung der Gruppe im April von sechzig auf zweihundertachtzig erhöht hat. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: der 1. Vorsitzende. Zehe, wurde einstimmig wiedergewählt; 2. Vorsitzender wurde Landsmann Glowitz; Kulturwartin Frau Schmidt; Kassenwart Landsmann Sziwitat. Der 2. Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen Kehr, sprach über Aufgaben, Ziele und Organisation der Landsmannschaft. — Für die Zukunft soll die Jugendarbeit stärker gefördert werden. Meldungen zur Jugenderholung können noch beim 1. Vorsitzenden Zehe, Almsstraße 5, abgegeben werden.

 

Bückeburg. Auf der Jahreshauptversammlung wandte sich der 1. Vorsitzende, Ellmer oder Eilmer (unleserlich), gegen die unverantwortlichen Äußerungen westdeutscher Politiker über die deutschen Ostgebiete. Er ermahnte die Landsleute, zusammenzuhalten und sich gemeinsam für das Recht auf die Heimat einzusetzen. Ein Rückblick auf die Arbeit des vergangenen Jahres ergab eine rege Tätigkeit der Gruppe auf kulturellem Gebiet. Auf Beschluss der Versammlung wurde eine Mitarbeiterin für die soziale und kulturelle Betreuung der Gruppe bestimmt.

 

Varel. Am 2. März versammelten sich im Hotel Deutsches Haus Landsleute, die sich im Bund, der heimattreuen Ostpreußen, zusammengeschlossen haben, zu einem Kostümfest. Bei heimatlichem Humor, Tanz und musikalischen Vorträgen verlebten die Landsleute fröhliche Stunden.

 

Sulingen. Zu dem achten groben Heimatabend der Gruppe waren in dem ????? Saal des ???kreises außer den Landsleuten aus Sulingen und Umgebung auch Gruppen der Ostpreußen aus ??? und Nienburg gekommen (??? = unlesbar) Der 1. Vorsitzende Schmidt konnte unter den Gästen Landrat Gere aus ???, Oberkreisdirektor Dr. Brunow aus Diepholz, den Landtagsabgeordneten Logemann aus ???, Stadtdirektor Meister, Sulingen, und die Vertreter der befreundeten Landsmannschaften begrüßen. Der Vorsitzende der Landesgruppe Berlin, Dr. Matthee, sprach über Sinn und Zweck der landsmannschaftlichen Arbeit und der Heimatveranstaltungen. Er schloss seine Ausführungen mit einem Appell an die Landsleute, den Heimatgedanken auch in Zukunft zu erhalten und zu pflegen. Oberkreisdirektor Dr. Brunow sprach die Hoffnung aus. dass die deutschen Ostgebiete jenseits der Oder-Neiße-Linie bald wieder mit dem Westen vereint werden mögen. Mit ernsten und heiteren Rezitationen erfreute Ingeborg Poßberg (Königsberg) die Zuhörer. Mit den Gedichten „Es war ein Land" und „Marienburg" führte sie die Landsleute in Gedanken in die Heimat. Den besinnlichen Vorträgen folgten heitere Geschichten und Anekdoten aus Ostpreußen. Mit dem Heimatabend war eine Ausstellung von Arbeiten der Töpfermeisterin Renate Horath-Vesper verbunden, die unter dem Leitspruch „Gott schütze das Land — Ton, Scheibe und Brand — und meine Hand" Kacheln mit ostpreußischen Städtewappen und Tiermotiven sowie Tierplastiken zeigte. Reges Interesse fand auch eine Ausstellung von alten und neuen Aufnahmen aus der Heimat, die den Landsleuten den Unterschied zwischen Einst und Jetzt lebendig vor Augen führten.

Quakenbrück. Fünftes Stiftungsfest der Gruppe am Sonnabend, dem 4. Mai, im Lokal Gösling. Die Künstlergruppe „Die sechs Pawelleks" wird mitwirken. Um 17 Uhr im gleichen Lokal außerordentliche Tagung des Vorstandes der Kreisgruppe — Auf der Jahreshauptversammlung gab der 1. Vorsitzende Ernst Hartwig, einen Bericht über die Arbeit des vergangenen Jahres. Schwester Meta vom Mutterhaus Bethanien (früher Lötzen), berichtete den Landsleuten von ihrer Fahrt durch Ostpreußen. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Syndlkus; Stadtrat Bernstein. 2. Vorsitzender Lehrer Schmidt; Kassierer Landsmann Gieske.

 

Bramsche. Zum Bundestreffen am 19. Mai in Bochum wird die Bundesbahndirektion Münster einen Sonderzug einsetzen, der am 19. Mai in Oldenburg abfahren und auf den Stationen Ahlhorn, Cloppenburg, Quakenbrück, Bersenbrück, Bramsche, Osnabrück, Lengerich und Münster halten wird. Der Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt beträgt ab Quakenbrück 9,60 DM; ab Bersenbrück 8,80 DM und ab Bramsche 8,-- DM. Die Abfahrtszeiten werden rechtzeitig bekanntgegeben. — Das Kreistreffen ist nunmehr endgültig für Sonnabend, den 17. August, in Bramsche vorgesehen. — Während des zweiten Stiftungsfestes der Gruppe trat der Kreisvorstand zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Der Vorsitzende der Kreisgruppe Fredi Jost, kündigte für die kommenden Wochen und Monate eine intensive Arbeit der Gruppe an. Am Abend nahm der Vorstand der Kreisgruppe an dem Stiftungsfest teil. Die Darbietungen der Jugendgruppe und Vorträge in ostpreußischer Mundart erfreuten die Mitglieder und ihre Gäste.

 

NORDRHEIN-WESTFALEN

Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen: Erich Grimoni, (22a) Düsseldorf 10, Am Schein 14. Telefon 6 24 14

 

Gedenkt der Rückgliederung des Memellandes! Eine Kundgebung in Essen

Am 23. März 1957, jährt sich wieder einmal der Tag, an dem vor achtzehn Jahren die ostpreußischen Kreise des Memelgebietes mit dem deutschen Vaterland auch politisch wieder vereinigt wurden. Der Vertrag der damals mit Litauen abgeschlossen wurde, ist auch von den übrigen Signatarmächten des Memelabkommens als echtes völkerrechtliches Abkommen anerkannt worden. Die Rückgliederung dieser deutschen Kreise war niemals ein Willkürakt, sondern bestätigte nur den immer deutschen Charakter des Memelgebietes von neuem. Die Memelkreise haben eine siebenhundertjährige deutsche Geschichte. Wenn nunmehr seit zwölf Jahren die Sowjets in unserer Heimat sitzen, so sei daran erinnert, dass Memel in schweren Tagen der Vergangenheit schon einmal eine sechsjährige schwedische, eine dreijährige französische und eine fünfjährige russische Besetzung in den Tagen der Zaren miterlebte. Jedes Mal ist Memel wieder zu Deutschland zurückgekehrt, und die verschiedenen Okkupationen blieben eine Episode, die am Charakter der Stadt und ihrer deutschen Menschen nichts änderte.

 

Die Landsleute aus den Memelkreisen in Nordrhein-Westfalen werden sich am 31. März, um 14 Uhr, in Essen-Steele im Steeler Stadtgarten zu einer Kundgebung versammeln, in der wir das Bekenntnis erneuern, dass die Memelländer nie auf ihre Verbundenheit mit Ostpreußen und dem deutschen Vaterland und nie auf das Recht auf unsere Heimat verzichten werden. Nach der Kundgebung wird in Essen-Steele um 18 Uhr Sudermanns „Johannisfeuer" aufgeführt.

 

Arbeitsgemeinschaft der Memelkreise in Nordrhein-Westfalen, Hermann Waschkies

 

Duisburg-Mitte. Am Freitag, dem 15. März, 20 Uhr, wird Professor Dr. Bolko Freiherr von Richthofen über das Thema „Kein Verzicht auf Ostdeutschland“ sprechen. Der Heimatabend wird in der Aula der Frau-Rat-Goethe-Schule, Landgerichtsstraße 17, stattfinden. — Am Sonnabend, dem 30. März, 19.30 Uhr, in derselben Aula Volksliederabend mit dem Ostpreußenchor und Schülern der Knabenrealschule Wacholderstraße unter Leitung von Fritz Werner. — Zu einer Karnevalsveranstaltung hatte die Gruppe gemeinsam mit der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß in die Rheinhof-Festsäle eingeladen. Etwa sechshundert Landsleute und einheimische Gäste waren erschienen. Zwei Landsleute aus Königsberg, Marianne Bartak und Landsmann Jülich, trugen Humor in ostpreußischer Mundart vor und ernteten viel Beifall. Ostpreußen und Einheimische verstanden sich auf das beste und verlebten zusammen fröhliche Stunden.

