Ostpreußenblatt, Folge 11 vom 17.03.1956

Ostpreußenblatt

Folge 11 vom 17.03.1956

 

Seite 1   Foto: Die Kirche von Georgenburg.

So wie die Kirche von Georgenburg, die wir hier im Bilde sehen, so standen in unserer ostpreußischen Heimat zahlreiche Gotteshäuser als Zeugen unseres christlichen Glaubens und unserer tiefen Verbundenheit mit dem Land, auf dem wir lebten. Viele von ihnen wurden zerstört; die noch erhalten blieben, dienen — vor allem in dem russisch besetzten Teil — als Druschhallen oder Speicher. Wie die Zerstörung der Kirche von Georgenburg vor sich ging und wie das Land rings um Kirche und Burg zu einem gewaltigen Friedhof für viele Tausende von deutschen Soldaten wurde, das berichtet eine erschütternde Darstellung, die uns jetzt von einem Augenzeugen zugegangen ist; wir veröffentlichen sie in dieser Folge.

 

Seite 1   Politiker und Soldaten

Fast ein ganzes Jahr war seit dem Inkrafttreten der Pariser Verträge verstrichen, als am 6. März 1956 mit der Annahme der Wehrergänzungen zum Grundgesetz der Bundesrepublik und des Soldatengesetzes der Weg für den eigentlichen Aufbau einer neuen deutschen Verteidigungsmacht erst richtig freigegeben wurde. Das „Freiwilligengesetz" hatte ja lediglich die Einstellung von höchstens sechstausend Mann für vorbereitende Aufgaben zugestanden; ein so bescheidenes Kontingent kann man bei Streitkräften, die in einigen Jahren 500 000 Mann umfassen sollen, kaum schon als einen echten „Grundstock" bezeichnen. Die eigentliche Aufstellung der deutschen Bunddeswehr — wie der Name nach dem Wunsch der Parlamentsmehrheit nun lauten soll — kann zweifellos erst auf der Grundlage der neuen gesetzlichen Bestimmungen erfolgen. Fünf Jahre nach dem Beginn der ersten Bonner Vorarbeiten auf diesem Gebiet setzt nun der berühmte „zweite Abschnitt" ein, der — wenn er die erwünschten Früchte im vorgesehenen, sicher recht knapp bemessenen Zeitraum tragen soll — sehr viel mehr als der erste durchaus im Zeichen der stummen Leistung und Tat und nicht der langdauernden Diskussionen stehen muss.

 

Ein neuer Anfang

Das ganze deutsche Volk ist sich dessen bewusst, dass in diesem Augenblick einer der seltsamsten Zeitabschnitte unserer Geschichte zu Ende geht. Nie zuvor, soweit wir auch zurückdenken, hat Deutschland über ein Jahrzehnt auf alle eigenen Verteidigungskräfte verzichten müssen. Nie stand es so wie hier waffenlos zwischen stark bewaffneten anderen Staaten, war es so völlig auf den Schutz anderer angewiesen. Auch in den Historienbüchern der übrigen Nationen wird man vergeblich nach einem vergleichbaren Fall suchen. Dass Heere verkleinert, dass, sie völlig umorganisiert wurden, hat sich gewiss schon einmal zugetragen. Einmalig aber ist das, was uns 1945 widerfuhr: die vollkommene Auflösung der gesamten bewaffneten Macht, der jähe Abbruch einer durch Jahrhunderte fortlebenden und fortwirkenden Tradition.

 

Wenn 1957 planmäßig die ersten Wehrpflichtigen zu den inzwischen aufgebauten Kadern des neuen Heeres, der Marine und Luftwaffe einrücken, dann sind genau zwölf Jahre verstrichen, in denen kein Deutscher als Soldat diente, in denen wir von der stürmischen Fortentwicklung strategischer und taktischer Ansichten, vor allem auch der modernen Waffen so gut wie nichts erfuhren. Wer da weiß, was schon im gewöhnlichen Berufsleben ein „Nachlernen" von zwölf Jahren technischer Entwicklung bedeutet, kann sich vorstellen, was es heißt, bei dem Neuanfang auf wehrpolitischem Gebiet in Können und Leistung nach einer solchen „toten Zone" den Anschluss zu finden und mit den andern Tritt zu fassen. Es macht sich bei uns wohl niemand Illusionen darüber, welche Riesenaufgabe hier bewältigt sein will und wie sehr das Gelingen davon abhängt, dass hier von der Truppenführung bis zum jüngsten Soldaten ein Höchstmaß an innerer Bereitschaft, gutem Willen, an Intelligenz und Ausdauer eingesetzt wird. Dabei muss uns zugleich bewusst werden, dass der Mann, der seinem Vaterland nun wieder diesen höchsten Ehrendienst leistet, alle solche unbedingt notwendigen Qualitäten nur entwickeln kann, wenn er sich in seiner Arbeit durch das ganze Volk, durch die Regierung und das Parlament anerkannt und gewürdigt weiß. Er müsste nämlich, wenn er auch in Zukunft annehmen könnte, das Soldatische werde im eigentlich politischen Bereich doch irgendwie als verdächtig, als suspekt angesehen, sehr bald in seinem Eifer erlahmen.

 

Das politische Anliegen

Dass die Neuaufstellung deutscher Verteidigungskräfte ein politisches Anliegen erster Ordnung darstellt, wird gewiss niemand bestreiten. So ist es denn auch nur selbstverständlich, dass sich von Anfang an nicht nur die Regierung, sondern auch die Parlamentarier als die gewählten politischen Beauftragten des Volkes mit ihm befassen. Ihnen steht es zu, die erforderlichen Gesetze auszuarbeiten, die großen Richtlinien festzulegen. In einer Demokratie hat die Volksvertretung darüber zu befinden, wem in Krieg und Frieden der Oberbefehl zusteht, welche Rechtsstellung der Soldat und Wehrmachtsbeamte einzunehmen hat, sie kann sich oder einer von ihr eingesetzten Kommission die Auswahl der leitenden Persönlichkeiten vorbehalten. Sie soll und muss sich Gedanken darüber machen, wie das so entscheidend notwendige Treue- und Vertrauensverhältnis zwischen dem Staat und der Bundeswehr fest fundiert werden kann.

 

In- und Ausland haben dem deutschen Bundestag und seinen hierfür zuständigen Ausschüssen bescheinigt, dass sie sich lange und ausgiebig mit diesen Fragen befasst haben, ehe die entsprechenden Gesetze — teilweise mit einer sehr großen Mehrheit — in Bonn beschlossen wurden. Ob alles, was dann in Paragraphen gefasst wurde, die heute denkbar beste Lösung so mancher Probleme ist, kann erst die praktische Arbeit in den kommenden Jahren erweisen. Um manche Fassung ist hart gerungen worden, und vieles stellt ein Kompromiss teilweise sehr gegensätzlicher Meinungen dar und hat auch als solches schon Kritik gefunden. Eine Reihe von Abgeordneten bekannte sich zu dem Begriff des „Bürgers in Uniform" und wollte von der alten deutschen Armeetradition möglichst wenig übernommen wissen. Andere erinnerten daran, dass  ein Übermaß parlamentarischer Kontrolle vermieden werden müsse und dass ohne Disziplin und Unterordnung nicht auszukommen sei. Die Gefahr, es könne aus der deutschen Bundeswehr doch ein „Staat im Staate" werden, ist gelegentlich grell an die Wand gemalt worden, wobei dann oft genug Vorgänge aus den Tagen der Weimarer Republik und des Hitlerstaates sehr subjektiv gedeutet wurden. Selbst einige ausländische Blätter haben dazu betont, man solle doch politisches Versagen in der Vergangenheit nicht so, ohne weiteres, Soldaten in die Schuhe schieben. Der Beweis dafür, dass es in kaiserlichen und republikanischen Zeiten jemals eine Art Diktatur der Generale gegeben habe, dass etwa unter Bismarck oder später der Soldat das entscheidende Wort in der Politik sprach, ist jedenfalls nicht erbracht worden.

 

Der Oberbefehl über die Bundeswehr ist in den jetzt verabschiedeten Gesetzen schließlich in Friedenszeiten dem Verteidigungsminister, in einem Ernstfall dem Kanzler übertragen worden, in beiden Fällen also Politikern und Zivilisten. Eine Übertragung dieser Befehlsbefugnis auf einen General ist nicht vorgesehen. Der Wehrpflichtige der Bundeswehr leistet nicht — wie der Berufssoldat und Beamte — einen Eid, sondern ein feierliches Gelöbnis, seine bürgerlichen Grundrechte werden ihm weitgehend auch während der Dienstzeit garantiert, er kann sich beschwerdeführend auch an den neu zu ernennenden Wehrbeauftragten des Parlaments wenden. Er braucht einen Befehl nicht auszuführen, der die Menschenwürde verletzt oder nicht zu dienstlichen Zwecken erteilt wird. Manches an diesen Regelungen wird vor allem den altgedienten Soldaten neu, vielleicht auch fremd anmuten. Und auch für diese Lösungen gilt: erst die Praxis kann zeigen, ob sie alle Bestand haben oder ob einzelne revidiert werden müssen.

 

Reform und Tradition

Achttausend Offiziere und 86 000 langdienende Freiwillige sollen — wie der Verteidigungsminister mitteilte — bis Ende 1956 bereits die Kader der neuen Bundeswehr bilden. Trotz mancher Bedenken der Militärfachleute sollen die Grundformationen aller zwölf Divisionen so früh wie möglich aufgestellt werden, was beim praktischen Aufbau gewiss die Kräfte noch weiter anspannt. 1959, spätestens 1960 sollen Bundesheer, Bundesmarine und Bundesluftwaffe in vorgesehener Stärke voll aktionsfähig sein. Was bis dahin an Arbeit geleistet werden muss, können genau nur Wehrexperten abschätzen. Uns bleibt nur der Wunsch, dass alle — Politiker und Soldaten — gemeinsam erkennen, dass hier auf der Basis echten Vertrauens, ohne Ressentiments und innere Vorbehalte die ganze Kraft auf ein Ziel konzentriert wird. Wir wissen alle, dass bei diesem Neuaufbau nicht ohne weiteres wieder dort angeknüpft werden konnte, wo vor elf Jahren eine im Ganzen doch würdige und tadelfreie Tradition deutschen Soldatentum jäh unterbrochen wurde. Das Gesicht der Armeen hat sich in dieser Zeitspanne nach dem Zweiten Welt krieg überall — und gerade im Technischen sehr schnell — verändert. Dem muss auch bei uns Rechnung getragen werden. Wohlverstandene Reformen, Verbesserungen, womöglich auch Erleichterungen wird niemand missbilligen. Zugleich aber wollen wir uns daran erinnern, dass die deutsche Bundeswehr, auch wenn sie äußerlich in vielem ein anderes Bild bieten mag, den gleichen Geist besten deutschen Soldatentums zu hüten und zu bewahren hat, der schon in der Vergangenheit auch von angesehendsten Ausländern stets als mustergültig bezeichnet worden ist. Die Männer von Fehrbellin, Leuthen, von Wörth und Weißenburg, von Verdun und Langemarck, die Väter und Brüder, die im letzten Krieg nach tapferem und ehrenvollen Kampf für Deutschland ihr Blut dahingaben, hinterlassen den jungen deutschen Soldaten ein geistiges Vermächtnis, das es wert ist, bewahrt und fortgeführt zu werden!

 

Seite 1   Polen verschweigt Getreideeinfuhr aus Westdeutschland. Mindestbedarf 9 ½ Millionen Doppelzentner.

Während der diesjährigen Frühjahrsmesse in Leipzig haben Vertreter der polnischen Außenhandelsbehörden in internen Gesprächen die Ansicht vertreten, dass es in den vergangenen Monaten zwischen der Regierung in Warschau und anderen Ostblock-Regierungen zu „Misstimmigkeiten" gekommen sei, als die Warschauer Regierung in „dringenden Hilferufen" um Brotgetreidelieferungen für Polen gebeten habe. So habe man erst durch „langwierige Verhandlungen und größere Zugeständnisse" von der Bundesrepublik die Zusage erhalten, dass 300 000 Tonnen Getreide nach Polen geliefert werden. Die polnischen Außenhandelsbeamten in Leipzig erklärten, Polen habe jetzt einen jährlichen Mindestbedarf an Getreide-Importen von 700 000 bis 950 000 Tonnen, der sich bis zum Jahre 1960 nicht wesentlich verringern dürfte.

 

Auf die Frage, weshalb bisher der polnischen Bevölkerung durch die polnische Presse nicht mitgeteilt worden sei, dass die Bundesrepublik an Polen, das frühere Getreideüberschussgebiete im polnisch verwalteten Ostdeutschland zur Verfügung hat, Getreide liefere, entgegneten die polnischen Außenhandelsbeamten: „Es ist nicht wichtig für die polnische Bevölkerung zu wissen, woher das zusätzliche Getreide kommt, sondern Hauptsache ist, dass es für die Bevölkerungsversorgung vorhanden sein wird“.

 

Seite 1   Der „Wasser-Bezirk" Allenstein. Versumpfung des Bodens in den Städten

„Der Krieg hat nicht nur die Zerstörung von Gebäuden zur Folge gehabt, sondern es ist auch das ausgedehnte Kanalisations-System vernichtet worden, das Jahre hindurch die Städte vor dem Ansturm des Sumpfbodens schützte", schreibt die Warschauer Zeitung „Glos Pracy" in einem Bericht über die Städte im südlichen, polnisch besetzten Ostpreußen. Die Pläne der Entwässerungssysteme seien verschollen, und wenn man heute die Schäden beseitigen wolle, müsse man völlig neue Anlagen einbauen. Bisher habe man aber damit noch nicht einmal den Anfang gemacht. So trete das Wasser nunmehr nicht nur in den Kellern der alten Häuser auf, wo es die Fundamente untergrabe und die Mauern zum Einstürzen bringe, sondern auch neuerbaute Gebäude wiesen infolge der fortschreitenden Versumpfung des Bodens bereits wieder ernste Schäden auf. So stehen die Keller des neuerrichteten Gebäudes des „Woiwodschafts-Volksrats" in Allenstein unter Wasser, und das gleiche gilt für das Gebäude des polnischen Staatsjugendverbandes ZMP. Zwar setzte man immer wieder Pumpen ein, aber das Übel greife weiter um sich. So nenne man die „Woiwodschaft" Allenstein bereits den „Wasser-Bezirk". Die Entwässerung müsse nunmehr radikal in Angriff genommen werden. Aber — so führt das Warschauer Blatt hierzu des Weiteren aus — „das ist eine schwierige und sehr kostspielige Investition, doch wenn man sie unterlassen würde, so würde das bedeuten, dass jegliche Bau-Investitionen sich als unzweckmäßig erweisen würden, da man nie weiß, wo das Wasser auftritt und welchen Schaden es anrichtet".

 

Über den „Aufbau" der Städte im südlichen Ostpreußen heißt es, dass im nächsten Fünfjahresplan im gesamten südlichen Ostpreußen bis 1960 insgesamt 23 000 Wohnräume errichtet werden sollen, u. a. auch in Städten, „in denen sich niemand ansiedeln wollte" wie zum Beispiel in der früheren deutschen Kreisstadt Rößel. Dort und in anderen ostpreußischen Kleinstädten habe „niemand Reparaturen an leichtbeschädigten Gebäuden durchgeführt und sie vor dem Verfall gesichert", da es an Krediten und an Material gefehlt habe. „Tausende von Wohnräumen wurden auf diese Weise zu Ruinen", heißt es in dem Bericht der Warschauer Zeitung hierzu.

 

In den Städten Rhein, Mohrungen, Osterode, Lötzen, Sensburg und Nikolaiken ist wohl die Enttrümmerung durchgeführt worden, aber es erfolgten kaum Neubauten, sondern es wurden umfassende Grünflächen angelegt. So befindet sich jetzt zwischen dem Rathaus in Sensburg und dem See eine freie Fläche, und auch der Markt in Nikolaiken „wurde bis zum See hin erweitert". Die Trümmer seien „zur Befestigung der Seeufer" verwandt worden.

 

Seite 1   Die Ausplünderung der Gehöfte. Neusiedler sägen Tragbalken aus den Ställen.

 Auf einer Tagung der Vorsitzenden der Gemeinde-Volksräte der „Woiwodschaft" Köslin wurde vor allem die Frage der „heruntergewirtschafteten Bauernhöfe" erörtert. Dabei wurden die verschiedensten Vorschläge besprochen, wie man der Abwanderung der neu angesetzten polnischen Siedler begegnen könne. Wie umfassend die Rückwanderung nach Zentralpolen ist, geht aus dem Bericht eines Vorsitzenden eines dörflichen „Volksrats" aus der Gegend von Schloppe hervor, der schilderte, dass in seiner Gemeinde „dank des Eingreifens des Volksrats" die Zahl der „heruntergewirtschafteten Höfe" von 32 auf 15 verringert werden konnte.

 

Das Weisungsorgan für die örtlichen Volksräte, die Warschauer Zeitung „Rada Narodowa" bringt laufend Berichte über die Ausplünderung übergebener landwirtschaftlicher Betriebe durch die eingewiesenen polnischen Neusiedler. Es wird dabei geschildert, wie Neusiedler in niederschlesischen Dörfern in den Ställen die Tragbalken absägten, statt in den Wäldern Brennholz zu schlagen, woraufhin in den Winterstürmen die Ställe zusammenbrachen. Das gleiche wird auch aus dem südlichen Ostpreußen gemeldet, wo beispielsweise in einem Dorfe bei Treuburg Neusiedler binnen eines Jahres ganze Ställe und Scheunen zerstörten.

 

Die polnische Fachzeitschrift „Robotnik rolny" (Der Landarbeiter) wendet sich mit allem Nachdruck gegen die Gepflogenheit, die landwirtschaftlichen Maschinen nach Beendigung der Ernte einfach im Freien stehen zu lassen. „Selbst die besten Öle und Maschinenfette können es nicht verhindern, dass durch Regen und Schnee sowie durch das Tauwetter die Geräte verdorben werden und zwar vor allem die kompliziertesten Teile, für die kein Ersatz zu haben ist", schreibt das Blatt. Auf dem Staatsgut Mathiessen der Staatsgutgemeinschaft Nikolaiken im südlichen Ostpreußen stellten sich Maschinenverluste in Höhe von 25 000 Zloty ein, da die Maschinen den ganzen Winter über im Freien standen.

 

Seite 2   Foto: Auf einem Staatsgut bei Nikolaiken.

Diese Aufnahme ist in der Warschauer Zeitung „Zycie Warszawy" erschienen. Sie zeigt, wie die Maschinen und landwirtschaftlichen Geräte des in der Nähe von Nikolaiken, Kreis Sensburg, liegenden Staatsgutes Neu-Talten bei Talten im Winter im Freien herumliegen. In einem Artikel mit der Überschrift „Rost" wird geschildert, wie auf diesem und auf anderen Staatsgütern die landwirtschaftlichen Maschinen im Winter verrosten. Angeblich, so wird ausgeführt, fehle es an Geld und an Baumaterialien für die Herstellung eines Schuppens, dabei würde die Aufstellung eines einfachen Schuppens nur fünftausend Zloty kosten, während die Schäden durch das Verrosten der Maschinen ein Vielfaches dieser Summe betragen. Wer ist dafür verantwortlich, so fragt der Verfasser des Artikels. Dass es das System als solches ist, diese Antwort gibt er natürlich nicht.

 

Seite 2   Mosel und Saar.

Die Nachricht aus Bonn, dass der Bundeskanzler ernstlich erwäge, der französischen Regierung auf ihr Drängen hin den Bau des von Frankreich propagierten Moselkanals zum Rhein zuzugestehen, wenn man dadurch eine befriedigende baldige Lösung der Rückgliederung des Saargebietes nach Deutschland erreichen könne, ist nicht nur in Westdeutschland, sondern auch im Saargebiet mit Überraschung aufgenommen worden. In Saarbrücken haben sich sowohl die Regierungskreise wie auch maßgebende Vertreter der Wirtschaft sehr eindeutig gegen alle Pläne für den Bau einer Mosel-Kanalisierung ausgesprochen. Der Wirtschaftsminister der Saarregierung hat sich nach Bonn begeben; er will dort der Bundesregierung im Einzelnen die Begründung für die Ablehnung übermitteln. Die Industrie- und Handelskammer Saarbrücken hat vor einiger Zeit in einem sehr eindrucksvollen Gutachten betont, dass der Bau des von Frankreich gewünschten Moselkanals die Konkurrenzfähigkeit der Saarindustrie gegenüber der ohnehin schon weit überlegenen lothringischen Montanindustrie weiter verschlechtern würde.

 

Pläne, eine Regelung an der Saar mit einem Zugeständnis zu den französischen Moselkanal-Plänen zu erkaufen, werden in weitesten westdeutschen Kreisen abgelehnt. Man weist nachdrücklich darauf hin, dass es nur eine ganz kleine Gruppe französischer Interessenten gibt, die sich Vorteile von diesem Kanal erhoffen, der mit dem Bau von zahlreichen Staustufen und Kraftwerken über sechshundert Millionen DM (!) kosten würde. Der Kanal würde ausschließlich — wie man in Kölner Wirtschaftskreisen feststellt — der lothringischen Stahlindustrie zugutekommen. Sogar in Frankreich gibt es weite Kreise, die den Kanalbau ablehnen. Neben Westdeutschland stehen auch Holland, Belgien und Luxemburg dem Plan ablehnend gegenüber. Es ist keineswegs so, dass sich etwa nur, wie gelegentlich gesagt wurde, Kreise der Ruhrindustrie geschädigt fühlen könnten. Der Bau eines solchen Kanals würde bedeuten, dass das heute so malerische Moseltal sein Gesicht völlig verändert und in einer Verkehrsstraße für Kohlen- und Erztransporte für 1500-Tonnen-Kähne verwandelt wird. Ohne eine Zustimmung von Luxemburg könnte der Kanalbau auch dann nicht verwirklicht werden, wenn Bonn zustimmt. Von verschiedensten Seiten wurde betont, dass es überaus bedenklich erscheinen müsse, wenn von deutscher Seite das Angebot des Kanalbaues für eine Regelung des Saarproblems gemacht werde. Es gäbe Möglichkeiten genug, eine Saarregelung mit Frankreich auch ohne die Erfüllung solcher Forderungen zu erreichen, zumal wir ohnehin in diesen Dingen ein großes Entgegenkommen gezeigt hätten. Der Kanzler, der schon einmal in der Einschätzung der wahren Verhältnisse im Saargebiet falsche Folgerungen gezogen habe, könne sich hier auf ein sehr gefährliches Gebiet begeben.

 

Seite 2   „Landsmannschaftliche Verhältnisse berücksichtigen". Die Wehrverfassung im Bundesgesetz - Die wichtigsten Bestimmungen.

Die vom Bundestag mit 390 gegen 20 Stimmen verabschiedeten vierzehn Grundgesetzänderungen über wehrgesetzliche Fragen enthalten eine Reihe grundlegender Bestimmungen, von denen wir hier die wichtigsten zusammenfassen: Die Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte steht nach Artikel 65 a dem Bundesverteidigungsminister zu, bei der Verkündigung des Verteidigungsfalles geht sie jedoch auf den Bundeskanzler über. Der Bundespräsident ernennt und entlässt die Offiziere, Unteroffiziere und Bundesbeamten (Art. 60). Die Feststellung, dass ein Verteidigungsfall eingetreten ist, hat der Bundestag zu treffen, dessen Beschluss vom Bundespräsidenten verkündet wird. Wenn in solchen Fällen dem Zusammentritt des Parlaments unüberwindliche Hindernisse entgegenstehen, so kann bei Gefahr im Verzug der Bundespräsident mit Gegenzeichnung des Kanzlers die Feststellung treffen, wobei er die Präsidenten des Bundestages und Bundesrates hören soll. Über einen Friedensschluss wird grundsätzlich durch Bundesgesetz entschieden. Die Berufung eines Wehrbeauftragten des Bundestages zum Schutz der Grundrechte und als Hilfsorgan des Parlaments bei der Ausübung der politischen Kontrolle wird durch Artikel 45 b festgesetzt. Ein Bundesgesetz regelt die Einzelheiten. Ein Einsatzdienst für alle, die den Kriegsdienst mit der Waffe verweigern, wird durch Artikel 12 geregelt, der gleichzeitig erklärt, dass der Ersatzdienst die Dauer des Wehrdienstes nicht übersteigen darf. Es muss auch eine Möglichkeit des Ersatzdienstes vorgesehen werden, die in keinem Zusammenhang mit den Verbänden der Streitkräfte steht.

 

Die Verpflichtung der Frauen zu einer Dienstleistung im Verband der Streitkräfte ist gemäß Artikel 12,2 nicht gestattet. Frauen dürfen vor allem zum Waffendienst in keinem Falle verwendet werden. Dem Verteidigungsausschuss des Bundestages werden die Rechte eines Untersuchungsausschusses im Artikel 45 a zugebilligt, gleichzeitig wird auch eine Tätigkeit dieses Ausschusses für die Zeit zwischen zwei Wahlperioden festgelegt. Die Wehrgesetze haben, gemäß Artikel 36, auch die Gliederung des Bundes in Länder und ihre besonderen landsmannschaftlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Im Artikel 17 a wurde festgelegt, dass die Gesetze über den Wehrdienst auch gewisse Grundrechte der freien Meinungsäußerung, der Versammlungsfreiheit, des Petitionsrechtes, der Freizügigkeit und der Unverletzlichkeit der Wohnung einschränken können. Die Errichtung von Bundesdienststrafgerichten und Bundesdienstgerichten für Dienststrafverfahren der Beamten, Richter und Soldaten wird im Artikel 96 Absatz 3 festgelegt. Der Bund kann auch Wehrstrafgerichte für die Streitkräfte als Bundesgerichte errichten, die die Strafgerichtsbarkeit nur im Verteidigungsfalle sowie über solche Angehörige der Streitkräfte ausüben, die ins Ausland entsandt wurden oder auf Kriegsschiffen Dienst tun. Diese Gerichte werden hauptamtlich mit Richtern besetzt. Das Obere Bundesgericht für Wehrstrafgerichte ist der Bundesgerichtshof. Die Bundeswehrverwaltung soll als bundeseigene Verwaltung mit eigenem Verwaltungsunterbau geführt werden, und in Personalaufgaben sowie der unmittelbaren Deckung des Sachbedarfs der Streitkräfte dienen.

 

Seite 2   Von Woche zu Woche

Der Erholungsurlaub des Bundeskanzlers wird, wie man aus Bonn erfährt am 28. März beginnen. Dr. Adenauer wird für mindesten, drei Wochen in die Südschweiz nach einem Ort bei Lugano fahren.

 

Der Wahlrechtsausschuss des Bundestages hat in seiner letzten Sitzung einen Antrag der SPD die Zahl der Abgeordneten im Parlament künftig auf 418 herabzusetzen, abgelehnt. Nach den Beschlüssen des Ausschusses soll der Bundestag auch künftig etwa ebenso stark sein wie heute. Das gegenwärtige Parlament hat – einschließlich der Berliner Abgeordneten – 509 Mitglieder, künftig sollen es einschließlich der Berliner 506 Abgeordnete sein.

 

Ein Besuch des Bundesaußenministers in London ist für den 30. April in Aussicht genommen. Die britische Regierung hat Dr. von Brentano die Einladung übersandt.

 

Der indische Ministerpräsident Nehru teilte dem Parlament mit, dass er in der zweiten Juli-Woche als Gast der Bundesregierung nach Bonn reisen werde. Nehru nimmt vorher an einer Konferenz der britischen Staatsgemeinschaft in London teil.

 

Die Entschädigung für weitere 73 000 Spätheimkehrer soll jetzt ausgezahlt werden Es handelt sich um die Dringlichkeitsstufe 16 mit 51 bis 55 Punkten. Hierfür wurden 55 Millionen DM zur Verfügung gestellt.

 

Die große Befragung der Heimkehrer nach Vermisstenschicksalen durch Bildlisten wird vom Roten Kreuz frühestens 1957 durchgeführt werden. Präsident Dr. Weitz erklärte, es müsse noch viel sorgfältige Vorbereitungsarbeit geleistet werden.

 

Neun neue Lehr-Bataillone der Bundeswehr werden am 1. April aufgestellt. Als neue Garnisonen sind u. a. Rendsburg, Munsterlager, Bremen, München, Degerndorf, Harnmelburg und Idar-Oberstein vorgesehen. Die zuständigen Bundestagsausschüsse bewilligten 20 000 neue Planstellen für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Gleichzeitig wurden 1600 Beamtenstellen und 9875 Angestelltenstellen bewilligt.

 

Die ersten Schiffe der neuen Marine werden bereits im Mai unter deutscher Flagge fahren. Es handelt sich um achtzehn Einheiten, vor allem Minensucher und Minenräumboote, die von der amerikanischen Marine übergeben werden.

 

149 Generale und Obersten wurden bisher vom Bonner Personalgutachterausschuss überprüft. Sieben Bewerber wurden abgelehnt. Insgesamt wird der Ausschuss etwa 330 Bewerber überprüfen. Man rechnet mit einem Abschluss dieser Prüfungen bis Ende April.

 

541 000 Wohnungen sind nach Mitteilung der Bundesregierung 1955 in Westdeutschland fertiggestellt worden; 387 000 befanden sich am Jahresende im Bau.

 

Die Senkung der Zuckersteuer soll am 1. April in Kraft treten. Nach allgemeiner Kritik im Bundestag beschloss der Finanzausschuss die Streichung eines neuen Zuschlags für die zuckerverarbeitende Industrie.

 

Der Kündigungsschutz für Geschäftsräume gilt nur noch bis zum 1. April. Für eine Übergangszeit soll lediglich bei besonderen Härtefällen noch bis Ende des Jahres ein Vollstreckungsschutz möglich sein.

 

Frostschäden in Höhe von 140 Millionen DM waren nach der großen Kältewelle an den Bundesstraßen zu verzeichnen. Mit einer weiteren starken Erhöhung dieser Summe muss gerechnet werden.

 

1200 sowjetische Mig-Jäger für die neue Luftwaffe der Sowjetzone sollen nach Angaben Pankower Blätter in den nächsten beiden Jahren geliefert werden. Die Pankower Luftstreitkräfte verfügen zurzeit nur über eine kleinere Anzahl von Flugzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg.

 

Ein „roter Bauernselbstschutz" für die Zone wird gegenwärtig von Pankow propagiert. Es soll sich um bewaffnete Trupps handeln, die nach Art der kommunistischen Betriebskampfgruppen ausgebildet werden.

 

Eine verstärkte Propaganda für die kommunistische Jugendweihe hat in Ostberlin und in der Sowjetzone eingesetzt. Die Kommunisten setzen die Eltern unter starken Druck.

 

Ein Verbot der Evangelischen Bahnhofsmission ist von den Machthabern der Sowjetzone jetzt auch in Magdeburg angeordnet worden. Von 97 Dienststellen der Bahrahofsmission wurden bisher 91 geschlossen.

 

Eine Einladung an Molotow sandte der britische Außenminister Lloyd nach Moskau. Lloyd bat Molotow, mit ihm Besprechungen über Indochina zu führen. Man hält es für möglich, dass Molotow zusammen mit Bulganin und Chruschtschow nach London kommt.

 

 

Bulganin und Chruschtschow werden am 18. April mit einem Sowjet-Kreuzer in England eintreffen und dort zehn Tage bleiben.

 

Das schnellste Flugzeug der Welt ist zurzeit die britische Düsenmaschine „Delta". Mit ihr wurde ein neuer Geschwindigkeitsweltrekord von über 1811 Stundenkilometer aufgestellt.

 

An einer Konferenz arabischer Staatsoberhäupter in Kairo nahmen König Saud, der ägyptische Regierungschef Nasser und der syrische Staatspräsident teil. Es soll vor allem die Lage an der Grenze Israels beraten worden sein.

 

Eine sehr schwere Kinderlähmungsepidemie sucht die Republik Argentinien heim. Täglich sind mindestens fünfzig neue Fälle zu verzeichnen. Die Sterblichkeit beträgt etwa 12 Prozent.

 

Seite 2   Neue Geschäftsräume Hamburg, Parkallee 86

Die Baracke in Hamburg, Wallstraße 29, in der die Schriftleitung des Ostpreußenblattes und das Büro der Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft Ostpreußen bisher untergebracht waren, wird in den nächsten Wochen abgerissen; es werden an dieser Stelle Schulen gebaut. Die neuen Geschäftsräume befinden sich in Hamburg in der Parkallee 86; die Anschrift lautet: (24a) Hamburg 13, Parkallee 86. Telefon 45 25 41/42. Der Umzug findet in der Zeit vom 15. März bis 1. April statt. Wir bitten, vom 25. März ab die Post an die neue Anschrift zu senden.

 

Die Parkallee liegt im Stadtteil Harvestehude. Vom Hauptbahnhof fährt man mit der Straßenbahnlinie 18 bis zur Haltestelle Klosterstern, man hat dann noch einen Fußweg von etwa vier Minuten. In der Nähe befinden sich auch Haltestellen der Hochbahn (U-Bahn), und zwar kann man vom Jungfernstieg oder vom Stephansplatz aus bis zur Haltestelle Klosterstern fahren oder mit der Ringlinie der Hochbahn, die über Hauptbahnhof und Sternschanze fährt, bis zur Haltestelle Eppendorferbaum; von den beiden Hochbahnstationen sind es nur wenige Minuten bis zur Parkallee 86.

 

Seite 3   Vier Fotos: Aufnahmen aus dem Memel von heute.

Aus diesen Aufnahmen, die vor einigen Monaten in Memel gemacht worden sind, spricht die ganze Trostlosigkeit, in der die Stadt jetzt dahinleben muss. Am erschütterndsten zeigt sie sich in dem Bild oben rechts das im Mittelpunkt der Stadt aufgenommen worden ist, an der Börsenbrücke. Wo einst diese Drehbrücke über die Dange führte und Seedampfer bis zu den Plätzen und Fabriken dange-aufwärts hindurchließ, da wird schon seit Jahren an einer neuen Brücke gebaut. Man sieht, wie von den beiden Seiten aus ein Unterbau ein Stück in den Fluss hineingemauert worden ist, um die Brücke selbst möglichst kurz zu halten. Die Aufnahme ist von der „Affenschaukel" aus gemacht worden, einem primitiven Steg, der — ein Stück flussaufwärts von der Börsenbrücke — über die Dange führt. Rechts (vom Leser aus gesehen) erblickt man das Gebäude des Rathauses; die Börse, die vor dem Rathaus stand, ist vollständig verschwunden; es lagern jetzt dort Materialien für den Bau der Brücke.

Auch auf der Seite links sind die Häuser vollständig zerstört; der Blick geht frei bis zu dem siebenstöckigen Schifffahrtshaus Meyhoefer, in dem einst die Landesregierung ihren Sitz hatte. Im Hintergrund, in der Mitte des Bildes, ist das Gebäude des einstigen Zollamtes zu sehen; die Lücke zwischen ihm und dem Rathaus lässt erkennen, wieviel auch hier vernichtet worden ist.

 

Die Aufnahme links oben zeigt, wie heute noch die Stelle aussieht, an der einst die Hauptkirche der Stadt stand, die Kirche St. Johannis; nicht einmal dieser Rest einer Ruine ist aufgeräumt. Im Hintergrunde rechts ist das Gebäude der Allstädtischen Knabenmittelschule zu erkennen.

 

Einen Teil der Libauer Straße zeigt die Aufnahme links unten, und zwar den an der Kreuzung mit der Simon-Dach-Straße. Zwei Lastautos, ein Personenauto und ein Radfahrer, einige Passanten, eine Ansammlung von Menschen vor dem Magazin ganz rechts, das sich in dem ehemaligen Kolonialwarengeschäft Pfeifer befindet, — das ist das, was wir auf dem Bild erkennen können. Weiter im Hintergrund in der Mitte sehen wir auf der Südseite der Straße einige der Neubauten, von denen wir vor einiger Zeit in unserem Bericht über Memel erzählten.

