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Einführung

Bevor wir in die Welt der genetischen Genealogie einsteigen, möchte ich Ihnen eine kurze Einführung in das Thema geben.

Der korrekte Ausdruck der Gen-Analyse ist DNS- bzw. DNA-Analyse. DNS steht als Abkürzung für Desoxyribo-Nuklein- Säure (englisch: Dexoxyribo-Nuclein- Acid).

 

Was steckt dahinter ?

Lebewesen pflanzen sich fort. Durch die Fortpflanzung vererben sie ihre Gene. Diese Gene bzw. Gen-Informationen stecken in jeder einzelnen Zelle eines Lebewesens. Ein ausgewachsener Mensch besteht aus circa 100 Billionen Zellen (eine 1 mit 14 Nullen). Eine schier unvorstellbare Zahl. Im Lauf seines Lebens produziert der menschliche Körper immer wieder Zellen, und die alten sterben ab. Letztere werden vom Körper abgestossen, damit wieder Platz für neue ist.

Die Entstehung neuer Zellen geschieht durch Zellteilung. Der Zellkern löst sich in kleine stabförmige Einheiten auf, die Chromosome (gefärbte Körperchen) heißen. Die Bezeichnung kommt durch die Entdeckung, dass diese Körperchen die Eigenschaft besitzen Farbstoff aufzunehmen. Chromosome sind die Träger der Vererbungseinheiten, die Gene.

Schematische Darstellung von DNA, Chromosomen und Zelle

Aber was sind Gene ? Dies ist zunächst noch ein abstrakter Begriff. Nicht direkt etwas zum Anfassen und Begreifen. Hier kommt die DNS ins Spiel. Im Zellkern befindet sich eine Substanz, die Stickstoff und Phosphor enthält. Diese Substanz wird als Nuklein bezeichnet. Dies sind die eigentlichen Träger der genetischen Information. Diese Nukleine werden reproduziert und zu einer neuen Zelle "zusammengesetzt". Die chemische Struktur der DNS (DNA), also der Gesamtheit der Nukleine einer Zelle, wird als Doppelhelix-Struktur bezeichnet. Helix bedeutet Spirale. Es ist also eine doppelte Spirale. Diese Doppelstruktur erklärt auch, warum wir bei den Trägern der Vererbungseinheiten von Chromosomen-Paare sprechen. Heute weiß man, dass es 23 solcher Paare gibt, die die gesamte Information für den Aufbau des menschlichen Körpers enthalten. Diese Paare wiederum setzen sich aus nur 4 Stickstoff-Basen zusammen. 20 verschiedene Dreierkombinationen der Basen ergeben 20 Aminosäuren, welche ihrerseits zu Proteinen verknüpft werden. Diese Proteine sind die lebendigen Einheiten, die für sämtliche Funktionen des menschlichen Körpers zuständig sind, also Haut, Muskel, Nerven, Auge, Haare, Nägel, Magensäure, Harnsäure, Hormone, Spermien, Eizellen usw.

23 Chromosomen-Paare

Die vier Basen heißen Adenin, Guanin, Thymin und Cytosin. Sie werden allgemein durch ihre Initialen A, G, T und C beschrieben.

 

Welchen Nutzen hat dies für die Genealogie ?

Nun stellt sich aber die Frage, was bringt dies der Genealogie ? Was bringt die Kenntnis über die Chromosomen-Paare an Erkenntnis für die Ahnenforschung ?

Chromosome sind die Grundbausteine für die Evolution. In diesen steckt die Information, welche Eigenschaften und Charakteristiken ein Lebewesen und somit auch der einzelne Mensch besitzt. Die Entstehung dieser Grundbausteine erfolgt durch die Fortpflanzung. Mutter und Vater liefern durch ihre Gene die Grundlage für die Individuen der nächsten Generation. Dabei werden Teile beider Bausteinsätze zu einem neuen Bausteinsatz von 23 Chromosomen-Paare zusammengesetzt. Die Chromosomen-Paare sind individuell und nur eineiige Zwillinge haben ein identisches Muster.

Eines dieser Chromosomen-Paare ist das XY-Chromosom oder auch einfach Y-Chromosom genannt. Dieses besitzt nur die männliche Spezies. In diesem sind sogenannte Marker enthalten, die für die Evolution und somit den Überlebenskampf nicht notwendig sind. Vielleicht ist dies eine Laune der Natur, aber im gewissen Sinn ein Glücksfall für die Genealogie.

Da diese Abschnitte keinem Auswahlkampf unterworfen sind, unterliegen sie auch nicht dem evolutionären Druck. Dies bedeutet, dass sie über viele Generationen hinweg nur sehr selten kleine Änderungen durchführen. Sie werden somit unverändert von Vater zu Sohn vererbt. Damit ist die Spur zu den Vorfahren gelegt, wie ein Fingerabdruck in der Kriminalistik. Nun könnte man glauben, dass alle Männer die gleichen Abdrücke besitzen, da sich diese doch nur selten ändern. Dies ist aber nicht der Fall, da es sich um eine Entwicklung über viele Jahrtausende handelt.

 

Themenübersicht

Details zur männlichen DNA-Analyse mittels des Y-Chromosoms wird auf der Seite "Der männliche Fingerabdruck" beschrieben.

Sicher fragen Sie sich schon, was denn eigentlich mit der genetischen Genealogie von Frauen ist. Informationen hierzu finden sie unter "Der weibliche Fingerabdruck".

Mit der Frage der Stammtafel von Adam und Eva beschäftigt sich der Artikel "Die Reise der Menschen".

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