 

Essen -Heisingen. Monatsversammlung der Bezirksgruppe am Sonntag, dem 17. März, 19.30 Uhr, bei Dreesen. Anschließend Vorführung von Filmen aus der Heimat.

 

Recklinghausen. Am 16. März, 20 Uhr, in der Gastwirtschaft Eschenbruch (Bochumer Straße) Lichtbildervortrag über das Thema „Wir geben den Osten nicht auf". Der Eintritt ist frei.

 

Herne. Sonnabend, 16. März, 20 Uhr, in der Aula des Pestalozzi-Gymnasiums, Neustraße, Vortrag über die Vogelwelt Ostpreußens. Es spricht Landsmann Hoffmann, Syke, der auch selten schöne Aufnahmen aus dem Leben unserer Vogelwelt zeigen wird. Landsleute und Gäste sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 

Wuppertal. Am Sonnabend, dem 23. März, um 20 Uhr in sämtlichen Räumen der Zoogaststätten Frühlingsball unter Mitwirkung von Marion Lindt. Eintrittspreise für Mitglieder aller Landsmannschaften im Vorverkauf 1 DM, für Nichtmitglieder 1,50 DM, an der Abendkasse für Mitglieder 1,50 DM und für Nichtmitglieder 2 DM. Vorverkaufsstellen in Vohwinkel bei E. Weberstaedt, Kaiserstraße 115 (nach 19 Uhr) in Elberfeld in der Geschäftsstelle Alexanderstraße und im Zigarrengeschäft Krüger und Oberbeck in der Passage im Schwebebahnhof Döppersberg; in Barmen bei Walter Stark, Sonntagstraße 31 (nach 18 Uhr). Karten können auch telefonisch unter 51 673 nach 18 Uhr bestellt werden: bei Malleikat, Höfen 92, können auch Karten abgeholt werden. — Von der Veranstaltung am 23. Februar in der Stadthalle in Elberfeld konnten 185 DM als Reinertrag an das Deutsche Rote Kreuz abgeliefert werden.

 

Remscheid. Der Chor der Landsmannschaft Ostpreußen wird am Sonnabend, dem 16. März, um 20 Uhr einen Bunten Abend mit Gesang und ernsten und heiteren Vorträgen im Schützenhaus veranstalten. Alle Ostpreußen sind herzlich eingeladen. — Zum Bundestreffen am 19. Mai in Bochum sind Omnibusfahrten geplant. Anmeldungen mit Angabe der Personenzahl durch Postkarte an W. Kriszun, Steinstraße 12, erbeten. Weitere Bekanntmachungen werden am 16. März, 19.45 Uhr, im Schützenhaus erfolgen.

 

Gladbeck. Jahreshauptversammlung mit anschließendem geselligem Beisammensein am Sonnabend, 16. März, 19 Uhr, im Lokal Voerste, Schützenstraße. Es wird gebeten, die Mitgliedsausweise mitzubringen.

 

Münster. Die Frauengruppe wird sich am Dienstag, dem 19. März, um 15 Uhr, in der Gaststätte Hemsath, Königstraße, treffen.

 

Detmold. Nächster Heimatabend der Kreisgruppe der Landsmannschaft Ostpreußen am Sonntag, 5. Mai, 17 Uhr, im Hotel Stadt Frankfurt. — Für die Fahrt zum Bundestreffen in Bochum am Sonntag, dem 19. Mai, werden Anmeldungen erbeten an den 1. Vorsitzenden. E. Dommasch, Annastraße 56, ebenso zu der geplanten Fahrt nach Hameln/Bad Pyrmont am Mittwoch, dem 19. Juni (Abfahrt 13 Uhr vom Landestheater). — Mehr als einhundertfünfzig Landsleute und Gäste nahmen am letzten Heimatabend im festlich geschmückten Saal des Hotels Stadt Frankfurt teil. Der 1. Vorsitzende, Erich Dommasch, forderte die Landsleute auf, auch in Zukunft mit aller Entschiedenheit für das Recht auf unsere ostpreußische Heimat einzutreten. Tanzvorführungen der Kindergruppe und der Geschwister Huber, musikalische Darbietungen und Humor in heimatlicher Mundart verschönten den Heimatabend.

 

Lage/Lippe. Nächste Zusammenkunft am Sonnabend dem 16. März, 20 Uhr. im Konzerthaus Schröder. Ein Landsmann, der kürzlich in der Heimat war, wird über seine Erfahrungen und Erlebnisse berichten. Alle Landsleute aus Lage und Umgebung sind herzlich eingeladen.

 

HESSEN

Vorsitzender der Landesgruppe Hessen: Konrad Opitz, Gießen, Grünberger Straße 144.

 

Frankfurt /Main. Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahl am 23. März, 20 Uhr, im Ratskeller. Alle Landsleute werden dringend um ihr Erscheinen gebeten. — Treffen der männlichen Mitglieder an jedem ersten Donnerstag im Monat in der Gaststätte „Zum Heidelberger", Bockenheimer Landstraße 140, in der Nähe der Bockenheimer Warte. — Nächster Frauennachmittag am Dienstag, 19. März, ab 15 Uhr, im Restaurant Henninger am Hauptbahnhof, Ecke Münchener Straße. Um rege Beteiligung wird gebeten.

 

BADEN-WÜRTTEMBERG

Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg: Hans Krzywinski, Stuttgart-W, Hasenbergstraße 43. Zweiter Vorsitzender: Regierungsrat de Ia Chaux, Reutlingen, Karlstraße Nr. 19.

 

Reutlingen. Alle Landsleute aus den Memelkreisen, die in Reutlingen oder Umgebung wohnen, werden zu einer Zusammenkunft am Sonntag, dem 24. März, 15 Uhr, in der Gaststätte Württemberger Hof, am Omnibusbahnhof, eingeladen. Es wird darum gebeten, Bekannte und Verwandte auf dieses Treffen aufmerksam zu machen.

 

Heidelberg. Jahreshauptversammlung am 24. März, 20 Uhr im „Schwarzen Schiff". Alle Mitglieder werden herzlich um ihr Erscheinen gebeten. — Ende Februar trafen sich die Landsleute zu einem Faschingsfest, um bei den Klängen ihrer Hauskapelle und heimatlichem Humor einige fröhliche Stunden zu verleben.

 

BAYERN Vorsitzender der Landesgruppe Bayern e. V.: Rechtsanwalt Heinz Thieler, München 23, Trautenwolfstraße 5/0, Telefon 33 85 60. Postscheckkonto-Nr. 213 96 PSA München.

 

Ochsenfurt. Nächste Versammlung am 27. April — Auf der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe gab der 1. Vorsitzende. Plep, einen Bericht über die Arbeit des vergangenen Jahres. Helmut Plep wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden wiedergewählt. 2. Vorsitzender wurde O. von Saucken. Kulturwart S. Reck. Kassierer E. Krause.

 

Günzburg. Auf der Jahreshauptversammlung gab Landsmann Girndt einen Bericht über die Delegiertentagung der Landesgruppe in Augsburg und ging auf die Referate des Sprechers der Landsmannschaft Ostpreußen, Dr. Gille, und des stellvertretenden Sprechers Egbert Otto ausführlich ein. Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1 Vorsitzender Franz Simon; 2. Vorsitzender Dietrich Girndt; Kassierer Karl Jorga; Kulturreferent von Piotrowsky.

 

Seite 14   Wir gratulieren …

zum 96. Geburtstag

am 14. März 1957, Frau Amalie Guddat, aus Neu-IIischken, Kreis Wehlau, jetzt in Siegen, Westf., Theodor-Keßler-Haus, Altersheim.

 

zum 93. Geburtstag

am 14. März 1957, Frau Auguste Naggis, aus Gilge, Kreis Labiau, jetzt in Flensburg, Münzelburglager.

 

zum 90. Geburtstag

- ohne Datum - Witwe Amalie Polenz, geb. Steen, aus Insterburg, Ziegelstr. 29, jetzt in Gr.-Schneen 115 über Göttingen. Sie hat die Freude, ihre Kinder und Enkel an ihrem Geburtstag bei sich zu haben.

 

am 13. März 1957, Frau Marie Kapuschinski, aus Pillau II, jetzt in Wilchenbrook bei Lüneburg, Reihersteg 4, Städtisches Altersheim.