 

Unten rechts: Der Libauer Platz, wie er heute aussieht; er schloss die Libauer Straße im Norden ab, und von hier ging der schöne Weg nach dem historischen Tauerlauken. 1939, nach der Wiederangliederung, wurde er Hindenburg-Platz benannt, heute heißt er Lenin-Platz. Das große Beamtenwohnhaus, in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg erbaut, ist, wie man sieht, erhalten geblieben; im Erdgeschoß sind Geschäfte eingerichtet worden. Beherrscht wird der Platz von dem Sowjetstern und einer PAK.

 

Seite 3  Das „Wohlwollen" an der Küste von Memel.

Was bei allen Schifffahrttreibenden Nationen selbstverständlich ist, dass nämlich Schiffe, die sich in Not befinden, einen Hafen anlaufen dürfen, das wird jetzt, wo die Sowjetunion das im Hinblick auf den Hafen von Memel proklamiert hat, als eine Sensation behandelt.

 

Wir gaben vor kurzem eine Meldung wieder, nach der die Sowjetunion bekanntgegeben habe, dass Memel von Fischereifahrzeugen als Nothafen angelaufen werden dürfe. Wir haben uns bei den in Frage kommenden schwedischen Stellen erkundigt, und wir können jetzt dazu die folgenden Einzelheiten bringen.

 

Der Leiter des schwedischen Seerettungsverbandes, Kapitän Hansson in Göteborg, erhielt durch die Botschaft der Sowjetunion in Stockholm eine Mitteilung, die folgende Angaben enthält:

 

1.     Der Hafen Memel kann von ausländischen Fischereifahrzeugen, die bei Sturm und schwierigen Verhältnissen Schutz in einem Hafen suchen müssen, angelaufen werden; dabei brauchen nur die üblichen Hafenregeln beachtet zu werden.

 

2.     Da es für kleinere Fischerboote schwer sein kann, ihre genaue Position bei der Navigation in der Nähe der sowjetischen Territorialgrenze zu bestimmen, kann man bei einer Anfrage bei jedem beliebigen sowjetrussischen Schiff damit rechnen, Auskünfte über die Position zu erhalten, durch die Navigation erleichtert wird.

 

3.     Wenn ausländische Fischereifahrzeuge von der sowjetischen Küstenbewachung aufgebracht werden, so beruht dies im allgemeinen darauf, dass sie Geräte in der See oder neu gefangene Fische an Bord haben, was auf unerlaubten Fischfang in sowjetischen Gewässern schließen lässt und was nach sowjetischem Recht Anlass zu Maßnahmen ist.

 

4.     Mit Rücksicht auf die Navigationsschwierigkeiten der kleineren Fischereifahrzeuge und der Schwierigkeit, das Ausmaß der Territorialgewässer genau zu errechnen, ist es wünschenswert, dass die Fischer einen gewissen Abstand zu den sowjetischen Gewässern halten, um der Gefahr des unerlaubten Fischens zu entgehen“.

 

Soweit die sowjetrussische Mitteilung. Kapitän Hansson, der Leiter des schwedischen Seerettungsverbandes, nahm dazu in dem folgenden Kommentar Stellung; er wurde in den schwedischen Zeitungen veröffentlicht:

 

„Memel als Nothafen haben wir uns immer schon gewünscht. Es ist ziemlich revolutionierend, dass die Sowjets nun ausländischen Fischern die Genehmigung zum Anlaufen von Memel erteilen. Bisher haben die schwedischen Fischer im Allgemeinen die Küste von Memel gemieden, aber nun werden sie eingeladen, dort Schutz vor schwerem Wetter zu suchen. Überhaupt atmen die sowjetischen Ausführungen Wohlwollen, und es tritt klar zutage, dass die Sowjetbehörden versuchen, die Arbeitsbedingungen für ausländische Fischer in der Ostsee zu verbessern“.

 

Hier, so meinen wir, irrt Kapitän Hansson. Die Bedingungen, unter denen ausländische Fischer in der Ostsee arbeiten, sind den Sowjets heute genauso gleichgültig wie vor fünf oder zehn Jahren. Es sind noch die Fälle in Erinnerung, wo über das Schicksal schiffbrüchiger Fischer, die sich an die von der Sowjetunion beherrschte Küste gerettet hatten, lange Zeit nichts zu erfahren war. Der schwedische Botschafter in Moskau musste die größten Anstrengungen machen, um mit einer schiffbrüchigen Mannschaft überhaupt Verbindung zu bekommen.

 

Wurden schon Schiffbrüchige wie Spione behandelt und wochenlang zurückgehalten, so geschah das erst recht bei Fischern, die bei der Fischerei selbst in den Verdacht geraten waren, in das von den Sowjets beanspruchte, zwölf Meilen breite Hoheitsgebiet eingedrungen zu sein. Schwedische und dänische Fischer haben da ihre Erfahrungen gemacht, und eben deshalb haben sie trotz der lockenden Fanggründe die Küste von Memel gemieden.

 

Die neue Haltung der Sowjets nun ist nichts anderes als ein Stück jener großen Offensive des Lächelns, die seit einiger Zeit von Moskau praktiziert wird. Sie kostet nichts, denn die schwedischen, die dänischen und die deutschen Fischer werden sich nach wie vor hüten, in das von der Sowjetunion als Hoheitsgewässer beanspruchte sehr ausgedehnte Gebiet einzudringen, mögen jetzt im Frühjahr die großen Lachse auch noch so sehr locken. Sie kostet nichts, und sie bringt doch was ein, — sie ist nämlich in den skandinavischen Ländern Wasser auf die Mühlen derer, die da meinen, die Sowjets seien ja gar nicht so schlimm; auch dieses Beispiel zeige, wie nett sie doch sein könnten. Diesen Eindruck will Moskau gerade bei den nordischen Völkern erwecken; die Räumung von Porkkala lag in der gleichen Linie.

 

Fischer sind Männer, die sich durch ein Lächeln und einen dürftigen Sirenenklang nicht über die raue, sehr raue Wirklichkeit täuschen lassen. Aber sie werden, wenn ein Sturm sie bei der Ausübung ihres Berufes in Gefahr bringt, der rettenden Küste wohl doch nicht mehr mit so bangem Gefühl zustreben, wie ehedem, — der rettenden Küste, wenn sie bei Memel vor ihnen liegt. Was aber geschieht, wenn sie ein Sturm vor Pillau überfällt? Denn nur Memel ist als Seenothafen freigegeben, Pillau aber nicht Bei Pillau hört die Menschlichkeit auf. Und nicht nur bei Pillau . . .

 

Seite 3   Die „Repolonisierung" Ostpreußens.

Die Frage der „Repolonisierung" Ostpreußens sei nach wie vor „eines der wichtigsten nationalen Probleme" Polens, stellt die Warschauer Zeitung „Tygodnik Demokratyczny" in einem Bericht aus Braunsberg fest. Erschwert werde diese „Repolonisierung" durch die „alten Fehler einer ungerechtfertigten Voreingenommenheit gegenüber den Autochthonen" — als „Autochthone" werden die in der Heimat verbliebenen Deutschen bezeichnet — sowie durch die Erinnerungen an die „unrühmliche Zeit der Plünderungen und des Chaos" unmittelbar nach 1945. Schließlich sei es auch noch die Misswirtschaft, die den „Autochthonen böse, lächerlich machende Beispiele" biete und daher „nur sehr schwer wieder gutzumachende Schäden" verursache. Der Beschluss des Volksrats der „Woiwodschaft" Allenstein, die „Repolonisierung" des südlichen Ostpreußens zu vollenden, sei „leider bis zum heutigen Tage nur auf dem Papier stehengeblieben". Die Frage der „Repolonisierung" dürfe nicht den „Autochthonen" selbst überlassen bleiben, sondern auch die zugewanderte polnische Bevölkerung müsse sich deren annehmen. Aber die Kulturbehörden hätten die „Repolonisierungsaktion" völlig vergessen, ja sie bekämpften sich vielmehr untereinander.

 

Als Beispiel für die Vernachlässigung der Frage der „Autochthonen" führt der Bericht der Warschauer Zeitung an, dass unter zweitausend Hörern an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Allenstein insgesamt nur sechs „Autochthone" festzustellen waren. Diese außerordentlich geringe Anzahl von „autochthonen" Studierenden im Vergleich zu den polnischen Hörern wird von der Warschauer Zeitung damit begründet, dass „in den langen Jahren des deutschen Regimes in diesen Gebieten" die „Autochthone" — also deutsche — Bevölkerung systematisch vom Hochschulstudium ferngehalten worden sei. (!!) Außerdem seien die Familien der „Autochthonen" durch „zwangsweise hilteristische Evakuierung dekomplettiert" worden, und es seien somit vorwiegend nur Greise, Frauen und Kinder verblieben.

 

Abschließend schildert der Berichterstatter die Verhältnisse in Braunsberg, wobei er anführt, dass die ostpreußische Stadt heute 8500 Einwohner zähle gegenüber früher „über 17 000". (Anmerkung d. Red.: Braunsberg zählte vor dem Kriege 19 000 Einwohner.)

 

Seite 4   Bulgarin nach Washington? Weltpolitisches Geschehen — kurz beleuchtet.

Das Antwortschreiben Eisenhowers auf die letzte Botschaft des sowjetischen Regierungschefs ist von Bulganin vor ausländischen Pressevertretern in einem ersten lakonischen Kommentar als ein „guter Brief" bezeichnet worden. Bulganin versicherte den Journalisten, er werde den Eisenhower-Brief sehr genau lesen. Als ihn ein amerikanischer Journalist fragte, warum er eigentlich nur mit Eisenhower korrespondiere-, statt ihn selbst aufzusuchen, meinte der sowjetische Ministerpräsident, er werde erst dann nach Amerika reisen, wenn die amerikanische Passkontrolle von ihm nicht mehr Fingerabdrücke verlange, wie sie das bisher bei der Einreise von Kommunisten forderte. Interessant ist nun, dass sich auch Präsident Eisenhower auf der Washingtoner Pressekonferenz befriedigt über die erste Reaktion äußerte, die sein Brief in Moskau gefunden habe. Eisenhower erklärte, er sei bereit, auf jede Geste Moskaus zu reagieren, die erkennen lasse, dass es den Sowjets wirklich auf eine Verminderung der Spannungen in der Welt ankomme. Auch Eisenhower wurde gefragt, ob er Bulganin zu einem Besuch nach den Vereinigten Staaten einladen werde; er erwiderte, damit habe er sich noch nicht beschäftigt, die Möglichkeit einer solchen Einladung wurde in seiner Antwort jedoch nicht ausgeschlossen.

 

Es wurde bekannt, das Washington beabsichtigt, noch in diesem Monat bei der Tagung des Londoner Abrüstungsunterausschusses der Vereinten Nationen der Sowjetunion und den anderen Westmächten neue Abrüstungsvorschläge der USA zu unterbreiten. Hierauf hatte Eisenhower schon in seinem Brief an Bulganin hingewiesen. Er erklärte dabei, er freue sich, dass auch Moskau anerkenne, wie wichtig es sei, gegenseitige Sicherungen gegen Überraschungsangriffe zu schaffen und auf beiden Seiten abzurüsten. Sein Vertreter im Abrüstungsausschuss sei angewiesen, bei der Ausarbeitung eines Programms mitzuwirken, das diesen Entschluss durch entsprechende Handlungen der Regierungen verwirklichen könne. Man müsse sich besonders darum bemühen, die Gefahr der Atomentwicklung unter Kontrolle zu bringen. Amerika sei bereit, mit anderen Staaten Vorkehrungen auszuarbeiten, die darauf hinausliefen, dass das in der ganzen Welt gewonnene Atomkraftmaterial nicht dazu verwendet werde, die Vorräte an Explosionswaffen zu vergrößern.

 

Eisenhower betonte abschließend gegenüber Bulganin, dass nach seiner Ansicht die Abrüstung sich in erster Linie auf eine Verminderung der Rüstung und nicht zuerst auf eine Verminderung der Armeestärke richten solle. In der ersten Phase eines Abrüstungsprogramms würden Amerika und die Sowjetunion über eine sehr große militärische Stärke sowie über erhebliche Vorräte an Atomwaffen verfügen. Er möchte aber ausdrücklich versichern, dass die Vereinigten Staaten diese Stärke nicht zu Angriffszwecken unterhalte, sondern nur als Beitrag zur Stabilität der Welt in dieser Übergangsperiode.

 

Höchste Alarmstufe am Mittelmeer

Nicht nur im französischen Nordafrika, sondern auch im östlichen Mittelmeergebiet hat sich die ohnehin sehr gespannte Lage in der letzten Woche weiter erheblich verschärft. In Algerien beherrschen nunmehr — wie die Franzosen selbst zugeben — die Aufständischen einen großen Teil des Landes. Sie haben offenkundig nicht nur den Süden völlig in der Hand, sondern sie haben sogar auch in den der Stadt Algier benachbarten Departements Constantine und Bone eine „Republik Freies Algerien" ausgerufen. Kein Franzose kann mehr auf dem Landwege nach den Küstenstützpunkten reisen. Alle von den Franzosen eingesetzten Bürgermeister und Beamten sind, soweit sie sich nicht selbst der Aufstandsbewegung anschlossen, verjagt oder abgesetzt worden. Die offenkundig stark bewaffneten Algerier haben eigene Standgerichte eingerichtet, überall, wo französische Truppen auftauchen, finden schwere Gefechte statt. In den letzten Wochen sind nachweislich mehrere tausend Weiße und Mohammedaner ums Leben gekommen.

 

Fast ebenso dramatisch haben sich die Dinge im Vorderen Orient und auf der Insel Zypern für die Briten zugespitzt. Die Absetzung und Ausweisung des britischen Generals Glubb, des langjährigen Kommandeurs der von England finanzierten „Arabischen Legion Jordaniens", ist in London als schwerste politische Niederlage in einem Raum empfunden worden, wo die Briten bisher einen sehr großen Einfluss ausübten. Der junge König von Jordanien willigte in die Entlassung der britischen Offiziere, da er im anderen Falle mit seiner eigenen Absetzung zu rechnen hatte. Völlig gescheitert sind die Verhandlungen der Engländer mit der griechischen Bevölkerung der Insel Zypern, denen London die gewünschte Vereinigung mit Griechenland und eine wirkliche Selbständigkeit noch nicht zubilligen wollte. Kurz nach der Abreise des britischen Kolonialministers hat dann der englische Feldmarschall Harding den Führer der griechischen Anschlussbewegung auf Zypern, Erzbischof Makarios, sowie andere angesehene Geistliche kurzerhand verhaften und im Flugzeug nach der weltverlorenen Seychellen-Insel im Indischen Ozean, einer alten Verbrecherkolonie, transportieren lassen. Es ist selbstverständlich, dass diese Maßnahme in Griechenland sofort zu wilden englandfeindlichen Demonstrationen führte. Sie wurde sogar von britischen Politikern als eine „Tat des Wahnsinns" bezeichnet. Makarios hat zwar stets energisch die Wünsche der Zyprioten vertreten, er galt aber in der Auseinandersetzung mit den Briten noch als ein gemäßigtes Element. Man darf sicher sein, dass die Maßnahme des Feldmarschalls Harding den Fanatismus der Zyprioten weiter entflammen wird.

 

Seite 4   Der Lastenausgleich muss wesentlich verbessert werden! Ein Gesetzentwurf der Vertriebenenverbände. Von unserem Bonner O.-B.-Mitarbeiter.

In dem 1952 erlassenen Lastenausgleichsgesetz war bereits festgelegt worden, dass zum 31. März 1957 verschiedene Teile des Lastenausgleichs eine Neuregelung erfahren sollen. In spätestens zwölf Monaten wird dieser „Besserungsschein" nun einzulösen sein. Im Bundesfinanzministerium wird zurzeit an dem Regierungsentwurf zum „Lastenausgleichs-Schlussgesetz" gearbeitet; er soll noch vor den parlamentarischen Sommerferien dem Bundestag zugeleitet werden. Diesem (mutmaßlich ungünstigen) Regierungsentwurf werden jedoch die Vertriebenenverbände dadurch zuvorkommen, dass sie selbst einen Initiativgesetzentwurf zum Lastenausgleichsschlussgesetz ausarbeiten und den Fraktionen des Bundestages zuleiten werden. Es wäre von erheblichem Vorteil, wenn eine der Fraktionen den Initiativentwurf der Vertriebenenverbände aufgreifen würde; denn dann würde in den Ausschussberatungen des Parlaments dieser an Stelle des Regierungsentwurfs — oder mindestens neben ihm — als Verhandlungsgrundlage dienen, über die Grundzüge dieses Initiativgesetzentwurfes machte erstmals am 11. März Dr. Neuhoff, Vorsitzender des Lastenausgleichsausschusses des BvD, in dem auch die Landsmannschaften mitarbeiten, in einer Rede in Hannover nähere Ausführungen.

 

Als 1952 die – leider so dürftigen – Leistungen des Lastenausgleichs beschlossen wurden, begründete man seitens der Bundesregierung, des Bundestages und des Bundesrates die Unzulänglichkeit der Leistungen damit, dass höhere Zahlungen des Leistungsvermögens der Bundesrepublik überstiegen. In den verflossenen vier Jahren hat sich jedoch gezeigt, dass die westdeutsche Volkswirtschaft zu ganz anderen Leistungen befähigt ist. Das Sozialprodukt stieg zwischen 1951 und 1956 um 58 Prozent.Die Investitionen vermehrten sich um 65 Prozent. Die Steuereinnahmen erhöhten sich während der gleichen Zeit um 61 Prozent, das sind rund 17 Milliarden DM jährlich. Die Einkommensteuerhöchstsätze senkte man von 80 Prozent auf 55 Prozent und verzichtete dadurch auf einige Milliarden DM im Jahr. Für die Besatzungsschäden traf man eine Regelung, die in fast allen Fällen hundertprozentige Entschädigung vom Verkehrswert bedeutete. Bei diesem gewaltigen Aufschwung der bundesdeutschen Volkswirtschaft muss es auch möglich sein, im Lastenausgleichsschlussgesetz Entschädigungsleistungen vorzusehen, die diese Bezeichnung verdienen.

 

Die Neuregelungen im Lastenausgleichsschlussgesetz werden sich in erster Linie auf die Hauptentschädigung beziehen. Diese als Entschädigung für das verlorene Vermögen gedachte Lastenausgleichsleistung ist bisher überhaupt noch nicht zur Auszahlung gekommen. In dem Gesetzentwurf der Vertriebenenverbände ist vorgesehen, dass die Hauptentschädigung vom Jahre 1957 ab zur Auszahlung gelangt. Da es selbstverständlich unmöglich ist, die gesamten Entschädigungsansprüche auf einmal zu befriedigen, ist an ein Auszahlungssystem gedacht, das dem des Währungsausgleichs ähnlich ist. Jeder erhält auf seinen Anspruch in jedem Jahre eine bestimmte Summe. Gefordert wird, dass 1957 und in den nächst folgenden Jahren jeder mindestens jährlich 300 DM ausbezahlt erhält. Ein Anspruch von 1500 DM wäre bei diesem System in spätestens fünf Jahren voll erfüllt.

 

In dem Initiativgesetzentwurf ist weiterhin eine sehr bedeutende Erhöhung der Hauptentschädigungssätze vorgesehen. Es wird jetzt gefordert, dass bis zu Schäden von 5000 RM hundertprozentige Entschädigung gezahlt wird, für den 5000 RM übersteigenden Teil des Schadens 50 Prozent Hauptentschädigungsquote und für den 25 000 RM übersteigenden Teil des Verlustes eine stetig absinkende Entschädigungsquote. Die Mindestentschädigung soll jedoch bei 6,5 Prozent liegen, weil auch jeder Geldverlust in der Währungsreform mit mindestens 6,5 Prozent auf DM umgestellt wurde. Bei Schäden über 5000 RM wurde grundsätzlich auf 50 Prozent heruntergegangen, weil auch die Abgabepflichtigen, soweit ihr Vermögen 5000 DM übersteigt, eine fünfzigprozentige Vermögensabgabe zu entrichten haben.

 

Im Lastenausgleichsschlussgesetz soll auch die Ungleichmäßigkeit in den Bewertungsmaßstäben für die einzelnen Schadensarten beseitigt werden. Nach geltendem Recht gilt für alle Vermögensarten der sogenannte Einheitswert als Berechnungsbasis. Dieser Einheitswert ist in der Regel nur 6/10 so hoch wie der Verkehrswert. Der Einheitswert der Landwirtschaft liegt jedoch nicht einmal in der Höhe des allgemeinen Niveaus der Einheitswerte, sondern bleibt unter diesem noch um 39 Prozent zurück. Diese besondere Benachteiligung der Landwirtschaft soll nach dem Initiativgesetzentwurf durch einen 39-prozentigen Zuschlag ausgeglichen werden.

 

Wie für die Verluste an landwirtschaftlichem Vermögen, Gewerbevermögen und Hausbesitz im Rahmen der Hauptentschädigung grundsätzlich hundertprozentige Entschädigung angestrebt wird, jedenfalls bei den kleineren Schäden, so soll auch bei den Hausratverlusten wenigstens in der untersten Stufe volle Entschädigung zu erreichen versucht werden. Bei Maßstäben des Einheitswertes muss — in Anlehnung an vom Bundestag beschlossene Zahlen — der Wert eines verlorenen bescheidensten Hausrats mit 1400 RM angenommen werden. Dieser Betrag wird deshalb im Initiativgesetzentwurf als Hausratentschädigung für die unterste Stufe gefordert. Das würde (für ein Ehepaar) die Ausbezahlung einer weiteren Rate von 400 DM bedeuten. Auch in den höheren Hausratklassen ist eine Heraufsetzung der Entschädigung um 400 DM vorgeschlagen.

 

In Bezug auf die Unterhaltshilfen sieht der Initiativgesetzentwurf eine Heraufsetzung von gegenwärtig 100 DM auf 120 DM vor. Die Ehegattenzuschläge sollen auf 55 DM und die Kinderzuschläge auf 40 DM erhöht werden. Auch die Unterhaltshilfeempfänger haben ein Anrecht darauf, am sozialen Aufstieg der Bundesrepublik teilzunehmen.

 

Hinsichtlich der Entschädigungsrente wird im Initiativgesetzentwurf eine völlige Umgestaltung geplant. Die Entschädigungsrente soll künftig als eine Art Leibrente gezahlt werden. Der ganze Hauptentschädigungsanspruch oder ein Teil desselben soll nach versicherungsmathematischen Grundsätzen in eine Leibrente von maximal 500 DM Höhe umgewandelt werden.

 

Für Unterhaltshilfe und Entschädigungsrente soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass diese Altersversorgungen auch derjenige 65 Jahre alt gewordene Vertriebene bekommt, der nach 1889 (Frauen 1894) geboren ist. Nach geltendem Recht ist ein Nachrücken in die Unterhaltshilfe und die Entschädigungsrente seit dem 01.01.1955 nicht mehr möglich.

 

Im Interesse derjenigen Vertriebenen, die während der Jahre 1953 bis 1956 nach vorübergehendem Aufenthalt in der Sowjetzone in das Bundesgebiet oder nach Berlin (West) gekommen sind, empfiehlt der Initiativgesetzentwurf, den Anwesenheitsstichtag vom 31.12.1952 auf den 31.03.1957 (Tag des Inkrafttretens des Lastenausgleichsschlussgesetzes) zu verlegen.

 

Die hier aufgezeichneten Grundzüge einer Verbesserung der Lastenausgleichsleistungen erfordern naturgemäß ganz erhebliche zusätzliche Mittel. Es ist an keine Erhöhung der Lastenausgleichsabgaben gedacht, wohl aber daran, dass die Abgabepflichtigen nach Möglichkeit statt bis zum Jahre 1979 bereits bis zum Jahre 1969 ihre Vermögensabgabe bezahlt haben müssen. Die darüber hinaus erforderlichen Mittel sollen nach dem Initiativgesetzentwurf der Vertriebenenverbände aus dem Bundeshaushalt oder aus den Länderhaushalten bereitgestellt werden.

 

Für die Einführung eines neunten Volksschuljahres hat sich das Präsidium des Deutschen Städtetages ausgesprochen.

 

Die Errichtung eines Bundesversicherungsamtes in Berlin sieht ein Gesetz vor, das der Bundestag verabschiedet hat. Das Berliner Bundesversicherungsamt wird die Aufsicht über die Sozialversicherungsgesellschaften auf Bundesebene erhalten.

 

Die Artikelreihe über die Lage in dem sowjetrussisch besetzten Teil unserer Heimat wird in einer der nächsten Folgen fortgesetzt werden.

 

Seite 4   Helfer für für Chruschtschow

In einem sehr bemerkenswerten Artikel zur heutigen Lage beleuchten die „Salzburger Nachrichten" die wahren Absichten der neuen „elastischen" Taktik Moskaus. Sie schreiben:

 

Ob Mau-Mau-Zauberer, ob Neger oder Buschmann, ob König oder Königin, ob Konservativer, ob Liberaler oder Katholik, ob Arbeiter, Bürger, Angestellter, Bauer oder Beamter, ob reiner Marxist oder „verbürgerlichter" Sozialist, jeder ist willkommen, wenn er nur Chruschtschow gewähren lässt. Es gibt keine Schranke der Zusammenarbeit mehr. Das ist eine Elastizität, die verblüfft. Wir können dem Herrgott danken, dass die Methode nicht Stalin eingefallen war, damals in den Tagen der Weltverbrüderung über den Trümmern des deutschen Staates, als man dem Partner jeden Raub und selbst den Völkermord verzieh. Hätte Stalin die Wendigkeit bewiesen, die Chruschtschow exerziert, Europa und vielleicht die ganze Welt wären heute die Domäne der kommunistischen Gewaltherrschaft, in der einer dirigiert und jeder applaudiert. Einem großen Teil der Völker ging indessen das Licht auf. Trotzdem kann sich als bedrohlich enthüllen, was Chruschtschow und seine Trabanten auf dem Parteikongress verkündet haben, wenn man bedenkt, dass sich in der demokratischen Welt immer und immer Menschen und Gruppen finden, die jedes Wort, das im Kreml fällt, ernst nehmen und es nach Maßstäben bewerten, die man im Westen anzulegen pflegt.

 

Aus den neuen Parolen zu schließen, jetzt sei das Zeitalter des Friedens angebrochen, wäre ein Irrtum, der tödlich wirkt. In die Gemeinde jener Menschen, die daran glauben, setzt der Kreml seine Hoffnungen auf Weltherrschaft. Man begegnet solchen Genossen überall auf der Welt, im Westen und in den Ländern, die man unter der Marke „dritte Kraft" kennt. Es handelt sich um Intellektuelle, die mit ihrer Freiheit nichts mehr anzufangen wissen. Um ihre Nerven aufzupeitschen, suchen sie den Schmerz, den einem die Zuchtrute bereitet. Diesen Nihilisten und den Weltverbesserern, die aus Einfalt ihre Heimat verraten, verdanken wir das Anschwellen des Ostblocks und seiner Macht, den Schrumpfungsprozess der Freiheitssubstanz.

 

Der Kreml rechnet mit deren Schützenhilfe. Er weiß, dass sie nicht eher ruhen werden, als bis die Volksfronten zustande gekommen sind. Frankreich, wo das ungeschickte Vorgehen der mendesistischen Linken die Sympathien der Öffentlichkeit für Poujade in die Höhe treibt und damit die Linke auf den Zusammenschluss mit den Kommunisten hindrängt, gibt uns einen Vorgeschmack. Und wenn man Titos Botschaft an den Moskauer Kongress aufmerksam liest, dann wird einem klar, wie weit Jugoslawien auf dem Rückweg nach Moskau gekommen ist.

 

Seite 4   Botschafter Haas bei Woroschilow.

Der neue deutsche Botschafter in der Sowjetunion, Dr. Wilhelm Haas, wurde am Montag vom sowjetischen Staatspräsidenten Marschall Woroschilow zur Übergabe des Beglaubigungsschreibens im Kreml empfangen. Haas war von seinen engsten Mitarbeitern begleitet. Für das Sowjetaußenministerium erschien der stellvertretende Außenminister Gromyko. Die deutschen Diplomaten erschienen im Frack, während die Vertreter der Sowjets Straßenanzüge trugen.

 

In seiner kurzen und formellen Einführungsansprache erklärte der Botschafter der Bundesrepublik, das ganze deutsche Volk erhoffe eine Lösung des Problems der Wiedervereinigung. Diese Frage sei auch das Hauptproblem, das es zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion gebe. Das deutsche Volk wünsche Frieden, Abrüstung und gutnachbarliche Beziehungen. Woroschilow antwortete in allgemeinen Formulierungen und sagte u. a., dass er mit den Auffassungen des deutschen Botschafters übereinstimme.

 

Seite 5   Das Beispiel Sulingen. Ostpreußen im Unterricht der Schule.

Fotos: Drei Beispiele aus der Schülerausstellung (von oben nach unten): Wer kennt Ostpreußen? — Ostpreußische Dichter und Denker — Ein Relief des Samlandes.

Ein schönes Beispiel ostkundlichen Anschauungsunterrichtes gab die Mittelschule Sulingen. Im Rahmen einer größeren Ausstellung zeigte sie in einem Sonderraum das Land Ostpreußen und seine Geschichte. Alles, was den vielen Besuchern — es mögen an die dreitausend gewesen sein — in dieser Sonderschau vor Augen geführt wurde, war das Ergebnis der Arbeiten im Verlauf eines Jahres.

 

In allen Unterrichtsfächern waren die Schüler mit Ostpreußen in geographischer, geschichtlicher und volkskundlicher Hinsicht bekanntgemacht worden. Ein Geschichtsfries veranschaulichte die Geschichte Ostpreußens. Durch zeichnerische Symbole und Karten waren die einzelnen Tatsachen deutlich hervorgehoben worden, so dass die Besucher ein klares Bild von den einzelnen Abschnitten der Geschichte Ostpreußens erhielten. Sie sahen, dass Ostpreußen altes deutsches Land ist. Die Besiedlung Ostpreußens wurde durch Kartenbilder und Zahlen deutlich vor Augen geführt. Von der Arbeit des Deutschen Ritterordens bis zum Grenzlandschicksal in zwei Weltkriegen wurde die Geschichte unserer Heimat durch einen Fries veranschaulicht, bearbeitet von Schülern der Klasse 9 a mit einer Zeichnung von Volker Winde.

 

Reichliches Kartenmaterial vervollständigte das Bild der Geschichte Ostpreußens und zeigte neben der Besiedlung durch deutsche Stämme auf der anderen Seite des Raumes die Vertreibung 1944/1945. Eine Sonderkarte „Ostpreußische Dichter und Denker" mit den Namen und Lebensdaten der ostpreußischen Frauen und Männer ließ die Bedeutung der Grenzlandprovinz für Deutschland erkennen.

 

Schüler der Klasse 10a hatten im Werkunterricht einen Kurenwimpel hergestellt. Handgewebte Wandbehänge mit dem Kreuz des Deutschen Ritterordens und der Elchschaufel zogen die Besucher besonders an: die Schülerinnen Brigitte Glinka und Renate Menze von der Klasse 9b hatten bei diesen Arbeiten besonderes Geschick bewiesen.

 

Reliefs von den Mündungsgebieten der Memel, des Pregels und der Weichsel waren das Ergebnis einer Gruppenarbeit der Klasse 9a; Einprägsam und klar unterstrichen sie die Eigenarten der ostpreußischen Landschaftsformen; sie waren nach amtlichen Messtischblättern und Karten genau und sauber hergestellt worden.

 

Ein Bild von der Schönheit und der Zweckmäßigkeit der ostpreußischen Bauweise wurde durch das Modell eines Vorlaubenhauses gegeben. Nicht weniger Anklang fand auch das Modell eines ostpreußischen Straßendorfes, das von Schülern der Klasse 10b nachgebildet worden war. Eckard Steiner war hierbei am erfolgreichsten.

 

Die thematische Behandlung der Aufgabe Krieg und Flucht veranschaulichten Zeichnungen von großer Ausdruckskraft. Die Sammelmappen, Kinder erleben den Weltkrieg, mit Aufsätzen von Schülern und Schülerinnen der Klassen 10 hatten dokumentarischen Wert. In einer anderen Mappe zeigten Briefe aus dem heutigen Ostpreußen den Besuchern ein erschütterndes Bild von unserer Heimatprovinz. Sehr ansprechend waren auch die Transparente, die von Schülern der Klasse 10a gefertigt waren; sie zeigten Wappen vieler ostpreußischer Städte.

 

Wenn schon die Ausstellung an sich zu einem vollen Erfolg wurde, so regte ein Preisrätsel „Wer kennt Ostpreußen?" Erwachsene wie Schüler zu lebhafter Mitarbeit an. In Form einer bildlichen Reise durch Ostpreußen galt es, markante Sehenswürdigkeiten und geschichtliche Stätten zu erkennen und die vierzehn gestellten Fragen zu beantworten.

 

Zusammenfassend gab die Ausstellung jedem Besucher ein anschauliches Bild von Ostpreußen. Sie ließ durch die Arbeit der Schüler die Schönheit und den Reichtum des Landes erkennen. Die Schüler, Einheimische wie Vertriebene, haben in liebevoller Arbeit dieses Land kennen und schätzen gelernt, soweit das eben auf diese Weise möglich ist.

 

Allen Besuchern aber vermittelte die Ausstellung ein Bild von der Bedeutung unserer Heimat und von der Art, wie Ostpreußen und das ganze Ostland im Unterricht behandelt werden können. Für den von der Mittelschule Sulingen aufgezeigten Weg sind die Eltern dem Lehrerkollegium, den Schülern und nicht zuletzt ihrem Landsmann, Rektor Essner, von Herzen dankbar.

Kurt Grigull, Schweringhausen, stellvertr. Vorsitzender des Elternrates

 

Seite 5   Ostpreußische Späßchen.

Selbstbewusst

Viele Besitzer in der Nähe unserer Forst verschafften sich damals durch Holzfuhren einen kleinen Nebenverdienst. Das tat auch der alte R. Als er dann im Forstamt wieder einmal seinen Holzzettel abgab, war zufällig der Oberförster zugegen. Der alte R. war nun bekannt dafür, dass er zwar sehr schwungvoll, aber höchst unleserlich schrieb. So sagte denn der Forstmann zu ihm: „Hörense mal, mein Lieber, Ihre Unterschrift kann ja kein Mensch lesen!" Darauf warf R. den Kopf in den Nacken und sagte stolz: „Joa, joa, Herr Oberförsterke, so schriewe de Herrkes!"

 

Kleiner Irrtum

Vor dem Ersten Weltkrieg trugen bei Paraden und größeren Übungen in unserer ostpreußischen Heimat die Adjutanten der Generalität eine handbreite silberne Schärpe, die recht malerisch wirkte. Damals wohnte auch unser Landsmann M. einmal solchen Gefechtsübungen bei, und er beobachtete interessiert, wie die Adjutanten auf ihren flinken Pferden im gestreckten Galopp über die Gräben hinwegsetzten, um die Befehle zu den Einheiten oder zu den höheren Stäben zu bringen. Als man am Abend im Dorfkrug nun wieder „Manöverkritik" hielt, meinte M., der nicht in der Armee gedient hatte: „On de mött dem witte Handog um de Liev, kommandeert dem ganzen Schiet!" Er hatte die Adjutantenschärpe für ein frisches Handtuch gehalten.

 

Erdkunde

Vor vielen Jahren waren zwei alte Freunde, Fried und August, wieder einmal damit beschäftigt, den Großbaumer Vorflussgraben zu räumen. August nahm eine Pause wahr, um sich neben dem Graben auf die Wiese zu legen und gedankenvoll in den blauen Himmel mit seinen ziehenden Wolken zu blicken. Nach einer Weile stellte sich der arbeitsame Fried neben ihn, stützte sich auf seinen Spaten und meinte: „August, weetst du dat all, dat de Erd rund ös wie so e Appel un söck alle veerunzwanzig Stund eenmoal omdrellt?" August fühlte sich verhöhnt und erwiderte ärgerlich: „Goah, goah, du Dammelskopp, kick doch, nu wöll he mi hochnähme. De Erd is flach wi so e Brett. De drellt söck nich“. Hierauf Fried: „Na wöllewi wette? Wer verspölt, de betoahlt de nächste Liter Branntwien!"

Man wurde sich einig und die Flasche wurde geholt. Beide sprachen ihr eifrig zu, und nach einiger Zeit lagen nun sowohl August wie Fried auf der Wiese. Als August dann nach einiger Zeit erwachte, gab er Fried einen wohlwollenden Rippenstoß und bekannte: „Weetst, Fried, eck hebb de Wett verspeelt. De Erd drellt seck wi son Brommkriesel. Sogar da Wies drellt seck möt!"

 

Anerkennend

Als vor vielen Jahren einmal der Bischof von Ermland eine Firmreise unternahm, kam er auch in ein ganz abgelegenes Dorf, wo man einen Kirchenfürst schon lange nicht mehr gesehen hatte. Der hohe Herr wurde auf dieser Reise von einem sehr gewandten, aber doch recht kleinen Vikar begleitet. Dieser gab sich größte Mühe, den Besuch recht eindrucksvoll zu gestalten. Als nun der Bischof zunächst ein wenig in einem Hause verweilt hatte, bemühte sich der kleine Vikar darum, ihm für den Gang zur Kirche eine schöne Gasse zu schaffen. Das war nicht leicht, denn alle Leute waren natürlich neugierig und bildeten einen großen Ring um das Haus. Immer wieder redete der kleine Herr auf die Leute ein, aber niemand gehorchte. Als er wieder eine große und eindrucksvolle Rede an die Umstehenden hielt, meinte einer anerkennend: „Ei, kick doch den Kleenerke!"  

 

Ernüchternd

In unserer schönen ostpreußischen Heimatstadt J. traf sich alle vierzehn Tage ein Kreis gutherziger älterer Damen. Diese strickten regelmäßig für bedürftige Kinder in der Stadt warme Strümpfe. Das alte Fräulein S., das auch zu diesem Kreis der Wohltäterinnen gehörte, ging nun einmal im Winter durch die schneebedeckten Straßen. Da bemerkte ihr scharfes Auge vor einem Hause drei spielende Kinder, die höchst vergnügt von der Treppe vor der Tür sprangen, aber nur Strümpfe trugen. Sehr bald kam die alte Dame dahinter, dass es die von ihr gestrickten bunten Wollstrümpfe waren. Ganz entsetzt rief sie den Kindern zu: „Kinder, zieht euch doch die Schuhe an, ihr zerreißt euch ja die Strümpfe". Hierauf schrie ein kleiner Lorbaß zurück: „Nä, de Mudder seggt immer, loat de Wiewers man stricke!"

 

Rest der Seite Bekanntschaften, Reklame

 

Seite 6   Max Hildebert Boehm 65 Jahre

Am 17. Februar 1956 vollendet Professor M. H. Boehm, Lüneburg, sein 65. Lebensjahr. 1928 nahm M. H. Boehm seine akademische Lehrtätigkeit an der Deutschen Hochschule für Politik auf, von 1933 – 1940, versah er einen Lehrauftrag für Nationalitätenkunde an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin.

 

In Livland geboren, verlebte M. H. Boehm den größten Teil seiner Kindheit in Lothringen und im Elsaß. Seit dem Ersten Weltkriege betätigte er sich in der Grenzlandarbeit, gründete am 29. März 1926 das Institut für Grenz- und Auslandsstudien in Berlin-Steglitz und übernahm den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Nationalitätenrecht. Seine erste große Veröffentlichung (1923) trägt den Titel „Europa irredenta“; Sie ist allen um die Behauptung ihres Volkstums ringenden Gruppen in Europa gewidmet. Boehms Hauptwerk ist das am Schluss der Aera Brüning erschienene Buch „Das eigenständige Volk“, dessen Untertitel „Volkstheoretische Grundlagen der Ethnopolitik und Geisteswissenschaften“ lautet. Es beleuchtet das Volkstumsproblem in eindringlicher Analyse.

 

Als M. H. Boehm aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Deutschen Hochschule für Politik 1930 über die von ihm vertretene Disziplin einen Rechenschaftsbericht ablegte, sprach er von ihr als einer „Notstandsarbeit“. Auch seine Arbeit heute, die die von ihm geschaffene und geleitete Ostdeutsche Akademie in Lüneburg leistet, seine Bemühungen um eine tragfähige ideelle, wissenschaftlich fundierte Untermauerung der brennenden Fragen der Eingliederung der Vertriebenen, der Wiedervereinigung u. a. mehr weisen in weitestem Ausmaß das Gepräge von Notstandsarbeit auf. Wer diesen vitalen Mann kennt, weiß, dass diese 65 Jahre ihm keinen Abschnitt, sondern nur einen Absatz bedeuten, ein Atemholen für neue Kraft, zu alter Pflicht, zum schöpferischen Ethos des Dienstes an der Gemeinschaft des deutschen Volkes und der Völker. Dr. Paul Ulrich.

 

Seite 6   Jagdmaler Freiherr von Ungern-Sternberg 75 Jahre.

Am 19. März 1956 wird der vor allem in unserer ostpreußischen Heimat und im Baltikum sehr bekannte Jagdmaler und Schriftsteller Walther Freiherr von Ungern-Sternberg, Kiel, Esmarchstraße 75, fünfundsiebzig Jahre alt. Balte von Geburt, hat er über ein Vierteljahrhundert lang in Königsberg gewirkt. Er hat dabei Ostpreußen in seiner einzigartigen Schönheit kennengelernt, und er hat dann das, was er erschaute und erlebte, mit Pinsel und Feder geschildert. Seine Liebe gehörte vor allem dem Elch, von dem er in Wort und Bild immer wieder erzählte, in der Fachliteratur, in der Tagespresse und im Rundfunk. Er schrieb das Buch „Vom deutschen Elch in Ostpreußen", und von ihm stammen die Schriften „Führer durch Ostpreußens Elchgebiete", „Elk", „Tiere der Heimat im Königsberger Tiergarten". Er wirkte auch als jagdlicher und künstlerischer Berater an verschiedenen Heimatfilmen mit. Daneben war er lange Jahre hindurch Mitarbeiter der Deutschen Ostmesse in Königsberg; er pflegte vor allem die Verbindung mit den Ausstellern aus den nördlichen Staaten und den baltischen Ländern.

 

Jetzt sieht er seine Aufgabe darin, in Lichtbildvorträgen von der Schönheit und Eigenart unserer ostpreußischen Heimat zu künden, und der starke Besuch und der Beifall, den er findet, zeigen, wie sehr er den Landsleuten aus dem Herzen spricht. Wir wünschen dem verdienten Landsmann, es mögen ihm Frische und Gesundheit immer bewahrt bleiben.

 

Seite 6   Aus den ostpreußischen Heimatkreisen …

Tilsit Stadt

Gesucht werden:

389/1590: Karl Funk, und Frau Gertrud Funk, Tilsit, Yorckstr. 13.

 

389/1591: Bruno Rohloff, und Frau Rohloff. Hausmeister der Jahnhalle, Tilsit, Ragniter Straße 107;

Paul Kroll, Lehrer a. d. Meerwischer Volksschule;

Preuss, Altersheim-Insp., Tilsit, Fabrikstraße;

Hans Flach, Angestellter beim Arbeitsamt Tilsit.

 

389/1592: Stefan Kruppa und Frau Emma Kruppa, geborene Ackermann, Tilsit, Grünwalder Straße 114, und deren verheiratete Tochter Frau Ursula Nielewski, geborene Kruppa.

 

389/1593: Frau Margarete Ruff, geborene Sendrowski, geb. 22.11.1898, Tilsit, Friedrichstraße 68.

 

389/1595: (Vorname unbek.) Paskewitz, und Familie, Tilsit-Finkenau, Siedlung.

 

389/1596: Ehepaar Guddat, aus Tilsit, das nach dem Kriege in der Gegend von Hannover wohnhaft gewesen sein soll, mit einem Sohn Erich Guddat, der nach Bayern entlassen wurde und einer Tochter, die 1945/1946 beim Suchdienst in Hamburg tätig war.

 

389/1597: Otto Neuendorf, Konrektor, geb. 01.12.1886, Tilsit-Kallkappen.

 

390/1598: Julius Galla, und Frau Helene Galla mit Sohn Rudi Galla, Tilsit, Lindenstraße 9;

Margarete Westphal, Tilsit, Lindenstraße 12.

 

390/1599: Richard Jutzas, Tel.-Ob.-Insp., und Frau Gertrud Jutzas, geb. Lapp, Tilsit, Sommerstraße, zuletzt bei der OPD Gumbinnen tätig gewesen.

 

390/1600: Walter Schletz, Maler, und Frau Hedwig Schletz, geb. Pallukat, mit zwei Kindern, Tilsit. Gartenstraße.

 

390/1601: Paul Borst, Gaststätten-Inhaber, Tilsit, Am Anger 1.

 

390/1602: Heinz Striewski und Frau Hedwig Striewski, geborene Kessler, geb. 04.03.1914, mit Tochter Sigrid Striewski, geb. 21.03.1942, Tilsit, Yorckstr. 14.

 

390/1603: Max Patschkat, geb. etwa 1898, und Frau Anna Patschkat, geb. Fuchs, geb. etwa 1892, und Sohn Herbert Patschkat, geb. etwa 1927, Tilsit, Danziger Straße.

Ernst Richter, Maurer, und Familie, Tilsit, Ragniter Straße 99.

 

390/1604: Bruno Krause, Omnibus-Besitzer und -Vermieter, Tilsit.

 

390/1605: Witwe, Frau Gertrud Schneidereit, geb. Ottenberg und Sohn, Tilsit. Deutsche Str.;

Frau Ottenberg, Tilsit, Deutsche Str.

 

391/1606: Willi Kuhnke, Ing., Tilsit, Sommerstraße 36, beschäftigt gewesen in der Baufirma Kurt Stein, Tilsit, Clausiusstr.

 

391/1607: Richard Kissnat, geb. etwa 1898, Vulkaniseur, und Frau Emmi Kissnat mit Sohn Günther Kissnat, Tilsit, Deutsche Straße 60;

Eduard Tinney Maurerpolier und Frau Marie Tinney, Tilsit, Memelstraße 26;

Gustav Kotsch, Kochmeister b. d. ZWT, Tilsit, Garnisonstr. 24 oder 27.

 

Bei allen Zuschriften wird gebeten, unbedingt die vorstehende Kenn-Nr. anzugeben und bei allen Anfragen Rückporto beizufügen. Wer über den Verbleib der vorstehend aufgeführten Landsleute Auskunft erteilen kann, gebe bitte sofort Nachricht an folgende Anschrift: Landsmannschaft Ostpreußen — Geschäftsstelle — der Patenstadt Tilsit, (24b) Kiel, Bergstraße 26.

 

Tilsit-Ragnit

Gesucht werden aus: Ragnit:

Max Kessler, geb. 1891, zuletzt beim Volkssturm, Feldpost-Nr. 65 951 C, von seinen Schwestern Meta Paulat und Hedwig Beyer aus Ragnit;

 

Frau Schwelgies, Schulstraße 10;

 

Angehörige des 1942 gefallenen Uffz. Fritz Hübner, Jahrgang 1906 oder 1907. —

 

Lesgewangen:

Julius Jabs, geb. 30.12.1894, der im Januar 1945 aus dem Kreise Bartenstein verschleppt wurde. —

 

Argenflur:

Brunnenbauer Emil Wendel, geb. 1895, der März 1945 von den Russen verschleppt und im Lager Graudenz noch gesehen wurde. —

 

Weinoten:

Frau Lucie Jessat, geb. Brinkmann, geb. 25.12.1913 in Kaltecken. —

 

Waldreuten:

Fräulein Meta Abromeit, Wirtschafterin bei Augenarzt Dr. Feeder in Tilsit.

 

Wer über den Verbleib der oben aufgeführten Landsleute Auskunft geben kann, wird gebeten, unsern Leidensgefährten bei der Suche nach ihren Angehörigen zu helfen und mir Nachricht zu geben.

Leider bin ich auch heute wieder gezwungen, daran zu erinnern, dass bei Anfragen stets die Heimatanschrift mit anzugeben und Rückporto beizulegen ist.

Herbert Balzereit, Kreiskarteiführer, (24a) Drochtersen über Stade.

 

Elchniederung

Fritz Hartmann 70 Jahre alt.

Der Kreisbeauftragte für den Agrarsektor, Landsmann Fritz Hartmann aus Neukirch, jetzt wohnhaft in Lübeck, Füchtingstraße 9, beging am 5. März 1956 seinen 70. Geburtstag. Kreisvertreter Klaus sprach dem Jubilar im Namen der Kreisgemeinschaft die herzlichsten Glückwünsche aus und überreichte ein Ehrengeschenk. Landsmann Fritz Hartmann, der seit 1950 dem Kreisausschuss angehört und sich mit aller Energie für die Belange unserer heimatvertriebenen Bauern einsetzt, war schon in der Heimat bei der bäuerlichen Bevölkerung des Kreises allgemein bekannt und beliebt. Den Willen, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, bewies er auch nach der Vertreibung. Bereits Ende 1945 nahm er sich der Vertriebenen in seinem damaligen Wohnsitz in Dargow, Kreis Herzogtum Lauenburg, an. Später schloss er die Heimatvertriebenen zu landsmannschaftlichen Gruppen in Ratzeburg zusammen. Seinem Heimatkreis stellte er sich für die ehrenamtliche Arbeit der Dokumentation zur Verfügung bis er schließlich zum Kreisbeauftragten für den Agrarsektor gewählt wurde. Seine beiden Söhne sind ein Opfer des Krieges geworden. Er selbst aber hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Dienste unserer Schicksalsgemeinschaft mitzuarbeiten. Dazu wünscht ihm die gesamte Kreisgemeinschaft volle Schaffenskraft und stete Gesundheit.

 

Labiau

Heimatkreistreffen auf dem Dobrock, Kreis Land Hadeln am 27. Mai 1956.

Um einen rechtzeitigen Überblick über den Besuch des Kreistreffens auf dem Dobrock zu erhalten, wird gebeten, eine kurze Anmeldung zu diesem Treffen an den Kreisvertreter Walter Gernhöfer, (24) Lamstedt, NE., Landwirtschaftsschule, zu richten.

 

Gesucht werden:

1. Anneliese Wiechmann, Labiau, sowie deren Brüder.

2. Paul Wiechmann, Labiau, später Königsberg, Kaiserstraße.

3. Kurt Wiechmann. Labiau, später Berlin, Porzellanmanufaktur.

 

Wer kennt die Anschrift von:

1. Helmut Szemkus mit Frau und drei Söhnen, aus Needau, Kreis Labiau.

2. Hermann Schustereit, geb. 29. November 1874, aus Neuwiese, Kreis Labiau

 

Meldungen werden erbeten an Kreiskarteiführer Bruno Knutti, Elpersbüttel bei Meldorf, SchleswigHolstein.

 

Schloßberg (Pillkallen)

Kreiskartei

Von Ende 1954 bis zum Jahresschluss 1955 hat unser Kreiskarteiführer Albert Fernitz, (24a) Winsen/Luhe, Ilmerweg, noch einmal unsere Kreiskartei durchgearbeitet. Sämtliche Ortsvertrauensleute haben bei dieser Arbeit mitgeholfen, so dass für alle Gemeinden auch die Seelenlisten aufgestellt werden konnten. Allen Mitarbeitern sei für ihre Treue und selbstlose Tätigkeit herzlich gedankt!

 

Eine Zusammenstellung der Gemeinden ist fertiggestellt und geht demnächst jedem Ortsvertrauensmann zu. Die Zusammenstellung bringt nur die Endzahlen. Ein Kreisadressbuch kann wegen der damit verbundenen umfangreichen Arbeiten und Kosten nicht herausgegeben werden.

 

Alle Kreisangehörigen werden nochmals dringend gebeten, laufend alle Anschriftenänderungen, sowie Zu- und Abgänge der Kreiskartei mitzuteilen, damit sie auf dem Laufenden bleiben. Nur so kann sie allen derzeitigen und späteren Anforderungen genügen.

 

Bei der Durcharbeitung der Kartei mussten rund viertausend Einzelpersonen durch Fragebogen über die Landsmannschaft Ostpreußen angesprochen werden. Leider haben einige hundert Landsleute trotz Ermahnung nicht geantwortet. Es ist außerordentlich bedauerlich, dass die große Arbeit unseres Kreiskarteiführers von einem Teil unserer Kreisgenossen noch immer nicht beachtet wird. Sie werden es an ihrem eigenen Leibe spüren, wenn bei der Bearbeitung ihrer Anträge durch die Behörden keine Auskunft von der Kreiskartei gegeben werden kann, die stets zuerst angefragt wird.

 

Deshalb werden alle, die ihren Fragebogen noch nicht an die Kreiskartei zurückgesandt haben, nochmals in ihrem eigenen Interesse aufgefordert, dieses unverzüglich zu tun. Wer den Fragebogen verlegt hat, kann gegen Beifügung von Rückporto Ersatz von unserem Kreiskarteiführer anfordern.

 

Bei dieser Gelegenheit wird erneut darauf hingewiesen, dass alle Landsleute, die an unsere Kreiskartei schreiben, stets außer ihrer Unterschrift mit Vor- und Zunamen auch ihren Heimatwohnort angeben. Wer dieses nicht tut, muss mit Rückfragen rechnen, die unnötige Unkosten verursachen.

Dr. Wallat, Kreisvertreter. (24) Wennerstorf über Buchholz, Kreis Harburg

 

Gumbinnen

Heimatbuch Kreis und Stadt Gumbinnen

In diesem Jahr soll ein Heimatbuch erscheinen, das uns in Wort und Bild unsere Gumbinner Heimat nahebringen soll.

 

Nach einem Überblick über die Geschichte des Kreises und der Stadt Gumbinnen werden in Kurzartikeln behandelt werden: Entstehung von Gumbinnen, die Pest in Gumbinnen, die Neubesiedlung, die Schweizer Kolonie, die Salzburger, Handel, Gewerbe, Industrie, Handwerk, Kirchen, Schulen usw. Das Buch soll zum Selbstkostenpreis abgegeben werden, und es ist vorläufig ein Preis von 4,-- DM festgesetzt worden. Wenn jede Gumbinner Familie eine Bestellung abgibt, können wir ein sehr gut ausgestaltetes Heimatwerk herausbringen. Wir rechnen auf die Mithilfe eines jeden Gumbinners.

Bestellungen bitte durch Postkarte an meine Anschrift:

Otto Gebauer, (24) Heide in Holstein, Joh.-Hinr.Fehr-Straße 68.

 

Angerburg

Unser diesjähriges Haupt-Kreistreffen findet am 23. und 24. Juni 1956 in (23) Rotenburg, Hannover, statt. Ich bitte alle Landsleute schon heute, sich vor allem Sonntag, den 24. Juni, freizuhalten, um mit uns ein frohes Wiedersehen zu feiern. Näheres ist in unserem nächsten Heimatbrief zu lesen. Außerdem werden laufend Nachrichten im Ostpreußenblatt erscheinen. Hans Priddat, Kreisvertreter

 

Hindenburgschule

Studienrat Gustav Salewski, Lindenthal, Lindenthal-Gürtel 77, hat es unternommen, ein Nachrichtenblatt für die Vereinigung der ehemaligen Angehörigen der Schule zusammenzustellen. Beschlossen wurde die Herausgabe eines Nachrichtenblattes bei einem Treffen in Siegburg im Herbst des vergangenen Jahres, zu dem die früheren Lehrer Streich und Schink sowie über dreißig ehemalige Schüler erschienen waren. Um die Erinnerung an die Zusammenkunft festzuhalten, wurde ein Buch angelegt, in das die Teilnehmer ihre Namen eintragen sollen. Der frühere Zeichenlehrer Arnold Lange schmückte es mit einer Zeichnung der Hindenburgschule. Beabsichtigt ist die Veröffentlichung eines Anschriftenverzeichnisses. Der Vorsitzende der Vereinigung der Hindenburgschüler, Dipl.-Ing. Helmut Hudel, bittet um die Zusendung genauer Unterlagen über gefallene und verstorbene Lehrer und Schüler mit Angaben über ihren Geburtstag und das Todesjahr. Auf dem Jahreshaupttreffen des Kreises Angerburg am 23. und 24. Juni 1956 in Rotenburg ist die Möglichkeit eines Wiedersehens der einstigen Lehrer und Schüler gegeben.

 

Lyck

Am 17. Februar 1956 verhandelte der Kreisvertreter in München mit dem Wahlausschuss, der inzwischen das Ergebnis der Wahl der Ortsvertreter festgestellt hat. Die Ortsvertreter werden nunmehr die Bezirksvertreter wählen, die den Kreistag bilden. In einer Versammlung der örtlichen Gruppe konnte eine Farblichtbildreihe gezeigt werden, die allen sehr gut gefiel. Über das nächste Jahrestreffen und die am 21.22. Juli in Hagen dabei geplanten Veranstaltungen gab der Kreisvertreter eingehenden Bericht. Einige Münchener Lycker wollen sich u. a. am Lycker Schultag mit Vorträgen beteiligen. Keine Schule Hagens soll ohne Vortrag und Lichtbilder kurz vor dem Jahrestreffen sein. Gemeinsame Fahrten werden in Aussicht genommen.

 

Am 4. März nahm der Kreisvertreter an der Jahresversammlung der Lycker Gruppe in Berlin teil, die außerordentlich stark besucht war. Zehn Treffen fanden 1955 statt; viele Gaben konnten an Bedürftige verteilt werden. Die Gruppe, die auf eigenen Füßen stehen muss, vertritt auch die wirtschaftlichen Interessen der Lycker. Besonders rege ist auch die Teilnahme ehemaliger Lycker, die früher schon in Berlin ansässig wurden. In seiner Ansprache ging der Kreisvertreter besonders auf die Aufgaben der Gemeinschaften der Lycker ein. Nach der Erfassung aller Lycker, der Zusammenführung der Familien und der Beseitigung der größten Not, sollte die Erhaltung der heimatlichen Werte, der Bräuche und Kulturwerte mit besonderem Nachdruck betrieben werden. Er begrüßte es daher, dass sich die Landsleute Syttkus und Dr. Hoeppel mit der Ausgabe einer Broschüre über den Kreis Lyck ernstlich befassen, die am 22. Juli fertig sein soll. Die Einrichtung einer „Lycker Stube" in Hagen soll schneller betrieben werden. Insbesondere aber soll unsere Jugend Material erhalten, das ihr die Heimat näher bringt. „Hier in Berlin sieht man die Aufgabe, die uns der Herr der Geschichte durch die Austreibung gegeben hat: „ein fester Block zu sein gegen die Überflutung Westdeutschlands durch den Bolschewismus“. Er mahnte, den Zusammenschluss weiterhin in Einigkeit zu festigen. — Zum Ersten Vorsitzenden wurde Landsmann Skodda, Berlin-Wittenau, Gorkistraße B. H. 96, gewählt. Stellvertreter wurde Karl Lange, Berlin SW 29, Bergmannstraße 52, der übrige Vorstand wurde wiedergewählt.

 

Dringend gebraucht werden Bilder von Kirchen mit Umgebung, ferner des Hauses Lvck, Yorckstraße 30 (Ecke Flußstraße, Bes. Kalinna).

 

Landsmann Hans Syttkus, München 8, Rablstraße Nr. 25, teilt mit: Die Broschüre über den Kreis Lyck soll eine geschichtliche, erdkundliche und heimatkundliche, kulturelle Übersicht bieten, um unsere Heimat lebendig zu erhalten, Vergessenes in Erinnerung zu bringen und unseren Kindern ein Bild der Heimat zu geben. Die Bürger der Patenstadt Hagen sollen unsere Heimat und die Patenkinder kennenlernen.

 

Die Grundlage für dieses Werk, das möglichst billig herausgebracht werden soll, ist nur durch Mitarbeit gesichert. Ich bitte daher alle Landsleute, die Material über den Kreis und die Stadt Lyck besitzen, mir dieses leihweise vorübergehend zu überlassen, Rücksendung nach Auswertung wird zugesichert. Es kann dies sein: 1. Veröffentlichungen über Lyck, Ortschaften des Kreises oder Besonderheiten des Kreises. (Festschrift zur 500-Jahrfeier von Lyck. Neuendorf, Studie über die Geschichte Lycks bis 1869 und über die Heldengräber sind hier.) 2. Ortschroniken oder Aufzeichnungen. Es wäre begrüßenswert, wenn sich ältere Landsleute für jeden Ort fänden, die das Wichtigste aus der Erinnerung niederschreiben würden. Es braucht nicht druckreif zu sein. 3. Karten. 4. Quellenangaben über Veröffentlichungen über Lyck usw. 5. Artikel, Niederschriften. Erzählungen aus eigenem Erleben oder aus fremder Feder. Dabei müssen die Tatsachen einwandfrei sein, jeder schreibe nach seinem Können. Vergütungen für die Beiträge können nicht gegeben werden; nicht verwendete können in den folgenden Lycker Briefen verwendet werden. Alles soll so gestaltet werden, dass jeder die Broschüre kaufen kann. Die Finanzierung erfolgt mit Hilfe der Patenstadt und der Kreisgemeinschaft. Die Broschüre soll zum Jahrestreffen am 21./22. Juli 1956 in Hagen bereits erscheinen. Mit heimatlichen Grüßen Hans Syttkus“.

 

Am 27. Mai 1956 findet ein Treffen des Regierungsbezirks Allenstein in Stuttgart statt. Bis dahin soll eine Gruppe Lyck dort gegründet werden. Wer übernimmt die Einladungen usw.?

Otto Skibowski. Kreivertreter. Kirchhain, Bezirk Kassel

 

Johannisburg

Unsere Kreistreffen beginnen in diesem Jahre am 29. April (Sonntag) in Düsseldorf in den bekannten Witzelstuben. Besondere Wünsche sind zu richten an Landsmann Carl Bongarts, (22) Korschenbroich bei Grevenbroich, Heidsmühle 61. Acht Tage später treffen wir uns in Frankfurt. Näheres folgt. Landsmann Harold Oeding bittet über mich Zuschriften über ein Zusammentreffen der Oberschule Johannisburg in Düsseldorf oder Frankfurt, wozu die Lehrerschaft herzlich eingeladen wird. Zusagende Äußerungen bzw. andere Vorschläge werden von mir gerne entgegengenommen.

 

Gesucht werden:

Johanna Burkhardt, geb. Walter, und Ida Walter, Johannisburg;

 

Frau Ullisch, aus Morgen:

 

Hedwig Dorroch, aus Pilchen;

 

Friedrich Kunkel, Ublick:

 

Ernst Turaschewski, , Seegutten

 

Fritz Nagelpuch, Bauer, (Anschrift ?).

 

Wer weiß etwas über das Schicksal von Hermann Zeimer und Johann Zeimer, beide während des Krieges beim Zoll, aus Richtenberg:

 

ferner über Gerhard Haagen, Sohn des Oberförsters Haagen, der ebenfalls vermisst wird? Gerhard Haagen fuhr am Freitag, dem 19. Januar 1945. von seiner Pension Passenheim aus nach Hause und er wurde zuletzt im Zuge in Ortelsburg gesehen.

Fr. W. Kautz. Kreisvertreter, (20) Altwarmbüchen Hannover

 

Allenstein Stadt und Land

Allensteiner Heimatkreistreffen des Jahres 1956

Vorsorglich werden die Termine der im Jahr 1956 von der Stadt und dem Landkreis Allenstein gemeinsam durchgeführten Heimatkreistreffen bekanntgegeben. Einzelheiten werden zu gegebener Zeit laufend veröffentlicht werden.

27. Mai in Stuttgart, Freizeitheim Feuerbach (Treffen des gesamten Begierungsbezirkes Allenstein)

3. Juni in Hamburg, Elbschloßbruerei.

10. Juni im Patenkreis Osnabrück (erstes Treffen seit Patenschaftsübernahme für den Landkreis Allenstein).

22. Juli in Hannover-Limmer, Kurhaus Limmerbrunnen.

1. 2. September in der Patenstadt Gelsenkirchen, Hans-Sachs-Haus.

Unter Umständen findet Ende Oktober noch ein Treffen des gesamten Regierungsbezirkes Allenstein in Nürnberg statt.

H. L. Loeffke, Stadtvertreter von Allenstein. Egbert Otto, Kreisvertreter von Allenstein-Land

 

Allenstein Land

In der letzten Ausgabe vom 10. März wurde Erich Wölke, vermutlich geb. am 07.10.1929 in Lappken Wohnort Wartenburg, am Bahnhof, gesucht. Der Fall ist hiermit erledigt, da ein Bericht von Berlin-Wittenau mit dem Datum vom 6. März eingegangen ist. wonach Wölke am 08.10.1945 in einem Krankenhaus in Frankfurt/Oder verstorben ist.

 

Infolge Familienzusammenführung sind im Februar über das Lager Friedland folgende Heimatbewohner in der Bundesrepublik eingetroffen; sie werden auf das herzlichste begrüßt:

 

Philomene Alshut, geborene Zerta, geb. 05.09.1888, aus Skaibotten;

 

August Engelhard, geb. 17.07.1890, aus Mauden;

 

Franziska Frank, geb. Biletzki, geb. 31.07.1890, aus Wartenburg:

 

Viktoria Golembowski, geb. Prass, geb. 20 .04.1893, aus Warkallen:

 

Anna Grubert, geb. Kuhnigk, geb. 15.04.1889, aus Süßental;

 

Ferdinand Hinzmann, geb. 10.07.1881, aus Grieslienen;

 

Berta Langowski, geb. Schumannski, geb. 22.07.1909, aus Wartenburg;

 

Rosa Lingau, geb. Ripholz, geb. 26.12.1888, aus Ramsan;

 

Johann Penerzinski, geb. 27.08.1882, aus Schönfelde;

 

Barbara Press, geb. Gottheim, geb. 09.01.1877, aus Wartenburg;

 

Anna Poetsch, geb. Kritka, geb. 05.08.1876, aus Gr.-Bartelsdorf;

 

Luise Tretowski, geb. Kowallschek, geb. 05.05.1883, aus Tollack.

 

Heimatkreiskartei Allenstein-Land: z. H. Bruno Krämer, Celle, Sägemühlenstraße 28

 

Königsberg Stadt

Königsberger Treffen am 3. Juni in Hamburg.

Liebe Königsberger Landsleute!

Nachdem das Bundestreffen der Königsberger im vergangenen Jahr anlässlich der 700-Jahrfeier in unserer Patenstadt Duisburg stattgefunden hat, wollen wir unser Heimattreffen in diesem Jahr nach alter Tradition wieder in Hamburg durchführen. Wir treffen uns am Sonntag, dem 3. Juni, in der Ernst-Merck-Halle.

Diese zeitige Bekanntgabe gibt allen Landsleuten die Möglichkeit, sich schon jetzt auf dieses Wiedersehen vorzubereiten. Bitte geben Sie allen Freunden und Bekannten von diesem Termin Kenntnis und beachten Sie alle weiteren Ankündigungen in unserem Ostpreußenblatt. Wir werden weder Arbeit noch Mühe scheuen, diesen Tag wieder recht festlich zu gestalten. Sie, liebe Königsberger, werden das Ihrige dazu tun, indem Sie recht zahlreich erscheinen. Mit heimatlichem Gruß: Harry Janzen, Geschäftsführer

 

Stadtgymnasium Altstadt-Kneiphof

Die Vereinigung der einstigen Angehörigen des Stadtgymnasiums wird jedem Abiturienten des Ratsgymnasiums in Hannover, das die Patenschaft über das einstige Königsberger Gymasium ausübt, eine Alberten-Nadel überreichen lassen. Auf diese Weise wird eine ostpreußische Tradition – um deren Erhaltung sich auch viele landsmannschaftlichen Gruppen bemühen – weitergepflegt. – Zwischen Ostern und Pfingsten ist ein Treffen in Hamburg vorgesehen. Alle in der Hansestadt lebenden ehemaligen Stadtgymnasiasten werden hierzu eingeladen werden; auswärts wohnende, die an dem Treffen teilnehmen wollen, werden gebeten, sich an Werner Weigelt, Hamburg-Bergedorf, Hermann-Löns-Höhe 23 (Tel. 71 45 40) zu wenden

 

Seite 7   Suchanzeigen

Wer war Juli 1942 als Patient im Heeres-Standortlazarett in Königsberg Pr., Yorckstr.? Eilangabe u. Nr. 61 914 Das Ostpreußenblatt, Anz.-Abt., Hamburg 24.

 

Wer kann Auskunft geben über den Verbleib oder über das Schicksal meines Mannes Friedrich Berger, geb. 09.01.1885 in Eisenberg, Kreis Heiligenbeil, zuletzt wohnh. in Seeben, Kr. Pr.-Eylau, Ostpreupen? Er soll angeblich im Februar 1945 in Stutthof gestorben sein. Er befand sich auf der Flucht. Zuschr. erb. Frau Martha Berger, Berlin-Plötzensee, Grundelweg 14 a.

 

Wer von den Heimkehrern kann Nachricht geben über Johann Gerschwinat, geb. 22.08.1886, und über Adolf Dreger, geb. 01.02.1901, Heimatanschrift: Missen, Kreis Angerapp, Ostpreußen? Nachr. erb. Fritz Koslowski, Dornap, Unterdüssel 315 b, Rhld.

 

Litauenfahrer! Wer kann Auskunft geben über Karl Erich Gerwien, geb. 24.01.1934 in Ostseebad Rauschen, Kr. Samland, wohnhaft gewesen: Königsberg Pr., Schönfließ, Allee 32 b? War bis März 1947 mit seiner Mutter zusammen in Königsberg, möglich, dass er auch nach Litauen gegangen ist. Nachr. erb. u. Nr. 61 903 das Ostpreußenblatt, Anz.-Abt., Hamburg 24.

 

Wer kennt das Schicksal unseres Sohnes Erwin Holländer, aus Nikkelsdorf, Kr. Wehlau, geb. 27.04.1928? Nachr. erb. Franz Holländer, Dinslaken II, Schlepperstr. Nr. 18.

 

Wer von Hasselpusch und Umgegend, Kr. Heiligenbeil, Ostpreußen, weiß etwas über das Schicksal oder den Verbleib von Bauer Johann Radtke und Johanne Radtke (Radtke, Hans), geb. 21.03.1872? Meine Eltern sind 1945 nicht geflüchtet, waren gebrechlich. Um Auskunft bittet Ernst Radtke, Sophienkoog, P. Marnerdeich b. Marne, Holstein.

 

Gesucht wird Anneliese Reimann, geb. 20.04.1920 in Braunsberg, Ostpreußen, von ihrem Vater Andreas Reimann, jetzt Pinneberg bei Hamburg, Rübekamp 19. Um Mitteilung über d. Verbleib od. Aufenthalt wird gebeten.

 

Georg Schwarz, geb. 04.12.1899 in Schleusenau bei Bromberg, zuletzt wohnhaft Königsberg Pr., Körnerplatz 2, Feldw., FPNr. 19163 E, vermisst 03.04.1945 Königsberg-Juditten. Nachr. erb. Frau Hildegard Schwarz, Itzehoe, Holstein, Breitenburger Straße 24.

 

Suche Hermann Angrabeit u. Frau Berta Angrabeit, geb. Adam, aus Saalfeld, Ostpreußen. Nachr. erb. Frau Gertrud Bahr, Schwelm i. W., Weststr. 6.