 

am 17. März 1957, Rentner David Kausch, aus Teichert, Kreis Tilsit, jetzt bei seiner Tochter Martha Wabbels, Uphusen 238 bei Bremen.

 

zum 88. Geburtstag

am 14. März 1957, Landsmann Hermann Schirrmann, aus Bartenstein, tätig gewesen bei der Baufirma Adolf Weller. Er lebt jetzt in Elmshorn, Stadthain, Sandburg, und versäumt kein Kreistreffen der landsmannschaftlichen Gruppe. Während seiner Soldatenzeit war er beim 2. Garde-Regiment z. F.

 

zum 87. Geburtstag

am 6. März 1957, Frau Anna Mertschuweit, aus Königsberg, jetzt in Lübeck-Travemünde, Priwall, Altersheim.

 

am 6. März 1957, Fleischermeister Hermann Macpolowski, aus Allenstein, jetzt in Gnissau, Kreis Eutin.

 

am 10. März 1957, Landsmann Albert Siegmund, aus Vogelsang, Kreis Heiligenbeil, jetzt bei seinen Töchtern Minna Hasenpusch und Berta Knorr in Westerstede, Kreis Ammerland, Gartenstr. 27.

 

am 12. März 1957, Frau Auguste Sabotke, aus Königsberg, Unterlaak 41b, jetzt bei ihrer Tochter Frieda Hering, in Kamen, Westfalen, Weststr. 21.

 

am 15. März 1957, Landsmann Ernst Schilling, aus Labiau, jetzt bei seinem jüngsten Sohn Artur in Cuxhaven, Wilhelmstr. 2.

 

zum 86. Geburtstag

am 19. Februar 1957, Altbäuerin Auguste Dolenga, geb. Lendzian, aus Ulrichsfelde, Kreis Lyck, jetzt bei ihren Kindern in Nienburg, Weser, Vor-Mallen-Gehöft 7.

 

am 7. März 1957, Frau Captuller, aus Königsberg, jetzt in Flensburg, Reitbahn 12.

 

am 16. März 1957, Landwirt Albert Schiepanski, aus Sangnitten, jetzt im Altersheim Schloss Völlinghausen, Kreis Soest, Westfalen.

 

am 17. März 1957, Eisenbahnbeamter i. R. Friedrich Borreck, aus Rastenburg, Sensburger Chaussee 29, jetzt bei seiner Tochter Martha Czieslick in Göppingen, Hohenstaufenstr. 31.

 

am 18. März 1957, Regierungsinspektor i. R. Wilhelm Henselek, aus Königsberg, Hagenstraße, jetzt in Wiesbaden-Bierstadt, Sandbachstr. 30 I. Einen im vergangenen Jahr erlittenen schweren Autounfall hat der Jubilar gut überstanden.

 

zum 85. Geburtstag

am 5. März 1957, Landsmann Franz Scheiba, aus Schwanau, Kreis Rößel, jetzt in Lübeck-Krögerland, Bieberbau 13/15.

 

am 16. März 1957, Kaufmann Wilhelm Grabowski, aus Neidenburg, Markt 6, jetzt Luftkurort Bevensen, Lüneburger Heide, Eckermannstr. 13.

 

am 18. März 1957, Landsmann Gottlieb Platz, aus Königsberg, Heidemannstr. 6. Er ist durch seine Tochter Charlotte Fuchs, Helmstedt, Dr.-Heinrich-Jasper-Str. 2, zu erreichen. Wissen Landsleute etwas über das Schicksal seines jüngsten Sohnes?

 

am 19. März 1957, Malermeister August Klöcker, aus Lyck, jetzt bei seiner Tochter Louise Radzio in Schierensee bei Kiel, Bautischlerei G. E. Radzio.

 

am 20. März 1957, Frau Else von Gottberg, geb. von Berg-Markienen, Groß-Klitten, Kreis Bartenstein,. Sie wohnt jetzt bei ihrer Tochter Leonie von Gottberg in Schliestedt, Post Schoeningen, Kreis Wolfenbüttel.

 

am 21. März 1957, Landsmann August Lange, ehemals Telegraphen-Bauführer bei der Oberpostdirektion Bezirk Gumbinnen. Er lebt heute in München, Mariannenplatz 1.

 

zum 84. Geburtstag

am 6. März 1957, Landsmann Heinrich Bublitz, aus Bartenstein, Markt, jetzt in Lübeck, Düppelstr. 10.

 

am 17. März 1957, Frau Luise Zallet, aus Königsberg, Friedrichstr. 6, jetzt in Köln-Kalk, Lüttringhauser Str. 33, bei ihren Töchtern Martha und Witwe Hedwig Krause.

 

am 19. März 1957, Frau Maria Orzessek, geb. Prztak, aus Seenwalde, Kreis Orteisburg, jetzt in Gelsenkirchen, Grillostr. 99.

 

zum 83. Geburtstag

am 6. März 1957, Landsmann Hermann Böhm, aus Legden, Kreis Samland, jetzt in Ilten über Hannover.

 

am 9. März 1957, Frau Elisabeth Wagner, aus Allenstein, Kämereigasse 3, jetzt bei ihrer jüngsten Tochter Maria in der sowjetisch besetzten Zone. Zu erreichen ist sie über ihre Tochter Elisabeth Bulitta, M.-Gladbach-Rheindahlen, Kl. Driesch 7, die erst im August 1956 Allenstein verlassen konnte. Die acht Kinder der Jubilarin sind am Leben. Sie erfreut sich außerdem an vierzehn Enkeln und sechs Urenkeln.

 

am 17. März 1957, Landwirt Gottlieb Kommorowski, aus Grünbruch, Kreis Sensburg. Er lebt noch auf seinem Hof in der Heimat, den er selbst bewirtschaftet, und ist durch Herbert Schneider, München-Laim, Lutzstr. 83, zu erreichen.

 

am 22. März 1957, Frau Henriette Orlowski, aus Freistadt, Kreis Rosenberg, jetzt in Tarup, Kreis Flensburg.

 

zum 82. Geburtstag

am 5. März 1957, Frau Wilhelmine Wendling, aus Königsberg, jetzt in Flensburg, Mürwiker Str. 144.

 

am 9. März 1957, Frau Martha Mettner, aus Ortelsburg, Markt 25, jetzt in Lübeck, Glockengießerstr. 25.

 

am 11. März 1957, Frau Mathilde Beckmann, geb. Zint, aus Allenstein, jetzt bei ihrer Tochter Liesbeth Neumann in Seelbach, Kreis Siegen, Am Buxberg 3.

 

am 17. März 1957, Frau Charlotte Fanelsa, geb. Latza, aus Gellen, Kreis Ortelsburg, jetzt in (13b) Königsbach bei Nandlstadt, Weinsiraße

 

am 21. März 1957, Landsmann Franz Plidschun, aus Altkrug, Kreis Gumbinnen, jetzt in (24 b) Süderbrarup, Am Thorsberg.

 

zum 81. Geburtstag

am 14. März 1957, Polizeimeister i. R. Karl Tollkühn, aus Königsberg, jetzt mit seiner Ehefrau in Bingen-Kempten am Rhein.

 

am 20. März 1957, Landsmann Albert Gruber, aus Altkrug, Kreis Gumbinnen, jetzt in der sowjetisch besetzten Zone. Er ist durch Otto Gerhardt, (24b) Warleberg über Gettorf, zu erreichen.

 

am 23. März 1957, Leutnant der Gendarmerie i. R. Fritz Schröter, ehemals Gendarmerie-Abteilungsleiter in Saalfeld, Königsberg und Korschen, jetzt in Bad Reichenhall, Kirchberg 41/2.

 

zum 80. Geburtstag

am 6. März 1957, Frau Helene Bartel, geb. Schuhmacher, aus Güldengrund, Kreis Tilsit-Ragnit. Seit dem Tode ihres Ehemannes wohnt sie bei ihrem Schwiegersohn Max Willimat, Berlin-Britz, Holzmindener Str. 43.

 

am 13. März 1957, Frau Magdalene Fischer, aus Gilgenau, Kreis Ortelsburg, seit Frühjahr 1956 bei ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn Fritz Prawitz in Eutin-Neudorf, Neustettiner Str. 19. Bis zum vergangenen Jahr lebte die Jubilarin ohne Angehörige in der Heimat.

 

am 14. März 1957, Landsmann Heinrich Maschinski, aus Königsberg, Farenheidstr. 29, jetzt mit seinen Kindern in Delmenhorst, Bismarckstr. 46.