 

Wer kann Auskunft geben über den Verbleib oder das Schicksal meines Bruders Karl Schwarz und seiner Familie, Bauer u. Bürgermeister, Weißuhnen bei Johannisburg? Nachricht erb. Frl. Charlotte Schwarz, Barkmissen bei Kiel-Holtenau.

 

Achtung, Russlandheimkehrer! Wer kann Auskunft geben übrt Gefr. Fritz Simanowski, geb. 24.03.1921, FPNr. 31163, II. Panz.-Gren.-Regt. 26, letzte Nachricht Dezember 1942 aus Stalingrad? Heimatanschrift: Tiefenhagen bei Ballethen, Ostpreußen? Nachricht erbittet Fritz Koslowski, Dornap, Unterdüssel 315 b, Rhld.

 

Suche den ehem. Kreisbauernführer Kuras Bielsk, Bez. Bialystock, Amtskommissar von Pruzana-Land, Bez. Bialystock, Arnold Schlesinger, und den beim Amtskommissar beschäftigten Sekretär Eduard Marienfeld zwecks Bestätigung meiner Beschäftigung bei der Landesbauernschaft Königsberg, Zweigstelle Bialystock. Unkosten werden erstattet. Angabe an Heinrich Kohzer, Grevenhof, Post Steinbeck (Luhe), Kr. Soltau.

 

Suche Otto Tromm, geb. 27.08.1914, früher wohnhaft Bittkau, Kr. Treuburg, letzte Anschr. Reservelazarett 2 Allenstein-Kortau, Block 2, letzte Nachr. 02.01.1945. Nachr. erbittet Otto Goldwig, Engen i. Hegau, Hauptstraße 38, b. Konstanz.

 

Seite 7  Amtliche Bekanntmachungen

— 55 II 160/55 —       Beschluss.

Der verschollene Landwirt Wilhelm Minkler, geboren am 12. August 1862 in Hallingen, Kr. Zichenau, Ostpreußen, zuletzt wohnhaft gewesen in Roschottko, Kr. Zichenau, Ostpreußen, wird für tot erklärt. Als Zeitpunkt des Todes wird der 31. Dezember 1945, 24.00 Uhr, festgesetzt. Die Entscheidung ergeht gerichtskostenfrei. Die der Antragstellerin entstandenen notwendigen Kosten fallen dem Nachlass zur Last. Essen, den 28. Februar 1956. Das Amtsgericht.

 

Beschluss

Der Volkssturmmann Josef Rafalski (Zivilberuf Heizer), geb. 06.03.1904 in Allenstein oder Wadang, Kreis Allenstein, zuletzt wohnhaft gewesen in Allenstein, Ostpreußen, Ziegelstraße 36, wird für tot erklärt. Als Zeitpunkt des Todes wird der 31. Dezember 1945, 24 Uhr, festgestellt. Amtsgericht Essen. 07.02.1956 — 55 II 138/55 —

 

Durch Gerichtsbeschluss ist der Tod und der Zeitpunkt des Todes der nachstehend bezeichneten Personen festgestellt worden: Die mit Buchstaben bezeichneten Angaben bedeuten: a) Anschrift am letzten bekannten Wohnsitz, b) letzte bekannte Truppenanschrift, c) zuständiges Amtsgericht und dessen Aktenzeichen, d) Tag des Beschlusses, e) Zeitpunkt des Todes.

 

1. Richard Hakelberg, 23.04.1891, Kl.-Puskeppeln, Kr. Tilsit-Ragnit, Landwirt (Volkssturmmann), a) Ragnit, Ostpreußen, c) Walsrode, 1 II 101/55, d) 01.03.1956, e) 31.12.1945.

 

2. Robert Kossin, 26.11.1906, Nemmersdorf, Ostpreußen, Müller (Obergefreiter), a) Kaimelskrug, Kr. Gumbinnen, Ostprußen, b) 25 868 D, C) Walsrode, 1 II 97/55, d) 18.02.1956, e) 21.12.1945. Amtsgericht Walsrode, 9. März 1956

 

Aufgebot

Der Herr Michel Tydecks in Gr.-Hesepe — Ledigenheim — Kr. Meppen, hat beantragt, seine

Ehefrau, die verschollene Anna Tydecks, geb. Tepperies, geboren am 24. Juni 1878 in Karkelbeck, Kr. Memel, Ostpreußen, zuletzt wohnhaft in Karkelbeck, Kr. Memel, für tot zu erklären. Aufgebotsfrist:  15. Mai 1956. Amtsgericht Meppen (3 II 4/56), den 28. Februar 1956

 

Seite 7   Aus der landsmannschaftlichen Arbeit …

Berlin

Vorsitzender der Landesgruppe Berlin: Dr. Matthee, Berlin-Charlottenburg, Kaiserdamm 83, „Haus der ostdeutschen Heimat".

 

25. März, 15 Uhr, Heimatkreis Allenstein Kreistreffen, Lokal: Hansa-Restaurant, Berlin NW 87, Alt-Moabit 47/48, Straßenbahn 2, 3 , 23, 25 , 35 u. 44.

25. März, 16 Uhr, Heimatkreis Goldap Kreistreffen. Lokal: Vereinshaus Heumann, Berlin N 65, Nordufer 15, S-Bahn Putlitzstraße, Bus A 16.

25. März, 13.30 Uhr, Heimatkreis Treuburg Kreistreffen. Lokal: Domklause, am Fehrbelliner Platz, Berlin-Wilmersdorf, Hohenzollerndamm 32, S-Bahn Hohenzollerndamm, Straßenbahn 3, 44 und 60, Bus A 4.

25. März, 16.30 Uhr, Heimatkreis Pr.-Eylau Kreistreffen. Lokal: Klubhaus, am Fehrbelliner Platz, Berlin-Wilmersdorf, Hohenzollerndamm 185.

31. März, 19.30 Uhr, Heimatkreis Königsberg/Bezirk Wilmersdorf Bezirkstreffen. Lokal: Café Walter, Berlin-Wilmersdorf, Rüdesheimer Platz 7.

 

Hamburg

Vorsitzender Landesgruppe Hamburg: Hans Kuntze, Hamburg-Bergedorf; Geschäftsstelle: Hamburg 24, Wallstraße 29, Postscheckkonto: Hamburg 96 05.

Bezirksversammlungen

Elbgemeinden: Nächster Heimatabend am Sonntag, dem 18. März, um 18 Uhr in der Johannesburg, Blankenese, Elbchaussee 566. Gäste sind willkommen.

Fuhlsbüttel: Am Montag, 26. März, im Landhaus Fuhlsbüttel, Brombeerweg 1, ab 17 Uhr Kinderstunde.

Harburg-Wilhelmsburg: Am Sonnabend, 7. April, um 19.30 Uhr in Harburg, Lokal Wiedemann, Winsener Straße 21 (Ecke Reeseberg), Heimatabend. Es spricht der 2. Landesvorsitzende, Landsmann Elbe.

 

Kreisgruppenversammlungen

Insterburg: Am Sonnabend, 7. April, 20 Uhr, in der Alsterhalle, An der Alster 83.

Ostpreußische Jugend in Hamburg in der DJO: Sonntag, 18. März: Wir wandern in den Sachsenwald. Treffpunkt: Hauptbahnhof, 8.10 Uhr, Bahnsteig 1, Fahrkarte bis Aumühle lösen. —

Montag, 19. März, 20 Uhr: Volkstanz, Schule Winterhuder Weg. — Mittwoch, 21. März, 19.30 Uhr: Musischer Kreis bei Egon Bannis, Hamburg 24, Kuhmühle 4 a.— Montag, 26. März, 20 Uhr: Volkstanz, Schule Winterhuder Weg. - Donnerstag, 29. März, 20 Uhr: Gesellschaftsspiele, Zeichensaal Schule Winterhuder Weg.

 

Am 19. März wird Oberstudienrat Dr. Grunert in der Alsterhalle, Hamburg 1, An der Alster 83, auf einer Veranstaltung der „Gesellschaft für Deutsche Tradition" einen Vortrag „Die Bedeutung Ostpreußens für Gesamtdeutschland" halten.

 

BAYERN

Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft Ostpreußen, Geschäftsstelle der Landesgruppe: Lothar Polixa, München 5, Rumfordstraße 40, Tel. 29 35 84.

 

Würzburg. Für den 30. April plant die Kreisgruppe eine Abendwanderung „Dem Mai entgegen" zum Steinbachtalbäß, die Landsmann Stahl leiten wird. — Sämtliche Kreisgruppen Unterfrankens werden am Treffen des Bezirksverbandes am 6. Mai in Lohr teilnehmen. — Die Burgen und Bauten in Ostpreußen, Westpreußen und Danzig wurden auf einer Versammlung im Kolpinghaus in Lichtbildern gezeigt.

 

Fürth. Für die Monatsversammlung am Mittwoch, 21. März, im „Schwarzen Kreuz", ist eine sehr wichtige Tagesordnung aufgestellt worden.

 

Weilheim. Auf der Jahreshauptversammlung wurde der Erste Vorsitzende Kurt Tharau wiedergewählt; seit Gründung der Gruppe wirkt er unermüdlich für das Wohl seiner Landsleute.

 

BADEN/WÜRTTEMBERG

1.Vorsitzender: Hans Krzywinski, Stuttgart-W, Hasenbergstraße Nr. 43

Landesdelegiertentagung am 25. März

Bereits in Folge 6, Ausgabe vom 11. Februar, wurde ein ausführlicher Hinweis des Geschäftsführers des Landesverbandes auf die für den 25. März festgesetzte Landesdelegiertentagung veröffentlicht. Sie wird um 9 Uhr vormittags im Hotel Schwabenbräu in Stuttgart-Bad Cannstatt (nahe Bahnhof Cannstatt), beginnen. Auf der Tagesordnung stehen u. a.: Berichte: a) des Ersten Landesvorsitzenden Hans Krzywinski; b) des Landesgeschäftsführers/Schriftführers Benno Meyel; c) Revisionsbericht der Landeskassenprüfer, d) Kassenbericht des Landesgeschäftsführers Gerhard Oelsner; e) der Referenten des Beirats; f) der vier Bezirksvertreter. Anschließend Aussprache zu den Berichten Gesamtentlastung.

 

Neuwahlen: I. des Ersten Landesvorsitzenden. II. des Zweiten Landesvorsitzenden. III. des Landesgeschäftsführers/Schriftführers. IV. des Landesschatzmeisters. V. Bestätigung der Bereitsmitglieder. Der Beirat wählt seinen Vorsitzenden. VI. Wahl der Bezirksvertreter. VII. der zwei Landeskassenprüfer.

Behandlung der dem Landesdelegiertentag vorliegenden Anträge. Beratung und Annahme eines Organisationsplanes mit Wahl- und Stimmordnung. Verschiedenes.

 

Ulm. Auf der Hauptversammlung wurde der gesamte Vorstand wiedergewählt; die Leitung der Jugendarbeit übernahm Landsmann Preuß. Dem Ehepaar Tanner, das am Versammlungstage seine Goldene Hochzeit feierte, wurden Glückwünsche übermittelt. — Im Veranstaltungsprogramm sind u. a. vorgesehen, besondere Zusammenkünfte der Jugend, ein Hausmusikabend im April, ein froher Maitanz, eine Monatsversammlung in Verbindung mit einem gemeinsamen Spaziergang nach dem benachbarten Thalfingen, ein Omnibusausflug an den Bodensee und die Teilnahme an dem Jahrestreffen benachbarter Landsmannschaften in Schwäbisch-Gmünd im Juli. Darüber hinaus wird sich der Vorstand bemühen, den Mitgliedern einen Lichtbildervortrag über die Kunstschätze u. a. Alt-Ulms zu bieten. Nicht vergessen wurde die Werbung für das Ostpreußenblatt.

 

Friedrichshafen. Auf der Jahreshauptversammlung wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt: Kizinna, Erster Vorsitzender; Poisson, Kassierer; Borken, Schriftführer; Schilling, Kulturwart. Fräulein Potschka, die alle kulturellen Veranstaltungen geleitet und die Spielschar betreut hat, wurde in herzlicher Weise der Dank der Gruppe aus Anlass ihres Fortzuges ausgesprochen. — Am 6. April wird ein Fleckessen im Trefflokal stattfinden.

 

NORDRHEIN-WESTFALEN.

Vorsitzender der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen: Erich Grimoni. (22a) Düsseldorl 10, Am Schein 14. Telefon 6 24 14.

Wanne-Eickel. Auf der Jahreshauptversammlung hielt der Erste Vorsitzende Heinrich Dopmeier eine Rückschau auf das vergangene Jahr. Größere Veranstaltungen waren neben den neun Mitgliederversammlungen das fünfjährige Stiftungsfest, das Sommerfest, der Tag der Heimat, die Erntedankfeier und die Adventsfeier. Auf allen Versammlungen wurde für das Ostpreußenblatt geworben. Der Vorstand setzt sich aus den folgenden Landsleuten zusammen: Heinrich Dopmeier, Erster Vorsitzender; Eduard Pullwitt, Zweiter Vorsitzender; Kassenleiter: Fräulein H. Führer und J. Fox; G. Sommerei, Schriftführer. — Für das Jahr 1956 werden mehrere größere Veranstaltungen geplant. Anmeldungen von Landsleuten nehmen jederzeit H. Dopmeier, Deutsche Str. 13, und G. Sommerei, Hauptstraße 289, entgegen.

 

Gelsenkirchen. Am Sonnabend, 17. März, wird um 19.30 Uhr in der Gaststätte W. Willms,

Gelsenkirchen-Sohlke, Gewerkenstraße 17, ein Heimatabend mit Ruth-Luise Schimkat, Duisburg, statfiniden.

 

Opladen. Auf der Jahreshauptversammlung im Hotel Hohns erstattete der Vorsitzende Reh einen ausführlichen Bericht über die bisher geleistete Arbeit der Gruppe. Regelmäßig fanden am ersten Sonnabend im Monat Heimabende statt, auf denen Lichtbildervorträge gehalten wurden. Zu Weihnachten wurden mehr als hundert Kinder, darunter Kinder von Sowjetzonenflüchtlingen, sowie Insassen der Altersheime in Opladen und Leverkusen-Küppersteg beschert. Die DJO erhielt mehrmals größere Beträge zur Durchführung ihrer Jugendarbeit, und sie wirkte bei vielen Veranstaltungen der landsmannschaftlichen Gruppen erfolgreich mit. Größere Veranstaltungen waren ein Erntedankfest und der „Ostpreußisch-rheinische Heimatabend". Den Mitgliedern wurden soziale und wirtschaftliche Hilfeleistungen geboten. So konnten u. a. einer Familie aus Frankreich sowie einem mehrmals verschütteten Bergmann Wohnung und Arbeit verschafft werden. Der Mitgliederbestand erhöhte sich im vergangenen Jahr um 63 neue Mitglieder. — Der Vorstand setzt sich aus den folgenden Landsleuten zusammen: Reh, Erster Vorsitzender: Brunk, Zweiter Vorsitzender; A. Gehrmann, Schriftführer; W. Neumann, Kassenwart; H. Gehrmann, Kulturwart; Frau M. Rittscher, Frauen- und Jugendwart; Gejewski. Erster Kassenprüfer; A. Will sen., Zweiter Kassenprüfer.

 

Wuppertal. Die für den 10. März vorgesehene Veranstaltung mit Vortrag von Dr. Müller musste leider ausfallen. Der Wirt des Schuberthauses hatte den Saal zweimal vergeben. Vereinbarungsgemäß sollte die Bekanntmachung darüber in der Freitagausgabe des „General-Anzeiger" erscheinen; das war aber durch den Wirt vergessen worden. Es liegt somit kein Verschulden des Vorstandes vor. Da in Barmen für uns nur der Schubertsaal in Frage kommt, ist der Heimatabend auf den 28. April verlegt worden.

 

Detmold. Die nächste Veranstaltung der Gruppe wird am Palmsonntag, 25. März, im Hotel „Stadt Frankfurt" um 15 Uhr stattfinden. In diesem Hotel sahen mehr als zweihundert Landsleute gute Filmaufnahmen aus der Heimat. In Vertretung des verhinderten Stadtrats Benkmann dankte Landsmann Dommasch den an der Aufführung der Filme Beteiligten und der von Herrn Langer geleiteten Mandolinengruppe für die musikalische Umrahmung.

 

Burgsteinfurt. Der mit Spannung erwartete Farbfilm „Zwischen Haff und Meer" wurde im großen Saale des Ludwigshauses von Dr. Ecke (Bonn) vorgeführt und erläutert. Dieser Farbfilm ist ein Streifzug durch die einzigartige Landschaft der Kurischen Nehrung mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt; er ist als ein wertvolles Dokument über ein Stück Heimat erhalten geblieben, und er gehört zu den besten deutschen Landschaftsaufnahmen. Dr. Ecke wurde am Schluss seines Vortrages mit viel Beifall bedacht. — Das Winterfest fand im Saale des Parkhotels Möller statt. Der Singkreis trug mit einigen sehr wirksamen Überraschungen viel zum Gelingen des Festes bei.

 

Seite 8   Familienanzeigen

Rolf-Rainer Grigat, geboren am 09.03.1956. Hocherfreut zeigen wir die Geburt unseres Sohnes an. Elisabeth Grigat, geborene Sinnhuber, Luisenberg, Kreis Insterburg. Horst Grigat, Albrechtshöfen, Kreis Insterburg. Jetzt: Hamburg-Niendorf, Hadermannsweg 53

 

Die Verlobung ihrer Tochter Annemarie Hildendorff mit Herrn Ing. Ottokar Hasse, beehren sich hierdurch anzuzeigen. Heinrich Hilgendorff und Frau Gisela Hilgendorff, geb. Freiin v. d. Goltz. Wehlack und Dumpen, Ostpreußen, jetzt Flehm üb. Lütjenburg Holstein. 18. März 1956

 

Meine Verlobung mit Fräulein Annemarie Hilgendorff, Tochter des Landwirts Herrn Heinrich Hilgendorff und seiner Frau Gemahlin Gisela Hilgendorff, geb. Freiin v. d. Goltz, beehre ich mich anzuzeigen. Ottokar Hasse, Ingenieur Treptow (Rega), Pommern, jetzt Kiel, Medusastraße 29. 18. März 1956

 

Die Geburt ihrer Tochter Ute Gehrmann, zeigen in dankbarer Freude an Rudi Gehrmann und Frau Herta Gehrmann, geb. Kreft. Rehfeld, Kreis Heiligenbeil, jetzt Jöllenbeck, den 23.02.1956

 

Am 25. Februar 1956 wurde das Brüderchen unserer Marita Beyer geboren. Wir rufen es Norbert Beyer. Ruth Beyer, geb. Nickel. Herbert Beyer. Königsberg Pr., jetzt Hannover-Wülfel, An den Maschwiesen 1

 

Verlobte. Gretel Ballnuweit, Lauknicken, Ostpreußen, jetzt Wt.-Elberfeld, Kohlstraße 136. Werner Jorkisch, Königsberg Preußen, Lange Reihe 13. Jetzt: WT.-Vohwinkel, Nathrath 1. März 1956

 

Ihre Vermählung geben bekannt. Herbert Schulze, früher sowjetisch besetzte Zone. Jetzt: Balingen, Württbg., Pamstraße 40 und Frau Elfriede Schulze, geb. Petat, früher: Lauknen, Kreis Labiau Ostpreußen. Jetzt Balingen, Württbg. Palmstraße 40.

 

Am 7. März 1956 feierte unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Omi, Berta Wilgard ihren 80. Geburtstag. Es gratulieren herzlich und wünschen viel Liebes, ihre Kinder, Laugszargen, Kr. Tilsit, Ostpreußen, jetzt Kaltenkirchen Kr. Segeberg, Holst.

 

Am 21. März 1956 feiert unser lieber Vater, Großvater und Schwiegervater Hermann Gutteck, früher Pülz, Kreis Rastenburg, Ostpreußen, jetzt Altroggenrahmede, Kreis Altena, Westf., seinen 70. Geburtstag. Viel Glück und beste Gesundheit wünschen die Kinder und Enkelkinder

 

Am 20. März 1956 feiern unsere lieben Eltern, der Kaufmann Ernst Reh und Frau Erna Reh, geb. Thurau, aus Heiligenbeil, Ostpreußen, Siedlung Süd, jetzt Hagen, Westf., Berghofstraße 24, das Fest der Silbernen Hochzeit. Es gratulieren herzlichst die Kinder

 

Am 25. März 1956 feiert unser lieber Vatel und Opa, Reichsbahn-Assistent i. R. Friedrich Parlitz, früher Lyck, Ostpreußen, Morgenstraße 11, seinen 85. Geburtstag. Es gratulieren herzlichst und wünschen weiterhin die beste Gesundheit seine dankbaren Kinder, Siegfried Parlitz nebst Frau Gerda Parlitz. Waltraut Klein, geb. Parlitz. Dieter Klein, Enkelsohn. Berlin SW 68, Segitzdamm 38 II

 

Am 20. März 1956 feiert unsere liebe Mutter Auguste Blömke, ihren 75. Geburtstag. Es gratulieren herzlichst und wünschen noch viele glückliche Jahre die dankbaren Kinder. Nodems b. Germau, Kr. Fischhausen, jetzt Niederviehbach, Kr. Dingolfing (Nied.-Bay.)

 

Anlässlich meines „5-0jährigen" grüße ich meine Lieben in Bingen, alle Verwandten, Freunde und Bekannten aus der Heimat. Ruth Streese, geb. Henniges, Königsberg Pr.-Maraunenhof, Herzog-Albrecht-Allee 9, jetzt Konstanz a. B. Hussenstraße 12, den 15. März 1956

 

Für die anlässlich unserer Silberhochzeit (2. März 1956) erwiesenen Aufmerksamkeiten danken hiermit herzlichst Hugo Müller und Frau Maria Müller, geb. Kanning Königsberg Pr. (1931: Insterburg, Luisenstr. 11 I), jetzt Gevelsberg, Westf., Friedhofstr. 10

 

Am 19. März 1956 feiert unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Witwe Henriette Eckert, geb. Lalla, früher Angerburg, Ostpreußen, Nordenburger Straße 25, jetzt Lehrte (Hann.) Rosenstraße 2, ihren 70. Geburtstag. Es gratulieren herzlich und wünschen ihr einen gesunden und gesegneten Lebensabend ihre dankbaren Kinder

 

Am 25. März 1956 feiert unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Witwe Luise Staschullis, geb. Lenz, aus Tilsit, Dragonerstraße 3, jetzt Wanne-Eickel, Hirtenstraße 5, ihren 75. Geburtstag. Es gratulieren herzlich und wünschen weiterhin beste Gesundheit: Lydia Kristionat und Erich Kristionat  mit Klaus-Jürgen, Dieter und Bernd

 

Am 18. März 1956 feiert unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater, Friedrich Unterspann, seinen 80. Geburtstag. Wir gratulieren herzlich und wünschen ihm noch einen recht langen Lebensabend bei bester Gesundheit und Zufriedenheit. Seine Kinder, Schwiegersohn und Enkel. Früher Königsberg Pr. Alkstraße 11, jetzt Badenweiler, Baden, In der Moosmatt 33

 

Am 22. März 1956 feiert unser lieber Papa Paul Baransky, früher Malermeister in Königsberg Pr., jetzt Uelzen, seinen 70. Geburtstag. Es gratulieren herzlichst die Kinder. Gerhard, Uelzen. Ursula, Hamburg. Paul, Mannheim

 

Gott der Herr nahm völlig unerwartet nach kurzem Krankenlager unseren guten Vater, Schwiegervater und besten Opa, Franz Manke, Hainau, Kreis Ebenrode, Ostpreußen, jetzt Lüdenscheid, Westf., im Alter von 75 Jahren am 14. Januar 1956 zu sich. Er folgte seiner lieben unvergessenen Frau, unserer guten Mutter, die uns plötzlich am 11. Mai 1955 verließ, in die Ewigkeit. Ihr Wunsch, auf ihrem Friedhöfchen in Hainau zur letzten Ruhe zu gehen, ist nicht in Erfüllung gegangen. In stiller Trauer: Meta Brandt, geb. Manke, München, Buschingstr. 21. Ida Gramstat, geb. Manke, sowj. bes. Zone. Fridel Steuer, geb. Manke, Berlin. Hedwig Schulz, geb. Manke, Lüdenscheid. Gerhard Manke und Frau Annelies Manke, Lüdenscheid. Hans Steuer, Schwiegersohn. Acht Enkelkinder. Minna Neureiter, Leverkusen und Vaters guter Heimatnachbar Karl Königstein, Lüdenscheid

 

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt. Am 26. Februar 1956 ist mein geliebter Mann und mein geliebter Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, Richard Gerlach, aus Königsberg Pr., Altstädt. Langgasse 45, ehemals Angestellter beim Heereszeugamt Kbg.-Ponarth, im Alter von 59 Jahren gestorben. In tiefer Trauer gedenken seiner in Liebe und Dankbarkeit: Lina Gerlach, geb. Riechner. Tochter Erika. Gertrud Patro, geb. Gerlach. Dortmund, den 27. Februar 1956, Oestermärschstraße 13. Die Trauerfeier und das Begräbnis haben am 1. März 1956 auf dem Hauptfriedhof in Dortmund stattgefunden.

 

Am 22. Februar 1956 entschlief nach kurzer Krankheit unser lieber Vater, der Fischermeister i. R. Michael Windeit, früher Gilge, Kr. Labiau, Ostpreußen, im 81. Lebensjahre. Er folgte unserer lieben Mutter, Frau Else Windeit, geb. Neumann, nach zehn Jahren in die Ewigkeit. In stiller Trauer im Namen aller Hinterbliebenen: Erna Schneidereit, geb. Windeit. Die Beerdigung fand in aller Stille am 25. Februar 1956 in Stade statt.

 

Vor zehn Jahren, am 14. März 1946 starb in Königsberg mein lieber Mann, der Gastwirt Johann Jedamczyk, im Alter von 73 Jahren. In stillem Gedenken: Frau Lisbeth Jedamczyk, Königsberg Pr., Bismarckshöh, jetzt Reinfeld, Holstein, Schillerstraße 14

 

Am 18. März 1956 jährt sich zum zweiten Male der Todestag meiner lieben Frau, unserer lieben Mutter, Wilhelmine Rogowski, geb. Pogorzelski. Die trauernden Hinterbliebenen: Hermann Rogowski, Reichsbahnlademeister i. R. Hermann Rogowski jun. Margarete Rogowski, geb. Wanghöffer. Johannes Forchheim. Frieda Forchheim, geborene Rogowski. Johannes Portner. Berta Portner, geborene Rogowski. Gerdt Leonhardt. Erna Leonhardt, geborene Rogowski. Herbert Rogowski. Anny Klitzschemüller, als Braut. Erich Rogowski Edith Rogowski, geborene Zimmermann. Gertrud Menges, geborene Rogowski, verwitwet, und 15 Enkelkinder. Lyck, Ostpreußen. Jetzt, Hannover, Waldstraße 29. Ihre sterbliche Hülle ruht auf dem Friedhof in der sowjetisch besetzten Zone.

 

Am 18. Februar 1956 ist, für uns alle unfassbar und viel zu früh, plötzlich und unerwartet meine herzensgute Frau, unsere liebe Mutti, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, Clara Gutzeit, geb. Koitka (früher Wartenburg und Liebstadt) im Alter von 48 Jahren für immer von uns gegangen. In tiefster Trauer: Gustav Gutzeit. Gerhard Gutzeit und Hans-Jürgen Gutzeit, als Kinder, sowj. bes. Zone. Anna Koitka, als Mutter, Köln-Nippes, Schneider-Clauß-Straße 19. Bruno Koitka und Frau Hedwig Koitka, geb. Semrau, sowj. bes. Zone. Ernst Koitka und Frau Lieselotte Koitka, geb. Stobbe, Dortmund, Kaiserstr. 51. Fred Reiff und Frau Hedwig Reiff, geb. Koitka. Köln-Nippes, Schneider-Clauß-Straße 19. Otto Gutzeit und Frau Erna Gutzeit, geb. Groß, Adelebsen b. Göttingen. Ewald Gutzeit, Heppenheim (Bergstraße) Johann Grein und Frau Gertrud Grein, geb. Gutzeit, Heppenheim (Bergstraße) Karl-Heinz, Hans-Joachim, Albert, Rainer, Neffen. Karin und Marianne, Nichten.

 

Am 17. Februar 1956 entschlief plötzlich und unerwartet, fern ihrer geliebten Heimat, meine innigst geliebte treusorgende Mutti, unsere herzensgute und liebe Schwester, Tante, Schwägerin und Schwiegermutter, die Buchhalterin Anna Goldbach, im Alter von 50 Jahren. In tiefer Trauer: Kunibert Goldbach und Frau Lucy Goldbach, geb. Hoffmann. Maria Schwarz, geb. Goldbach. Martha Brähmer, geb. Goldbach. Hedwig Goldbach und alle Anverwandten. Früher Allenstein, Ostpreußen, Seestraße 1, jetzt Bad Kreuznach, Wilhelmstr. 42; Bochum-Langendreer, Westf., Elsterstr. 32 bzw. Oberstraße 92; Oldenburg (Holst.), Bahnhofstraße 2. Die Beisetzung fand am 22. Februar 1956 in Bad Kreuznach statt.

 

Am 16. Februar entschlief sanft nach kurzer Krankheit, zwei Tage vor ihrem 76. Geburtstag, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Oma, Frau Berta Röder. geb. Pohlenz, aus Rößel, Ostpreußen. In stiller Trauer: Julius Röder. Alfred Pohlenz und Frau. Ida Wichmann, geb. Röder und 4 Enkelkinder, jetzt Wentorf A/S Mölln Land, Kreis Lbg.

 

Ganz unerwartet starben am gleichen Tage, dem 14. Februar 1956, unsere lieben Eltern und Großeltern, Friedrich Kijek und Eva Kijek. fern von ihren lieben Angehörigen und von unserer Heimat. Für alle Hinterbliebenen: Reinhard Kijek, Preußenwalde, Kr. Ortelsburg, jetzt Oberdigisheim, Kr. Balingen

 

Am 10. Februar 1956 nahm Gott der Herr meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Schwester und Schwägerin, Louise Bucholski, geb. Zimmer, nach langem Leiden im Alter von 53 Jahren zu sich in die Ewigkeit. In tiefer Trauer im Namen aller Angehörigen: Gottlieb Bucholski. Sigrid Bucholski, Irene Bucholski, Reinhard Bucholski, als Kinder. Hannover, Heinrich-Kirchweger-Platz 1, früher Tilsit. Ostpreußen, Lützowstraße 36

 

Am 22. Februar 1956 wurde unsere geliebte treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Kaufmannswitwe Anna Bauer, geb. Schemionek, aus Lyck, Yorckstraße 23, zuletzt sowj. bes. Zone, im 79. Lebensjahre von ihrem langen schweren Leiden erlöst. In tiefer Trauer: Else Bauer, Düsseldorf-Unterrath, Borkumstraße 10. Elisabeth Bauer, sowj. bes. Zone. Beisetzung der Urne findet in Düsseldorf statt.

 

Meine liebe gute Schwester und treusorgende Tante, Frau Martha Knoth, Obering.-Witwe, ist am 16. Februar 1956 im Alter von 58 Jahren plötzlich verschieden. In unsagbarem Schmerz: Frau Lotte Lippke und Sohn Klausdieter. Tilsit, Deutsche Straße 46, jetzt Nürnberg, 8. März 1956, Oedenberger Straße 71

 

Danksagung  

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme zum plötzlichen Heimgange meiner über alles geliebten Frau, unserem lieben guten Muttchen und Omi herzlichsten Dank. Im Namen aller Hinterbliebenen Gottfried Reiss, Schönaich, Kr. Pr.-Holland. Jetzt Neuß a. Rhein, Yorckstraße 13

 

Seite 9   Die Tragödie von Georgenburg. „Als die Glocke mit dröhnendem Klingen in die Tiefe stürzte ..“

Die Darstellung, die wir in Folge 46 vom 12. November 1955 im Zusammenhang mit dem Film „Die Barrings" über Georgenburg gaben, wird ergänzt durch den Bericht eines Augenzeugen über das Gefangenenlager Georgenburg, in dem viele Tausende von deutschen Soldaten sterben mussten, und über die Zerstörung der Kirche. Das geschah vor zehn, vor elf Jahren . . .

 

Es ist wenig bekannt geworden und es kommt auch in der Verfilmung der „Barrings" nicht sehr zum Ausdruck, dass die Handlung dieses Romans in unserem Ostpreußen spielt. Die Simpsons waren Besitzer der späteren Domäne Georgenburg bei Insterburg. Herrlich auf der Höhe gelegen, schaut die Burg mit ihren trutzigen Türmen weit ins Instertal. Über 25 000 Morgen Land gehörten zu dem Besitz Georgenburg. In riesigen Ställen stand das schwarzbunte Vieh; Pferdeherden tummelten sich in den weiten Koppeln. Prächtiger Mischwald begrenzte den Horizont und bildete die Kulisse für den herrlichen Besitz.

 

So war es einmal: Georgenburg wurde Staatsgestüt und war ein Filialbetrieb von Trakehnen. Von Juli bis Januar standen Vollbluthengste in Georgenburg in Winterquartier, nachdem sie von den Deckstationen zurückgezogen waren. Auf zweitausend Morgen Insterwiesen weideten Stutenherden bis in den Herbst hinein.

 

1945 kam Georgenburg zu seiner traurigsten Berühmtheit: Die Rote Armee richtete hier nach Aufgabe des Raumes am 22. Januar 1945 das Kriegsgefangenenlager 445 (später Lager der Leitstelle 7445) ein. Etwa 250 000 deutsche Soldaten lernten das verlassene Georgenburg kennen. Das Lager 445 wurde Leitstelle für Kriegsgefangenentransporte in die Sowjetunion. Oft lagen bis zu dreißigtausend Mann in den Ställen und Schuppen, auch in Schnee und Eis draußen in den Höfen und auf freier Flur. Nach zehn Tagen Quarantäne wurden die Arbeitsfähigen — und wer war bei den Sowjets nicht arbeitsfähig? — weiter nach Osten transportiert, fernen, unbekannten Zielen zu. Angst und bange Sorge erfüllten jeden Gefangenen. Dann kamen Ruhr und Typhus ins Lager, und der Tod hielt reiche Ernte. Siebzig bis hundert Tote am Tag, von Januar bis Juni 1945, verwunderte niemand mehr. Eine Armee von toten deutschen Soldaten wurde in die Panzergräben rings um Georgenburg gebettet oder auf weiter Flur bei der Kirche Georgenburg verscharrt. Niemand weiß die Namen der Verstorbenen; alle Listen und Personalpapierewurden auf Befehl der sowjetischen Lagerführung vernichtet. Über die Gräber ging der Pflug.

 

Viele Frauen und Mütter, die ihre Lieben suchen, müssen den Blick nach Osten wenden. In Ostpreußen liegen unzählige tote deutsche Soldaten, sie fielen im Kampf und wurden in ostpreußische Erde zur letzten Ruhe gebettet. Die überlebenden gingen als Gefangene über Georgenburg. Die hier nicht sterben mussten, blieben in den Arbeits- und Straflagern; nur ein kleiner, sehr kleiner Rest kehrte jetzt zurück.

 

Auch ich war von März 1945 bis Oktober 1946 als Gefangener in Georgenburg; ich erlebte auch die Zerstörung der Kirche. Ich kenne Georgenburg und die Kirche, in der damals Pfarrer Neßlinger amtierte, seit 1920.

 

Die Kirche stand unzerstört auf der Höhe und blickte weit ins fruchtbare Instertal. Verschleppte, die in Nettienen (drei Kilometer weiter an der Straße nach dem Vorwerk Zwion—Berschkallen) lagen und dort an Ruhr zugrunde gingen (sechshundert Männer, Frauen und Kinder), haben in diesen Tagen mehrmals am Abend die Glocke zum Läuten gebracht; es war uns wie der Ruf zum stillen Gebet; zum Abschied von der Heimat.

 

Im Mai 1945 gab die sowjetische Lagerleitung den Befehl zur Zerstörung der Kirche und des Mausoleums der Familie Simpson, auch die herrliche Ulmenallee musste abgeholzt werden. Die Grabstelle war ein etwa acht Meter hoher Turmbau, in behauenen Steinen ausgeführt. Die Steine und Platten wurden von dreitausend Gefangenen nach Insterburg getragen, sie sollten zum Bau der Generalswohnung verwendet werden; dazu kam es dann nicht mehr.

 

Die Kirche wurde abgedeckt, die Dachhölzer wurden zersägt und verbrannt. Die Kanzel, der Altar und das Kirchengestühl waren vorher herausgerissen und ebenfalls verbrannt worden Die schwerste Arbeit war das Abtragen der acht Meter langen, vierzig bis fünfzig Zentimeter starken Deckenbalken, die dreißig Mann zum Burghof schleppten. Dort arbeiteten drei Kolonnen, um das Holz ofenfertig zu machen. Ein Offizier der Roten Armee hatte täglich „Kirchendienst", wie er es nannte; er war verantwortlich dafür, dass alles Brennbare vernichtet wurde.

 

Niemand durfte etwas aus der Kirche oder der Sakristei ins Lager hinübernehmen. Im Juli wurde das Mauerwerk eingerissen. Einsam stand der Turm, er blickte wie aus leeren Augen ins Land, das zur Einöde wurde; außer Gefangenen sah man keinen Menschen, kein Gespann weit und breit.

 

Tagelang wurde beraten, wie man den Turm beseitigen könnte. Die Dachbedeckung war heruntergerissen, die Glocke hatte man abstürzen lassen, indem man die Haltebalken und Streben aussägte. Zu diesem Ereignis war die dienstfreie Besatzung als Zuschauer befohlen. Der Kommandant mit seinen Offizieren und dem weiblichen Heeresgefolge umstanden den Turm. Der Jubelschrei der Rotarmisten wurde übertönt von dem Krachen und dem dröhnenden Klingen der in die Tiefe stürzenden Glocke. Es war kein zagendes Wimmern einer Sterbenden, es war ein drohendes Aufbegehren vor dem Zerbersten.

 

So mag es auch den Sowjets geklungen haben, denn die beabsichtigte Sprengung des Turmes unterblieb, auch ein späterer Versuch wurde aufgegeben.

 

Im Herbst 1946 stand der Turm noch einsam auf der Höhe, die Wohnbauten zu seinen Füßen waren durch die Fahrlässigkeit einer Wache niedergebrannt.

 

Inzwischen soll der Turm durch die Einflüsse der Witterung zerstört und eingestürzt sein, so berichteten mir Mitgefangene, die das Lager 1948 verließen; andere bestreiten das; verlässlich habe ich das nicht klären können.

 

Auf dem Gelände Georgenburg wird eine Kolchose betrieben. Leiter ist ein deutscher Diplomlandwirt, fünftausend Morgen sind unter dem Pflug, Arbeitskräfte sind ostpreußische Kriegsgefangene, zum Teil Verurteilte, die als staatenlos erklärt worden sind, und Deportierte, Ukrainer, Letten und Litauer.

 

Der Raum von Georgenburg — vom Friedhof der Gemeinde neben der Kirche bis zu dem großen Panzergraben — ist ein gewaltiges Gräberfeld. 1946 wurden die Gräber eingeebnet, das Land wurde gepflügt, die Fläche wurde mit Getreide bestellt. Kein Hügel, kein Grabkreuz darf davon künden, dass hier viele Tausende deutsche Soldaten ruhen.

 

Georgenburg ist geweihtes Land, durch die Toten, die dort ruhen, und zu denen in stillen Stunden unser Gedenken geht. Peter R. Land

 

Seite 9   Blätter ostpreußischer Geschichte. Mennonite in Ostpreußen.

Foto: Rautenburg vor hundert Jahren.

Fast „holländisch" mutet dieses idyllische Bild an. Es zeigt eine Partie von Rautenburg am Ufer der Gilge. Im Hintergrund steht noch die Mühle, um die sich mancherlei Sagen rankten. In der Grafschaft Rautenburg bildeten — wie in diesem Beitrag berichtet wird — die Mennoniten eine kleine Kolonie.

 

Die Mennoniten, Anhänger einer um 1540 von Menno Simons gestifteten protestantischen Sekte, waren in Holland und an der deutschen Nordseeküste verbreitet, durch Auswanderung aber auch in der Weichselniederung von Graudenz bis Danzig sesshaft geworden. Sie waren tüchtige und fleißige Menschen, in der Niederung Landwirte, hauptsächlich Tabakbauer, in Danzig vorwiegend Branntweinbrenner. Ihre Lehre verbot ihnen den Gebrauch von Waffen und jeden Kriegsdienst.

 

Friedrich Wilhelm I., stets darauf bedacht, arbeitsame Leute für seine Provinz Ostpreußen zu gewinnen, bewog 1721 durch Einwanderungspatente Mennoniten aus dem Kulmerland und der Gegend von Graudenz, sich im Amt Tilsit niederzulassen, wo sie für ihren Tabakbau ähnliche Bedingungen vorfanden wie an der Weichsel. Er versprach ihnen, dass sie nicht Soldaten zu werden brauchten und sicherte ihnen seinen Schutz gegen die damals üblichen gewaltsamen Werbungen zu. Zu den im Westfälischen Frieden anerkannten drei christlichen Bekenntnissen, dem katholischen, lutherischen und calvinistischen, gehörten die Mennoniten nicht, doch war ihnen die private Ausübung ihres Gottesdienstes gestattet. Die preußischen Behörden rühmten den Fleiß der Ansiedler,bemerkten aber mit Missbehagen, dass auch das lutherische Gesinde an den mennonitischen Andachten teilnahm, und Lutheraner aus der Kirche austraten und sich der Sekte anschlossen. Der König vermutete, vielleicht mit Recht, dass es den Abtrünnigen weniger um den Glauben ging als um die Befreiung vom Kriegsdienst, und verbot den Mennoniten, Lutheraner aufzunehmen, auch nur an ihren Gottesdiensten teilnehmen zu lassen. Neuen Ärger gab es auf beiden Seiten, als preußische Werber trotz des Verbots fünf Mennoniten zur Potsdamer Riesengarde pressen wollten. Auf dringende Bitten der Mennoniten verfügte der König zwar ihre Freilassung, aber er hatte einen Zorn auf die „Schelmennation, die nicht Soldaten werden können", und als die verärgerten Mennoniten ihre Pachtverträge kündigten, antwortete er mit der Ausweisung (1724). Nur vierzig Familien durften später zurückkommen und bildeten auf den Gütern des Grafen Truchseß zu Waldburg in Rautenburg in der Memelniederung eine kleine Kolonie.

 

In Königsberg wurde viel Branntwein getrunken, nicht so sehr von den Bürgern als von den Bauern, die zum Markt kamen, von den polnischen Händlern und den litauischen Flößern und von den Seeleuten aller Nationen. Branntwein gehörte auch zum Schiffsproviant wie Mehl und Pökelfleisch, und es wurden damals viele Schiffe in Königsberg ausgerüstet. Die Branntweinproduktion in Königsberg selbst war gering. Man trank meist billigen und schlechten polnischen oder destillierten, teuren Danziger Branntwein. Im Zuge seiner Wirtschaftspolitik verbot Friedrich Wilhelm 1723 die Einfuhr des polnischen Branntweins ganz und belegte den Danziger mit hohem Zoll. Die Folge davon war, dass sich Danziger Branntweinbrenner in Königsberg niederließen, und diese waren meist Mennoniten. Auch mennonitische Handwerker wanderten in geringer Zahl ein. Die Königsberger Mennoniten gehörten nicht zur Oberschicht der Bürgerschaft, waren aber wohl gelitten; in ihren Häusern herrschte „holländische Reinlichkeit".

 

Einige Jahre später packte den König ein neuer Zorn auf die Mennoniten. Es ist schwer zu sagen, ob Friedrich Wilhelm mehr um den lutherischen Glauben besorgt war — er hatte tatsächlich das Glaubensbekenntnis der Mennoniten gewissenhaft geprüft, ob es sich mit dem Evangelium vertrüge —, oder ob er der Sekte wegen ihrer Ablehnung des Soldatenstandes gram war, des Standes, dessen Tracht er selbst täglich trug. Jedenfalls wies er 1732 alle Mennoniten aus Preußen aus. Wer nach drei Monaten noch im Lande betroffen werde, sollte auf die Festung kommen. „Memnisten werden nicht Soldaten, ergo sollen sie nicht in meinen Landen geduldet werden“. Die vierzig Familien aus dem Routenburgischen und siebzehn Familien aus Königsberg wanderten ab. Dass dies ein Schaden für das Land war, sah der König wohl, aber ihm standen die sittlichen Grundsätze, wie er sie verstand, über dem wirtschaftlichen Nutzen. Allerdings erlaubte er bald im Interesse der ihm so sehr am Herzen liegenden Manufakturen, dass Mennoniten, die in Königsberg Woll- und Zeugfabriken betrieben oder anlegen wollten, bleiben dürften. Der Erlass kam zu spät, hatte aber zur Folge, dass nach einiger Zeit mehrere mennonitische Familien nach Königsberg zurückkehrten. Die Ansiedlung auf dem Lande hat aber erst Friedrich der Große wieder gestattet, der in seinem Staate jeden nach seiner Fasson selig werden ließ.

 

Die Königsberger Kolonie gedieh. Von 1740 bis 1806 wanderten fünfunddreißig Branntweinbrenner und Essigfabrikanten in die Stadt ein, die meisten von ihnen waren Mennoniten. Ein hervorragendes Gemeindemitglied war der Schönfärber Isaac Kauenhoven aus der angesehenen Danziger Familie. Ihm ist es zu verdanken, dass sich die kleine Gemeinde von wenig mehr als hundert Köpfen 1768 auf der Lastadie eine eigene Kirche bauen konnte. Mennonit war auch der Kaufmann Daniel Zimmermann, der Begründer des Zimmermannschen Stiftes (1803) in der Königstraße 37. Das Denkmal, das ihm seine Freunde nach seinem Tode im Stiftsgarten setzten, stammt von der Meisterhand Johann Gottfried Schadows.

 

Für ihre Befreiung vom Militärdienst zahlten die Mennoniten der ganzen Provinz jährlich 5000 Taler für das Kulmer Kadettenhaus, und auch 1813 lösten sie die Landwehrpflicht mit der Zahlung, einer größeren Summe ab. Erst 1868 wurde ihr Privileg aufgehoben, doch wurde ihnen gestattet, ohne Waffen als Sanitäter oder Handwerker zu dienen. Dr. Fritz Gause

 

Seite 9   „Wer nicht wacker prahlt..." Gottsched verspottete Doktor Eisenbart.

Als Beitrag zu der Reihe „Blätter ostpreußischer Geschichte" erschien in Folge 10, Ausgabe vom 10. März, ein Bericht über das Auftreten Doktor Eisenbarts in Ostpreußen. In ihm wurde geschildert, dass der ohne Zweifel tüchtige Arzt, seine Fähigkeiten durch marktschreierische Reklame anpries. Obwohl dies damals nicht ungewöhnlich war, tat er wohl des Guten zu viel, und daher regte sich bei seinen Zeitgenossen die Spottlust. Johann Christoph Gottsched (1700 in Juditten geboren) schrieb in launigen Reimen folgende bissige Glosse:

 

„Mein Kind! Gehorche mir, so hat vor wenig Wochen / Herr Eisenbart, ein Arzt, zu seinem Sohn gesprochen: / Willst du einmal so reich, berühmt und glücklich seyn, / Als ich, dein Vater, bin: so bilde dir nicht ein, / Du werdest mit Geduld, Gelehrsamkeit und Wachen / Die leerren Kisten voll, dich selbst zum Wunder machen. / O nein, der Irrthum trügt! Verwirf die Blödigkeit: / Wer gar zu furchtsam ist, verdirbt zu dieser Zeit. / Du musst von Stadt zu Stadt auf alle Messen reisen, / Auf hohen Bühnen stehn, und deine Curen preisen, / Und schreyen: Eilt herzu! Hier steht der Wundermann, / Dem keiner in der Welt das Wasser reichen kann. / Dann wird der Pöbel sich nach deinen Pillen dringen, / Die Kranken werden dir mehr Geld und Silber bringen, / Als du dir wünschen wirst. Das Beispiel nimm von mir; / Denn so hab ichs gemacht: ein gleiches rath ich dir. / Die Tauben pflegen uns nicht selbst in's Maul zu fliegen, / Und wer nicht wacker prahlt, der bleibt im Staube liegen. / So klingt, gelehrter Freund! Der Väter Unterricht . . ."

 

Wenn Gottsched im April 1727 den wohlbetagten Eisenbart ungefähr ein halbes Jahr vor dessen Tode seinem Sohne gewitzte Lehren erteilen lässt, so ergibt sich zunächst, dass ein Sohn vorhanden und dazu ausersehen war, das väterliche Handwerk fortzuführen-, sodann scheint es fast, als ob der Vater sich damals schon schwach und krank gefühlt habe, so dass er nicht länger im Stande war, seinen Beruf auszuüben.

 

Tatsächlich hat auch Adam Gottfried Eisenbart bei der Kgl. Regierung in Hannover 1727 Antrag gestellt, des verstorbenen Vaters Johann Andreas Eisenbarts Gewerbe weiterzuführen.

 

(Das Gedicht ist vom 30. April 1727 datiert, und es war gerichtet „An Herrn Sam. Seideln". Zu finden ist es in einer Gedichtsammlung, die in zweiter Auflage 1751 in Leipzig herausgegeben wurde, auf Seite 427.) Hermann Bink

 

Seite 10   Der Dichter des Pillauer Liedes. Hans Parlow wurde vor hundert Jahren geboren.

Dr. Hans Parlow, Dichter und Romanschriftsteller, wurde am 7. März 1956 vor hundert Jahren in der Seestadt Pillau geboren. Von Jugend an gehörte seine Liebe dem Wasser und der Schifffahrt; sein Vater, aus Pommern stammend, war Schiffskapitän und seine Mutter, geborene Claaßen, Kapitänstochter. Mit Stolz berichtet er, dass einer von ihren Vorfahren Seeräuber gewesen und dann mit König Gustaf von Schweden nach Pillau gekommen sei, und dass ein Vorfahr seines Vaters in der berühmten Seeschlacht von Trafalgar auf englischer Seite mitgekämpft habe und dabei schwer verwundet worden sei.

 

Hans Parlow besuchte die Höhere Bürgerschule in Pillau und die Oberrealschule auf der Burg in Königsberg. Dann nahm ihn sein Vater auf sein Pillauer Barkschiff „Pudel" als Schiffsjunge auf weite Segelfahrten nach Süd- und Nordamerika mit, um — wie er sagte — seinem Sohn die Lust am Seemannsberuf auszutreiben. Er wurde auch Vollmatrose, entschloss sich aber dann doch, zu studieren. Er besuchte die Universitäten in Königsberg und Göttingen und promovierte 1880 in Freiburg zum Dr. phil. Danach unternahm er wieder Seereisen. 1883 begann er mit Unterstützung des preußischen Kultusministeriums in spanischen Staatsarchiven zu arbeiten.

 

Schriften über Spanien machten ihn in Deutschland bekannt, und Berliner, Münchener und Schweizer Zeitungen betrauten ihn mit der Berichterstattung aus Madrid. Von 1910 ab lebte er in Santa Fé und zuletzt in Granada.

 

In vielen Schriften behandelte Hans Parlow seine Wahlheimat. Besonders fruchtbar war er aber als Romanschriftsteller. 1894 erschien sein Seeroman „Über das Meer", 1907 der Königsberger Studentenroman „Rot-weiß-rosenrot", der seine eigene Studentenzeit schildert. 1922 der Roman „Die Schwarzhäupter von Riga". Sein Pillauer Roman „Der silberne Stör", 1925, blieb ungedruckt.

 

Parlow schrieb einen gewählten Stil, und er wusste seine Stoffe packend zu gestalten. Seine Gedichtsammlung „Matrosenlieder" (1899) enthielt das „Pillauer Lied" vom Silbernen Stör, das 1925 von Marine-Obermusikmeister Arno Kühn vertont wurde und das jetzt das Heimatlied der Pillauer ist.

 

Trotz seiner umfangreichen literarischen Tätigkeit scheint der finanzielle Erfolg nicht immer ausreichend gewesen zu sein. Dies war wohl auch der Grund, warum Hans Parlow seine Verlobte, H. Lisbet, die einst als das schönste Mädchen von Pillau galt, nicht nachkommen lassen konnte. 1906 schied sie deshalb enttäuscht freiwillig aus dem Leben. Er selbst war im Alter verbittert und lehnte es auch ab, selbst über sein Leben zu berichten. Am 18. Dezember 1928 ist er in Granada gestorben. Die Stadt Pillau ehrte sein Andenken durch Benennung einer Straße nach ihm. Mi heißem Herzen hing er an seiner Heimat, die Erinnerung an ihn wird im „Pillauer Lied“ fortleben. Dr. K. Haberland

 

Pillauer Lied. Von Hans Parlow

Es liegt eine Stadt

Am Baltischen Meer,

Die führt im Wappen

Den silbernen Stör.

 

Ein Schwedenkönig

Hat sie gepflanzt,

Ein Preußenkönig

Hat sie verschanzt.

 

Bei Sturm aus Nordwest

Treibt der Bernstein herbei

Und auf ihren Dünen

Blüht Seemannstreu.

 

Ihre Dächer sind rot,

Ihre Linden sind grün,

Und weiß sind die Möwen,

Die über ihr ziehn.

 

Hoch auf dem Rathaus

Dreht sich der Stör,

Und leuchtet hinaus

Auf das Baltische Meer.

 

Seite 10   Professor Dr. Herbert Jankuhn wurde an die Universität Göttingen berufen; er wird dort eine Professur für Vor- und Frühgeschichte und die Leitung des Instituts für Urgeschichte übernehmen. Der aus Tilsit stammende Gelehrte, jetzt fünfzig Jahre alt, war Gastprofessor an der Universität Kiel. Vor dem Kriege leitete er das Museum vaterländischer Altertümer  in Kiel. Als ein Ergebnis seiner seit fünfundzwanzig Jahren betriebenen Forschungen erschien sein Buch „Haithabu – Ein Handelsplatz der Wikingerzeit“, dessen dritte, völlig neubearbeitete Auflage der Karl-Wachholz-Verlag, Neumünster, kürzlich herausgab.

 

Seite 10   Geheimrat Professor Dr. Dr. h. c. Walter Stoeckel wurde am 14. März 1956, 85 Jahre alt. Der berühmte Arzt wohnt in der Universitäts-Frauenklinik in Berlin NW 7, seiner alten Wirkungsstätte. Sein Geburtsort ist Sobingen bei Insterburg.

 

 Seite 10   Im Krug zum grünen Kranze. Eine Geschichte aus Masuren von Hedy Gross.

Foto: Zeichnung. Erich Behrendt.

„Ein Junggeselle lebt wie ein Fürst und stirbt wie ein Hund", sagt man doch, nicht wahr? Lebt wie ein Fürst! Das sollte man meinen, zumal wenn er Hans Hasoweit heißt und ein Gut in Masuren besitzt.

 

Ein Gut, auf dem viele fleißige Hände die Saat in die braune Erde streuen und die goldenen Ähren sich vor ihren Herrn neigen, wenn er über die Felder reitet. Aus den dunklen Wäldern wechseln die kapitalen Böcke auf die helle grüne Lichtung im Moor, der Jäger lauscht viele lange Abende dem Schnepfenstrich im Frühling, und auf dem kleinen See, der ihm allein gehört, sitzt er Sommers im Rohr mit Kahn und Drilling und Hund, und die Weihe zieht über ihm ihre Kreise, die Fischreiher rufen und Wildenten, ach Wildenten mehr als er schießen will. Und in dem großen weißen Hause im Park, da wirtschaftet die alte Jette, sie kommandiert das Gesinde, sie war immer schon da, länger als er überhaupt auf der Welt, und sie ist immer da oder auch nicht, gerade wie man es wünscht.

 

Aber da gibt es schon so Zeiten, wenn die Treibjagden zu Ende sind, und der Hof nur zu einem kleinen kurzen Tag erwacht, ja Zeiten, da müsste etwas geschehen.

 

Man schafft sich sonst schon so allerlei Vergnügliches: Schlittenfahrten und Tanzfeste, aber das ist nicht der Geschmack von Hans Hasoweit. In seinem Alter sitzen sie schon mit Töchtern und Söhnen in dem Schlitten, und er hat nicht einmal eine Frau. Nein, da ist ihm der ,,Krug zum grünen Kranz" schon lieber.

 

Da gibt es die hintere, die dritte Bierstube, in die sich ohne Aufforderung so leicht keiner hineintraut, überhaupt nicht, wenn Hans Hasoweit drinsitzt. Da ist er zahlender Gast und kann bleiben oder gehen, ganz wie er will. Aber es ist da auch wie eine Art zu Hause, die füllige lustige Wirtin, das kindhafte Töchterlein mit den blauen Augen, die dreibastigen Jungen, das schart sich dann alles um ihn. Und vor allem der Wirt, der hält neben ihm aus bei Skat und Bier und Korn, und wenn es drei Tage dauert, ehe der Gast sich wieder aufrafft und nach Hause fährt. Für den dritten Mann sorgt dann die Wirtin; ist mal für paar Stunden keiner zur Hand, setzt sie sich auch wohl selbst dazu.

 

Nur leider ist da auch noch Johann. Ja, ja, Hans Hasoweit hat immer Pech darin. Hat er es auch so gut verstanden bisher, sich vor einer Freiheitsberaubung durch die Ehe zu bewahren, so ist doch eigentlich immer einer da, der auf ihn aufpasst. Zuerst war es die „alte gnädige Frau", die immer alles besser und anders wollte und wusste als er und die in einem solchen Ruf stand, dass, so lange sie lebte, selbst das Gut die schönen Mädchen des Landes nicht reizen konnte, Hans Frau zu werden.

 

Damals hatte ihn ja auch alle Welt mit den Traffmädchen verheiratet, den Nachbarstöchtern hinter dem See. Aber er sollte ja Sofie haben oder Agnes, doch die wollte er nicht. Er hatte sich ausgerechnet die Kleine, den Fifak, in den Kopf gesetzt, die er noch vor kurzem auf den Knien geschaukelt hatte. Das wäre was gewesen! Drei Schwestern „auf den Ofen setzen" und die zehn Jahre jüngere heiraten, die gaben sie ihm selbstredend nicht.

 

Nun war sie ja wieder daheim. Die kleine Fifak schien wenig Glück gehabt zu haben mit ihrem jungen Mann, und die Mutter, die ihm seine Jahre nachgerechnet hatte, war ja auch lange tot, nun könnte er sie ja haben, meinten die Leute, aber „angebrannte Grütze" wollte er wohl nicht.

 

Ja, jetzt sollte man meinen, gab es keinen mehr, der ihm dreinredete, hier nicht und da nicht. Seine Schläfen waren ja auch inzwischen grau geworden. Ach, weit gefehlt, da war und blieb immer noch Johann, der treue Kutscher.

 

Wenn man sich nur so eine Fahrt in den „Krug zum grünen Kranze" mit ansah! Da kamen sie angefahren, zuerst ging alles wunderbar, der Herr wurde mit großer Begeisterung zur hinteren Bierstube hineinkomplimentiert. Johann spannte die Pferde erstmal für alle Fälle aus, legte ihnen ordentlich Hafer vor und ging in die Gasthausküche. Da war es amüsant, er erzählte sich was mit den Mädchen, der Herr schickte ihm einen Grog herein, auf der Ofenbank war es warm, und das geschäftige Hin und Her machte ihm Spaß. Das ging so bis zwölf, eins, lass auch schon halb zwei, aber dann war es aus mit der Gemütlichkeit.

 

Johann zog seinen großen Schafpelz an, nahm die lange Bogenpeitsche in die Hand und stand plötzlich ohne jede Voranmeldung vor seinem kartenspielenden Herrn auf der Schwelle der Bierstube. Er füllte fast die ganze Türfüllung aus, hohe schwarze Stiefel, mit deren eisenbeschlagenen Hacken er gegen die Schwelle knallen konnte, dass die Gläser klirrten, oder er stieß den Peitschenstiel gegen den Fußboden wie der Herold seinen Heroldstab und meldete:

 

„Herr, wir müssen nach Hause, Mitternacht äst vorüber, die Pferde werden unruhig, ich spanne an!"

 

Der Herr darauf seelenruhig: „Gib ihnen frischen Hafer, Johann, und lass dir einen Weißen geben“.

„Na gut, Herr, aber noch eine Runde, dann fahren wir“.

 

Nach einer kleinen Weile derselbe Aufzug, Johann schon etwas aufgebrachter: „Herr, morgen wird gedroschen, sollen wir nach Hause fahren, wenn die Drescher schon auf dem Hof stehn!"

 

Der Herr versucht, ihn zu überhören und sich einfach nicht um ihn zu kümmern, aber dann treten die eisenbeschlagenen Absätze in Aktion.

 

„Herr, werden wir uns nicht schämen, am hellen Tag aus dem Gasthaus zu fahren? Eine Schande ist das, das hätte die liebe alte gnädige Frau nicht erleben dürfen, das hätte sie ins Grab gebracht“.

 

„Still Johann, wir brauchen ja nicht morgen früh zu fahren, wir können abends fahren, ein Bier und einen Korn für Johann!"

 

„Ja, danke Herr! Ach, ich hab einen guten Herrn, wenn er feiert, lässt er seinen Knecht nicht dursten. Jeden Tag danke ich dem lieben Gott, dass er mir solch einen Herrn gegeben hat."

 

Das letzte ist schon halb in der Küche verkündet. Er sitzt wieder auf der Ofenbank, Alkohol, Wärme und die Nacht schläfern ihn allmählich ein, aber nach einem kurzen Nickerchen: Pelz an, Peitsche in die Hand, hinein in die Bierstube:

 

„Herr, ist das eine Art, dem lieben Gott die Nacht zu stehlen, die Hähne fangen schon an zu krähen! Hat der Herr den Verstand verloren? Sitzt da betrunkener als ein Knecht. Haben wir nicht schon Schulden genug, muss der Herr neue machen! Der Stall fällt uns morgen um, Ziegel kaufen, wir haben kein Geld, unsere Ziegelei steht still, sie verfällt. Die Wiesen versaufen uns, Dränage kostet Geld. Im Stall haben wir die Klauenseuche, aber unser Herr sitzt im Gasthaus, säuft, versäuft, lässt seine Gurgel schlucken, was Vater, Urgroßvater erspart haben. Der Herr muss jetzt aufstehen, zum letzten Mal, wir fahren jetzt!"

 

Doch der Herr schiebt ihm schmunzelnd die Flasche zu: „Da, alter Gauner, nimm und trink!"

 

Johann probiert, fährt mit der Zunge über die Lippen, strahlt: „Ja, ja, unser Herr, der weiß, was gut schmeckt, ha, was das für ein Herr ist, so einen kann man suchen, und er isst und trinkt nicht allein, wir haben es alle gut bei ihm, wir leben wie im Himmel. Und wie reich der ist! Warum soll er nicht feiern, er hat es ja dazu. Was haben wir für Wälder! Ausgeholzt sagen sie, ach ja, unser Herr weiß, was er tut, Wald muss Luft haben. Passt mal auf nach zehn Jahren, was wir da für einen Wald haben, wenn eure schon alle erstickt sind. Verstecken können sich alle vor unserem Herrn. Verkaufen wir nicht immer die meisten und besten Remonten, ja, das bringt Geld! Ach unser Herr ist reich, was man auch nimmt, alles ist gut bei uns, ein Glück, dass er nicht geheiratet hat, wir brauchen keine Weiber, wir wirtschaften . . ."

 

„Nun aber raus, Johann, hier hast noch en Schnaps!“

 

Allmählich werden die Pausen dann immer länger, bis Johann wieder nüchtern wird. Auch der Herr schlummert etwas auf dem braunen Sofa, wenn der dritte Mann gerade nach Hause gegangen ist.

 

Dann also bis zur nächsten Attacke. Johann kennt das. Soll es die letzte sein, muss er ganz schweres Geschütz auffahren. Das tat er ungern. Er kennt seinen Herrn und weiß, welchen Kummer er gerade in Alkohol umsetzen muss, er tut ihm ja denn auch leid. Deshalb versucht er erst, ihn durch allerlei Scheinmanöver zum Mitfahren zu bewegen. Aber schließlich, was soll er tun, sagt er, es wird schon hell, dann sagt der Herr, es wird auch wieder dunkel, sagt er, es wird schon dunkel, sagt dann der Herr, warten wir bis zum Morgen, bis es wieder hell wird.

 

Am Ende spannt er an, legt alle Hemmungen ab und legt los: „Herr, zum dritten Mal hab ich jetzt die Pferde angespannt, wir fahren jetzt, ich geh nicht von der Schwelle, bis der Herr mitkommt“.

 

Der Herr rührt sich nicht, also:

 

„Wenn der Herr sich nur so sehen könnte, wie er da sitzt, solch vornehmer Herr in solch einem Krug, wo er nicht mal reingehen dürfte. Zu nichts hat er es gebracht, wie sieht unser schöner Hof aus, na, wenn der Herr Tag und Nacht im Krug sitzt, er bringt uns alle an den Bettelstab. Kinder sollte er haben, ach was sag ich, Kinder! Enkel schon könnt er haben. Aber da wundert sich einer, dass den keine Frau wollte! Verstand hat er nie gehabt, statt wie jeder vernünftige Mensch eine Frau, die zu ihm passt zu nehmen, setzt er sich e Kind in den Kopf, verdreht noch der Marjell den Kopf mit seinen Pferden, mit seinem allen, dass sie es woanders gar nich aushalten konnte, sondern sich nur immer nach Hause bangte, nu könnt er sie ja haben, drei Jahre schon . . ."

 

Aber weiter kommt Johann nicht. „Johann, vorfahren", ruft sein Herr, springt auf, als hätte er nicht getrunken, im Nu sitzt er im Wagen, ruft dem Wirt zu: „Johann kommt morgen und bezahlt."

 

Da ist selbst Johann überrumpelt. Mit ein paar Beruhigungsschnäpschen hatte er noch stark gerechnet.

Großes Winken: „Mit dem Bezahlen hats keine Eile!" und die beiden fahren in den eisigen Winter hinein, ihrem Junggesellenhof zu, nicht gemeinsam ein kleines Lied singend, wie sonst so oft, nein, schweigend.

 

Und die Wirtin seufzt erschöpft: „Bloß gut. dass er noch den Johann hat!"

 

Schade, dass sie nicht sehen kann, wie am nächsten Morgen Jagdschlitten und Pferde auf Hochglanz poliert, vorn Johann, hinten der Herr über das Eis des zugefrorenen Sees zum Nachbargut kutschieren.

 

Und auch der kleine Fifak von ehedem wäre bestimmt aus allen Wolken gefallen. Aber der Himmel war so blau wie nur je an solchem Wintertag, kein einziges kleines Wölkchen weit und breit, und so kam das, worauf schon lange alle Welt gewartet hatte, der Junggeselle brauchte nicht wie ein Hund zu sterben.

 

Seite 11   Das Schicksal des deutschen Bauern. Unter besonderer Berücksichtigung des ostdeutschen Bauern.

Im Rahmen einer kulturellen Veranstaltung unserer Landsmannschaft in Braunschweig hielt Landwirtschaftsrat Moehrl in der Aula der Kant-Hochschule unlängst einen Vortrag über das oben bezeichnete Thema. Dabei ging der Redner von der nüchternen Feststellung aus, die lebenserhaltende Leistung des Bauernstandes für das Volksganze würde in unserer Gegenwart leider nicht nur nicht anerkannt, sondern allgemein unterbewertet. Diese bedauerliche Tatsache, erklärte er, hat dahin geführt, dass nur noch 14 Prozent der Bevölkerung der Bundesrepublik in der Landwirtschaft tätig sind. Wie örtliche Beobachtungen gezeigt, sind auf vielen kleineren bäuerlichen Anwesen in West- und Süddeutschland alte Männer als einzige schaffende Kräfte anzutreffen; die ländliche Jugend dagegen ist tagsüber in den Werkstätten und Fabriken der umliegenden Städte — die mit dem Moped erreicht werden können — beschäftigt; nach Feierabend aber geht sie nur ihren Vergnügungen nach. Ihre bewusste Abkehr von Stand, Sitte und Art der Väter muss sich umso nachteiliger auswirken, als der bäuerliche Beruf nicht ein Erwerb wie jeder andere ist; vielmehr ist er eine Lebensform, bedingt durch Bodenständigkeit und geprägt durch familienwirtschaftliche Ausnutzung der natürlichen Fruchtbarkeit der Erde. Im Falle, dass die jetzige Verkennung des hohen ethischen Wertes bäuerlicher Arbeit anhält oder gar noch weiter um sich greift, laufen wir Gefahr, dass die innere Bindung zum bäuerlichen Beruf nach und nach immer lockerer wird und schließlich ganz gelöst wird.

 

Der Bauer zur Zeit der Feudalherrschaft .

In knappen Zügen zeichnete der Redner anschließend die schicksalhafte Geschichte des deutschen Bauerntums. Ungleich anderen Ständen, führte er aus, ist es mit dem Bauernstand nicht aufwärts gegangen. Im Gegenteil ist der selbständige Allodbesitzer der germanischen Frühzeit im Laufe der sich mehr und mehr ausbreitenden Feudalherrschaft zum ausgebeuteten und zugleich missachteten Leibeigenen herabgesunken. Vergebens hat sich das west- und süddeutsche Landvolk in den Bauernkriegen gegen seine Entrechtung aufgebäumt.

 

Die Bauernbefreiung in Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Erst Freiherr vom Stein hat durch die Reformgesetze von 1807 den preußischen Bauern die eigene Scholle wiedergegeben. Allerdings hat sein Nachfolger, Staatsminister von Hardenberg, die Bauernbefreiung stark verwässert. Nach den von ihm erlassenen Verordnungen mussten nämlich die neuen Bauern zur Ablösung grundherrlicher Rechte (!) ein Drittel dieses Besitzes und noch mehr hergeben. Im gleichen Maße trat ein Verlust an Bauernland nach Flächen wie nach Stellen ein. Außerdem waren viele Neubauern nun nicht mehr lebensfähig; ihnen und ihren Nachkommen blieb daher nur übrig, ihr künftiges Dasein als Instleute zu fristen. So entstand eine ganz neue Landarbeiterschicht. Die Abwanderung zahlreicher zweiter und dritter Bauernsöhne in die Industriereviere des Westens während des 19. Jahrhunderts, verursacht durch erschwertes Fortkommen auf dem väterlichen Hof, hat ein übriges getan, den Bauernstand zu verringern und zu entkräften; durch die Aufhebung der Schutzzölle schließlich nach Bismarcks Rücktritt wurde er vollends preisgegeben.

 

Die Leiden der jüngsten Vergangenheit.