 

am 18. März 1957, Landsmann August Gehlhaar, aus Königsberg, Unterlaak 23, jetzt mit seiner Ehefrau Helene Gehlhaar, geb. Böhm, mit der er am 16. März 1957, 55 Jahre verheiratet ist, in Dobersdorf über Kiel.

 

am 19. März 1957, Frau Käthe Bolz, geb. Rosenthal, aus Königsberg, Kurfürstendamm 24, jetzt bei Frau Olga Zarske in Coburg, Bayern, Huchtstr. 49.

 

am 23. März 1957, Frau Anna Rösicke, aus Königsberg, Arnoldstr. 10 I. Sie wohnt jetzt mit ihrer Tochter Elsa Harder (ehemals Königsberg, Mittelanger 28) in einem kleinen Dorf in der sowjetisch besetzten 7one und würde sich über Nachrichten ehemaliger Freunde und Nachbarn freuen. Die Anschrift liegt der Schriftleitung vor.

 

zum 75. Geburtstag

am 26. Februar 1957, Maler Rudo (vielleicht eher Rudi?) Bischoff, aus Treuburg. Auf der Königsberger Kunstakademie, die Gemälde von ihm angekauft hatte, war er Schüler von Professor Dettmann. Er bevorzugte Motive aus der masurischen Landschaft und von der Samlandküste. Viele Jahre ist er an der Malertechnischen und Berufsschule Treuburg als Lehrer tätig gewesen. Jetzige Anschrift: Wolfenbüttel, Lange Straße 124.

 

am 8. März 1957, Frau Marie Zorn, jetzt in Flensburg, Mürwiker Str. 38.

 

am 8. März 1957, Landsmann Carl Hinz, aus Gumbinnen, jetzt in Lübeck-Schlutup, Mecklenburger Str. 174.

 

am 12. März 1957, Witwe Hedwig Fidrich, geb. Leymann, aus Pr.-Eylau, jetzt in Uetze, Hannover, Burgdorfer Str. 21.

 

am 13. März 1957, Witwe Auguste Canderau, geb. Motzkuhn, zuletzt Königsberg, Hinter Lomse 5/6. Heutige Anschrift: Düsseldorf-Oberkassel, Luegallee 43.

 

am 14. März 1957, Fräulein Martha Kaspzick, aus Willenberq, jetzt in Bad Oeynhausen, Wilhelm-Rottwilm-Str. 22.

 

am 17. März 1957, Frau Elise Pfaehler, geb. Scholtz, aus Goldap, Blumenstr. 78, vorher Wehrkirchen, jetzt bei ihrem Sohn Werner in Bad Neustadt, Saale, Meininger Str. 26.

 

am 17. März 1957, Frau Helene Hoenicke, geb. Arnoldt, aus Königsberg, zuletzt Metgethen. Sie wohnt heute bei ihrer Tochter Lotti in Wuppertal-Barmen, Rödigerstr. 90.

 

am 18. März 1957, Frau Heinriette Barsuhn, geb. Baumgart, aus Hohenbruch, Kreis Labiau, jetzt mit ihrem Ehemann Karl Barsuhn, der am 24. März 1957, 76 Jahre alt wird, in Essen-Altenessen, Rahnstr. 100.

 

am 19. März 1957, Landsmann Otto Kluwe, ehemals Schweinemeister beim Grafen zu Eulenburg in der Grafschaft Gallingen, Kreis Bartenstein. Er wurde in Laurienen, Kreis Bartenstein, geboren und lebte zuletzt in Wangritten, Kreis Bartenstein. Heute wohnt er mit seiner Ehefrau Elisabeth Kluwe, geb. Siegmund, mit der er im Jahre 1907 die Ehe schloss, in Freiburg, Breisgau, Hauptstr. 127.

 

am 21. März 1957, Bauer Julius Schmidt, aus Nosewitz, Kreis Mohrungen, jetzt mit seiner Ehefrau Charlotte Schmidt, geb. Böhnke, mit der er im November 1955 das Fest der Goldenen Hochzeit feiern konnte, in Bornhausen 26 über Seesen a. H.

 

am 22. März 1957, Witwe Luise Braun, aus Tunnischken, Kreis Elchniederung, ehemals Königsberg, Pillauer Straße 13, jetzt bei ihrem Sohn in Freising, Münchener Str. 22.

 

am 22. März 1957, Landsmann Gustav Prange, aus Königsberg, jetzt in Flensburg, Fruerlundlücke 9.

 

am 27. März 1957, Frau Hedwig Koslowski, aus Königsberg, jetzt Flensburg, Mühlenholz 49.

 

(ohne Datum) Landsmann Karl Priedigkeit, aus Bottau, Kreis Ortelsburg. Er kam erst am 14. Februar 1957 mit seiner Tochter Hedwig und seinem Enkelsohn Reinhard aus der Heimat zu seinem Schwiegersohn Erich Hertes, Hannover, Silberstr. 24

 

Goldene Hochzeit

Gärtnereibesitzer Eduard Groenda und seine Ehefrau Emma Groenda, geb. Tillinski, aus Gröben, Kreis Osterode, die mit ihrer Tochter Gertrud nach zwölfjähriger Trennung am 11 Januar 1957 bei ihrem Sohn in Hannover, Auf der Papenburg 13, eingetroffen sind, feierten noch in der Heimat ihre Goldene Hochzeit. Am 3. März 1957, beging Landsmann Groenda seinen 78. Geburtstag.

 

Ernennung

Zum Medizinalrat ernannt wurde Dr. Sager, aus Königsberg. Seit 1950 wirkt er auf dem Gesundheitsamt in Nordenham. Nach dem Kriege, den Medizinalrat Dr. Sager als Soldat mitmachte, studierte er in Berlin. In Königsberg besuchte er das Wilhelmgymnasium, wo er 1939 sein Abitur machte.

 

Prüfungen

Gerd Brausch, aus Insterburg, Sohn des verstorbenen Genossenschaftsdirektor Emil Brausch und seiner Ehefrau Gertrud Brausch, geb. Samland, promovierte an der Universität Göttingen zum Dr. phil.

 

cand. phil. Klaus Nernheim, Sohn des Hilfsschullehrers Walter Nernheim, aus Rastenburg, jetzt in Eckernförde, Rendsburqer Landstraße 40, hat vor der philosophischen Fakultät der Christian – Albrecht-Universität Kiel zum Dr. phil. mit dem Prädikat „gut" promoviert.

 

Klaus Dieter Bergmann, Sohn des Technischen Bundesbahnoberinspektors Werner Bergmann, ehemals Betriebsingenieur in Ortelsburg, jetzt beim Bundesbahn-Zentralamt in Minden, Anschrift: Minden, Pionierstr. 3, bestand an der Sporthochschule zu Köln-Münzersdorf das Sportlehrerexamen, nachdem er im Frühjahr 1956 an der Pädagogischen Akademie Bielefeld sein Lehrerexamen abgelegt hatte. Der zweite Sohn Winfried Bergmann, bestand am Gymnasium Mindense das Abitur.  

 

Kurt Ecker, Sohn des vermissten Landwirts Emil Ecker, aus Lindenwiese, Kreis Angerburg, hat an der Bau- und Ingenieurschule Bremen das Examen als Tiefbauingenieur bestanden. Anschrift: Bremen, Braunschweiger Str. 47.

 

Günter Heinrich, Sohn des verstorbenen Buchdruckereibesitzers und Zeitungsverlegers Otto Heinrich, aus Labiau, bestand an der Universität Tübingen das Physikum (ärztliche Vorprüfung) mit „gut". Anschrift: Reutlingen, Württemberg, Tübinger Str. 60.

 

Hans-Martin Palfner, Sohn des Gutsbesitzers Alfred Palfner, aus Kauschen, Kreis Tilsit-Ragnit, jetzt bei seinen Eltern in Münster, Westf., Kinderhauserstr. Nr. 15, bestand an dem Holztechnikum Beckum sein Examen als Innenarchitekt.

 

Glückliche Abiturienten

Das Abitur bestanden:

Klaus Jürgen Krafzick, Sohn des Kaufmanns Bruno Krafzick, aus Königsberg, Steindamm 163, jetzt in Stuttgart-Bad Cannstatt, Brunnenstr. 55, am Eberhard-Ludwig-Gymnasium, Stuttgart.

 

Gudrun Amelong, zweite Tochter des am 1. November 1956 verstorbenen Apothekers Kurt Amelong, aus Kreuzingen, Kreis Elchniederung, am Staatlichen Gymnasium für Mädchen in Flensburg. Anschrift: Flensburg-Mürwik, Förde-Apotheke.