Alle Not jener Tage aber, so etwa fuhr der Redner fort, verblasst gegenüber der unserer jüngsten Vergangenheit, in die der ostdeutsche Bauer durch die gnadenlose Massenaustreibung 1945 geraten ist. Denn rund 400 000 deutsche Bauernfamilien aus den Gebieten jenseits von Oder und Neiße sind nach Mittel- und Westdeutschland gelangt. Ihre Eingliederung ist gegenüber der der übrigen Berufsgattungen relativ schwierig: Hausrat lässt sich wiederbeschaffen, Fabriken und Werkstätten können an anderer Stelle neu errichtet werden; nur Äcker und Weiden, die Existenzgrundlagen des Bauern, kann keine Regierung im alten Umfang wiedergeben. Immerhin ließe sich sein trauriges Los wesentlich lindern. Das ist sogar ohne radikale Enteignungen zu machen. In der Bundesrepublik gibt es Tausende von sogenannten wüsten Höfen, die mangels eines Erben unbewirtschaftet bleiben und geradezu auf einen Betreuer warten; weitere sehr zahlreiche Höfe gehören alleinstehenden Frauen, die schon über 65 Jahre zählen. Alle diese Ländereien könnten und sollten heimatvertriebenen Bauern überlassen werden. Damit ließe sich so manche Vollbauernstelle, die eine Familie ernähren kann, schaffen; denn vorläufig muss der größte Teil der 60 000 Bauern, die inzwischen angesetzt werden konnten, mit einer unzureichenden, weil nur ein paar Morgen großen Nebenerwerbssiedlung vorlieb nehmen. Alle übrigen aber müssen entweder als Scharwerker oder in anderen Berufen ihren Unterhalt verdienen und werden dadurch dem Bauerntum langsam, aber stetig entfremdet. Freilich sind zur Lösung dieser Probleme entsprechende Gesetze vonnöten, die alle hiermit zusammenhängenden Fragen einheitlich und zum Nutzen beider Parteien, der Vertriebenen und der Einheimischen regeln. Vor allem muss hierbei schnellstens etwas geschehen, ehe die kommende Wehrmacht ihre durchaus verständlichen Ansprüche auf Landbeschaffung stellt, weil sonst die Bauern wieder das Nachsehen haben. Die Sicherung der Lebenskraft unseres Volkes, betonte der Redner — zu der das Bauerntum mit seinen kinderreichen, erbgesunden Familien fortgesetzt in hohem Maße beigetragen habe — sei ebenso wichtig wie die militärische.

 

Der Bauernstand ist eine der tragenden Säulen des Staates.

Der deutsche Bauer, vor allem der ostdeutsche, ist in Gefahr, auszusterben. Schon die Geschichte der Völker des Altertums lehrt uns jedoch, dass Bauerntod gleichbedeutend mit Volkstod ist. Von einer verantwortungsbewussten Regierung und einem volksnahen Parlament darf deshalb erwartet werden, dass sie dieser unheilvollen Entwicklung nicht tatenlos zusehen, sondern den Bauern des deutschen Ostens durch weitblickende und entschlossene Maßnahmen in letzter Stunde vor dem drohenden Untergang retten — weniger um seiner selbst willen, als zum Wohle des gesamten Vaterlandes. Robert Köhlmann

 

Seite 11   Erfolge ostpreußischer Züchter.

Im Siedlungsgebiet von Ahrweiler haben unsere ostpreußischen Landsleute sehr beachtliche viehzüchterische Leistungen aufzuweisen. Auf der Jahresversammlung der Tierzüchter des Kreises gab Tierzuchtinspektor Wabbel den Prüfbericht über die Milchleistungen von etwa 770 Kühen (davon 400 Rotbunt, 234 Schwarzbunt, 100 Glan, 36 Jersey). Die Durchschnittsleistung der Herdbuchkühe des Kreises im Jahre 1955 ist 3991 kg Milch mit 3,73 Prozent Fettgehalt, der Kreisdurchschnitt der Nichtherdbuchkühe fällt dagegen etwas ab.

 

Die ostpreußischen Siedler des Kreises Ahrweiler haben nach dem obigen Bericht besonders gut abgeschnitten.

 

Die besten Tiere haben in Bezug auf die Durchschnittsleistungen ihrer Herden:

 

I. Rotbuntes Niederungsvieh

  a) Betriebsgröße bis 5 Kühe: 1.*),

2. Ostpreuße Anton Ludwig-Cassel,

3. Ostpreuße Gerhard Parschau-Hundswinkel,                                                                    

4. Ostpreuße Anton Saldit-Beilstein.

 

  b) Betriebsgröße 6 bis 10 Kühe: 1.*),

2. Ostpreuße Karl Krause - Lederbach,

3*), 4.*).

 

  c) Betriebsgröße über 10 Kühe: • • •*)

 

II. Gemischte Bestände

  a) Betriebsgröße bis 5 Kühe:

1. Ostpreuße Bernhard Buchert-Cassel,

2. Ostpreuße Albert Rehse - Herschbach,

3.*),

4. Ostpreuße Andreas Baesemer-Ahrbrück.

 

  b) Betriebsgröße 6 bis 10 Kühe:

1. Ostpreuße Franz Schulz-Cassel,

2.*),

3.*),

4.*)

 

c) Betriebsgröße über 10 Kühe: • • *)

 

Die besten Kühe im Kreise in bezug auf die einzelne Milchleistung besitzen:

  a) Rotbuntes Niederungsvieh: Ostpreuße Karl Krause-Lederbach.

 

  b) Gelbes Höhenvieh: . . .*).

 

  c) Schwarzbuntes Niederungsvieh: . . .*).

 

  d) Jerseykühe: Ostpreuße Pfarrer Dannowski-Cassel.

 

Unsere Landsleute im Kreise Ahrweiler können auf diese Ergebnisse stolz sein. Wir wünschen auch weiterhin gute Erfolge.

•) Bedeutet immer; einheimischer Bauer.

 

Seite 11   Foto: Aufn. Dir. Fr. Vogel, Bad Soden-Allendorf. Ostpreußische Kaltblutmutterstute mit zweijährigem Sohn in ostpr. Sielen bei Ruhepause in Bad Soden – Allendorf Werra). Die Tiere legten im Winter 1945 den Weg vom Heimatbauernhof Rogehnen, Kreis Pr. - Holland, über Schleswig-Holstein nach Schafhof im Meißnervorland (Kurhessen) vor dem Treckwagen zurück. In Schafhof hat unser Landsmann Karl Fischer eine Mustersiedlung aufgebaut und die Rogehner Kaltblutzucht mit gutem Erfolg fortgesetzt.

 

Seite 11   Der „Grüne Bericht". Bundesregierung und Parlament haben ihre Hilfe zugesagt.

In dem „Bericht über die Lage der Landwirtschaft", den die Bundesregierung dem Bundestag auf Grund des Landwirtschaftsgesetzes vorlegte, wird darauf hingewiesen, dass der Betriebsaufwand fast durchweg zugenommen hat. Er ist in den größeren Betrieben stärker gestiegen als in den kleineren, weil neben dem sachlichen Aufwand vor allem die Lohnaufwendungen stark zunahmen. Die sogenannten Vergleichsaufwendungen liegen in den kleineren Betrieben infolge größeren Kapital- und Arbeitskräftebesatzes höher. Ihre Ergebnisse sind daher fast überall verhältnismäßig schlechter als in den größeren Betriebsgrößen.

 

Die Untersuchungen über das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag haben ergeben, dass die Betriebsgruppen in vier Kategorien eingeteilt werden können:

 

1. Der Vergleichsaufwand ist voll gedeckt in Zuckerrübenbaubetrieben sowie den Hackfruchtbaubetrieben mit mehr als 50 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche (LN) und in Hackfrucht-Getreidebaubetrieben über 50 Hektar LN in Nordwestdeutschland.

 

2. Annähernd gedeckt (80 bis 100 v. H.) ist der Vergleichsaufwand in Hackfruchtbaubetrieben bis zu 50 Hektar LN sowie in Hackfrucht-Getreidebaubetrieben mit Ausnahme denen unter zehn Hektar in Süddeutschland und der gleichen Betriebsgrößenklasse, deren Einheitswert unter 1000 DM liegt. Auch die nordwestdeutschen Getreidehackfruchtbaubetriebe gehören in diese Kategorie.

 

3. Zum Teil gedeckt (70 bis 80 v. H.) werden die kalkulatorischen Posten in Getreidehackfruchtbaubetrieben Süddeutschlands, in den Hackfrucht-Getreidebaubetrieben der Betriebsgrößenklassen unter zehn Hektar und der Einheitswertgruppe unter 1000 DM in Bayern sowie in den Getreide-Futterbaubetrieben Nordwestdeutschlands.

 

4. Im Wesentlichen nicht gedeckt (unter 70 v. H.) werden die kalkulatorischen Posten in den

Futterbaubetrieben, den Hackfrucht-Futterbaubetrieben sowie den Getreide-Futterbaubetrieben Süddeutschlands.

 

Die Lage der Betriebe verschlechtert sich also im Allgemeinen mit abnehmender Betriebsgröße und zunehmendem Grünlandanteil.

 

Im Landwirtschaftsgesetz wird die Frage gestellt, inwieweit eine Verzinsung des betriebsnotwendigen Kapitals erzielt wurde. Als angemessene Verzinsung wurden 3 ½ v. H. des betriebsnotwendigen Kapitals eingesetzt. Sie ist erreicht worden bei: Zuckerrübenbaubetrieben, Betrieben der Hackfruchtbaugruppe, den nordwestdeutschen Hackfrucht-Getreidebaubetrieben von über 50 Hektar LN bei Ansatz des Vergleichslohnes.

 

Eine Verzinsung bis zu 3 ½ Prozent wurde in einer Reihe von Betriebsgruppen der kleineren Größenklassen, der Hackfruchtbaugruppe und der Hackfrucht-Getreidebaubetriebe Nordwest- und Süddeutschlands sowie in den nordwestdeutschen Getreide-Hackfruchtbaubetrieben über 50 Hektar LN erzielt.

 

In fast allen anderen Betriebsgruppen wurde keine Verzinsung des Betriebskapitals erreicht. Auch der Vergleichslohn ist ohne Berücksichtigung des Zinssatzes in diesen Gruppen nicht erreicht worden.

 

Bundesminister Dr. h. c. Heinrich Lübke hat im Bundestag zu dem „Grünen Bericht" eingehend Stellung genommen und die agrarpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung bekanntgegeben, die unseren Landsleuten im allgemeinen aus der Tagespresse bekannt sein dürften. Diese Maßnahmen werden in unserer Zeitung laufend in einzelnen Fachartikeln unter besonderer Herausstellung der Belange der heimatvertriebenen Bauern behandelt werden. Der Bundestag hat in seltener Einmütigkeit den Bericht und die notwendigen agrarpolitischen Maßnahmen nach fünfstündiger Debatte einstimmig gebilligt.

 

Seite 11   Foto: Die Siedlung unseres Landsmannes Erich Perplies in Königsmoor (Kreis Harburg). Aufnahme: Dr. Knoll

 

Seite 11   Ostpreußen auf Vollbauernstellen

Auf meinem Grundstück in Mulden, Kreis Gerdauen, betrieb ich zusammen mit meinem Vetter Max Perplies ein Vieh- und Pferdehandelsgeschäft. Daneben besaß ich eine Gastwirtschaft und Kolonialwarengeschäft mit vierzig Morgen Ackerland in Hochlindenberg. Die Gastwirtschaft mit Kolonialwarenladen war verpachtet, das Land bewirtschaftete ich selbst. Meine Frau war Leiterin der Poststelle in Mulden. Wir kannten keine wirtschaftlichen oder finanziellen Sorgen.

 

Am 21. Januar 1945 mussten wir flüchten und kamen am 1. April in St. Margarethen (Holst) an. Dort versuchten wir uns mit Gelegenheitsarbeiten durchzuschlagen. Nach endlosen vergeblichen Bemühungen zur Gründung einer bäuerlichen Existenz bekam ich am 01.10.1946 eine landw. Pachtung im Flüchtlingslager Reinsehlen, Kreis Soltau. Hier war meine Tätigkeit nicht von langer Dauer — vielleicht zu meinem Glück. Bei Auflösung des Lagers wurde mir im Zuge der Umsiedlung eine Vollbauernstelle in Königsmoor zugesprochen. Neben der Staatlichen Hochmoorversuchswirtschaft sind durch Kultivierung auf dem Moorland bisher 40 Vollbauernstellen in der Größe von je etwa 18 - 20 ha, und 8 Nebenerwerbssiedlungen entstanden.

 

Meine Siedlung ist 18 ¾ ha groß. 3 ha Heideland habe ich dazu gepachtet und kultiviert. Die neuerstellten Gebäude sind für die Wirtschaft ausreichend: Wohnhaus mit Kuhstall 18 x 9 m, Scheune mit Schweinestall 22 x 10 m, Garage und Waschküche 12 x 5 m, Geräteschuppen 12 x 9 m. Ein weiterer Scheunenanbau ist in Aussicht genommen.

 

Das Land besteht zur Hälfte aus Acker und zur anderen Hälfte aus Wiesen und Weiden. Die Weiden sind in Portionsweiden unterteilt. An Kunstdung brauche ich jährlich 200 Ztr. Thomasmehl, 180 - 200 Ztr. Kali und 180 - 200 Ztr. Mischstoff neben dem erforderlichen Kalk. An lebendem Inventar habe ich 9 Milchkühe, 3 tragende Sterken, 7 Jungrinder, 1 Pferd und 24 Schweine. An Maschinen besitze ich Schlepper, Dreschsatz, Häcksel- und Heugebläse, Zapfwellenbinder, Kartoffelroder, Drillmaschine, Düngerstreuer, Schrotmühle, Melkmaschine, elektr. Jauchepumpe, elektr. Hauswasserversorgung (für den Stall Selbsttränke), einen 4 To. und einen 1 To. Gummiwagen, und das für meinen Betrieb erforderliche Kleingerät.

 

An Arbeitskräften habe ich meine Frau und meinen 18-jährigen Sohn. Allerdings hat meine Tochter, die sich inzwischen verheiratet hat, beim Aufbau der Siedlung sehr mitgeholfen.

 

Die letzte Ernte war zufriedenstellend.

 

Die Erstellung der neuen Siedlungen in Königsmoor hinsichtlich Größe und Einteilung der landw. Nutzfläche und der Gebäude hat sich nach den natürlichen Bedingungen des Moorbodens, den Entwässerungs-Kultivierungsmöglichkeiten und der sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Struktur gerichtet. Die Staatl. Hochmoorversuchswirtschaft steht mit ihren in 45 Versuchsjahren gesammelten Erfahrungen den Neusiedlern mit Rat und Tat zur Seite. Wer fleißig und strebsam ist, kann vorwärtskommen. Die ersten Jahre auf einer Neusiedlung sind besonders schwer, aber die Siedler in Königsmoor — in der Mehrzahl Ostvertriebene — sind mit ihrem Los zufrieden. Erich Perplies

 

Seite 12   Wie die Saat — so die Ernte. Jetzt ist es allerhöchste Zeit, die Planung der Frühjahrsbestellung durchzuführen.

Mag der Winter auch noch so sehr dräuen, in kurzem sieht das Bild der Natur anders aus. Alle Vorbereitungen für die Frühjahrsaussaat müssen daher rechtzeitig getroffen werden und jeder der Saat zu bestellen hat, und sei es auch nur im kleinen Gärtchen, prüft die Frage der Saatgutbeschaffung. Denn ohne Frage, alle anderen zum Einsatz kommenden Betriebsmittel wie natürliche und mineralische Düngung, Einsatz von Zugkräften und Handkräften kommen nicht zum Zuge, wenn das Saatgut nicht in Ordnung ist. Es ist ohne Zweifel unser wichtigstes Betriebsmittel. Denn ohne gutes Saatgut keine leistungsfähigen Kulturen, keine entsprechende pflanzliche Leistung und, auf derselben aufgebaut, auch keine tierische Leistung, also keine landwirtschaftliche Gesamtleistung. Es ist leider häufig so, dass dieses Betriebsmittel in der Praxis unterbewertet wird, weil es im Betriebe selbst erzeugt werden kann.

 

Unsere ostpreußischen Getreide-, Kartoffel- und Futterpflanzenzüchtungen verkörperten in ihrer Widerstandsfähigkeit und Wachstumsfreudigkeit hohe Erbwerte, die für unsere heimische und für die gesamte deutsche Landwirtschaft von großer Bedeutung waren und einen so häufigen Saatgutwechsel nicht notwendig machten wie in den z. T. recht milden Klimalagen Westdeutschlands. Am meisten hat man die Notwendigkeit des vollwertigen Saatgutwechsels erkannt bei der Kartoffel, wo wir in abbaugefährdeten Gebieten einen Saatgutwechsel bis zu 100 Prozent haben. In den weniger vom Abbau betroffenen Gebieten muss jedoch auch hier alljährlich 1/6 der Fläche mit neuer Saat bestellt werden. Bei Getreide sollen etwa 10 Prozent des Gesamtsaatgutes in Form von anerkanntem Saatgut verwandt werden. In kleineren und Kleinstbetrieben, wo Aufbereitung und Aufbewahrung des Saatgutes nicht immer möglich ist, wird ein Gesamtsaatgutwechsel noch öfter, etwa jedes 3. Jahr erfolgen.

 

Durch Saatgutwechsel ist auch die Qualität beim Wachstum auf dem Felde wahrnehmbar. Jeder aufmerksame Beobachter kann feststellen, ob ein Feldbestand normal, rein und gesund ist, also harmonisch ausgebildet ist. Die Pflanzen sollen eine gleichmäßige typische, satte Farbe besitzen und keinen Krankheitsbefall aufweisen. Störungsfaktoren können aber auch im Boden liegen. Eine Nährstoffkontrolle durch eine sachgemäße Bodenuntersuchung leistet hierbei eine wertvolle Hilfe. Die inneren wertbestimmenden Eigenschaften zu schaffen, ist Aufgabe des Züchters. Vermehrer und Anbauer haben auf die äußeren Eigenschaften zu achten. Hierzu gehören die Reinheit von unbrauchbaren und schädlichen Bestandteilen, wie Unkrautsamen, Samen fremder Arten, mangelhaft ausgebildete Samen, verpilztes und verkümmertes Saatgut, Bruchkörner und bereits ausgekeimte Samen.

 

Ferner ist auf möglichst volle Keimfähigkeit zu achten. Es kommt nicht nur auf die Zahl der keimenden Pflanzen an, sondern auch auf die Schnelligkeit der Keimung. Je länger die Saat z. B. infolge zu niedriger Temperatur oder bei Bodenverkrustung ungekeimt im Boden liegt, umso geringer sind die Aussichten, dass sich ein lückenloser Bestand kräftiger Pflanzen entwickelt. Bekannt ist ja auch, dass schweres, großkörniges Saatgut, bei gleichem Standraum höhere Erträge gibt als ein kleinkörniges Saatgut, da aus diesem Saatgut erwachsene Pflanzen widerstandsfähiger sind. Auch die Sorteneigentümlichkeiten wie Farbe, Glanz und Geruch können dem erfahrenen Fachmann gute Anhaltspunkte für die Beurteilung geben. So sind braungefärbte Körner bei Hafer immer ein Zeichen immer ein Zeichen von Erwärmung und damit mangelhafter Keimung. Bei Vorhandensein eines dumpfen Geruchs ist ebenfalls Vorsicht am Platze.

 

Die Herkunft des Saatgutes ist bei manchen Pflanzen von entscheidender Bedeutung. Unser ostpreußischer Rotklee z. B. war überall zu gebrauchen, mit außerostpreußischen Herkünften musste man jedoch äußerst vorsichtig sein. Auch das Kartoffelsaatgut sollte nur aus möglichst abbaufreien Herkunftsgebieten bezogen werden. Erwähnt soll zum Schluss noch werden, dass man unter Saatgut nicht nur Samen im botanischen Sinne versteht, sondern auch Wurzeln, Stecklinge und Knollen.

 

Wichtig ist für Landwirtschaft und Gartenbau das Kennen der für die betreffenden Gegend passenden Sorten und die Einstellung hierauf. Dann wird der Erfolg nicht ausbleiben.

Landwirtschaftsrat W. Gernhöfer, Lamsteedt

 

Seite 12   Ein neuer Betriebszweig: Junggeflügel-Schnellmast.

In einem bereits erschienenen Aufsatz „Neue Wege der Geflügelhaltung" orientierte ich den Leser über Schlachtung, Aufbereitung und Marktverwertung von Schlachtgeflügel durch eine gemeinnützige Geflügelschlachterei, wie sie für die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein in Stelle bei Hamburg mit einer täglichen Schlachtkapazität von 3000 Stück eröffnet wurde. Die folgenden Ausführungen gelten der Handhabung der neuzeitlichen Junggeflügelmast, wie sie bereits in vielen Betrieben Norddeutschlands unter sachgemäßer Leitung des in Holland gebürtigen Geflügelzuchtberaters Westerink durchgeführt wurde.

 

Wichtig ist es, in möglichst kurzer Zeit das gewünschte Schlachtgewicht von mindestens 1 kg je Stück zu erreichen. Das setzt eine fleischige, schnellwüchsige Rasse, vielseitig nährstoffkonzentriertes Futter und eine ruhige Umgebung mit entsprechendem Raum und guter Temperatur voraus.

 

Die Rassenwahl

Züchterisch hinken wir hinsichtlich Fleischerzeugung der Eierleistung etwas hinterher, so dass man noch nicht sagen kann, welche Rasse zur Eier- und Fleischerzeugung die günstigste ist. Es scheint, als ob sich wie in Amerika auch bei uns Kreuzungen am besten bewähren, von denen die von New Hampshire-Hahn mit Leghorn-Henne mit einem großen Anteil hellfarbiger Tiere bisher sehr angesprochen hat. Auch die weißen Plymouth Rocks und Kreuzungen dieser Rasse mit Leghorn-Hähnen werden sehr gelobt. Hell- oder gar weißfarbige Tiere sind den bunten vorzuziehen, da sie ein ansehnlicheres helles Fleisch dem Verbraucher liefern. Interessant ist ein von Westerink durchgeführter Versuch mit verschiedenen Rassen. Geprüft wurden weiße Leghorn, New Hampshire und Kreuzungen (Leghornhahn mit Hampshirehennen). Die Kreuzungen schnitten in diesem Versuch am besten ab, obwohl alle drei Rassen die gleiche Rohverwertung hatten. Diese günstige Rohverwertung ist auf die zweckmäßige Batterie, die sorgfältige Pflege und vor allem auf das nährstoff-günstige Spezialmastfutter zurückzuführen.

 

Die Kosten

Die Futterkosten, die je nach dem Futterverzehr der einzelnen Gruppen schwankten, betrugen etwa 1,40 DM je Tier. Hähnchenküken, die in der Zeit von Januar bis Juli etwa 8 bis 15 Pfennig, in der zweiten Jahreshälfte etwa 50 Pfennig je Stück kosten, können mit einem durchschnittlichen Jahrespreis von 30 Pfennig angesetzt werden. Die weiteren Unkosten je Tier sind: Heizung 5 Pfennig, Schwund 10 Pfennig, Transport 5 Pfennig, Arbeitslohn 12 Pfennig und diverses 5 Pfennig. Die Gesamtunkosten betrugen also etwa 2,10 DM bei einem Verkaufspreis von durchschnittlich 3,40 DM je kg im Dezember 1955. Unterstellt man auch weniger günstige Mastbedingungen und einen etwas geringeren Preis, so sei trotzdem hiermit aufgezeigt, dass die Junggeflügelmast immerhin die Möglichkeit zu einem lohnenden Wirtschaftszweig bietet.

 

Die Unterbringung

Man unterscheidet Batterie- und Bodenmast. Da es das Ziel sein muss, die Küken so schnell wie möglich ohne größere Verluste auf das gewünschte Gewicht und die verlangte Qualität zu bringen, ist die Batteriemast erfahrungsgemäß vorzuziehen. Die Verluste sind geringer und die Tiere wachsen schneller. Man braucht weniger Platz, also weniger Kapital-Aufwand. Die Dunkel-Batterie, an der nur die seitlich angebrachten Tröge (Futter, Wasser, Sand) von außen beleuchtet sind, sind vorzuziehen, da die Tiere ruhiger sind, das Federfressen weitgehend vermieden und Wärme gespart wird. Überbesetzung ist zu vermeiden. Es empfiehlt sich, für die ersten vier Wochen eine niedrigere, für die letzten vier Wochen eine höhere und etwas größere Batterie anzuschaffen. Mit zwei solch verschiedenen Batterien lässt sich bei vierwöchiger Umbesetzung dementsprechend auch die Verkaufsfolge beschleunigen. Die Warmbatterien werden am besten in einem geheizten Raum mit guter Ventilation aufgestellt, die Batterien selbst mit einfachen Mitteln und geringem Stromverbrauch elektrisch beheizt.

 

Die Pflege

Sauberkeit und öftere Desinfektion der Batterie sind Vorbedingungen für die Gesundheit, die auch beim Kükenkauf in der Garantie pullorumfreier (Kükenruhr) Muttertiere begründet sein soll, und für damit, verbundenen geringen Verluste. Die Kotläden sollten täglich einmal gesäubert werden, um Gestank zu vermeiden, desgleichen die Trinkgefäße, die täglich frisches Wasser haben müssen. Sauberer Sand soll den Tieren dauernd zur Verfügung stehen.

 

Das Futter

Die Fütterung ist sehr einfach, wenn Pressfutter zur Verfügung steht. Die Tröge sollen zu beliebiger Aufnahme immer, aber auch nur so gefüllt sein, dass die Tiere nichts hinauswerfen. So erübrigt sich die Fütterung in Mahlzeiten und macht daher wenig Arbeit. Man verwende vom ersten Tage an nur das Spezial-Mastfutter, das in seiner Zusammensetzung den gesundheitlichen und fleischbildenden Bedürfnissen genügt. Es ist im Handel als Güteprodukt leistungsfähiger Herstellerfirmen erhältlich. Am Futter mengen- und qualitätsmäßig sparen zu wollen, ist falsch, da dadurch die gesamte Wirtschaftlichkeit der Mast in Frage gestellt wird. An der Verbesserung des Futters wird laufend gearbeitet, um die Rohverwertung von 1:2,5 noch wesentlich zu verbessern. Denn in amerikanischen Versuchen gelang es, 1 kg Lebendgewicht mit nur 1,6 kg Futter zu erzeugen.

 

Wird die Junggeflügelmast auf diese Art betrieben, so ist sie sehr wenig arbeitsaufwendig, verzinst das investierte Kapital sehr gut und bringt laufend einen guten Reinertrag, vor allem auch in einem kleinen Betrieb.

Günther Siegfried, Uelzen. Früher Kollkeim, Kreis Rastenburg, Ostpreußen.

 

Seite 12   Kartoffelvorkeimen bringt viele Vorteile.

Bei günstiger Absatzlage bringt der Frühkartoffelbau gute und zeitige Einnahmen. Sein Erfolg hängt jedoch weitgehend vom Vorkeimen der Kartoffeln ab. Deshalb verwenden wir schon seit Jahrzehnten im zünftigen Frühkartoffelbau vorgekeimtes Pflanzgut. Denn nur auf diese Weise ist es möglich, etwa drei Wochen früher zu ernten und den Markt bereits im Juni mit einer großfallenden, ansehnlichen und wohlschmeckenden Frühkartoffel zu beliefern.

 

Bei zu warmer Lagerung in Mieten und Kellern unter Lichtabschluss bilden die Kartoffeln mehr oder weniger lange blasse Dunkelkeime, die leicht abbrechen und für die spätere Entwicklung wertvolle Nährstoffe entziehen. An Stelle der abgebrochenen Keime bilden sich neue sehr empfindliche Keime, die den vielen bekannten Auflaufschäden der Kartoffeln in stärkerem Maße ausgesetzt sind. Es ist deshalb unser Ziel, durch rechtzeitiges Vorkeimen zu erreichen, dass sich kurze, kräftige grüne Keime entwickeln, die bei etwas Sorgfalt nicht abbrechen und unbedenklich in Pflanzlöcher geworfen werden können, ohne sie anschließend festzutreten. Derart kräftigen Keimen können pilzliche Schädlinge und Fäulniserreger weniger anhaben, die Auflaufschäden sind geringer, die Bestände sind ausgeglichener und wüchsiger, die Ernte ist zeitiger und damit die Gefahr der Krautfäule geringer. Die Erträge liegen erfahrungsgemäß um durchschnittlich 20 Prozent höher als bei nicht vorgekeimten Kartoffeln.

 

Die kurzen und gedrungenen Keime bilden sich nur bei gleichmäßiger Lichtzufuhr und bei Temperaturen um 12 Grad Celsius. Während Dunkelheit und Wärme das Keimen ungünstig beschleunigen, wirken Tageslicht und kühle Lagerung hemmend. Das Lichtbad auf der Tenne, bei dem tagsüber die Scheunentore geöffnet und nachts bei niedrigen Außentemperaturen die Knollen mit Stroh abgedeckt werden, ist die einfachste Art des Vorkeimens. Besser sind Vorkeimkästen, handliche leicht transportierbare Lattenkästen, die eine gleichmäßige Belichtung gestatten. Die Kästen mit den Pflanzknollen werden übereinander gestapelt und etwa Mitte Februar in geeignete Räume — meist Ställe gebracht, die dem Tageslicht zugänglich sind. Hier bilden die Knollen die gewünschten Lichtkeime, auch lassen sie sich aus diesen Kästen leicht und unbeschädigt auspflanzen. Noch besser sind Vorkeimkeller mit Glasdach, in denen Lichtzufuhr und Temperatur sehr einfach geregelt werden können.

 

Das bisherige Vorkeimen erfolgte stets mit Tageslicht. Es ist die billigste Lichtquelle, soweit das Vorkeimen in der einfachsten, aber oft recht umständlichen Weise stattfand. Lagerräume mit ständig vollem Tageslicht sind jedoch in unzureichender Zahl vorhanden. Der Bau und die Unterhaltung der Räume verursacht erhebliche Kosten. Aus diesem Grunde hat man in den letzten Jahren das in den Lagerräumen fehlende Licht durch elektrische Beleuchtung zu ersetzen versucht und nach anfänglich erfolglosem Bemühen schließlich in den Leuchtstofflampen mit 40 und 60 Watt geeignete Lichtquellen mit keimhemmender Wirkung gefunden. Diese wertvollen Untersuchungen wurden vor allem von der Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig-Vökenrode in Zusammenarbeit mit der Lichtindustrie durchgeführt. Heute hat das Vorkeimen der Pflanzkartoffeln mit Leuchtstoffröhren das Stadium der Versuche verlassen und ist im Begriff, Allgemeingut der Erzeuger von Frühkartoffeln zu werden.

 

Die Versuche zeigten, dass von dem, zurzeit gebräuchlichen Lichtfarben die Farbe „Warmton“ beste Erfolge ergibt. Während der Versuche gelangten die Forscher zu der überraschenden Feststellung, dass der Einfluss dieses „Warmton“-Lichtes auf die verschiedenen Kartoffelsorten annähernd gleich ist. Durch die Entwicklung der sogenannten Vorkeimleuchte ist ferner erreicht worden, dass eine freie schattenlose Aufhängung zwischen den Stapeln möglich ist, die ein ungehindertes Abstrahlen des Lichtes erlaubt. Sie kostet mit allem Zubehör komplett 94 DM und ist mittels Schukostecker an eine 220-Volt-Wechselspannung anzuschließen. Mit einer Lampe lässt sich das Pflanzgut für 0,5 Hektar vorkeimen.

 

Umfangreiche in über 200 Feldversuchen durchgeführte Ertragsermittlungen mit nicht vorgekeimten und mit Leuchtstofflampen vorgekeimten Kartoffeln der Sorten Erstling, Comtessa, Frühbote, Sieglinde, Bona, Heida und Ackersegen ergaben, dass bei der Vorkeimung mit Leuchtstofflampen die gleichen Ergebnisse erzielt wurden wie bei der Vorkeimung mit Tageslicht. Der Mehrertrag  betrug im Durchschnitt 20 Prozent.

 

Heute steht fest und maßgebende Fachleute bestätigen es immer wieder, dass kein geldlicher Aufwand im Kartoffelbau eine so schnelle und hohe Verzinsung bringt, wie die Vorkeimung in jedem beliebigen frostsicheren Raum mit Hilfe der Leuchtstofflampen. Landw.-Rat Dr. Gaede

 

Seite 12   Binnenschifffahrt in Ost- und Westpreußen. Von Franz Buchholz, früher Königsberg.

Der Schifferbetriebsverband für die ostdeutschen Wasserstraßen hatte seinen Sitz in Königsberg Pr., Kleiner Domplatz 15 c, im alten Universitätsgebäude. Nebenstellen wurden in Memel, Tilsit, Labiau, Elbing und Liebemühl unterhalten.

 

Insgesamt wurden etwa gegen 600 Fahrzeuge betreut, die in Einzel- oder Familieneigentum standen, also Privateigentümern gehörten. Die den Reedereien  gehörigen Fahrzeugen waren hierin nicht enthalten. Es gab vorwiegend hölzerne Kähne, offen und gedeckt, deren Ladevermögen von etwa zehn Tonnen bis hinauf zu 200 Tonnen und darüber reichte. Es gab die verschiedensten Kahntypen, angefangen vom seetüchtigen Kurenkahn bis hinüber zum Breslauer Maßkahn. Etwa ein Drittel der Fahrzeuge war mit Motoren ausgerüstet, die PS-Zahlen waren recht beachtlich.

 

Die Schifffahrtswege erstreckten sich von Königsberg pregelaufwärts über Tapiau, Wehlau bis Insterburg, andererseits von Königsberg nach Tapiau, die Deime abwärts bis Labiau. Von hier konnte direkt über das Kurische Haff bis nach Memel und anderen Häfen gefahren werden, oder man benutzte den Großen Friedrichsgraben bis zum Rußstrom, um dann stromaufwärts Tilsit, Ragnit oder gar Kauen zu erreichen. Es konnte auch stromabwärts über Atmath, Minge und König-Wilhelm-Kanal direkt bis Memel gefahren werden, wollte man sich nicht den Haffwellen aussetzen. Von Königsberg ging es westwärts durch das Haff (Königsberger Seekanal) nach Pillau oder über das Frische Haff nach Braunsberg, Kahlberg, Tolkemit, Elbing, über die Nogat weiter nach Marienburg, Bromberg, über die Netze nach Küstrin, wo die Oder erreicht wurde und Anschluss an das mitteldeutsche Wasserstraßennetz bestand. Von Elbing bestand über den Oberländischen Kanal Verbindung nach Osterode, über den Geserichsee bis hinunter nach Deutsch-Eylau.

 

Zellulose nahm in den Beförderungslisten einen breiten Raum ein. Aber auch andere Güter wie Kohlen, Briketts, Koks, Ziegel, Grubenholz, Wolle, Lumpen, Getreide, Kartoffeln, Zucker, Gemüse usw. fielen laufend an, so dass selten leerer Schiffsraum vorhanden war. Besonderheiten der ostpreußischen Binnenschifffahrt bildeten die Tolkemiter Steinfischer, die mit Hilfe von Tauchern vor der Küste gewichtige Steine in die Zange nahmen, an Bord hiewten und an Land brachten. Die Oberländische Binnenschifffahrt fiel dadurch aus dem Rahmen des Üblichen, weil die Kähne den Höhenunterschied zwischen den einzelnen Gewässern einfach durch Überlandfahrt überwanden, das heißt, die an sich kleinen Fahrzeuge (zehn bis zwanzig Ladetonnen) liefen auf Hundchen, die ihrerseits über den Schienenweg von einem See zum anderen fortbewegt wurden. Auch die Holzflößerei war sehr beachtlich, die Zellstofffabriken und Sägewerke hatten einen gewaltigen Verbrauch. Ganz abgesehen hiervon ging der Güterumschlag in den Häfen Elbing, Königsberg und Memel alljährlich in die Millionen Ladetonnen. Viele Motor- und Schleppkähne fuhren bis hinunter zum Rhein, ja teilweise darüber hinaus bis nach Paris und weiter.

 

Eine der größten ostdeutschen Schiffswerften war Schichau, die in Königsberg und Elbing vertreten war. Daneben gab es aber auch zahlreiche kleinere Betriebe, deren Fahrzeugbau in hoher Blüte stand. Schiffsbauer, insbesondere vom Kurischen und Frischen Haff waren und sind heute wieder sehr gefragt. Diese Leute verstehen ihr Handwerk, da sie sehr vielseitig sind und noch nicht, wie es heute der Fall ist, nur auf einzelne Arbeiten spezialisiert sind.

 

Das Reedereiwesen hatte an der Gesamtgüterbeförderung einen hohen Anteil. Wenn ich mich, als ehemaliger Sachbearbeiter des Schifferbetriebsverbandes in Königsberg Pr. nicht irre, gab es rund dreißig Reedereien, von denen sich allerdings eine ganze Reihe nur mit reinen Schleppaufgaben beschäftigte. Das sogenannte Treidelsystem fand nur noch wenige Anhänger.

 

Die größte Binnenschifffahrts-Reederei war die Firma Wischke und Reimer, deren Fahrzeuge teilweise noch heute in der Bundesrepublik auf den Wasserstraßen anzutreffen sind. Über 50 Fahrzeuge, darunter Kähne, Leichter, Schuten, Barkassen, Schlepper, fuhren unter dem W- und R.-Zeichen dieser rührigen Firma. Ivers und Arlt, Kohlenimport AG., Benno Bieber und Söhne und andere bekannte Namen setzten den Reigen fort, die alle am ostpreußischen Wirtschaftsleben einen respektablen Anteil hatten.

 

Und heute? Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Fahrzeuge konnte sich nach dem Westen absetzen. Ich weiß noch sehr gut, dass man einen Teil der ostpreußischen Binnenfahrzeuge bei Arnau auf dem Pregel einfrieren ließ, vielleicht in der Meinung, der sich anbahnenden Panik unter der ostpreußischen Bevölkerung Einhalt gebieten zu können. Es ist damals viel gesündigt worden, ein großer Teil der Kähne wäre sicher noch rechtzeitig abgekommen, wenn man es nur gewollt hätte. Man glaubte aber der Bevölkerung Sand in die Augen streuen zu können. Was dann später folgte, war Wahnsinn im höchsten Grade. So mancher ostpreußische Kahn hat in den Wellen der Ostsee sein Grab gefunden.

 

Seite 13   Tote unserer Heimat

Professor Edmund May gestorben.

Am 28. Februar 1956 starb in München im Alter von achtzig Jahren der einstige Direktor der Staatlichen Kunstgewerkschule in Königsberg (später Meisterschule für das gestaltende Handwerk), Professor Edmund May. Bevor er die Leitung des Hauses in der Königstraße — vor dessen Front der Ehrenobelisk für den Oberpräsidenten Freiherr von Schön stand — übernahm, hatte sich der gebürtige Berliner einen Namen als Architekt geschaffen. Im Auftrag der Kaiserin Augusta Viktoria hat er neben anderen Bauten vornehmlich Krankenhäuser und Hauswirtschaftsschulen gebaut. Am 1. Oktober 1915 beauftragte ihn das Unterrichtsministerium mit der Modernisierung und Leitung der Kunstgewerkschule. Durch sein großes fachliches Können und seine alle Gebiete des Handwerks fördernden Anregungen erwarb sich Oberstudiendirektor Professor May viele Freunde und Verehrer, besonders in den Kreisen, mit denen er beruflich verbunden war. Die würdige Gestaltung von großen Kriegerfriedhöfen in Ostpreußen war sein Werk. Unter dem Druck der damaligen politischen Verhältnisse wurde Professor May gezwungen, 1934 in den Ruhestand zu treten. Er übersiedelte nach Stuttgart und später nach München. — Wir alle, die wir ihn kannten, und die wir auf dem Gebiet der Architektur und des Kunstgewerbes neben und mit ihm wirken durften, trauern um ihn als guten Menschen und begabten Künstler. Professor i. R. Hermann Stadtaus

 

Seite 13   Für Todeserklärungen

Wilhelmine Neumann, geb. Detner, geb. am 30.01.1874 in Rantau, und ihre Tochter Herta Neumann, geboren am 29.04.1902 in Königsberg, aus Pobethen, Kreis Fischhausen, werden seit März 1945 in Danzig-Langfuhr vermisst. Wer kann über ihren Verbleib Auskunft geben? Zuschriften erbittet die Geschäftsführung der Landsmannschaft Ostpreußen in Hamburg 24 Wallstraße 29.

 

Seite 13   Aus der landsmannschaftlichen Arbeit in …

Niedersachsen

Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen: Helmut Gossing, Hannover, Anzeiger Hochhaus, Goseriede 5/6.

Stellvertretender Vorsitzender H. L. Loeffke, Lüneburg, Vor dem neuen Tore 12. „Meyers Garten".

 

Goslar. Foto: Das Mahnmal in Goslar. Der Vorsitzende Rohde begrüßte die große Landsmannschaftsfamilie der Landsleute aus Ost- und Westpreußen sowie aus dem Wartheland angehören, auf der Jahreshauptversammlung im Hotel „Ritter Ramm". Die Schönheit unserer Heimat und das Werk des großen Astronomen vonFrauenburg veranschaulichten die beiden Tonfilme „Land der Stille" und „Kopernikus". Der Zweite Vorsitzende Hensel sprach in seiner Eigenschaft als Referent des Vertriebenen-Bauvorhabens. In diesem Jahre werden erstmals Zwei-Zimmerwohnungen mit Küche und Bad und für größere Familien die Sechs-Meter-Scheibe gebaut werden. Die eingetretenen Verteuerungen in der Bauwirtschaft sollen durch Landesmittel aufgefangen werden, um den Mietpreis zu halten. Über die Auswirkungen des Bundesmietengesetzes berichtete Rechtsanwalt Dr. Werner. Es zeichne sich mehr und mehr die Entwickelung einer Vertragsmiete ab. Aus dem Jahresbericht ließen sich die steten Bemühungen des Vorstandes erkennen, alle Heimatfreunde zu vereinen. Die bisherigen Veranstaltungen wurden zu gemeinschaftlichen Erlebnissen, wie zum Beispiel die Harzfahrt zur Wildfütterung am Molkenhaus, das Winterfest, ein Fleckessen, der Bunte Abend mit Tanz in den Mai und die Wahl einer Maienkönigin, ein Heimatabend unter Mitwirkung eines großen Mundharmonika-Orchesters, der „Tag der Heimat" mit der Enthüllung des Mahnmals vor der Kaiserpfalz, ein Eisbeinessen, ein Lichtbildervortrag und die Adventsfeier mit der Bewirtung von rund 160 Personen. Für das neu errichtete Altersheim „Haus Abendfrieden", in dem sich mehrere Landsleute befinden, wurde bei der Einweihung ein großes Bild von der Marienburg gestiftet. Der Ehrenvorsitzende Schilinski äußerte seine Freude über die erfolgreiche Arbeit des Vorstandes, der auch in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt wurde. Allen Abiturienten werden zu Ostern von der Gruppe Alberten-Nadeln gespendet werden.

 

Hannover. Am 17. März, ab 19 Uhr, wird die Insterburger Heimatgruppe in der Schloßwende, Königsworther Platz, ihr sechstes Stiftungsfest mit anschließendem Tanz veranstalten.

 

Salzgitter. Zum Ersten Jugendleiter wurde Werner Stobschinski und zum Zweiten Jugendleiter Hans Molkentin gewählt. Die Jugendgruppe bereitet die Ausgestaltung des Heimatabends in Salzgitter-Gebhardshagen vor, der am 20. März ab 20 Uhr in der Gastwirtschaft Keune stattfinden wird. — Für das große Heimatfest aller Landsmannschaften im Gästehaus der Reichswerke in Salzgitter-Lebenstedt übt die Jugendgruppe das von dem Vorsitzenden Staff verfasste und vertonte „Lied von der Kurischen Nehrung" ein. — Der Vorstand bittet alle Landsleute, den Abschnittsbetreuerinnen Bausteine zum Bau des „Hauses des deutschen Ostens" für den Preis von 50 Pfennigen bis zu 5 DM abzunehmen. — Bei einem geselligen Abend wurde des 77. Geburtstages von Agnes Miegel gedacht.

 

Wilhelmshaven. Der letzte Heimatabend stand im Zeichen des 77. Geburtstages von Agnes Miegel. Mit großem Beifall wurde die Bekanntgabe des Ersten Vorsitzenden, Obermedizinalrat Dr. Zürcher, aufgenommen, dass er einen Antrag an den Rat der Stadt Wilhelmshaven gestellt habe, eine Straße „Agnes-Miegel-Straße“ zu benennen. An Vorträge von Versen der Dichterin schloss sich die Vorführung von Filmen durch den Zweiten Vorsitzenden Schlokat an.

 

Schleswig-Holstein

Vorsitzender der Landesgruppe Schleswig-Holstein: Fritz Schröter, Kiel, Holstenstraße 46, II.

Lübeck. Im Haus Deutscher Osten fand die ordentliche Vertreterversammlung statt. Die rege Arbeit der landsmannschaftlichen Vereinigung im vergangenen Jahr ließ sich aus dem Tätigkeitsbericht entnehmen. Einstimmig wurde der geschäftsführende Vorstand wiedergewählt: Ernst Guttmann, Erster Vorsitzender; Schilling, Zweiter Vorsitzender; Pohlmann, Schriftführer; Zipprick, Rechnungsführer. Weiterhin wurden in den Vorstand berufen: Als Vertreter für die Kreise Königsberg Stadt und Fischhausen, Tobias; für den Regierungsbezirk Königsberg, Zahn; für den Regierungsbezirk Allenstein, Merkisch; für den Regierungsbezirk Gumbinnen, Bölke; und für die Memelkreise, Köhler. Die Leiter der Sachgebiete, und zwar Sozialreferat: Frau Ankermann, Frauenwerk: Frau Utesch, Jugendgruppe: Knorr und Kindergruppe: Fräulein Granitza, wurden wiedergewählt. Für Sonderfragen wurden die Landsleute Gratzki, Komm, Ignee und Schaefer in den Vorstand berufen. Als Kassenprüfer wurden Mackat und Stange wiedergewählt.

 

Elmshorn. Auf der Jahreshauptversammlung erstattete der 2. Vorsitzende, Behrendt, einen Bericht über die Arbeit der Gruppe im vergangenen Jahr. Im Januar begann eine vierteljährige geschichtliche Vortragsreihe von Landsmann Sender „Von der Gründung des Deutschen Ritterordens bis zum Königreich Preußen"; sie wird fortgesetzt werden. Dr. Marwinski sprach über die Faktoren der Persönlichkeitsbildung. Landsmann Behrendt gedachte im Mai der zehnjährigen Wiederkehr der Vertreibung, und im Juli erinnerte Landsmann Sender an den Abstimmungssieg im südlichen Ostpreußen am 11. Juli 1920. Die 700-Jahr-Feier von Königsberg und Arbeitstagungen in der Ostdeutschen Akademie zu Lüneburg waren der Inhalt weiterer Vorträge. Von den der Pflege der Geselligkeit dienenden Veranstaltungen sind die fünfte Gründungsfeier sowie die Busfahrten nach Travemünde und Cuxhaven-Dunen zu erwähnen. An Stelle des aus Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen 1. Vorsitzenden Eidinger wurde Werner Behrendt gewählt. Dem Vorstand gehören ferner an: Kurt Konjack, 2. Vorsitzender; Fräulein Böhnke, Schriftführerin; Beisitzer: Mattfeldt, Eidinger, Paul und Sender; Kassenprüfer: Strauß und Werdermann. Landsmann Sender erklärte die bisherigen Wahlsysteme und sprach über das in Vorbereitung befindliche Bundeswahlgesetz. — Die Ausstellung „Der deutsche Osten", an der sich alle Landsmannschaften beteiligen, musste aus technischen Gründen verschoben werden; sie wird vom 15. bis 21. April stattfinden.

 

Lauenburg. In einem sehr eindringlichen Vortrag sprach Oberstudienrat a. D. Kurt Maeder, Wolfenbüttel, über die Geschichte sowie über die kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen Ostpreußens. Bei der Diskussion erwies es sich, wie stark sich auch die Einheimischen angesprochen fühlten. Der Vortrag fand einen derartigen Anklang, dass Landsmann Maeder ihn am nächsten Tage in der Volkshochschule wiederholen musste.

 

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Seite 14   Wir gratulieren …

zum 98. Geburtstag

am 19. März 1956, Frau Elise Toussaint, geb. Schäfer, aus Gumbinnen, Parkstraße 13, jetzt in Eutin, Holstein, Wilhelm-Wisser-Straße 13.

 

zum 94. Geburtstag

am 12. März 1956, Schuhmachermeister i. R. Traugott Weiß, aus Mohrungen, zuletzt Elbing, heute bei seiner Tochter Gertrud in Herne/Westf., Ludwigstr. 52.

 

zum 91. Geburtstag

am 12. März 1956, Frau Elisabeth Thiel, geb. Herholz, aus Allenstein, jetzt bei ihrem Sohn Ant. Thiel in Kassel-W., Rammelsbergstraße 36.

 

zum 90. Geburtstag

am 15. März 1956, Frau Emilie Bartel, aus Schippenbeil, jetzt bei ihrem Sohn in Rehhorst, Post Reinfeld Holstein.

 

am 22. März 1956, der Bäuerin Gottliebe Lukner, aus Richtwalde, Kreis Johannisburg, jetzt bei ihrer Tochter Bertel Szesny in Schleswig, Erdbeerenweg 35. Ihre drei Söhne und vier Töchter sind noch am Leben, und sie hofft, alle ihre Kinder an ihrem Jubiläumsgeburtstag nach zum Teil fünfzehnjähriger Trennung um sich zu haben.

 

zum 89. Geburtstag

am 17. März 1956, Rentner David Kausch, aus Teichort bei Tilsit, jetzt bei seiner Tochter Martha Wabbels in Uphusen 238 bei Bremen.

 

zum 87. Geburtstag

am 16. März 1956, der Witwe Minna Sinnhuber, aus Tilsit, jetzt bei ihrer Tochter Frieda Killat in Soltau, Hannover, Oeninger Weg 28.

 

zum 86. Geburtstag

am 23. März 1956, dem Bauern Ferdinand Templin, aus Jakobau, Kreis Rosenberg, jetzt bei seiner Enkeltochter Blanda Krüger in Solingen, Nibelungenstr. 56.

 

am 25. März 1956, Frau Martha Ruchay, geb. Rutkowski, aus Königsberg, Krausallee 40, jetzt in Lüneburg, Hasenburger Berg 22, bei ihrer Tochter Elsa Ditt.

 

zum 85. Geburtstag

am 12. März 1956, Frau Johanna Jessat, geb. Stangenberg, aus Pillkallen, Tilster Querstraße 9, gegenwärtig in Neckargemünd, Hollmutstraße 79.

 

am 16. März 1956, Frau Margarete Paul, geb. Renfand, aus Lötzen, Adolf-Hitler-Platz 2, jetzt bei ihrem Sohn, Dipl.-Ing. Martin Paul, in Lübeck, Dürerstr. 44.

 

am 20. März 1956, Schiffszimmermann August Gronwald, aus Pillau (Hafenbauamt), jetzt bei seiner Tochter Ella Köhnke in Heide/Holstein, Westermoorweg.

 

am 23. März 1956, der Försterwitwe Marie Korsch, geb. Finzenhagen, aus Forsthaus Neuendorf bei Rastenburg, jetzt bei ihrer Tochter Magdalene Orzikowsky, Krefeld, Marktstraße 330.

 

am 24. März 1956, Schiffseignerwitwe Emma Ross, geb. Danull, aus Königsberg, Hagenstraße 55, jetzt bei ihrem Sohn Artur in Düsseldorf-Eller, Mannheimer Weg 20 (früher Leiter des Schiffer-Betriebsverbandes Tilsit).

 

zum 84. Geburtstag  

am 16. März 1956, Kaufmann Wilhelm Grabowski, aus Neidenburg, Markt 6, jetzt in Bevensen, Kreis Uelzen, Eckermannstraße 13.

 

am 19. März 1956, Frau Caroline Dorowski, aus Soldau, jetzt bei ihrer Tochter Ida Solies in Dalldorf über Buchen (24a).

 

am 23. März 1956, Frau Wilhelmine Straßnick, geb. Pieper, aus Königsberg, jetzt bei ihrem Schwiegersohn Kurt Gröger in (24b) Niebüll/Südtondern, Lenschstraße 88. Die Jubilarin ist so rüstig, dass sie auch heute noch ihren Beruf als Masseuse ausüben kann. Sie blieb bis zu ihrer Ausweisung Ende 1947 in Königsberg und sie hat vielen Landsleuten noch helfen und Gutes tun können.

 

zum 83. Geburtstag

am 17. März 1956, Frau Luise Zallet, aus Königsberg, Friedrichstraße 6, jetzt mit ihren Töchtern Martha Zallet und Hedwig Krause in Köln-Kalk, Lüttringhauser Straße 33, in der Nähe ihres jüngsten Sohnes Alfred. Ihre beiden ältesten Söhne sind seit 1945 vermisst.

 

am 19. März 1956, Frau Luise Maraun, geb. Lewandowski, aus Labiau, jetzt mit Berta Maraun, geb. Grow, in Heidelberg, Hermann-Treiber-Straße 7.

 

am 19. März 1956, Lehrer i. R. Bernhard Jährling, aus Löwenhagen, jetzt mit seiner Ehefrau Margarete Jährling, geb. Wiedwald, die am 11. März 1956 ihren 80. Geburtstag feierte, in Gödersdorf über Schönberg/Holstein.

 

am 19. März 1956, Pfarrer i. R. Max Will, früher Dt.-Wilten, Böttchersdorf und Adl. Pillupönen, jetzt in Bad Kreuznach, Helenenstraße 7.

 

am 20. März 1956, Frau Berta Markowski, aus Jädlack, Kreis Rastenburg, jetzt in Lübeck, Lilienkuhl 21.

 

Am 20. März 1956, Frau Ida Bernhard, aus Liegetrocken, Kreis Goldap, jetzt in Lübeck, Schrangen 10.

 

am 23. März 1956, Schneidermeister Richard Schultz, aus Königsberg, Königstraße 61, jetzt mit seiner Ehefrau Lina Schultz, geb. Ewert, in der sowjetisch besetzten Zone. Er ist durch Liesbeth Knöpke, Westerstede i. O., Thalenstraße 3, zu erreichen.

 

zum 82. Geburtstag

am 18. März 1956, Hauptlehrer i. R. Eugen Bohn. Er war in Rucken, Elchniederung, tätig und lebte nach seiner Pensionierung in Heinrichswalde, dann in Osterode. Heute wohnt er mit seiner Ehefrau, die im November 1955, 80 Jahre alt wurde, in Herzberg am Harz, Brauhausstraße 5.

 

am 18. März 1956, Frau Gertrud Rehs, geb. Kantel, aus Königsberg, Godriener Straße, Haus Biene, Witwe des weithin bekannten ostpreußischen Bienenvaters Carl Rehs. Sie lebt bei ihrem Sohn, dem Bundestagsabgeordneten Reinhold Rehs, in Kiel, Sternwartenweg 41.

 

am 19. März 1956, Frau Bertha Werner, geb. Gedigk, aus Siegfriedswalde, Kreis Heilsberg, jetzt Heide in Holstein, Marschstraße 7.

 

am 22. März 1956, dem Reichsbahn-Assistenten i. R. Franz Jakubaßa, aus Wieps, Kreis Allenstein, dann Königsberg, jetzt in Gleschendorf über Pönitz/Ostholstein.

 

am 24. März 1956, Bauer Gustav Brommert, aus Pagelienen, Kreis Insterburg, jetzt, völlig alleinstehend, in Gr.-Malchau, Kreis Uelzen.

 

zum 81. Geburtstag

am 5. März 1956, dem Bauern Gottlieb Saszik, aus Alt-Keyuht, Kreis Ortelsburg. Er lebt noch in der Heimat und ist durch seinen Sohn August Saszik, Nieder-Saulheim, Rhh., Heilecker Gasse 7, zu erreichen.

 

am 15. März 1956, Lehrer i. R. Ernst Ratty, aus Lyck, Hindenburgstraße, jetzt mit seiner Ehefrau in Backemoor, Kreis Leer.

 

am 16. März 1956, Frau Henriette Krüger, aus Königsberg, Altr. Predigerstraße 25, jetzt in Hamburg-Eidelstedt, Kieler Straße 758.

 

am 19. März 1956, Landwirt Wilhelm Kerwat, aus Hohenschanz, Kreis Ebenrode, jetzt in Haida 36, Post Elsterwerda.

 

am 21. März 1956, Frau Henriette Gardziella, jetzt in (16) Nieder-Ramstadt, Kreis Darmstadt, Stiftstraße 2, Altersheim.

 

zum 80. Geburtstag

am 14. März 1956, Landsmann Adolf Schweinberger, Besitzer der Neuen Walzenmühle Schloßberg, jetzt in der sowjetisch besetzten Zone. Durch sein jahrelanges Schaffen in seiner Heimatstadt war er im ganzen Kreisgebiet und darüber hinaus eine sehr geachtete Persönlichkeit. Er ist durch seine Tochter, Frau Dr. med. Ursula Wagner, Heidelberg, Neckarstaden 16, zu erreichen.

 

am 18. März 1956, Landsmann Friedrich Unterspann, aus Königsberg, Alkstraße 11, jetzt in Badenweiler, Baden, In der Moosmatt 33.

 

am 19. März 1956, Frau Louise Spandöck, geb. Horch, aus Königsberg, Hermannallee 26, jetzt in Frankfurt/Main, Am Dornbusch, Fritz-Tarnow-Straße 9.

 

am 20. März 1956, der Witwe Johanna Pranzlack, aus Reuschenfeld bei Nordenburg, jetzt in Kiel-Wik, Digensdorfer Straße 148/150.

 

am 20. März 1956, Bäuerin Fräulein Anna Meisterknecht, aus Masehnen, Kreis Rastenburg, jetzt in Altdorf, Kreis Landau/Pfalz, Hauptstraße 46.

 

am 23. März 1956, Leutnant der Gendarmerie a. D. Fritz Schröter (Gendarmerie-Abteilungsleiter in Saalfeld, dann Königsberg). Er wohnt gegenwärtig in Bad Reichenhall, Kirchberg 4 ½, Obb.

 

am 24. März 1956, Landwirt Erich Stoeber, tätig gewesen in Bledau, Posegnick und Zichenau, jetzt mit seiner Ehefrau in Braunschweig, verl. Arndtstraße, Gärtnerhof 12, wo er eine kleine Siedlung bewirtschaftet.

 

am 25. März 1956, Frau Maria Schikschneit, aus Tawe. In der Internierung in Dänemark verlor sie ihren Ehemann. Jetzt wohnt sie bei ihrer Tochter Emma in Dortmund, Kleiststraße 35.

 

zum 75. Geburtstag

am 9. März 1956, Architekt und Bauunternehmer Gustav Neumann, aus Kreuzingen/Elchniederung, Schillerstraße 23. Sein Unternehmen war weit über seinen Heimatkreis hinaus bekannt (Schul- und Siedlungsbauten). Er lebt jetzt mit seiner Ehefrau in Astrup über Oldenburg i. O.

 

am 11. März 1956, der Postinspektorwitwe Elma Frisch, geb. Schimansky (Königsberg und Tilsit), jetzt in Herzberg am Harz, Juesseestraße.

 

am 11. März 1956, dem Bauern und Hausbesitzer Albert Szameitat, aus Argenfurt bei Argenbrück, jetzt in Kettwig/Ruhr, Hochstraße 33. Der Jubilar war Bürgermeister in Argenfurt und Ortsbauernführer.

 

am 13. März 1956, dem Altbauern Franz Schulz, aus Albrechtswiesen, Kreis Angerburg, jetzt in Recklinghausen, Im Stübbenberg 3.

 

am 14. März 1956, Frau Rosine Böhnke, geb. Behring, aus Gaffken, Kreis Fischhausen, jetzt bei ihrem Sohn Emil in Innien, Kreis Rendsburg, Hühnerstraße 6.

 

am 15. März1956, Landsmann Paul Rauschner, aus Allenstein, Mauerstraße 13, jetzt in Bottrop i. W., Gustav-Ohm-Straße 71.

 

am 16. März 1956, Fleischermeisterswitwe Helene Krzykowski, geb. Mrongowius, aus Ortelsburg, Erich-Koch-Straße, jetzt Dornbusch 772, Kreis Stade, bei ihrem ältesten Sohn, Fleischereibesitzer Alfred Krzykowski.

 

am 17. März 1956, Reichsbahnsekretär i. R. Joseph Palm, aus Mehlsack, Bahnhof, jetzt in Hannover-Döhren, Fiedelerstraße 29, II.

 

am 18. März 1956, dem Kaufmann und Staatl. Lotterieeinnehmer a. D. Emil Granert aus Osterode, Wasserstraße und Uferpromenade, jetzt mit seiner Ehefrau und seinem Sohn in Weidenau/Sieg, Wilhelmstr. 85, wo er wieder ein Zigarrengeschäft hat.

 

am 20. März 1956, Frau Auguste Blömke, geb. Albrecht, aus Nodems, Kreis Fischhausen, jetzt bei ihrer Tochter Anni Habedank in Niederviehbach, Kreis Dingolling Niederbayern, Gasthof „Zur Post".

 

am 20. März 1956, Frau Auguste Blömke, aus Nodems bei Gernau, Kreis Fischhausen, jetzt in Niederviehbach, Kreis Dingolfing/Niederbayern.

 

am 21. März 1956, Steuersekretär i. R. Friedrich (Fritz) Hefft, aus Tilsit, Landwehrstraße 41. Er ist durch seinen Sohn Helmut, Köln, Lindenstraße 90, zu erreichen.

 

am 21. März Kaufmannswitwe Bertha Breffel, aus Rastenburg, jetzt mit ihrer Tochter Gertrud Hoffer in Goslar/Harz, Fritz-Reuter-Weg 19.

 

am 22. März 1956, Fräulein Magdalene Petzold, aus Königsberg, jetzt Elmshorn, Moltkestraße 1.

 

am 22. März 1956, der Witwe Bertha Hofer, geb. Neubauer, aus Gumbinnen, Roonstraße 15, jetzt bei ihrem Schwiegersohn F. Endrulat, Stade, Pommernstraße 14.

 

am 23. März 1956, Frau Anna Kühl, geb. Cornils, aus Wartenburg, Bahnhofstraße 26. Sie ist durch Frau Agnes Eglinski, Bochum, Robertstraße 22, zu erreichen.

 

am 26. März 1956, Landsmann Johann Joswig, aus Drigelsdorf, jetzt in (23) Schweiburg Oldenburg

 

Seite 14   Glückliche Abiturienten

Das Abitur bestanden:

Ursula Birkhahn, Tochter des Stabsintendanten Fritz Birkhahn, aus Allenstein, Langgasse 25, jetzt in Waffensen, Kreis Rotenburg/Hannover, an der Oberschule in Rotenburg. —

 

Doris Radzio, Tochter des Stellmachermeisters Bruno Radzio, aus Lyck, Morgenstraße 16, jetzt in Büdelsdorf bei Rendsburg, Brandtstraße 2, am Staatlichen Gymnasium für Mädchen in Rendsburg. —

 

Klaus-Jürgen Ennulat, aus Königsberg, Mozartstraße 28, jetzt in Meldorf/Holstein, Osterstraße 9, an der Gelehrtenschule in Meldorf/Holstein.

 

Harald Czinczel, zweiter Sohn des Konrektors Paul Czinczel, jetzt in Osnabrück, Leischaftsstraße 38, 1., am Ratsgymnasium Osnabrück. —

 

Gisela Lehrbach, Tochter des Bilanzbuchhalters Werner Lehrbach, aus Tilsit, Sudermannstraße 18, jetzt in Heiligenhafen/Holstein, Mühlenstraße 35, am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Oldenburg/Holst. —

 

Rosemarie Neuendorf, Tochter des Bauern Albert Neuendorf, aus Ardappen, Kreis Bartenstein, jetzt in Dollerupholz, Landkreis Flensburg, am Staatl. Gymnasium für Mädchen in Flensburg. —

 

Sieghard Preik, Sohn des Steinsetzmeisters Johannes Preik, aus Gumbinnen, Gartenstraße 17/19, jetzt Hamburg 20, Heiderstr. 23, an der Oberschule für Jungen in St. Georg Hamburg. —

 

Rosemarie Rimek, Tochter des Lehrers Martin Rimek, aus Gr.-Görlitz, Kreis Osterode, jetzt Kronshagen bei Kiel, Fierabendwinkel 12, an der Käthe-Kollwitz-Schule Kiel. —

 

Renate Rüggemeier, Tochter des in Heilsberg verschollenen Amtsarztes Med.-Rat Dr. Rüggemeier, am Neusprarhl. Mädchengymnasium Herford. Anschrift: Herford/Westf., Diebrocker Straße 50, I.

 

Frauke Hanck, Tochter des gefallenen Chefredakteurs der „Memelwacht" in Tilsit, Oberst-HoffmannStraße 20, am Neusprachl. Mädchengymnasium. Anschrift: Kiel, Sedanstraße 1. —

 

Regina Pototzky, Tochter des seit 1943 in Russland vermissten Landwirts Karl Pototzky, aus Hussehnen, Kreis Pr.-Eylau, an der Lornsenschule Schleswig. Anschrift: Steinfeld, Kreis Schleswig. —

 

Karin Treichel, Tochter des im Kriege vermissten Oberstudiendirektors Dr. Siegfried Treichel, aus Riesenburg, am Staatl. Gymnasium Linz unter Befreiung von der mündlichen Prüfung. Anschrift: Hönningen Rhein. —

 

Gerhard Strenger, Sohn des Studienrats Karl Strenger, aus Gumbinnen, jetzt Bremerhaven, Rickmersstraße 77 a, an der Lessingoberschule Bremerhaven. —

 

Christian Theuerkauff, Sohn des früheren Konsistorialrates am Evangelischen Konsistorium der Provinz Ostpreußen, jetzigen Justitiars beim Senaloj für das Bildungswesen in Bremen, Johannes Theuerkauff, am Alten Gymnasium, Bremen. —

 

Helga Weber, Tochter des Rechtsanwalts und Notars Otto Weber, aus Neidenburg, jetzt in Dorsten Westf., Markt 14, am Neusprachl. Mädchen-Gymnasium St. Ursala in Dorsten.

 

Renate Bethke, Tochter des gefallenen Studienrats Dr. Johannes Bethke, aus Memel, Landwehrstraße 20, jetzt in Willingen Waldeck, am Realgymnasium in Korbach. —

 

Eberhard Eichler, Sohn des Zollsekretärs Friedrich Eichler, aus Insterburg, Memeler Str. 6, jetzt in Flensburg-Wassersleben. —

 

Hans-Rüdiger Hohlwein, Sohn des Lehrers Bruno Hohlwein, aus Teichwalde, Kreis Treuburg, jetzt in (20b) Hevensen, Kreis Northeim, an der Felix-Klein-Oberschule Göttingen. —

 

Hartmut Lüneberg, Sohn des gefallenen Rektors Hugo Lüneberg, aus Lyck, dann Memel, jetzt in Detmold-Eichholz, Drostenkamp 139, am Leopoldinum II in Detmold. —

 

Klaus Nagorny, Sohn des Eisenbahn-Oberinspektors Hermann Nagorny, aus Königsberg, jetzt Lübeck, Visbystraße 16, an der Oberschule am Dom. —

 

Christian Pukowski, Sohn des Reg.-Baurats z. Wv. Kurt Pukowski aus Danzig/Langfuhr, jetzt Offenbach-Bürgel, von-Behring-Straße 131, am Rudolf-Koch-Gymnasium Offenbach.

 

Wolfhard Both, Sohn des Reg.-Oberbauinspektors Hans Both, aus Ortelsburg, dann Lyck, jetzt in (22b) Koblenz-Asterstein, Glogauer Str. 6, am Städtischen Gymnasium Koblenz. —

 

Renate Kelletat, Tochter des Professors Dr. Herbert Kelletat, aus Königsberg, Hoverbeckstraße 23, jetzt Berlin-Wilmersdorf, Landhausstraße 44, an der Marie-Curie-Oberschule Berlin-Wilmersdorf. —

 

Reinhold Matheblowski, Sohn des Gastwirts Robert Matheblowski, aus Allenstein, Königstraße 50, jetzt Koblenz, Löhrstraße 72, am Städt. Realgymnasium Koblenz. —

 

Siegfried Peleikis, Sohn des Stadtobersekretärs Martin Peleikis, aus Schloßberg, Lindenhauser Weg 1, jetzt Nordenham, Friedrich-Ebert-Straße 64, an der Oberschule Nordenham. —

 

Brigitte Redetzky, Tochter des Oberzollinspektors Erich Redetzky, früher Bezirkszollkommissar in Coadjuthen, Kreis Heydekrug, jetzt in Northeim Hann., Hindenburgstraße 31, an der Richenza-Oberschule für Mädchen in Northeim. —

 

Wolfgang Schlüter, zweiter Sohn des Konrektors Heinrich Schlüter, aus Palmburg bei Königsberg, jetzt in Dortmund-Sölde, Sölder Straße 67, am Humboldt-Gymnasium Dortmund. —

 

Egon Stattaus, Sohn des Landwirts Willy Stattaus, Callehnen, Kreis Wehlau, jetzt in Oedt/Rhld., am Gymnasium Thomaeum in Kempen. —

 

Hans-Jürgen Stern, jüngster Sohn des Uhrmachermeisters Oskar Stern aus Neidenburg, jetzt Stuttgart-Zuffenhausen, Erlacher Straße 41, am Friedrich-Schiller-Gymnasium Ludwigsburg. —

 

Georg Wodsack, Sohn des verstorbenen Studienrats und Gutsbesitzers Leo-Georg Wodsack, aus Ossaquell, Kreis Insterburg, jetzt Salzgitter-Lebenstedt, Salderschestraße 46, an der Oberschule für Jungen. —

 

Sigrid Lawrenz, älteste Tochter des Mittelschullehrers Fritz Lawrenz, aus dem Kreise Osterode, zuletzt Freystadt, Westpr., am Julineaneum (Oberschule für Jungen) in Helmstedt. Anschrift dort: Bötticherstraße 29.

 

Peter Kerwat, Sohn des Oberlandwirtschaftsrates Dr. Kerwat, aus Hohenschanz, Kreis Ebenrode, am Wittekindgymnasium Lübbecke/Westf. —

 

Horst Lück, Sohn des verstorbenen Rechtsanwalts und Notars Hans Lück, aus Schloßberg, Bolandstraße, jetzt in Rietberg, Kreis Wiedenbrück, Dellbrücker Straße 15, am Gymnasium Gütersloh/Westf. —

 

Karin Stelter, Tochter des Sportlehrers Kurt Stelter, aus Ortelsburg, Hubert-Gerike-Straße 11, jetzt in Braunschweig, Am Kreuzteich 6, an der Wirtschaftsoberschule Braunschweig. —

 

Hannelore Naß, Revierförsterei Tawellenbruch, Kreis Elchniederung, jetzt Revierförsterei Scharrel, Kreil Soltau, in Bad Harzburg.