 

Ursel Born, Tochter des gefallenen Landsmanns Paul Born und seiner Ehefrau Elfriede, aus Ortelsburg, Yorckstr. 3, jetzt in Lübeck, Herbartweg 8/10, an der Ernestinenschule (Oberschule für Mädchen) in Lübeck.

 

Günter Budnick, Sohn des Bezirksdirektors Horst Budnick, aus Königsberg, Steindamm 11/12, jetzt Hamburg 13, Heinrich-Barth-Str. 13, an der Wissenschaftlichen Oberschule St. Georg in Hamburg.

 

Irmgard Draheim, Tochter des Studienrats Dr. Walter Draheim, aus Sensburg, jetzt in Unna, Westfalen, Friedrich-List-Str. 4, am Schillergymnasium zu Dortmund.

 

Edelgard Friedrich, Tochter des Lehrers Willy Friedrich, aus Schaden, Kreis Sensburg, jetzt in (23) Debstedt (Schule) über Bremerhaven, an der Pestalozzi-Oberschule Bremerhaven.

 

Christel Gerull, Tochter des Landwirts Emil Gerull, aus Tilsit, Moritzhöhe, jetzt in Cismar, Kreis Oldenburg, Holstein, am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Oldenburg.

 

Horst Guttzeit-Schwanke, Adoptivsohn des Mittelschullehrers Emil Johannes Guttzeit, aus Heiligenbeil, jetzt in Diepholz, Wellestr. 14, an der Graf-Friedrich-Schule (Oberschule in Aufbauform) zu Diepholz.

 

Martin Henning, Sohn des Lehrers Paul Henning, aus Kussenberg, Kreis Elchniederung, jetzt in Lüneburg, Ilmenaustr. 8 I, am Johanneum in Lüneburg.

 

Elisabeth Hoffmann, Tochter des Landwirts Erich Hoffmann, aus Annenhof, Kreis Labiau, jetzt in (20b) Osterode a. H., Ohrde 7, am Gymnasium zu Osterode.

 

Rupert Hundsdoerfer, Sohn des Dipl.-Landwirts Fritz Hundsdoerfer, ehemals Gut Rathsthal, Kreis Gerdauen, an der Wissenschaftlichen Oberschule in Rahlstedt.

 

Barbara Igoleit, Tochter des Oberpostsekretärs Eduard Igoleit, aus Schloßberg, jetzt in Wolfsburg, Am Wiesengrund 14, am Gymnasium Wolfsburg.

 

Renate Jeglin, jüngste Tochter des Arztes Dr. Kurt Jeglin, aus Tilsit, später Riesenburg, jetzt in Emden, Friedrich-Ebert-Straße 76, am Gymnasium für Mädchen in Emden.

 

Hans Junklewitz, Sohn des Lehrers Bruno Junklewitz, aus Bredinken, Kreis Rößel, jetzt in Lüchtringen, Weser, Südstraße 3, am Gymnasium für Jungen in Holzminden.

 

Günter Kewitz, Sohn des Kriminalbeamten Otto Kewitz, aus Königsberg, Samitter Allee 51, jetzt in Hameln, Weser, Pfälzer Str. 10, an der Schiller-Schule zu Hameln.

 

Helga Kornhuber, Tochter des Landgerichtsdirektors Dr. Helmut Kornhuber, aus Königsberg, jetzt Schleswig, Chemnitzstr. 67.

 

Ursula Kowalski, Tochter des ehemaligen Leiters der Raiffeisen An- und Verkaufsgenossenschaft zu Wormditt, Kreis Braunsberg, Vincent Kowalski, jetzt in Papenburg, Ems, an der Teletta-Groß-Schule (Gymnasium für Mädchen) in Leer.

 

Sigrid Kuhn, Tochter des Reichsbahn-Amtsmanns a. D. Friedrich Kuhn, aus Königsberg, jetzt in Braunschweig, Hans-Porner-Str. 34, an der Wilhelm-Raabe-Schule zu Braunschweig.

 

Hans-Ulrich Kühne, Sohn des Bauingenieurs Hans Kühne, aus Angerburg, jetzt in Osnabrück, Wartenbergstr. 25, am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Osnabrück.

 

Ilse Konietzko, Tochter des Landwirtschaftsrats Gerhard Konietzko, aus Wehlau, jetzt in Neustadt a. Rbg., Neidenburger Str. 5, am Hindenburggymnasium, Nienburg, Weser.

 

Burkhard Krebs, Sohn des vermissten Landwirts Fritz Krebs, aus Peterkeim, Kreis Angerapp, jetzt in (16) Hochelheim, Kreis Wetzlar, an der Herderschule in Gießen.

 

Marianne Lindner, Tochter des vermissten Mittelschul-Rektors Fritz Lindner, aus Zinten, zuletzt Domnau, am Gymnasium für Mädchen in Cuxhaven. Anschrift Otterndorf, Wittmackstr. 8.

 

Peter-Klaus Minz, Sohn des Stabsintendanten a. D. Bernhard Minz (Flak-Artillerie-Schießplatz Brüsterort, Samland), jetzt in Hamburg-Rahlstedt 150d, an der Wissenschaftlichen Oberschule Hamburg-Rahlstedt.

 

Barbara Oertel, Tochter des aus Gumbinnen stammenden Genealogen Egon Oertel (von 1933 bis 1945 Direktor der Mühle Stuhm-Reiffeisen) und seiner Ehefrau Margarete Oertel, geb. Wittek, aus Ortelsburg, an der Wirtschaftsoberschule Heilbronn. Anschrift: (14a) Ohringen, Kernstr. 10; ihr Bruder Goetz Oertel bestand sein Vordiplom in Physik an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel mit der Note „gut". Er wird dem Angebot eines bekannten Instituts der USA folgen und sein Studium dort fortsetzen.

 

Hartmut Olschewski, Sohn des Diplom-Handelslehrers Oskar Olschewski, aus Wehlau, jetzt Gütersloh, Moltkestraße 59, am Evangelischen Stiftischen Gymnasium in Gütersloh.

 

Renate Pauli, Tochter des Gend.-Kreisführers in Lyck, Carl Pauli, Walden, jetzt in Freden/L., Steinkamp 117, am Gymnasium zu Alfeld/L.

 

Doris Ponschek, Tochter des Rentners Josef Ponschek, aus Lötzen, jetzt Schleswig, Flensburger Straße 26.

 

Rüdiger Reinhardt, Sohn des Buchhändlers Werner Reinhardt, aus Lötzen, jetzt in Gütersloh, Westf., Berliner Str. 31, Sortimentsbuchhandlung, am Evangelischen Stift-Gymnasium.

 

Hartmut Riel, Sohn des Architekten Hans Riel, aus Lötzen, jetzt in Hannover, Röntgenstr. 12, an Lutherschule zu Hannover.

 

Ulrich Sendtko, Sohn des vermissten Landwirts Paul Sendtko, aus Griesen, Kreis Treuburg, an der Volksoberschule in Preetz. Anschrift: Schellhorn, Fernblick 18.

 

Manfred Sobottka, Sohn des verstorbenen Rektors Sobottka, aus Wissowaken, Kreis Lötzen. Anschrift: Sibbesse über Alfeld, Leine.

 

Gert Sobottka, Sohn des Landwirts Gottlieb Sobottka, aus Eichensee, Kreis Lyck, jetzt in Nienburg, Weser, Vor-Mallen-Gehöft 7, an der Albert-Schweizer-Schule Nienburg.

 

Gert Steinbeck, aus Gerdaunen, Bartener Str., jetzt in (23) Westerstede i. O., Königsberger Str. 17a, am Gymnasium Westerstede.

 

Luise Scherenberger, Tochter des ehemaligen Arbeitsdienstführers Hans Scherenberqer, aus Königsberg, jetzt in Lübeck-Ivendorf über Travemünde, an der Ernestinenschule zu Lübeck.

 

Diethelm Schlüter, Sohn des Konrektors Heinrich Schlüter, aus Palmburg, Kreis Königsberg, jetzt (21b) Dortmund-Sölde, Sölder Str. 67, am Aufbaugymnasium Dortmund. Seit 1955 konnte damit das dritte Abitur in der Familie gefeiert werden.

 

Burkhard Schulz-Jander, Sohn des Rechtsanwalts und Notars Werner Schulz-Jander (ehemals Landgerichtsrat in Königsberg) jetzt in Kiel, Dahlmannstraße 1 - 3, am Humboldt-Gymnasium in Kiel.

 

Hans-Martin Schemionek, Sohn des ehemaligen Betriebsleiters des Rittergutes Juckstein, Kreis Tilsit-Ragnit, jetzt in Pirmasens, Pfalz, Bahnhofstr. 41, am Naturwissenschaftlichen Gymnasium Pirmasens.

 

Helga Szallies, Tochter des Holzkaufmanns Arthur Szallis, aus Lyck, Falkstr. 8 (Firma Traxel), jetzt in Heide, Holstein, Johann-Hinrich-Fehr-Straße 72, am Heider Gymnasium.

 

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Seite 15   Familienanzeigen

Heute entschlief nach kurzer schwerer Krankheit aus einem arbeitsreichen Leben unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Frau Bertha Froese, geb. Fischer, früher in Mohrungen, im gesegneten Alter von 86 Jahren. Ihr Leben war Aufopferung für die Ihren. In stiller Trauer im Namen aller Hinterbliebenen: Familie Makowski. Nürnberg, den 25. Februar 1957, Veillodterstraße 9. Die Beerdigung fand statt: Freitag, den 1. März 1957, 13 Uhr, Westfriedhof.

 

Gottes Will' kennt kein Warum. Nach Gottes unerforschlichem Rat verließ uns heute plötzlich und unerwartet für immer, mein unvergesslicher Mann und treuer Lebenskamerad, unser herzensguter, mit uns stets fröhlicher Vater, mein lieber Bruder, unser guter Schwager und Onkel, Bankrat Bernhard Podehl, im Alter von 50 Jahren. Seine alles verstehende Liebe machte unser Leben reich. In tiefem Schmerz: Ruth Podehl, geb. Heinrich. Ursula und Cornelia. Edith Podehl, als Schwester. Frankfurt am Main, Allendorfer Straße 13, am 19. Februar 1957, Holzwickede

 

Mein lieber Mann, du bist nicht mehr. Dein Platz in unserem Haus ist leer. Du sorgst nicht mehr mit lieber Hand. Der Tod zerriss das schöne Band. Fern seiner geliebten Heimat starb nach langer schwerer Krankheit am 24. Februar 1957, vier Wochen vor seinem 72. Geburtstag, mein lieber Mann, Vater, Großvater, Schwager und Onkel, der frühere Bauer und Ortsbauernführer, Friedrich Laschinski, früher Tilsit-Senteinen, Ostpreußen. In tiefer Trauer: Helene Laschinski. Reinbek bei Hamburg, Jahnstraße 11.

 

Nach einem arbeitsreichen Leben entschlief am 6. Februar 1957, im Altersheim Angerburg, unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Amalie Buttler, geb. Glowienka, aus Althöfen, Kr. Sensburg, im 92. Lebensjahre. Sie folgte unserem lieben Vater, der am 30.04.1953 gestorben, und ihrem lieben Schwiegersohn Emil Winger, der am 05.05.1945 in Elsch, Sudetenland, gefallen ist.In stiller Trauer: Auguste Schwarz, geb. Buttler. Emma Winger, geb. Buttler. Gustav Schwarz, 4 Enkel und 1 Urenkel. Berlin-Mariendorf, Didostraße 16 b, Ober-Holthausen 25

 

Am 15. Januar 1957, fern seiner geliebten Heimat, verstarb mein lieber herzensguter Mann, Bauer

Richard Anker, aus Schuditten, Samland, im 75. Lebensjahre. In stiller Trauer: Elma Anker, geb. Mischke und Angehörige. Natendorf. Kreis Uelzen.

 

Fern seiner geliebten Heimat verstarb am 5. Februar 1957 nach langem schwerem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater und Bruder, Landwirt, Albert Hugo Kroll, früher Klein-Sobrost, Kreis Gerdauen. In stiller Trauer: Wilhelmine Kroll, geb. Schwarz. Alfred Kroll. Ellinor Kroll. Margarete Warm, geb. Kroll. Gerhard Kroll. Unterlüß, Hermannsburger Straße 4, Kreis Celle.

 

Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah! Durch tragischen Unglücksfall verlor ich mein Liebstes! Mein lieber Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, Franz Haarbrücker, ist am 25. Februar 1957, im Alter von 54 Jahren, für immer von uns gegangen. In stiller Trauer namens der Hinterbliebenen: Margarete Haarbrücker, geb. Rebner. Tilsit-Schwedenfeld, jetzt Münster/W.-St. Mauritz, Werse 27 a

 

Die Trennungsstunde schlug zu früh, doch Gott der Herr bestimmte sie. Zum zwölfjährigen Todestag gedenken wir, fern der Heimat, in Liebe meines guten Mannes, unseres lieben Bruders und Schwagers, Gustav Schieleit, früher Tilsit, gestorben in Danzig nach den Strapazen der Flucht am 27. März 1945. Im Namen aller Hinterbliebenen: Liesbeth Sailer, geb. Schieleit und Gatte. Freudenstadt, Württemberg, Stuttgarter Straße 12

 

Fern unserer lieben Heimat entschlief am 17. Februar 1957, 21.40 Uhr, nach langer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, Friseurmeister Max Wedrich, im 61. Lebensjahre. In stiller Trauer: Eva Wedrich, geb. Spießhoefer und Kinder. Siegmar Wedrich und Frau. Heinz Pollet und Frau Gretel Pollet, geb. Wedrich. Alfred Ewert und Frau Elsbeth Ewert, geb. Wedrich. Ruth Wedrich und Viktor Wedrich nebst Anverwandten. Kettersbach, Lohr am Main, Nürnberg, früher Schillfelde, Kreis Schloßberg, Ostpreußen.

 

Überwunden durch des Lammes Blut. Zum zehnjährigen Gedenken. Am 19. März 1957, jährt sich der Tag, an dem mein so sehr geliebter Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel, Erich Nitt, zur oberen Heimat gerufen wurde. In Liebe und Wehmut: Klara Nitt, geb. Schwarz. Erna Gretschmann, geb. Nitt. Dr. Emil Gretschmann. Heinz Nitt. Ilse Nitt, geb. Zapf, fünf Enkelkinder. Königsberg Pr., Wiebestr. 84, jetzt Bayreuth, Parkstraße 8

 

Nach langem Leiden verloren wir unerwartet am 27. Februar 1957, meinen geliebten Mann, unseren guten Vater, Karl Scheduikat, im Alter von 55 Jahren, der mit ganzem Herzen seiner ostpreußischen Heimat treu geblieben war. In tiefem Schmerz: Hella Scheduikat, geb. Henningsen. Jochen, Henning und Margret. Flensburg, Norderstraße 37

 

Am 17. März 1957, dem fünfjährigen Todestage meines lieben Mannes und Vaters, Eduard Schulz,

aus Gollau, Kr. Königsberg und Goldap, Kr. Wehlau, gedenken in aller Stille, seine Frau, Olga Schulz, geb. Adam und Tochter Elfriede Stebner. Kutenholz über Bremervörde

 

Der Herr über Leben und Tod entriss uns am 12. März 1945, durch den Schiffsuntergang der Endro bei Swinemünde, unsere geliebten, treusorgenden Eltern, Schwiegereltern und Großeltern, Erich Ernst und Frau Margarete Ernst, geb. Haseney. In stillem Gedenken: Margot Kohn, geb. Ernst. Erwin Kohn. Harry Ernst. Sabine Ernst, geb. Spoddig. Vera Schnell, geb. Ernst. Wilhelm Schnell und Enkelkinder. Königsberg Pr., Wilhelmstraße 15, jetzt Schweinfurt, Am Wasserturm 13

 

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb am 26. Februar 1957 mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Großvater und Urgroßvater, Ephraim Homp, geb. 20.11.1887 in Gr.-Heydekrug. Um ihn trauern, seine Frau, Therese Homp, sowj. bes. Zone, seine Kinder, Fritz Zoch und Frau Lisbeth Zoch, geb. Homp, Hamburg-Osdorf. Kurt Reh und Frau Gertrud Reh, geb. Homp, Bonn. Willy Green und Frau Lena Green, geb. Homp, Alt-Erfrade. Heinz Fabricius und Frau Lina Fabricius, geb. Homp. Bonn. Willy Homp und Verlobte, Hannover. 9 Enkel und 2 Urenkel. Hamburg-Osdorf, Osdorfer Landstraße 136, früher Gr.-Heydekrug, Samland, Ostpreußen. Die Beerdigung hat am 2. März 1957, in der sowj. bes. Zone, stattgefunden.