 

Wulfhild Broede, Tochter des Studienrats Gert Broede, aus Königsberg, Hardenbergstraße 24 (Organist an der Lutherkirche und Dozent am Hochschulinstitut für Musikerziehung der Albertus-Universität), jetzt in Hamburg, Rübenhofstraße 22, an der Oberschule für Mädchen im Alstertal. —

 

Manfred Daniel, Sohn des Landsmannes Fritz Daniel, aus Königsberg, Lehndorffstraße 4, jetzt (22a) Essen 1, Weserstraße 60, an der Humboldtschule in Essen. —

 

Edeltraut Kuschmiersz, Tochter des Landsmanns Heinrich Kuschmiersz, aus Kosken, Kreis Johannisburg, zuletzt Ortelsburg, Posener Straße 7, heute in Münster, Heidingstraße 18, am Städt. Wilhelm-Hittorf-Gymnasium Münster. —

 

Ingrid Palm, Tochter des gefallenen Lehrers Alois Palm, aus Noßberg, Kreis Heilsberg, jetzt Glückstadt/Holstein, Anckenstraße 19, an der Detlefsenschule Glückstadt, Staatl. Gymnasium. —

 

Christine Peter, Tochter des Lehrers Aloys Peter, aus Heilsberg, Kirchentorstraße 30, jetzt Himmelsthür Hildesheim, Danziger Straße 53, an der Goethe-Schule, Oberschule für Mädchen, Hildesheim. —

 

Brigitte Pelludat, Tochter des verstorbenen Rev.Oberleutnants der Schutzpolizei Paul Pelludat, aus Tilsit, am Staatl. Mädchengymnasium Mönchengladbach. Anschrift: Wassenberg, Bezirk Aachen, Tannenwaldstraße 21. —

 

Joachim Pokar, Sohn des gefallenen Oberstudienrates Dr. Erich Pokar, aus Königsberg, am Naturwissenschaftlichen Albertus-Magnus-Gymnasium Köln. Anschrift: Köln-Ehrenfeld, Melatengürtel 70. —

 

Heinrich Zerrath, Sohn des Landwirts Ernst Zerrath, aus Trumpenau, Kreis Elchniederung, jetzt Bremen, Borgfelder Straße 10, an der Abendoberschule Bremen.

 

Martin Böttcher, Sohn des Landsmanns Erich Böttcher, aus Willenberg/Passenheim, jetzt Paderborn, Kettelerstraße 18. —

 

Jürgen Jungclaussen, ältester Sohn des in russischer Gefangenschalt verschollenen Landwirts Egbert Jungclaussen, Gut Klein-Eschenbruch, Kreis Insterburg, jetzt Flensburg, Ballastbrücke 12, an der Goetheschule (Gymnasium) Flensburg. —

 

Roswitha Reinhold  und Kunibert Reinhold, Kinder des Lehrers Karl Reinhold, aus Lötzen, Königsberger Straße 14, jetzt Bielefeld, Am Rottmannshof 28, am Cecilien- und Max-Planck-Gymnasium Bielefeld.

 

Dieter Schulz, Sohn des Stadtoberinspektors Erich Schulz, aus Königsberg, Charlottenstraße 11, jetzt Berlin-Neukölln, Warthestraße 42 b, an der Albert-Schweitzer-Oberschule Neukölln. —

 

Hannelore Splettstößer, Tochter des Bundesbahn-Inspektors Otto Splettstößer, aus Königsberg, Schrotterstraße 46, jetzt Mülheim Ruhr, Markomannenstraße 17, an der Mädchen-Oberschule Mülheim. —

 

Marianne Wolff Tochter des Uhrmachers Artur Wolff, aus Frauenburg jetzt in Ingelheim, Mainzer Straße 3, am Sebastian-Münster-Gymnasium Ingelheim.

 

Seite 14   Der Bürgermeister von Frauenburg

Am 24. März 1956 begeht der ehemalige Bürgermeister der Bischofsstadt Frauenburg, Paul Schröter, seinen 70. Geburtstag in Berlin-Lichtenrade, Wünsdorfer Straße 115. Sein Geburtsort war Schöndamerau. 1925 übernahm er in krisenreicher Zeit die Führung der Stadtgeschäfte Frauenburg, und konnte zehn Jahre lang seine ganze Kraft zum Besten der Stadt einsetzen. Gegen seinen Willen wurde er 1935, auf Grund seiner politischen Einstellung, vorzeitig in den Ruhestand versetzt.

 

Seite 14   Goldene Hochzeit

Landsmann Franz Berszick und seine Ehefrau Esther Berszick, geborene Müller, aus Hindenburg, Kreis Labiau, begingen am 13. März 1956 das Fest der Goldenen Hochzeit. Die Eheleute leben bei ihrer Tochter Frieda in Oberheise, Kreis Wesermünde.

 

Seite 14   Jubiläen

Oberlehrer Max Neumann, geboren in Taplacken, Kreis Wehlau, jetzt in Ulm Donau, Wagnerstraße 10, III, beging am 11. Februar 1956, sein vierzigjähriges Dienstjubiläum. Der Jubilar, der zuletzt in Kopiehnen, Kreis Preußisch Holland wirkte, ist seit 1950 als Oberlehrer in Ulm-Softingen tätig.

 

Am 28. Februar 1956 beging Hilfsschullehrer Walter Nernheim, aus Rastenburg, Sembeckstraße 1, sein vierzigjähriges Dienstjubiläum. Seine Lehrertätigkeit begann er im Memelgebiet, aus dem er 1925 ausgewiesen wurde. Er wirkte dann in seiner Vaterstadt Rastenburg an der Provinzial-Anstalt für Schwachsinnige, die 1937 Fürsorgeheim wurde, zunächst als Hauptlehrer, dann als Rektor und stellvertretender Direktor der Heimschule. Seit 1948 ist er Hilfsschullehrer an der Pestalozischule in Eckernförde.

 

Vermessungstechniker Conrad Haase, aus Allenstein, Krummstraße 19, jetzt in Neustadt, Kreis Marburg/Lahn, Graf-Spree-Straße 7, begeht am 1. April 1956 sein 50-jähriges Berufsjubiläum. Vor zwei Jahren konnte er sein 40-jähriges Jubiläum im öffentlichen Dienst feiern. Am 1. April 1956 tritt er in den Ruhestand.

 

Prüfungen

Der Kriegsblinde ehemalige Fliegeroberleutnant Hans-Ulrich Sareyko, aus Tilsit, Sohn des letzten Direktors der Kornhaus-Raiffeisen-eGmbH Tilsit, hat an der Philipps-Universität Marburg/Lahn zum Dr. phil. promoviert. Seine Dissertation schrieb Dr. Sareyko über das Thema „Das Weltbild eines ostpreußischen Volkserzählers". Anschrift: Marburg/Lahn. Friedrich-Naumann-Straße 11.

 

Ingrid Steiner, Tochter des verstorbenen Kreisinspektors Walter Steiner, aus Lötzen, jetzt Bad Segeberg, Kirchstraße 38, bestand an der Ricarda-Huch-Schule in Kiel die Assessorenprüfung für das Schulamt an höheren Schulen.

 

Hannelore Bludszuweit, Tochter des Justizobersekretärs Franz Bludszuweit, aus Königsberg, jetzt München 9, Zellhornstraße 25, hat die Prüfung für Diplom-Kaufleute an der Universität München bestanden.

 

Horst Salein, Sohn des Postinspektors Hermann Salein, aus Königsberg, Prinzenstraße 20, jetzt Hannover, Altes Dorf 4, hat an der Technischen Hochschule Hannover das Examen zum Diplom-Ingenieur im Bauwesen bestanden.

 

Erwin Oddoy, Sohn des Landwirts August Oddoy, aus Jorken, Kreis Angerburg, jetzt Berlin-Charlottenburg, Eosanderstraße 10, bestand in Berlin seine Ingenieurprüfung.

 

Gottfried Ziemer, Sohn des Lehrers und Organisten Helmut Ziemer, aus Herrndorf bei Mühlhausen, jetzt in (24d) Drochtersen-Moor über Stade, bestand an der Ingenieurschule für Bauwesen in Siegen/Westf. das Examen als Ingenieur für Wasserwirtschaft, Kultur- und Tiefbau.

 

Hans-Dieter Schimmelpfennig, aus Königsberg, Dohnastr. 16, jetzt Kassel, Wilhelmshöher Allee 176, hat an der Städtischen Ingenieurschule die Ingenieur-Abschlussprüfung mit „Auszeichnung" bestanden.

 

Siegfried Meding, Sohn des Landwirts Franz Meding, aus Mertenau, Kreis Lötzen, jetzt Nierenhof/ Ruhr, Bahnhofstraße 4, hat das Ingenieur-Examen an der Ingenieurschule Essen bestanden.

 

Günther Schwillo, Sohn des Postsekretärs Wilhelm Schwillo, aus Lötzen, Neuendorfer Straße 41, jetzt in Lendringsen, Kreis Iserlohn, bestand an der Staatl. Ingenieurschule Hagen die Prüfung als Elektroingenieur.

 

Werner-Dietrich Albrecht, Sohn des Elektromeisters Konrad Albrecht, aus Angerburg, Stadtsiedlung 1, jetzt in Berlin-Siemensstadt, Quellweg 17, hat an der Staatlichen Ingenieurschule Beuth in Berlin die Prüfung als Maschinenbauingenieur bestanden.

 

Wolfgang Burchert, Sohn des im letzten Kriege gefallenen Kaufmanns Otto Burchert, aus Lichtenfeld, Kreis Heiligenbeil, bestand an der Staatsbauschule zu Hildesheim seine Tiefbauingenieurprüfung.

 

Wilhelm Drowe (Dropiewski), Sohn des Landsmanns August Dropiewski, aus Sczepka, Kr. Neidenburg, jetzt in Ehrentrup, Post Lage-Lippe, Bergstraße 186, bestand an der Ingenieur- und Bauschule Lage-Lippe das Staatsexamen als Tiefbau-Ingenieur.

 

Gustav Kloß, Sohn des Bauern Otto Kloß, aus Hammerbruch, Kreis Sensburg, jetzt in Recklinghausen (21a), Sumannskamp 32, hat an der Staatlichen Ingenieur-Schule für Maschinenwesen in Essen die Ingenieurprüfung bestanden.

 

Sigbert Zietlow, Sohn des Forstamtmann i. R. Johannes Zietlow, bestand an der Pädagogischen Hochschule in Göttingen die Prüfung zum Lehramtsanwärter für Volksschulen. Anschrift der Eltern: Ahlershausen 50, über Uslar (20b)

 

Manfred Schiesches, Sohn des Bezirksdirektors Artur Schiesches, aus Königsberg, Hegelstraße 11, jetzt in Hamburg 39, Sierichstraße 19, bestand die zweite Lehrerprüfung.

 

Hildegard Pronold, geborene Rippert, Tochter des Kirchschullehrers a. D. Hugo Rippert, aus Neu-Kockendorf, Kreis Allenstein, jetzt Frankfurt M., Weidenbornstraße 45, bestand beim Berufspädagogischen Institut in Frankfurt/M. ihr erstes Staatexamen als Gewerbelehrerin.

 

Hans Joachim Szillies, Sohn des Obersteuersekretärs Albert Szillies, aus Bartenstein, hat an der Seefahrtschule Elsfleth/Weser sein „Steuermannspatent auf große Fahrt“ erhalten.

 

Ernennung

Frau Käte Möller, geborene Czepluch, aus Damerau, wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit zur Hauptlehrerin an der Karlschule in Tuttlingen ernannt.

 

Auszeichnungen

Dem in der Ostholsteinischen Landsiedlung Eutin wohnenden früheren Guts- und Siedlungsverwalter der Ostpreußischen Landgesellschaft Bernhard de la Chaux wurde eine Ehrenurkunde und eine goldene Fahrzeugplakette „für dreißig Jahre unfallfreies Autofahren“ von der Bundesverkehrswacht verliehen.

 

Seite 15   Traueranzeigen

Nach schwerer Krankheit verschied unsere liebe gute unvergessliche Mutter, Schwiegermutter, Groß- und Urgroßmutter Schwester, Schwägerin und Tante, Maria Janutta, geb. Koslowiki, im 74. Lebensjahre. Sie folgte Ihrem Mann, unserem lieben Vater, dem Landwirt Mathias Janutta, aus Langheide, Kreis Lyck, der am 10. Febr. 1945 auf der Flucht in Bischofstein verstarb; Ihrem Sohn, dem Landwirt Gustav Janutta, aus Stenzeln, Kreis Lötzen der im April 1945 bei den Kämpfen um Berlin verschollen ist; ihrem Sohn, dem Bahn-Betr.-Ass. Franz Janutta, der am 5. August 1943 in Polen an Typhus gestorben ist; ihrem Sohn, dem Oberleutnant Willi Janutta (EK I und EK II) der am 28. August 1944 in Frankreich gefallen ist; ihrem Sohn, dem Uffz. Erich Janutta (EK I und EK II), der in Stalingrad geblieben ist; ihrer Tochter Hildegard Janutta die am 15. Juni 1945 im Nordural verhungert ist. In tiefer Trauer: Max Janutta und Frau Gerda Janutta, geb. Loeper. Martha Radday, geb. Janutta. Gustav Meinhardt (Moyseszik) u. Frau Anna Meinhardt, geb. Janutta. Oskar Bindzus und Frau Erna Bindzus, geb. Janutta. Anna Janutta, geb. Radday. Erni Janutta, geb. Wölke und alle Angehörigen — Neumünster, Wookerkamp 65, den 3. März 1956

 

Es ist so schwer, wenn sich der Mutter Augen schließen, die Hände ruhn, die einst so lieb für uns geschafft. Am 24. Februar 1956 verschied unerwartet an Gehirnschlag unsere heißgeliebte Mutti, Schwiegermutti, gutes Omichen, Erna Kuhr, geb. Schulz, geb. 4. April 1896; sie folgte unserem lieben guten Vater Artur Kuhr, geb. 16. Dezember 1889, der uns im April 1945 in Ostpreußen von den Russen entrissen wurde und wir seitdem kein Lebenszeichen von ihm haben. In stiller Trauer die dankbaren Kinder: Herta Knabe, geb. Kuhr und Familie. Helmut Kuhr und Gattin. Irene Zindel, geb. Kuhr und Familie. Hedwig Kuhr. Wanda Kuhr. Helga Kuhr. Betty Kuhr. Schölen, Kreis Heiligenbell, jetzt Nürnberg, Ulmenstraße 19

 

Ein liebes Herz hat aufgehört zu schlagen. Nach einem erfüllten Leben, fern ihrer geliebten ostpreußischen Heimat, schloßss für immer die Augen am 2. März 1956 nach kurzem Krankenlager unsere liebe und gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante, Frau Gertrud Stadie, geb. Nöthe, im 81. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Erna Stern, geb. Stadie. Alfred Stern. Liselotte Werner, geb. Stadie (alle Drei in Vineland New York, 1147 East Oak Road, USA). Arno Stadie und Erika Stadie, geb. Mosel Bremen, Geibelstraße 19. Eva Stadie, Berlin-Tempelhof, Bundesring 52. Ingrid, Evi und Marion, als Enkelkinder. Bremen, den 2. März 1956, früher Tilsit, Hohe Straße 21/22

 

Fern ihrer ostpreußischen Heimat schloss am 5. März 1956 nach kurzer schwerer Krankheit meine liebe und gute unvergessliche Schwiegermutter, unsere liebe Schwägerin und Tante, Auguste Striewski, geb. Sawitzki, aus Hohenstein, Ostpreußen, im 76. Lebensjahre, für immer ihre Augen.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Waltraud Striewski, geb. Sypitzki. Varel i. Oldb., den 5. März 1956 Bachstr. 1

 

Es war Gottes Wille, der Herr ließ es zu. Nach schicksalsschweren Jahren und mit Geduld ertragenem Leiden entschlief am 23. Februar 1956 im Krankenhaus zu Dortmund meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin, Emma Mathiak, geb. Jendrny, im 44. Lebensjahre. In stiller Trauer: Rudolf Mathiak. Hildegard Mathiak. Edeltraut Mathiak. Marianne Mathiak. Wittmannsdorf, Kr. Osterode, Ostpreußen, jetzt Dortmund, Gneisenaustraße 101

 

Am 8. März 1956 entschlief nach jahrelangem Leiden unsere herzensgute Mutter, liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Omi, Meta Wendt, geb. Dohse, kurz vor ihrem 70. Lebensjahre. Unvergessen und tiefbetrauert von ihren Lieben. Charlotte Walz. Christel Bast. Erika Dumcke, nebst Angehörigen. Detmold, Sachsenstraße 16, früher Königsberg, Ziethenplatz 6. Die Beisetzung fand am 12. März 1956 statt.

 

Am 1. März 1956 entschlief nach langem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Oma und Urgroßmutter, Johanna Gallung, geborene Freitag, im 84. Lebensjahre. In stiller Trauer: Emma Kühn, geb. Gallung. Gustav Kühn. Marie Joost, geb. Gallung. Erich Joost. Martha Hubacher, geb. Gallung. Karl Hubacher. Johanna Albert, geb. Gallung. Frieda Siegmund, geb. Gallung, alle Enkel und Urenkel. Schlobitten, Ostpreußen, Kreis Pr.-Holland, jetzt Dorfmark, Kreis Fallingbostel, Lüneburger Heide

 

Heute früh verschied im Kreiskrankenhaus Bad Segeberg, fern ihrer geliebten ostpreußischen Heimat, an den Folgen eines auf der Flucht zugezogenen Leidens, im 53. Lebensjahre meine liebe Frau, mein treusorgendes Mutterchen, meine gute Schwiegermutter, unsere über alles geliebte Schwester, Schwägerin und Tante, Margarete Schwarz geb. Palatz. Im Namen aller Angehörigen: Max Schwarz, Oberförster. Früher Bussen, Kreis Sensburg, jetzt Hartenholm über Kaltenkirchen, Holstein. Die Beerdigung fand am 9. März 1956 in Bad Segeberg statt.

 

Ich habe den Berg erstiegen, der euch noch Mühe macht. Drum weinet nicht, ihr Lieben, ich werd' zur Ruh' gebracht. Fern ihrer geliebten ostpreußischen Heimat entschlief sanft am 22. Februar 1956 unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Minna Knorr, geb. Tobias, aus Puschdorf, Kr. Insterburg, Ostpreußen, im Alter von 88 Jahren. In stiller Trauer: Helene Hild, geb. Knorr. Karl Hild. Otto Knorr. Hildegard Knorr, geb. Eisel. Rose Neumann, geb. Knorr. Richard Neumann. Heinrich Knorr, sowj. bes. Zone. Emma Knorr, geb. Czarnitzki, sieben Enkel und zwei Urenkel, jetzt Ehringshausen, Kr. Wetzlar, Bergstraße 21

 

Nach kurzer schwerer Krankheit nahm der Herr heute meine geliebte Frau, unsere herzensgute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Schwester, Auguste Kleszewski, geb. Gaebel, im Alter von 68 Jahren zu sich in sein himmlisches Reich. In tiefer Trauer: Fritz Kleszewski. Kurt Kleszewski und Frau Herta Kleszeski, geb. Lippke. Willi Kleszewski und Frau Edeltraud Kleszewski, geb. Orth. Lutz Gäbler und Frau Elli Gäbler, geb. Kleszewski. Elise Sitter, geb. Gaebel und sechs Enkelkinder. Peine. Vancouver. Aachen, den 7. März 1956. Die Beisetzung fand in aller Stille statt.

 

Nach einem langen Leben, reich an Liebe und treuer Fürsorge für ihre Angehörigen, hat der Allmächtige heute unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter, Schwester und Großmutter, Frau Rose Thulcke, geb. Ewald, in ihrem 79. Lebensjahre heimgerufen. Frida Liedtke, geb. Thulcke, sowj. bes. Zone. Reinhold Thulcke, Pfarrer in Westerholt, Bez. Münster, Westf. Hellmut Liedtke, Superintendent i. R. Olga Thulcke, geb. Ziemsen. Charlotte Ewald, Beienrode über Helmstedt, und 5 Enkel. Beienrode, den 6. März 1956

 

Am 19. Februar 1956 nahm Gott der Herr nach kurzer schwerer Krankheit unsere liebe herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Frau Ida Böhnke, geb. Kerst, geb. am 10.08.1880 in Hermsdorf, Kr. Pr.-Holland zu sich in die Ewigkeit. In stiller Trauer: Erika Böhnke. Gerda Winter, geb. Böhnke. Fritz Böhnke. Elfriede Klein, geb. Böhnke. Enkel und Urenkel.

Elbing, Pr.-Holland, Herbert-Norkus-Straße 9, jetzt Pinneberg, Richard-Köhn-Straße 59, März 1956

 

Zum Gedenken anlässlich des zehnten Todestages meiner lieben unvergesslichen Schwester, Helene Kratel, geb. 17.08.1893, gest. 13.03.1946 in Tappelkeim, Ostpreußen, an Hungertyphus. Heimatliche Erde deckt sie zu. In stiller Trauer: Bruno Kratel, Tilsit, Lindenstraße 16, jetzt Hannover, Heinrich-Heine-Straße 66

 

Geliebt, beweint und unvergessen! Fern seiner geliebten Heimat entschlief am 22. Februar 1956 nach langer schwerer Krankheit mein herzensguter lieber Mann, treusorgender Vater seiner Kinder, der Stabsintendant a. D. Fritz Grahn, im Alter von 52 Jahren. In tiefer Trauer: Herta Grahn, geb. Siegmund. Ingrid und Jürgen als Kinder. Osterode, Ostpreußen, und Elbing, Westpreußen, jetzt Bad Grund, Harz, Hübichweg 24

 

Zum Gedenken. Am 11. März 1956 jährte sich zum siebentenmal der Tag, an dem mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwiegervater, Schwager und Onkel, der Rohrmeister Willi Abel, geb. 27.091906 in Wehlau im blühenden Alter von 42 Jahren, fern seiner unvergesslichen ostpreußischen Heimat, verstorben ist. Er folgte seinem lieben Vater Eduard Abel geb. 30.011876 in Wehlau, gest. 1946 in der sowj. bes. Zone. Wir gedenken ferner seiner Brüder Kurt Abel geb. 11.07.1909, gefallen 1943 in Russ und Bruno Abel, geb. 14.07.1919, vermisst 1942 in Stalingrad. In stiller Trauer: Minna Abel, geb. Debler. Seine 4 Kinder Armin Abel, Klaus Abel, Gisela Abel, Alfred Abel, und 4 Enkelkinder. Tapiau, Memellandstraße 11, jetzt Krautsand Nr. 776 über Stade. Auguste Abel, geb. Adomeit, Wehlau, Kl. Vorstadt 17, jetzt sowj. bes. Zone.

 

Wer Dich gekannt, kann unseren Schmerz ermessen. Am 26. Januar 1956 entschlief nach kurzer schwerer Krankheit mein geliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Opa, Schwager und Onkel, Paul Gurski, im 74. Lebensjahre fern seiner geliebten Heimat. Im Namen aller Hinterbliebenen: Klara Gurski, Osterode, Ostpreußen, Roßgartenstraße 24a, jetzt Osnabrück, Sutthauser Straße 134a

 

Am 29. Februar 1956, ein halbes Jahr nach seinem Zuzug aus der sowj. bes. Zone, verstarb nach schwerer Krankheit mein lieber Mann, Vater, Schwiegervater, Opa und Schwager, der Rev.-Förster a. D. Waldemar Löffler, früher Försterei Mortzfeldt bei Hohenstein, Ostpreußen, im 77. Lebensjahre. In stiller Trauer: Ida Löffler, geb. Kullig. Jürgen Löffler. Sabine Löffler, geb. Dommasch. Carl-Thomas. Ilse Schwesig, geb. Kullig. Otto Schwesig. Munster, Kreis Soltau, Am Park 5

 

Und Gott wird abwischen alle Tränen, und der Tod wird nicht mehr sein. Offb, 21/4  Nach kurzer Krankheit verstarb am 24.02.1956 im Kreise Mohrungen, Ostpreußen, mein lieber Vater, Landwirt Johann Wischnewski, aus Martinshöhe, Kr. Lyck im 74. Lebensjahre. Gleichzeitig gedenken wir unserer Schwester und vier Brüder, die durch den Krieg umgekommen sind. Im Namen aller Hinterbliebenen: Friedrich Wischnewski, Trittenheim (Mosel) 114 a, Kr. Trier

 

In kühler Erde, im stillen Haus, da schlummerst Du Guter, da ruhst Du nun aus. Nach heißen Kämpfen und schwerem Los hat Gott Dich berufen in seinen Schoß. Zum zehnten Todestag. Aus russischer Gefangenschaft kommend, verstarb am 17. März 1946 in Berlin mein lieber Mann, unser guter Papa Johannes Schreiber, geb. 17.12.1900. In treuem Gedenken: Maria Schreiber, geb. Wegner. Kinder, Ruth und Klaus und alle Verwandten. Königsberg Pr., Neue Reiferbahn 3, jetzt Over 81, Kr. Harburg

 

Zum Gedenken. Die Liebe höret nimmer auf. 1. Kor. 13, 8  Wir gedenken zum elften Todestag, am 10. März 1956, unseres lieben Sohnes und Bruders, Neffen und Vetters, Günther Szekat, der uns im 16. Lebensjahre auf der Flucht in Pommern durch einen gewaltsamen Tod entrissen wurde. Ihm folgte mein lieber Mann und Vater, Bruder, Schwager und Onkel, Hermann Szekat in die Ewigkeit. Er verstarb am 1. März 1948 in russischer Internierung in Ostpreußen. In stiller Wehmut: Ida Szekat, geb. Gaigalat. Erhard Szekat. Schillen/Hochmooren, Kreis Tilsit-Ragnit, jetzt Espelkamp-Mittwald, Westfalen

 

Seite 16   Traueranzeigen

Fünf Wochen nach dem Tode unserer geliebten Mutter hat Gott der Herr unseren lieben guten treusorgenden Vater, Großvater und Urgroßvater, Adolf Duscha, aus Osterode, Ostpreußen, im 90. Lebensjahre heimgerufen. In tiefer Trauer im Namen der Familie: Oberbaurat Otto Maasch und Frau Frieda Maasch, geb. Duscha. Schmalenbeck über Ahrensburg, Holst., den 11. März 1956, Looge 4

 

Nach langem schwerem Leiden verschied am 16. Februar 1956 mein lieber herzensguter Mann, der Schlossermeister Karl Sachse, kurz nach Vollendung des 77. Lebensjahres. In tiefem Schmerz im Namen aller Verwandten: Lisbet Sachse, geb. Hoffmann, Lyck, Ostpreußen, Yorckstraße 23, jetzt sowj. bes. Zone

 

Fern seiner geliebten unvergesslichen Heimat verstarb am 27. Februar 1956 nach kurzer Krankheit unser lieber Onkel und Schwager,der frühere Gutsbesitzer und Viehhändler Adolf Schulz, Lengwethen, Kreis Tilsit-Ragnit, im 94. Lebensjahre. In stillem Gedenken, sein Neffe, Ernst Schulz, Kommern über Euskirchen, Rhld.

 

xxxUnser lieber guter Sohn, mein lieber einziger Bruder Hans-Siegfried Gandras, cand. Med. vet., ist am 12. Februar 1956, im Alter von 33 Jahren für immer von uns gegangen. Durch sein schweres, im Kriege zugezogenes Herzleiden war er der Schwere des heimatlosen Daseins nicht gewachsen. Seine letzten Gedanken galten seiner über alles, geliebten Heimat. In unsagbarem Leid: Hans Gandras. Anna Gandras, geb. Führer. Ilse Gandras. Arensdorf, Kreis Gerdauen, Ostpreußen, jetzt Vorsfelde, Kreis Helmstedt. Wir haben ihn in Prien am Chiemsee zur letzten Ruhe gebettet.

 

Nach einem Leben voll aufopfernder Arbeit, Liebe und Sorge für uns starb am 11. Februar 1956, fern der geliebten Heimat, in der sowjetisch besetzten Zone, früher Gr.-Siemnau, Kreis Mohrungen, Ostpreußen, der Bauer Hermann Köpke im 78. Lebensjahre. Er folgte seiner lieben Frau Ida Köpke, verstorben am 6. Januar 1952. Es war ihnen noch vergönnt, im Januar 1951 das Fest der Goldenen Hochzeit zu feiern. In stiller Trauer im Namen aller Angehörigen. Hugo Reimann und Frau Amanda Reimann, geborene Köpke. Vielstedt II, Old. Land

 

Nur Arbeit war Dein Leben, Nie dachtest Du an Dich, Nur für die Deinen streben, War Deine höchste Pflicht. Plötzlich und unerwartet starb am Donnerstag, um 20 Uhr, infolge eines tragischen Unglücksfalles mein lieber Mann, mein guter Vater, Schwiegersohn, unser Bruder, Schwager und Onkel, Fritz Broede, im Alter von nahezu 34 Jahren. Sein Leben war ausgefüllt mit Liebe und Sorge für die Seinen. In tiefem Schmerz: Frau Wilhelmine Broede, geb. Krause Töchterchen Rita Broede und Anverwandte. Gollau, Kr. Königsberg, später Königsberg Pr.. General-Litzmann-Straße 134, jetzt Gelsenkirchen-Horst, Johannastraße 28, den 1. März 1956. Die Beerdigung fand am 6. März 1956, um 9.30 Uhr, vom Trauerhause aus auf dem Friedhof Horst-Süd statt.

 

Zum zehnten Mal jährt sich der Todestag meines geliebten Mannes, unseres guten Bruders, Schwagers und Onkels, Karl Borgmann, Lehrer i. R. gest. am 22. März 1946 in der sowjetisch besetzten Zone. Im Namen aller Hinterbliebenen: Charlotte Borgmann. Königsberg Pr., jetzt Königslutter

 

Fern der Heimat entschlief am 21. Februar 1956 in Harkotten nach langem schwerem Leiden, gestärkt mit den Gnadenmitteln der katholischen Kirche, mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Kaufmann Hans Zimmermann, früher Königsberg Pr., Stägemannstraße 44 a, im Alter von 67 Jahren. Sein Leben war nur Sorge für die Seinen. In tiefer Trauer im Namen aller Angehörigen: Lisbeth Zimmermann, geb. Borries, sowj. bes. Zone. Der Entschlafene bittet, seiner im Gebet zu gedenken.

 

Am 25. Februar 1956 verschied nach langer schwerer Krankheit mein innig geliebter Mann, Schwager und Onkel, Gendarmerie-Meister i. R. Franz Kutschat, aus Rastenburg, Ostpreußen, Hindenburgstraße 50, im Alter von 63 Jahren. In tiefer Trauer: Frau Elma Kutschat, geborene Lorat und Anverwandte. Kassel-Bettenhausen, Miramstr. 67

 

Zum Gedenken. Am 17. März 1955 entschlief nach schwerem, mit Geduld getragenem Leiden mein lieber Mann, guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel, Bauer Ernst Potreck, im 63. Lebensjahre. In stiller Trauer: Rosa Potreck, geb. Ewert. Else Potreck, Assaunen, Kr. Gerdauen, Ostpreußen, jetzt Kleve über Heide, Holstein

 

Wir gedenken am zehnten Todestag unseres lieben einzigen Sohnes, des Abiturienten Joachim Dietrich, geb. 12.04.1927 in Königsberg Pr., gest. 15.03.1946 im Gefangenenlager Kurim (CCR). In Liebe und stiller Trauer: Heinrich Dietrich und Frau Gertrud, geb. Krause, Königsberg Pr., Farenheidstraße 27, jetzt Lübeck, Wisbystraße 8

 

Am 17. Februar 1956 entschlief sanft nach langem schwerem leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater, Ulrich v. Saucken, Oberstleutnant a. D., früher Grenadierregiment 3 Königsberg, im 80. Lebensjahre. Anni v. Saucken, geb. Habedanck. Jutta v. Saucken, geb. v. Saucken. Ursula Edye, geb. v. Saucken. Harald v. Saucken. Claus Joachim Edye, und fünf Enkelkinder. Marquartstein, Oberbayern. Die Beerdigung fand am 21. Februar 1956 in Marquartstein statt.

 

Am 6. Februar 1956 entschlief an einem schweren Herzleiden und doch unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Opa, Bruder und Schwager, Otto Wermke, im 56. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Antonie Wermke, geb. Bartsch. Nautzken, Kr. Labiau, jetzt Berlin-Tegel, Steilpfad 4

 

Am 20. Februar 1956 entschlief sanft, mit den heiligen Gnadenmitteln unserer Kirche versehen, nach langem schwerem Leiden unsere liebe Tante, Großtante und Schwägerin, Frau Franziska Gosse, geborene Mühter, aus Königsberg Preußen, im 82. Lebensjahre. Sie folgte ihrem am 29. Dezember 1946 verstorbenen Gatten, dem Oberlandesgerichtsrat i. R. Erich Gosse, aus Königsberg Preußen, in die Ewigkeit. In tiefer Trauer, an Stelle ihres seit April 1945 vermissten Sohnes, des Amtsgerichtsrats Kurt Gosse, aus Königsberg Preußen: Nora Hoffmann, geborene Schulz, Osnabrück, Richard-Wagner-Straße 65. Christel Mühter, sowjetisch besetzte Zone, zugleich im Namen der anderen Verwandten. Die Beerdigung hat am 24. Februar 1956 in der sowjetisch besetzten Zone stattgefunden.

 

Fern seiner unvergesslichen geliebten ostpreußischen Heimat hat Gott nach seinem unerforschlichen Ratschluss meinen lieben Mann unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, meien lieben Bruder, Schwager und Onkel, Friseurmeister i. R. Otto Heister, früher Schippenbeil, Kreis Bartenstein, Ostpreußen, von seinem langen schweren, mit Geduld ertragenen Leiden, im Alter von 61 Jahren, am 6. März 1956, erlöst. Gleichzeitig gedenken wir unserer lieben Entschlafenen, Margarete Plehn, geborene Moslehner, früher Laggarben, Kreis Gerdauen, Ostpreußen, die am 17. Februar 1956, nach langem schwerem Leiden, erlöst wurde. In stiller Trauer: die Gattin, Margarete Heister, geborene Dombrowsky. Gertrud Plehn, geborene Heister. Horst Heister, als Kinder. Anna Grüheid, geborene, geborene Heister, als Schwester. Franz Plehn. Erwin Plehn und alle Verwandten. Mittelbiberach, Kreis Biberach/Riß

 

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt! Hiob 19, Vers 25   Fern ihrer geliebten ostpreußischen Heimat entschlief am 18. Februar 1956 sanft im Glauben an ihren Heiland unsere herzensgute treusorgende Mutter und Oma, Minna Pempeit, geb. Zanger, früher Rucken, Kreis Schloßberg, Ostpreußen, im Alter von 76 Jahren. Ferner gedenken wir unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels, Max Pempeit, der im Juli 1944 in Russland gefallen ist. In stiller Trauer im Namen aller Hinterbliebenen: Minna Pempeit, Bissee, Kreis Plön, Holstein

 

Nach einem arbeitsreichen und von schicksalsschweren Jahren getrübten Leben entschlief plötzlich und unerwartet am 26. Februar 1956, fern seiner lieben Heimat, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel, Landwirt Friedrich Puchert, Groß-Friedrichsdorf, Elchniederung, Ostpreußen, im 89. Lebensjahre. Sein sehnlichster Wunsch, seine geliebte Heimat noch einmal wiederzusehen, ging nicht in Erfüllung. In stiller Trauer im Namen aller Angehörigen: Familie Franz Puchert. Plein, Elchniederung, Ostpreußen, jetzt Kalthof über Schwerte, Ruhr. Die Beerdigung fand am 1. März 1956 auf dem Evangelischen Friedhof in Hemer statt.

 

Allen Freunden und Bekannten gebe ich auf diesem Wege davon Kenntnis, dass am 28. Januar 1956 mein lieber Bruder, Gerhard Kaim, nach schwerer Krankheit im 35. Lebensjahre verstorben ist. Im Namen der Familie Kaim: Paul-Werner Kaim, Pfaffendorf, Kreis Sensburg, jetzt Bremen-Borgfeld, Neue Siedlung 7

 

Nach langer Ungewissheit erreichte mich die Nachricht, dass mein lieber Mann und bester Lebenskamerad, unser guter Vater, der Hauptlehrer Wilhelm Krieger, Hauptmann d. R. im März 1945 bei Stolp, Pommern, von den Russen erschossen wurde. Im Namen aller Hinterbliebenen: Erna Krieger. Gr.-Borken, Kreis Ortelsburg, Ostpreußen. Jetzt Russee bei Kiel, Redderkamp 22

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