 

Am 30. Januar 1957 entschlief nach langem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater, Friedrich Pohl, im Alter von 89 Jahren. In stiller Trauer: Auguste Pohl geb. Katies mit Kinder und Angehörigen. Ortelsburg, Yorckstraße 39, jetzt Hannover, Sohereystraße 5 II

 

Am 14. Juni 1956 entschlief sanft und unerwartet, mein lieber Mann, mein lieber Vater und Schwiegervater, Friedrich Wagner, im Alter von 83 Jahren. In tiefer Trauer: Minna Wagner. Hilde Sambraus, geb. Wagner. Kurt Sambraus. Sechshuben, Ostpreußen, jetzt Klein-Timmendorf, Posener Straße 12

 

Nach kurzem Krankenlager ist unser lieber Vater, Schwiegervater, Groß- und Urgroßvater, Altbauer

Friedrich Grossmann, am 17. Februar 1957, im gesegneten Alter von 90 Jahren heimgegangen. Gleichzeitig gedenken wir unserer im Februar 1945 auf der Flucht verschollenen lieben gütigen Mutter, Loise Grossmann und unserer beiden in Russland gefallenen Brüder, Sonderführer

Fritz Grossmann, gefallen 11.09.1942; Unteroffizier Otto Grossmann, gefallen 18.02.1944; sowie unseres lieben unvergesslichen einzigen Sohnes und Neffen, Helmut Jerosch, gefallen im August 1942 in Russland.Im Namen der Hinterbliebenen: Emma Jerosch, geb. Grossmann. Nübbel, Kreis Rendsburg, den 17. Februar 1957, früher Gr.-Jerutten, Kreis Ortelsburg.

 

Zum Gedenken. Vor einem Jahr, am 13. März 1956, ist mein lieber Mann und herzensguter Vater, Schwiegervater und Opa, Walter Eckert, geb. 10.04.1895, gest. 13.03.1956, viel zu früh für immer von uns gegangen. In stillem Gedenken: Marta Eckert, geb. Tiedtke und Kinder. Aachen, Steinkaulstraße 45, früher Königsberg Pr., Devauer Straße 34

 

In stillem Gedenken. All unseren Lieben zum zehnjährigen Todestage. Johanna Kuhrau, geb. Sprengel, geboren am 14.11.1869, gestorben am 21.03.1947; Walter Kuhrau, geboren am 10.02.1901, gestorben am 24.04.1947; Frieda Kuhrau, geb. Steckel, gesch. Kopanski, geb. 17.04.1916, gest. 21.04.1947; Rayner Reddig, geb. 16.03.1941, gest. 18.03.1947; Ilona Reddig, geb. 22.07.1943, gest. 04.10.1945; Gustav Saunus, geb. 19.01.1894, gest. 23.11.1946; Hertha Saunus, geb. Kuhrau, geb. 04.07.1898, gest. 1947; Helga Saunus, geb. 17.05.1927, vermisst seit März 1947. Im Namen aller Angehörigen: Rita Reddig, geb. Kuhrau. Sennelager, Kreis Paderborn, früher Königsberg Pr., Gebauhrstraße 12 b

 

Nach einem langen Leben, reich an Liebe und treuer Fürsorge für ihre Angehörigen, hat der Allmächtige am 28. Februar 1957, 19 Uhr, meine innig geliebte Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Malwine Bohn, geb. Reimer, im 82. Lebensjahre, heimgerufen. In tiefer Trauer: Eugen Bohn, Hauptlehrer i. R. Charlotte v. Fritschen, geb. Bohn. Meta Wiechert. geb. Bohn. Kurt Wiechert, Oberförster, sechs Enkel, ein Urenkel. Herzberg (Harz), Brauhausstraße 5, früher Rucken ?. Heinrichswalde und Osterode, Ostpreußen

 

Am 27. Februar 1957 entschlief nach schwerer Krankheit, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante, Johanna Hunsalz, geb. Radtke, aus Muldzen, Kr. Gerdauen. Sie ist jetzt mit ihrem lieben Mann und ihrem einzigen Sohn Herbert, der in Russland fiel, vereint. In stiller Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Emilie Newger, geb. Willuhn, Empelde bei Hannover, Nenndorfer Straße 33. Helene Kerutt, geb. Radtke. Karl Kerutt, sowj. bes. Zone.

 

Nach längerem Leiden und einer zweiten Operation starb an Herzschwäche am 2. Februar 1957, kurz vor ihrem 77. Geburtstage, fern ihrer so geliebten Heimat, unsere liebe Tante, Bertha Thiergardt, geb. Pellnath, aus Insterburg. Es trauern um sie, ihre Verwandten, Familie Achenbach, bei der sie die letzten sechs Jahre Heimat gefunden hatte.Berlin N 20, Kattegattstraße 14

 

Am 15. Februar 1957 entschlief nach kurzer schwerer Krankheit, meine liebe Frau, Martha Falk, geb. Knapp, früh. Rossitten, Kurische Nehrung, im 74. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Franz Falk und alle Angehörigen. Kiel-Kroog, Rönner Weg 45

 

Psalrn, 90, 10      Am 24. Februar 1957 ist unsere Mutter, Schwiegermutter, Oma und Tante, Auguste Eckloff, geb. Venohr, früher Waltersdorf, Kr. Heiligenbeil, Ostpreußen, im hohen Alter von 88 Jahren, nach schwerem Leiden im Herrn entschlafen. Martha Eckloff. Hulda Gerlach und Paul Gerlach. Heiligenmühle, Post Malkomes, Kreis Hersfeld

 

Allen, die meine liebe Frau, meine herzensgute Mutti und Oma, Frieda Meyhöfer, geb. Rogge, aus der alten schönen Heimat kennen, teilen wir mit, dass sie am 30. Januar 1957 für immer von uns gegangen ist. In tiefer Trauer: Fritz Meyhöfer. Margaret Boltz. Margitta und Horst-Helmut. Insterburg, Ostpreußen, Kasernenstraße 69, jetzt Berlin-Mariendorf, Bosporusstraße 26 b

 

Vor zehn Jahren, am 17. März 1947, verstarb an Hungertyphus in Königsberg Pr., meine liebe Frau und unsere gute Mutter, Emma Pechbrenner, geb. Kneifel. Sie ruht in ihrer geliebten Heimaterde. Wir gedenken ihrer in Liebe und Verehrung. Otto Pechbrenner. Inge Knust, geb. Pechbrenner; Schwiegersohn, Walter; ihre Schwestern; Schwiegermutter und Enkel; Klaus. Königsberg Pr., Yorckstr. 76, jetzt Trögen, Kr. Northeim und Hannover.

 

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Seite 16   Familienanzeigen

Mein geliebter Mann, unser innig geliebter Vater und Opa, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, Dr. med. Carl Richter, erlag am 12. Januar 1957 einem Herzschlag mitten aus einem arbeitsreichen, mühevollen Leben. Im Namen der Hinterbliebenen: Edith Richter, geb. van Setten. Dr. med. Annemarie Gefe, geb. Richter. Otfried Gefe. Helene Arndt, geb. Richter. Früher Königsberg Pr., Hufenallee 55, Praxis Steindamm 123/24, jetzt Hamburg 13, Schlüterstraße 14, Praxis Hamburg 20, Woldsenweg 2

 

Wir betrauern aufs tiefste den Tod unseres lieben Corpsbruders Dr. med. Carl Richter, Leitender Arzt der Seemannsfürsorge Hamburg, geboren 25. Juni 1890, aktiv 1910/11 Albertina, gestorben 12. Januar 1957. Verband alter Königsberger Balten, Dr. med. Lüdecke. Altherren-Verein des Corps Albertina, Dr. med. Muntau

 

Fern seiner geliebten Heimat, hoffend auf eine baldige Rückkehr, verstarb plötzlich und unerwartet am 2. März 1957, mein lieber guter Vater, Schwiegervater und Opa, Reichsbahninspektor i. R., Willy Coehn, Tilsit, Angerpromenade 10, im 82. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Joachim Coehn. Frieda Coehn, geb. Neumann. Karola und Jürgen, als Enkel. Hamburg-Wandsbek, Küperstieg 9. Wir haben ihn am 5. März 1957 in Fürth-Burgfarrnbach zur letzten Ruhe gebettet.

 

Am 18. Januar 1957 entschlief im 74. Lebensjahre nach einem Leben voller Arbeit und Fürsorge für mich und unsere Kinder, mein lieber Mann, unser guter Vater, Krankenpfleger i. R., Gustav Hasenbein, früher Wehlau, Ostpreußen, Hammerweg 9. In stiller Trauer: Anna Hasenbein, geb. Rims. Fritz Hasenbein und Familie, Wulfsen, Kreis Harburg. Liesbeth Ziehm, geb. Hasenbein und Familie, Schweinfurt, Klingenweg 14. Borstel Nr. 8 über Winsen (Luhe)

 

Ein Mutterherz hat aufgehört zu schlagen! Am 20. Februar 1957 entschlief sanft und ruhig nach einem von Liebe und Fürsorge erfüllten Leben, unsere innigst geliebte und von uns allzeit verehrte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante, Maria Patega, geb. Jokschus, im 88. Lebensjahre. Sie folgte ihrer geliebten Tochter, unserer lieben unvergesslichen Schwester und Tante, Marie Patega, die am 30. November 1955 für immer von uns ging. In tiefer Trauer: Erich Bugenings und Frau Anna Bugenings, geb. Patega. Auguste Luttkus, geb. Patega. Ida Gelzinnus, geb. Patega. Max Jagst und Frau Meta Jagst, geb. Patega, drei Enkelkinder und alle Anverwandten. Tarmstedt 234 bei Bremen, früher Augskieken, Kreis Heydekrug

 

Wir betrauern aufs tiefste den Heimgang unseres hochverehrten und geliebten Lehrers, Prof. Dr. Bruno Schumacher, letzten Direktors des Collegium Fridericianum zu Königsberg Pr., der nach dem Zusammenbruch Deutschlands die in alle Winde zerstreuten Lehrer und Schüler neu sammelte und zu einer großen Gemeinschaft zusammenschloss. Wir werden sein Andenken in Ehren halten durch noch festeren Zusammenschluss und durch Pflege der Patenschaft mit dem Landfermann-Gymnasium zu Duisburg. Have pia anima: Die ehemaligen Friderizianer

 

Am 22. Februar 1957 verstarb nach kurzer schwerer Krankheit, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater, Bruder und Onkel, der frühere Landwirt, Friedrich Auge, kurz nach Vollendung seines 85. Lebensjahres. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Fritz Auge. Aschach bei Bad Kissingen, früher Bittehnen, Memelland

 

Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief sanft im eben vollendeten 72. Lebensjahre, mein lieber herzensguter Mann, unser lieber Bruder, Schwager, Onkel und Großonkel, der frühere Landwirt Richard Weitschat, aus Mecken, Kreis Stallupönen, Ostpreußen. In stiller Trauer im Namen aller Hinterbliebenen: Martha Weitschat. Lübeck, den 26. Februar 1957. Dr.-Jul.-Leber-Straße 71

 

Zum stillen Gedenken. Am 18. März 1957, dem 60. Geburtstage meines lieben, unvergesslichen Mannes, Kurt Schwegat, Königsberg Pr., Steinstraße 30, gestorben im Gefangenenlager Pr.-Eylau. In stiller Trauer: Wally Schwegat, geb. Unruh. Berlin W 15, Fasanenstraße 72

 

Fern der geliebten Heimat entschlief am 1. März 1957 plötzlich und unerwartet unsere liebe Verwandte, Emma Keßler, geb. Naujokat, aus Hansruh, Ostpreußen, im 66. Lebensjahre. Sie folgte nach zehn Jahren ihrem Mann, Otto Keßler, gest. am 24. Dezember 1947, Langwedel bei Verden (Aller). Im Namen der Angehörigen: Erich Schaak und Frau Maria Schaak, geb. Keßler, Bookholzberg II (Oldenburg). Karl Keßler, Eilte 13 über Schwarmstedt. Walter Keßler, Hamburg, Lange Reihe 25. Fritz Keßler, Weilburg, Limburger Straße 39. Karl Eichler, Hilden, Rheinland.

 

Statt besonderer Anzeige. Am 1. März 1957 entschlief plötzlich und unerwartet meine liebe herzensgute Tochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante, Charlotte Glatten, im vollendeten 53. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Ida Glatten, geb. Maeder. Otto Glatten und Familie. Horst Glatten und Familie. Elise Vietor, geb. Glatten und Familie. Freiensteinau, Oberhessen. Die Beerdigung fand am 4. März 1957 in Freiensteinau statt.

 

Mein lieber Mann und treuester Lebenskamerad, Prof. Walter Neubert, Oberstudienrat i. R. Major d. R., ist völlig unerwartet im Atlter von 68 Jahren heimgegangen. In tiefem Leid: Helene Neubert, geborene Kauffmann. Margarete Kauffmann, Schwägerin.Nürnberg, den 1. März 1957, Am Maxfeld 130. Früher Königsberg Pr., Goltzallee 16

 

Jakobus 1. V. 12      Unser lieber treusorgender Vater und Opa, der Bauer Friedrich Sakowski, ist am 23 Februar 1957, im Alter von 73 Jahren plötzlich und unerwartet knapp drei Jahre nach dem Heimgang unserer herzensguten Mutter und Omi, in die Ewigkeit gefolgt. In stiller Trauer: Kinder und Enkelkinder. Lamspringe, Bad Salzdetfurth, Braunschweig, im Februar 1957, früher Eichen, Kreis Pr.-Eylau, Ostpreußen

 

Wenn sich der Mutter Augen schließen. Zwei Hände ruhen, die immer gern geschafft. Wir stehen hier und lassen Tränen fließen. Und denken still, Gott hat es wohlgemacht! Am 12 Februar 1957 entschlief sanft nach einem arbeitsreichen Leben in der lieben Heimat unser liebes herzensgutes treusorgendes Muttchen, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Karoline Domnik, geb. Gutowski, geb. 22.02.1878, gest. 12.02.1957 in Wappendorf, Kreis Ortelsburg. Sie, folgte ihrem lieben Mann, unserem guten Vater, August Domnik, geb. 14.04.1873, gest. 04.02.1947 und ihrem jüngsten Sohn, Heinrich Domnik, geb. 22.05.1920, gefallen 28.07.1941, in die Ewigkeit. In stiller Trauer: Wilhelm Naguschewski und Frau Marie Naguschewski, geb. Domnik, sowjetisch besetzte Zone. Albert Adamski und Frau Minna Adamski, geb. Domnik, sowjetisch besetzte Zone. Emil Domnik, Wanne-Eickel. August Domnik und Frau Hedwig Domnik, geb. Strasnitzki, sowjetisch besetzte Zone. Gustav Domnik, Altenvörde. Ottilie Jakubassa, geb. Domnik, Rosoggen, Kreis Sensburg, Ostpreußen. Otto Domnik und Frau Emma Domnik, geb. Warda, Reckenfeld. Konrad Scbwientek und Frau Lisel Schwientek, verw. Weigel, geb. Domnik, Münster, Dettenstraße 5. Hannchen Domnik, Wappendorf, Ostpreußen. Franz Regenberg und Frau Friedel Regenberg, geb. Domnik, Münster, Schulstraße 19, dreizehn Enkel und zwei Urenkel. Sie wurde am 16. Februar 1957 auf dem Friedhof in Mensguth, neben unserem Vater, zur ewigen Ruhe gebettet. Wir hofften auf ein Wiedersehn, doch Gottes Wille ist geschehn!

 

Weinet nicht an meinem Grabe. Gönnet mir die ewige Ruh. Denkt, was ich gelitten habe. Eh' ich schloss die Augen zu. Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb am 22. Februar 1957, im 73. Lebensjahre, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Oma, Schwester, Schwägerin und Tante, Auguste Frank, geb. Schwarz, St. Joseph Mich., USA, früher Eydtkuhnen. In stiller Trauer: Anna Rudminat, geb. Buksch, St. Jo. Mich., Willy Buksch und Frau Liesbeth Buksch, geb. Kuerth, Chikago, USA. Erwin Frank und Frau Helga Frank, geb. Steffen, St. Jo. Mich., USA. Rita Frank und Hans Frank, als Enkelkinder. Herbert Daumann, Neffe St. Jo. Mich. USA. Fritz Tomescheit und Frau Ida Tomescheit, geb. Schwarz, Velbert (Rhld.). Ewald Keil und Frau Gerda Keil, geb. Tomescheit Velbert (Rhld.) nebst Sohn Dieter. Vera Daumann, Nichte, Velbert (Rhld )

 

Zum Gedenken. Am 12. März 1957, jährt sich zum zwölften Male der Todestag meiner lieben guten Pflegemutter, Katharina Sprang, geb. Bors, gestorben im Alter von 75 Jahren. In stillem Gedenken: Kaethe Altenberg, Pflegetochter. Angerburg, Ostpreußen, Gumbinner Straße 5, jetzt 226 East 80 Street. New York City 21, USA

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